Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: MASTODON

MASTODON

THE HUNTER (53:03 min.)

ROADRUNNER / WARNER
Leck Arsch, hier rockt die Luzie. Mastodon waren mir, obwohl ich nun wirklich auf avantgardistisches Zeug stehe, bisher immer ein Rätsel: irgendwo zwischen „Gott, sind die Scheiße“ und „ganz nett“ pendelten meine Reaktionen auf die teilweise in groteske Höhen hochgejubelten Ergüsse der ohne Zweifel hochbegabten Instrumentalisten. Und dann explodiert plötzlich „The Hunter“ in meinen Gehörgängen, ergibt das Chaos Sinn, denn, oh Wunder, vier ohrenscheinliche Individualisten besinnen sich mir nichts dir nichts auf ihre Tugenden als Teamplayer und schreiben das Wort „Song“ ohne Vorwarnung in Großbuchstaben. Genauso wie „Rock“, denn „The Hunter“ verbindet überraschend leichtfüßig klassischen Rock mit extremem (Prog-)Metal. Noch immer gibt es die eine oder andere famose Gitarrenharmonie unverschämt unvermittelt durchbrechende Breaks („Black Tongue“), noch immer dürfen die Rhythmen selbst Musikstudenten Rätsel aufgeben („Blasteroid“). Jedoch erstrahlen bei all diesem Wahnsinn die Stücke selbst, wie sich dem Perlentaucher bereitwillig öffnende Muscheln, in hellstem Lichte, was nicht zuletzt daran liegt, dass Brent Hinds und Troy Sanders diesmal weitaus geschmeidiger ans vokale Werk gehen als auf den Vorgängern. Angefangen vom brillanten Opener „Black Tongue“ (mit genialisch dezent eingesetzten Psychedelica) steigert sich die Band in einen inspirierten Reigen, in dessen Verlauf das im Revier der Queens Of The Stone Age wildernde Single „Curl Of The Burl“ oder der balladeske Titeltrack (die Schwergewichte von Down klopfen dezent an) gar mal durchgängig den Classic Rock-Fan beherzt bei der Hand nehmen dürfen. Ein überlebensgrößer Track wie „Creature Lives“ spielt mit den in den 70ern entwickelten Schemata solcher Prog-goes-Stadionrock-Größen wie Pink Floyd und definiert diese im Devin Townsend-light Stil neu (man höre auch „Octopus Has No Friends“), und es spricht für die ungebrochene Experimentierfreude Mastodons, das eben jenes Stück in das extreme, mit den geilsten Thin Lizzy-Harmonien des Albums glänzende Riffgewitter „Spectrelight“ übergeht – einfach nur famos! Die Zeit vergeht so im Fluge und unvermittelt findet man sich so am Ende eines Albums wieder, das man als Freund anspruchsvoller Rock- und Metalmusik sicher nicht unbedingt lieben muss – besonders schwer fällt es mir aber nicht, mich Hals über Kopf in diese Zeitreise durch die besten Momente harter und anspruchsvoller Mucke zu vergucken. Das nächste Album finde ich dann bestimmt wieder doof…
8,5/10 - PM. (Gastautor)


[ Zurück zum Index: 'M' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler