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ALLE REVIEWS :: Index: 'B' :: BLACKFIELD

BLACKFIELD

WELCOME TO MY DNA (36:53 min.)

KSCOPE / EDEL
Immerhin vier Jahre sind seit dem letzten Studioalbum der beiden Kreativwunder und Kosmopoliten Steven Wilson und Aviv Geffen ins Land gezogen, und so verwundert es nicht, dass sich die Schwerpunkte ihres gemeinsamen Schaffens um nicht zu überhörende Nuancen verschoben haben, was nicht zuletzt daran liegen dürfte, dass das Wörtchen „gemeinsam“ diesmal kleiner geschrieben wird, hat Geffen doch über 90% des Songwritings übernommen. Wie es sich für zwei kompromisslos ihren Weg gehende, wahrhaft grenzüberschreitend kooperierende Künstler gehört, startet „Welcome To My DNA“ in medias res, führt mit „Glass House“ sowohl musikalisch als auch in textlicher Hinsicht ohne Umschweife die neuen Koordinaten ein: die radikale Vereinsamung des modernen Individuums wird in einem noch immer basisch istrumentierten, jedoch vermehrt auf symphonische Arrangements setzenden Korsett besungen. Während in instrumentaler Hinsicht jedoch der Bombastanteil gesteigert wurde, so hat man im Umkehrschluss das hymnische Element reduziert und die Anzahl eingängiger Refrains, die aus Songs wie „Pain“ oder „Where Is My Love?“ einst unwiderstehliche Hits machten, drastisch reduziert. Es scheint, als handele es sich bei „Welcome To My DNA“ um den melancholischen Soundtrack für ein in Häuserschluchten eingepferchtes Leben das, gerade wenn man aus ihm auszubrechen sucht, keinen Raum für einfache Antworten bietet. Und das tun auch Geffen und Wilson nicht – im Gegenteil, sie suhlen sich nicht in zugänglichem Eskapismus, sondern fordern vielmehr die Auseinandersetzung mit in Noten und Worte gegossener Orientierungslosigkeit. Im schlimmsten Falle könnte man den beiden auch kreative Ebbe unterstellen, aber ein zwar unwiderstehlich groovendes aber bloß auf eine einzige kryptische Textzeile bauendes Stück wie „Blood“ weist eher auf eine konsequente Verweigerungshaltung hin, die sich scheut, vorgefertigte Erwartungen zu erfüllen. Dabei kann man sich jedoch beiweiten nicht mit allen Neuerungen anfreunden: im schlimmsten Fall („Rising Of The Tide“) fühlt man sich ob der gesampelten Orchesterklänge an die schlüpfrig-kitschigen Soundtracks schmuddeliger Filmchen erinnert, die auf den Privatsendern in den Nachtstunden den Hormonhaushalt einfacher gestrickter Naturen regeln. In der Regel verbannt das Licht derlei Schatten jedoch schnell wieder: insbesondere „Waving“ (einziger typischer Wilson-Ohrenschmeichler, wurde bezeichnender Weise auch als erste Single ausgekoppelt) und „Oxygen“ befriedigen den Durst nach beschwingtem Liedgut dann doch noch notdürftig. Ansonsten muss man sich sukzessive an Sperrholz wie die hintergründig träumerische Ballade „Far Away“ oder das von Geffen zerbrechlich intonierte Emotionswunder „Dissolving With The Night“ (schöne „Eleanor Rigby“-Streicher) herantasten – und dabei fordert dieses Album vom Hörer in einer guten halben Stunde mehr Geduld ein als manche Bands auf zehn Veröffentlichungen. Ich für meinen Teil hätte mir bei aller begrüßenswerten Eigenständigkeit allerdings gewünscht, dass Wilson den einen oder anderen seiner kunstvoll komponierten Widerhaken in dieses undurchdringliche Dickicht eingeflochten hätte. Live dürften die Stücke sich in einer geschickt austarierten Setlist zwischen den älteren Songperlen jedenfalls besser entfalten. http://www.blackfield.org/ und http://www.myspace.com/blackfield
7/10 - PM (Gastautor)


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