Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

ALLE REVIEWS :: Index: 'V' :: VIRGIN BLACK

VIRGIN BLACK

ELEGANT … AND DYING (74:29 min.)

MASSACRE / SOULFOOD
Nach dem vor zwei Jahren erschienenen Debüt-Album "Sombre Romantic", das bereits immenses Aufsehen in den einschlägigen Kreisen erregen konnte, legen die Australier jetzt ihren Zweitling nach. Wer angesichts des in weiß gehaltenen Covers eine aufgehellte Ausrichtung des neuen Materials erwartet, liegt falsch: Erneut erfährt der geneigte Hörer eine geballte Dosis düsterster Soundlandschaften. Die sakrale Grundstimmung zieht sich durch satte fünfundsiebzig Minuten, die sich auf ganze acht Songs verteilen. Womit klar wäre, dass hier keine leicht verdaulichen Radiohits am Start sind... Manche bezeichnen es als Gothic Rock oder Gothic Metal, aber unter diesem Banner musizieren auch Konsorten wie HIM oder die Sisters Of Mercy. Und das, was Virgin Black hier verewigt haben, hat ganz eindeutig andere Qualitäten. Rowan Londons dramatischer Gesang ist ein Hauptbestandteil dieses Monumentalwerks, der seine Eindringlichkeit aber nur ereicht im perfekten Zusammenspiel mit seinen Bandkollegen, wobei Samantha Escarbes meist doomige Leadgitarre eine weitere Hauptrolle spielt. Außerdem fallen häufige ruhige Pianoparts auf und Klassikanleihen in Form voluminöser Chöre und diverser Einsätze von Paukensounds und ähnlichem, was auch ein vielseitig interessierter Hörer auf diese Weise sonst nicht vorgesetzt bekommt. Trotzdem braucht man kein Studium der Musikwissenschaften, um dieses Album genießen zu können. Die wichtigste Voraussetzung ist, sich Zeit zu nehmen zum aufmerksamen Zuhören. Als Hintergrundmusik taugt dieser Stoff definitiv nicht. Wenn man allerdings die CD auf sich wirken lässt, entfalten sich bald schaurig-schöne Klangwelten, die einen vollends in ihren Bann ziehen. Und an dieser Stelle stößt der bemühte Rezensent mal wieder an die Grenze dessen, was Worte vermitteln können, wenn es um die Beschreibung von wirklich beeindruckender Musik geht. Es ist schlicht nicht möglich auf diesem Weg auszudrücken, welch tiefgreifende Gefühlswallungen beispielsweise ein Stück wie "Beloved" hervorruft. Traurigkeit nimmt unvermittelt Besitz von dir, aber gleichzeitig ist da soviel Schönheit, dass du nicht genau weißt, welcher Aspekt von beiden dir das Wasser in die Augen treibt. Außerdem ist jeder Track für sich derart beeindruckend, dass er ein eigenes Review verdient hätte. Doch wo sollte das hinführen? Also sei es dabei belassen, einige markante Splitter dieses Epos zu erwähnen: Ein weitgehend klassisch instrumentierter Auftakt, der das Kopfkino sofort zum Rotieren bringt - eine Wand von betörender Gitarrenmelodie und ein vereinnehmender Refrain in "And The Kiss Of God´s Mouth", dem Stück mit Sofortwirkung - Momente des Optimismus inmitten der scheinbar allgegenwärtigen Dunkelheit, "All Is Lost But Hope" - ein siebzehnminütiges Monster namens "The Everlasting", das jeden Horrorfilm zum Kaspertheater degradiert - Dialoge mit dem großen Unbekannten, der tröstet oder deine Seele verschlingt - und zum versöhnlichen Ende unverhoffte Entspannung, die den Schmerz gar köstlich schmecken lässt. Die Essenz eines jeden Songs wird hier mit letzter Konsequenz zur Schau gestellt. Es gibt keine Kompromisse, um irgendwelche Hörgewohnheiten zu befriedigen. "Elegant... and dying", dessen Titel den Inhalt perfekt auf den Punkt bringt, ist Virgin Black pur. Ein Werk für die Ewigkeit. Und für mich bereits jetzt das Album des Jahres.
10/10 - CB


[ Zurück zum Index: 'V' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler