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ALLE REVIEWS :: Index: 'B' :: BLEEDING

BLEEDING

ELEMENTUM (52:10 min.)

PURE STEEL / SOULFOOD
Wer die supernetten Jungs von BLEEDING persönlich kennt, kann sich nur darüber wundern, wie abgedreht ihre Musik klingt. Statt nordischer Gelassenheit herrscht auf "Elementum", dem zweiten Longplayer der Stader, der totale Wahnsinn. Das beste Beispiel dafür ist Sänger Haye Graf, der sich - genau wie auf der Bühne - vom Schöngeist zum Berserker wandelt und seine Wut über Gott und die Welt nur so herausschreit. An seinem Gesang dürften sich die Geister scheiden, da dieser der Disharmonie, die den neun Kompositionen innewohnt, besonderen Ausdruck verleiht. Die Instrumentalfraktion steht dem in nichts nach und lässt selbst ihre musikalischen Vorbilder Watchtower, Depressive Age und Psychotic Waltz wie die Wiener Philharmoniker erscheinen. Zwar gibt es nach wie vor Bassläufe, die an Doug Keyser, Gesangslinien, die an Jan Lubitzki und Gitarrenharmonien, die an Rock/McAlpin erinnern, insgesamt ist es BLEEDING jedoch gelungen, ihren eignen Stil zu etablieren. Vor allem das Gitarrenduo Nickel/von der Fecht sprüht vor Ideenreichtum geradezu über. Die beiden Poverty`s No Crime-Recken Theo und Heiko haben sich perfekt eingefügt und sind spätestens seit der Tour im Vorprogramm von Waltz nicht mehr wegzudenken. "Elementum" ist ein Album, bei dem man selbst nach x Durchläufen noch Neues entdeckt. Sehr cool finde ich beispielsweise den Sprachsample aus Koichi Takonas "Roboter Der Sterne" zu Beginn des Titelstücks oder das endgeile Gitarrensolo am Ende von ´Paranoia´, das leider viel zu abrupt durch die abschließende Explosion beendet wird. Wem es nicht technisch und vertrackt genug sein kann, wird an "Elementum" seine helle Freude haben, zumal die Produktion schön satt und das Cover schön düster ausgefallen ist. Meine Anspieltipps sind ´Heir To Apostasy´ und ´Sense And Science´.
8,5/10 - AF.


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