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ALLE REVIEWS :: SYSTEMSTÖRUNG ....

SYSTEMSTÖRUNG - DIE GESCHICHTE VON NOISE RECORDS

DAVID E. GEHLKE

I.P. VERLAG

504 Seiten / 23,90 EUR
Einen ganz schönen Brocken wirft uns der amerikanische Metal-Journalist David E. Gehlke hier zum Fraße vor. Auf satten 504 Seiten arbeitet er in "Systemstörung – Die Geschichte von Noise Records" die Historie bzw. Entwicklung eines der wichtigsten europäischen Metal-Labels umfassend auf. Dabei geht er zurück bis hin zu den Anarcho-Zeiten des Gründers Karl-Ulrich Walterbach im Berlin der Siebziger und beleuchtet auch dessen neuzeitliche Post-Noise-Aktivitäten im Verlags- und Management-Wesen. Zwischen diesen Polen ergießt sich die umfassende Story des Aufstiegs und Abgesangs einer durchaus innovativen Plattenfirma. Interessant ist “Systemstörung...“ vor allem aufgrund des konzeptionellen Ansatzes Walterbach und seine Sicht der Dinge in den Mittelpunkt zu rücken, denn der Label-Boss kam in vielen Statements über die Jahre nicht gut weg, ohne sich persönlich umfassend erklären zu können (oder zu wollen?). Bekanntlich liegt die Wahrheit aber vor allem in der Mitte (aber Plattenfirmen sind ja sowieso immer verantwortlich für den Misserfolg einer Band – um nicht gleich von Schuld zu sprechen). Gehlke hat in ausführlicher Recherche- und Detailarbeit diverse aktuelle Aussagen eingeholt (O-Töne von Walterbach, Bands, Mitarbeitern und Kollegen aus der Musikindustrie; basierend auf mehr als 75 Exklusiv-Interviews), und zahlreiche Mucker zeigen sich im Laufe der Jahre nunmehr ein wenig reflektierter, was ihre Vergangenheit mit Noise angeht.

Das im englischen Original „Damn The Machine – The Story Of Noise Records“ betitelte Werk bietet dabei ebenfalls zuhauf Einblicke in Band-Entwicklungen, wirkt auf mich aber vor allem dann fesselnd, wenn Walterbachs Philosophien, Haltungen und Ansätze rund um Musik, Jugend, Geschäft, Kommerz, Kunst greifbar werden. Hier lässt sich buchstäblich kontextual ableiten, warum er immer wieder auf die eher abseitig wirkenden Acts zurückgriff, die vielfach zu kleinen Legenden avancierten und mit denen die Firma - zum Glück auch für die Hörerschaft - über etliche Jahre großen Erfolg hatte (mehr als 400 eigenständige Veröffentlichungen und laut Angaben zehn Millionen verkaufte Tonträger zwischen 1983 und 2007). Die Deskriptionen von Kooperationen und Zerwürfnissen mit Business-Partnern zählen ebenso zu den Highlights des Wälzers. Für die gelungene Übersetzung aus dem Englischen zeichnete abermals Andreas Schiffmann verantwortlich (siehe z.B. auch „Soul On Fire - Leben und Musik von Peter Steele“). Über einige Fehler beim Lektorat (bspw. S. 37: „Das lief als über die Szene und Mundpropaganda.“) sehe ich bei dieser Masse an Text entspannt hinweg (obschon die Namensnennung ’Nietsche’ in der Aufzählung politischer, philosophischer und psychoanalytischer Literatur auf S.25 schon ärgerlich ist...;-)). 225 Abbildungen, ein klassisches Away-Cover sowie ein Vorwort von Hansi Kürsch gibt es noch obendrauf.

http://www.iron-pages.de
CL.


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