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ALLE REVIEWS :: Index: 'B' :: BULLET FOR MY ....

BULLET FOR MY VALENTINE

TEMPER, TEMPER (46:36 min.)

SONY /
Was ist ein „Twist“? Haben Bullet For My Valentine, deren neue Hitsingle „Riot“ „zwischen heavy und hypnotisch oszilliert“, tatsächlich ihr „Missionsziel“ erreicht? Ist die deutsche Sprache angesichts der offensichtlichen Bildungsmisere noch zu retten? All dies sind Fragen, die sich nach der Lektüre des Promoinfos zum neuen Album der Waliser stellen. Am Ende des Tages bietet „Temper, Temper“ vor allem eine Antwort auf folgende Frage: was passiert, wenn eine Band sich während eines „Thailand-Aufenthalts“ zwecks Albumsproduktion „gerade einmal zwei Tage Freizeit gönnt (um auf Elefanten zu reiten und sich Tiger in ihrer natürlichen Umgebung anzuschauen)“ (wieder ein Zitat aus der Promo, kein Witz!). Nun, hoffen wir zunächst, dass derlei unmenschlicher Stress nicht in akustischer Kacke mündet. Sperren wir dann die Ohren auf, so bleibt zu konstatieren: Kacke flutscht ein wenig anders aus den Körperöffnungen, die die Welt bedeuten, Gold aber auch. Und aus ersterer letztere zu machen, darin besteht schließlich die alchemistische Kunst des Songschreibers. Warum derlei einleitendes Geschwätz? Nun, zum Album selbst gibt’s nicht viel zu sagen, hatten Matt Tuck & Co. doch bereits mit ihrer 2005er Debüt-EP ihre Erfolgsformel gefunden. Hymnischer Metalcore mit Stadionpotenzial („Breaking Point“) und gelegentlichen Ausschlägen in den oberen Härtebereich (Titeltrack) wird auf „Temper, Temper“ auf meist singletaugliche Songlänge getrimmt, die „Cell Phone in die Höhe reck“-Fraktion wird gleichsam bedient („P.O.W.“ [für alle, die gerne schunkeln] / „Dead To The World“). An alle Jünger: Ringelsöckchen bis an die Achseln gezogen, Fönwelle auf Seitenscheitel gelegt, Nagellack raus und ab vor’n Spiegel zur Posing-Session. Als Musikfan wird man jedoch das Gefühl nicht los, dass der frische Wind von „The Poison“ lange verweht ist und stattdessen der gnadenlos stinkende Furz der Vorhersehbarkeit regiert, den man durch überfrachtete Arrangements zu kaschieren sucht; zu allem Überfluss sind die Texte streckenweise derart dämlich (Titeltrack), dass man sich mitunter fremd schämen möchte. Und „Tears Don’t Fall“ in Anlehnung an Metallicas „Unforgiven“-Doppel(fehl)schlag aufzuwärmen, ist armselig. Lasst uns also die oben gestellten Fragen in umgekehrter Reihenfolge beantworten. Fliegen walisische Rockstars nach Thailand, so ließen sie die dortige Fauna am besten ganz in Ruhe – und die Studios auch. Die deutsche Sprache ist natürlich NICHT zu retten. Die strunzöde Single „Riot“ verbindet dröges Riffing mit einem dämlichen Refrain ist und demnach in Sachen Erregungsfaktor tatsächlich ein passender Gradmesser dieses Albums, der höchstens gen Missionarsstellung ausschlägt. Und ein „Twist“ findet dann statt, wenn eine Band sich innerhalb von sieben Jahren langsam, aber sicher in die künstlerische Bedeutungslosigkeit komponiert. Amen.
6/10 - PM. (Gastautor)


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