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ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: MORS TUA

MORS TUA

FRAGMENTS OF CREPUSCULAR POETRY (48:02 min.)

DARKKRAD RECORDS / ITALIEN-IMPORT
Hölle, ist das ein schwer zu schluckender Brocken! Beim ersten Hören hatte ich sogar den Eindruck, dass "Fragments..." gar ein ähnlich unverdauliches Werk, wie die Musik der Jazz Grindcoreler von The Mass (vgl. Rezi bei den Importen) ist. Aber wenn das Teil erstmal runtergewürgt ist, dann entfaltet sich ein unglaublicher Reiz in den Magenwänden und die Musik des italienischen Trios wird nicht nur über die Ohren, sondern auch über die Haut, die Zunge und die Magenwände aufgenommen. Warum sind die "Fragmente der dämmrigen Poesie" nun aber so schwer zu fassen? Läuft das Intro namens "Fragement I - A Tombless Epitaph" mit angenehmem Keyboardeinsatz noch ganz gut ein, so werden Ohren und Verdauungstrakt bereits mit den ersten Tönen von "The Pinciple" einer echten Härteprobe unterzogen. Wo man üblicherweise fette Metal-Riffs erwartet, bläst einem die Trompete einen Angriff mitten ins erstaunte Gesicht. Black Metal mit Lead Trompete heißt die Heimsuchung der nächsten fast 50 Minuten. Mors Tua berauben diese wohl schwärzeste und brutalste aller Musikrichtungen eines wesentlichen Bestandteiles, nämlich ihrer brutalen, aber oft recht simpel gestrickten Riffs und ergänzen Blast Beats und Black Metal-Gekreische mit einer Trompete. Aber was beim ersten Durchlauf noch vorsichtig genossen wird und dem Einen oder Anderen vielleicht Magenschmerzen bereiten mag, entwickelt sich ab dem zweiten oder dritten Hördurchlauf zum echten Aufräumer des Darmtraktes. Es ist natürlich hauptsächlich der Einsatz der Trompete, die viel (nicht alles!) an Lead-Arbeit übernimmt, was die Musik von Mors Tua so ungewöhnlich macht, aber überhaupt sind die Italiener sehr experimentierfreudig. So wird im genannten zweiten Track z.B. ein Trompeten-Solo eingebaut, das einen in einen klassischen Western versetzt, so typisch (Hollywood-)mexikanisch klingen Melodie und Instrumenten-Einsatz. Das folgende "Crepuscular" ist einer der Höhepunkte der CD, die im Original in einer Jewel Box mit farbigem 4-Seiten-Booklet daherkommt. Eingestreute cleane Vocals, schön integrierte Gitarren und erhabene Parts lassen gar eine gewisse Nähe zum Viking Metal erkennen. Auch die Verwendung von schönen Keyboard-Melodien wie z.B. in "Fragment II - This Lime-Tree Bower My Preason" rückt die Combo in weite Ferne nur durchschnittlicher Black Metal-Bands. "Do The Devil´s Work" ist ein nicht minder intelligenter, überdurchschnittlicher Track. Begeisternd und mitreißend, sobald man erst einmal die erste Scheu vor der Trompete abgelegt hat. "Eternal Life" arbeitet auf der einen Seite mit cleanen, erhabenen Vocals, hat auf der anderen Seite aber auch einiges an schrägen Disharmonien zu bieten, bevor "Fragments III - Reflections On Having Left A Place Of Retirement" den Hörer mit einem sehr melodischen Abschluss aus dieser musikalischen Erfahrung entlässt. Hat man sich in die sehr komplexe Musik und fraglos gewöhnungsbedürftige Musik von Mors Tua erst einmal eingehört, so gibt es innerhalb dieser Black Metal-Variante mit ihrem experimentellen Touch sehr viel zu entdecken. Ich bin schon sehr gespannt auf das für 2006 avisierte zweite Album, welches stilistisch etwas anders werden soll. Aber lest dazu das Interview. http://www.morstua.com ; http://www.darkkrad.tk oder Mail an darkkrad@morstua.com
9/10 - SBr


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