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ALLE REVIEWS :: Index: 'M' :: MY DYING BRID ....

MY DYING BRIDE

EVINTA (87:08 oder 128:57 min.)

PEACEVILLE / EDEL
My Dying Bride waren definitiv noch nie für halbe Sachen zu haben – in ihrer nunmehr gut 20 Jahre andauernden Karriere haben die streitbaren Briten immer wieder Grenzen ausgelotet und dabei mit ihrer Experimentierfreude fast immer ins Schwarze getroffen. Auf „Evinta“ geht man mal wieder gänzlich neue Wege, handelt es sich doch um ein durchgängig klassisch instrumentiertes Projekt, bei dem nicht Stromgitarre, Drums oder Bass im Vordergrund stehen, sondern vielmehr Klavier, Pauke, Violine und Cello. Eine angesichts der theatralisch-bombastischen Ausrichtung des Bandsounds sicher einleuchtende, wenn auch sehr gewagte Idee… Und tatsächlich haben My Dying Bride den Bogen diesmal weit überspannt. Die sehr spartanisch arrangierten Songs auf „Evinta“ vermitteln eine beinahe meditative Stimmung, und mit böser Zunge möchte man hinzufügen: sie wirken geradezu einschläfernd, was insbesondere an den ausladenden, von wabernden Keyboardsounds „getragenen“ Instrumentalparts sowie an Aaron Stanthorpes Sprechgesang liegt – der eigentlich begnadete Geschichtenerzähler wirkt hier wie ein von dunklen Sagen kündender Märchenonkel. Auch wenn Sopranistin Lucie Roche sich als Gegenpol durchaus gut schlägt, so muss das Gesamtbild aufgrund Stanthorpes mangelnden stimmlichen Umfangs doch verschwommen wirken. Zudem fehlt es den Songs, wie bereits angedeutet, schlicht an Dynamik, weswegen man definitiv die Hilfe eines mit klassischer Musik vertrauten Arrangeurs hätte in Anspruch nehmen sollen. Als Soundtrack für einen meditativen Kunstfilm würde „Evinta“ eventuell eine halbwegs gute Figur abgeben – als avantgardistisches, neue Territorien erschließendes Experiment ist das Album ein kompletter Fehlschlag. Believer haben bereits weitaus gekonnter mit klassischer Instrumentierung experimentiert, und es bleibt zu hoffen, dass Virgin Black bei ihrem wohl ähnlich gelagerten nächsten Projekt nicht ebenso elefantös scheitern. „Evinta“ ist übrigens als reguläre Doppel-CD (im Pappschuber oder als limitiertes Digibook) sowie in einer von Fans sicher bevorzugten, auf 3000 Exemplare limitierten 3CD Version mit 64-seitigem Booklet (Linernotes von Stanthorpe) in 12inch-Vinylformat erschienen. Die edle Aufmachung kann hier aber leider auch nix mehr retten – und die dritte CD verlängert das Grauen unnötig… Bleibt nur zu hoffen, dass My Dying Bride in den nächsten 15 Jahren nicht wieder an einem solchen Murks herumdoktern und so ihre und unsere kostbare Zeit verschwenden.
4/10 - PM. (Gastautor)


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