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ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: METALLICA

METALLICA

ST. ANGER (75:08 min.)

MERCURY / UNIVERSAL
Jetzt wissen wir es also alle: "St. Anger" ist scheiße. NuMetal. Katastrophaler Sound. Scheppernde Drums. Kein "Masters Of Puppets" Part 2. Ach ja: Und früher war sowieso alles besser. Doch halt! Wieso gefällt mir das Gesamtwerk dann plötzlich nach mehrmaligem Hören trotzdem richtig gut? Vielleicht deshalb, weil ich gleich nach dem ersten Durchlauf alle Erwartungshaltungen über Bord geworfen habe und nicht den Fehler begehe, die Songs mit Klassikern wie "Creeping Death" oder "Battery" zu vergleichen. "St. Anger" klingt wie eine Trotzreaktion. Hier gibt es kein säuselndes "Nothing Else Matters", keine Bombastproduktion der Marke "Sad But True", keine Prog-Strukturen wie einst auf "And Justice For All". Vordergründig regiert das komplette Chaos, und zwar besonders dann, wenn alle auf einmal drauf los poltern. Es stellt sich die berechtigte Frage: Wo zum Teufel war Bob Rock während der Aufnahme? Der häufig zitierte Vergleich zu System Of A Down ist nicht ganz von der Hand zu weisen. Wem ging es nicht auch bei "Toxicity" nach dem ersten Durchlauf so: Chaotisch, aber interessant. Und spätestens nach dem zehnten Mal bekam man die Scheibe nicht mehr aus dem Player. Das Problem, das viele Konsumenten heute haben, liegt in der fehlenden Geduld, sich mit einem Album wirklich beschäftigen zu können. Und das mit dem "Konsumenten" ist ernst gemeint. Das Problem hier: "St. Anger" ist kein Fast-Food, sondern ganz zäher Stoff. Erinnert sich noch jemand an "Blues For The Red Sun" von Kyuss? Vielleicht hören Metallica-Fans kein Kyuss, aber gerade die ersten drei Tracks ("Frantic", "St. Anger", "Some Kind Of Monster") schmücken sich, insbesondere was den Gitarrensound angeht, mit einigen Zitaten eben jener Platte. Und gerade deshalb beginne ich , diese Platte zu lieben. Und diejenigen, die es schaffen, die rund fünfundsiebzig Minuten durchzuhalten, werden feststellen, dass gegen Ende mit "The Unnamed Feeling" und "Purify" zwei weitere Kracher mit an Bord sind. "St. Anger" ist kein Album für jede Situation oder Erwartungshaltung und wird wohl noch lange kontrovers diskutiert werden. Natürlich hätte man vieles besser machen können, wie etwa der Gesang in "Invisible Kid" mit seinem doch sehr gewöhnungsbedürftigen "Uuuuuuaaaaah". Trotz allem Hype mit achtzigminütiger Bonus-DVD und dem Gratis-Shirt am vorgezogenen Erstverkaufstag: Metallica 2003 überzeugen mich. Mag sein, dass die Songs im Vergleich zu den Frühwerken schlechter weg kommen. Und mag auch sein, würde dies von einer unbekannten deutschen Band aus der Eifel veröffentlicht, es würde keine Sau interessieren. Aber so ist das eben. Und wer "Ride The Lightning" zum Metallica-Meisterwerk gekürt hat, der hört sich eben genau dieses Album aus den Achtzigern an. Und wer sich damit mal wieder satt gehört hat, kann "St. Anger" ja noch mal eine Chance geben. Von mir jedenfalls gibt´s für so viel Mut, ein solches Album veröffentlicht zu haben, noch nen Bonuspunkt obendrauf.
8/10 - BS


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