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ALLE REVIEWS :: Index: 'W' :: WHILE HEAVEN ....

WHILE HEAVEN WEPT

VAST OCEANS LACHRYMOSE (42:22 min.)

CRUZ DEL SUR / ALIVE
Verrat! Da tütet man nach sechs Jahren (ungewohnt fix, die Herrschaften!) die neue While Heaven Wept-CD in der Erwartung ein, einen kuschligen Doomnachmittag vor der heimischen Anlage zu verbringen; stattdessen bahnt sich überwiegend ungewohnt flottes, episch angehauchtes Traditionsmetall den Weg aus den Boxen, so dass man glatt meint, man habe aus Versehen ’ne Atlantean Kodex-Scheibe abgegriffen. Sehr gewöhnungsbedürftig, zumal Tom Phillips, der mit dieser Kurskorrektur seinem Ruf als unberechenbarer Kauz gerecht wird, auch die Bürde des (seines meist leicht schiefen) Gesangs inzwischen an Rain Irving (Altura, Every Waking Hour) abgetreten hat – was jedoch aufgrund der ähnlichen Stimmlage Irvings nicht weiter auffällt. Es gilt jedoch selbstverständlich das Songmaterial zu bewerten und nicht, ob die Band die Erwartungshaltung des Rezensenten erfüllt hat, und genau da liegt der Hase leider im Pfeffer. Wieder einmal hat Phillips meist bis in die 90er Jahre des vergangenen Millenniums zurückreichende Songideen ausgefeilt und dabei diesmal eben nicht alles richtig gemacht. Mit „Living Sepulchre“ hat es meines Erachtens diesmal gar eine uninspirierte musikalische Bankrotterklärung zu Albumehren gebracht; unausgegorenes Pseudo-Steel Prophet Gegniedel, hektisch arrangiert und mit einer grausigen „Gesangslinie“ versehen – fürchterlich. Der 16 Minuten-Opener „The Furthest Shore“ ist hingegen ein zweischneidiges Schwert – eine Achterbahnfahrt mit wahnwitzigen (Akustik-)Breaks, die pfeilschnelle mit doomigen und orchestralen Parts verbinden; allein: hier zündet beileibe nicht jede Idee, bleibt vieles (erneut hektisch klingendes) Stückwerk, und am Ende verliert man sich zu allem Überfluss selbstverliebt in weinerlich vor sich hin gedudelte Endlosharmonien. Damit wir uns nicht falsch verstehen: orchestraler Pathos ist seit eh und je ein wichtiger Bestandteil des Bandsounds, aber hier verkommt er schlicht zum vor Kitsch triefenden Selbstzweck. Und mit dem orchestralen „Epilogue“ galt’s wohl Spielzeit zu schinden. Aus ganz anderem Holz ist dagegen der Rest des Albums geschnitzt. Die Fates Warning-Verneigung „To Wander The Void“ könnte glatt auf „Awaken The Guardian“ stehen und bietet endlich (an John Arch angelehnte) packende Gesangsmelodien und zwingendes Riffing – geht doch! Der Höhepunkt von „Vast Oceans Lachrymose“ ist für mich das Epic- und klassischen US-Metal kongenial verbindende „Vessel“, das edle Gitarrenharmonien mit einem wunderbaren Refrain zu krönen weiß – SO geht Pathos à la While Heaven Wept, DAS ist ergreifend. Auch der Titeltrack, ein die Doomwurzeln dann doch noch mal freischaufelndes Instrumental, ist ein gefühlvoll intoniertes Stück Melancholiekunst. Unterm Strich jedoch bleibt ein ernüchterndes Fazit: WHW bieten für eine Band mit solchen Lorbeeren im Metal-Underground schlicht zu wenig, um sich eine Wertung im dunkelgrünen Bereich zu sichern. Lediglich drei wirklich zwingende Kompositionen (eine davon auch noch ein Instrumentalstück) in sechs Jahren sind gerade angesichts der im diesen Jahr bärenstarken Konkurrenz nicht akzeptabel. Schade. Hoffentlich kann man diesen Eindruck auf dem Hammer Of Doom III wegfegen. http://www.whileheavenwept.net und http://www.myspace.com/whileheavenwept
6,5/10 - PM (Gastautor)


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