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ALLE REVIEWS :: AMORPHIS

AMORPHIS

QUEEN OF TIME (57:36 min.)

NUCLEAR BLAST / WARNER
"Under The Red Clouds" ist für mich noch immer ein Bombenalbum, und offensichtlich haben auch Amorphis gemerkt, dass man eine Schüppe würde drauflegen müssen, um weiter überraschen zu können. Die Antwort darauf heißt nach einiger Zeit nun also Queen, aka Bombast. Die Finnen haben sich mutig in mit aller Konsequenz eines Orchesters bedient und würzen ihre Songs mit breitwandigen Arrangements , die von unverschämt eingängigen Refrains getragen werden. Dabei vergisst die Band jedoch mitnichten ihre einzigartig nordische Melodieführung, die mitunter natürlich auch mal wieder recht schmalzig geraten darf (einige Parts in "Message In The Amber" geraten dann doch zu sehr finntrollig). Im Laufe des Albums verfestigt sich jedoch der Eindruck, dass durch die großzügige Instrumentierung eines sehr wohl leidet: die Dynamik. Ambition bedarf der unbedingten songschreiberischen Disziplin, und diese geht auf "Queen Of Time" leider verschütt. Hier wird bei aller musikalischen Klasse mitunter zu viel vom Kuchen abgebissen; "The Golden Elk" etwa kann man sich gut und gerne als reduzierten Amorphis-Hit im Stile von "House Of Sleep" oder "Sacrifice" ohne die überflüssige, ganz große Stadiongeste vorstellen. 180 Spuren machen einen Song nicht per se besser, sondern bedürfen der sinnhaften Einbettung in einen Klangkosmos. Letztere vermisse ich nicht selten. Und ob es dann auch noch immer wieder der letzten großen Breakkeule bedarf, die anschließend wieder brav ins Hook überführt werden muss, sei dahingestellt. Für mich dudeln Amorphis sich mit diesem Album gefährlich nahe an die Belanglosigkeit, lassen keine Spitzen, keine Ecken, keine Kanten mehr erkennen, sondern ordnen alles der musikalischen Perfektion unter. Das können Rush auf ihren großen Alben, Amorphis aber nicht. Daher verbreitet die "Queen Of Time" trotz oder gerade wegen eines vorhersehbaren Gastauftritts von Anneke van Giersbergen ("Amongst Stars") gepflegte Langeweile ‒ weit weniger, als man von einer Band dieser Kategorie erwarten darf. Manchmal ist weniger weit mehr.
6,5/10 - PM.


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