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ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: MY DYING BRID ....

MY DYING BRIDE

A MAP OF ALL OUR FAILURES (63:46 min.)

PEACEVILLE / EDEL
Die avantgardistischen Klangpoeten aus dem ihren Sound hörbar prägenden, pittoresk-kargen Yorkshire zeigen sich 2012 als vorbildliche Nachlassverwalter und bieten mit der offensichtlich ironisch-programmatisch betitelten „Map of All Our Failures“ eine breit angelegte Werkschau. Bereits die letztjährige EP „Barghest O’ Whitby“ deutete an, dass man sich wieder auf die eigenen Wurzeln besinnen möchte. Aber nicht nur auf diese, lassen sich doch Versatzstücke aller bisherigen Schaffensphasen der göttlichen Briten ausfindig machen: gezielt ausbrechender todesmetallischer Furor steht neben kauzig-sakralem Gedöns gedeiht neben morbidem Doom geht über in eingängige Arrangements werden begleitet von cinemascopischen Violinen oder untermalt von alternativ angehauchten Hooks, natürlich immer eingebettet in Aaron Stainthorpes mystische Beschwörungsformeln. Dabei werden alle Extreme jeweils voll ausgekostet und teilweise krass kontrastiert. In seiner Vielfalt ist dieses düstere und sehr metallische und überraschend rohe Album sehr viel radikaler und weit weniger leichtfüßig als die beiden Vorgänger (den Aussetzer „Evinta“ klammern wir mal aus). Dabei sind gerade die bratzenden, ihre Schönheit subtil und geduldig entfaltenden Doombrocken in der zweiten Albumhälfte (man höre das mächtige „Hail Odysseus“!) für viele Fans jüngeren Datums eventuell doch etwas zu starker Tobak. Meist bewegen sich diese bei starkem Gegenwind mitunter räudig über die stürmischen Moors und Dales gepeitschten Seelentrips jenseits der 8 Minuten-Grenze; zu den elegischen Großartigkeiten des tänzelnden Doomhits „The Poorest Waltz“, dem marianengrabentiefen Refrain zu „Like a Perpetual Funeral“ oder den sechssaitigen Hühnerfellbeschaffern des Titelsongs (ich MUSS auf die Gitarrenharmonien zwischen 5:33 und 6:21 hinweisen, da solcherlei Genialitäten einer der Hauptgründe für meine Verehrung britischen Düstermetalls sind) hingegen schmilzt Du entweder sofort dahin oder bleibst für immer ein Eisblock – je nach Temperament und Breitengrad. „A Map of All Our Failures“ ist qualitativ zumindest nicht allzu weit entfernt vom monumentalen „A Line of Deathless Kings“ und geht somit sogar noch knapp vor dem eh schon superben Daylight Dies-Album als Genrehighlight des Jahres über die Ziellinie. Vive le cliché: der perfekte Soundtrack für den kommenden Herbst und erneut ein Beweis dafür, dass eine der tollsten und bei aller Experimentierfreude verlässlichsten Bands der Metalgeschichte momentan ihren dritten Frühling erlebt.
9,5/10 - PM. (Gastautor)


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