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ALLE REVIEWS :: Index: 'R' :: REFLEXION

REFLEXION

DEAD TO THE PAST, BLIND FOR TOMORROW (40:12 min.)

MACH XX / SPV
Rockige Gitarrenriffs, verträumte Romantik, von Wehmut triefende Melancholie, ein Hauch von Glamour... ach ja, und aus Finnland. Nee, nich HIM! Auch keine billige HIM-Abklatsche. Das Quintett, von dem die Rede ist, beglückte uns 2006 mit ihrem „Out of the dark“ betitelten Debüt, nennt Bands wie Metallica, Whitesnake und ACDC als Einfluss und hat dementsprechend auch Power auf der Mauer. Falls manchen nun nicht einmal die Hits „Undying dreams“ und „Chrashing down“ was sagen, für den sei das Rätsel gelöst: Jaaaaaaaaa, es geht um Reflexion! Und der neue Silberling nennt sich „Dead To The Past, Blind For Tomorrow“. Mit Aksu Hanttu (Entwine) als Produzenten und Vesa Ranta (Ex-Sentenced) als Zuständigen fürs Artwork wirbt man gleich mit Namhaftem. Falls die Scheibe nun hält, was sie verspricht, kann man sich aufs Hören freuen! Reflexion rocken gleich mal sauber los mit „Non-Stop Glorious Ride“. Glorios sind Hymnen. „Non-Stop Glorious Ride“ ist eine Hymne! Mit flottem Tempo, typisch-finnischer bittersüsslicher Härte und einer überdrehten Gitarre prescht der Song nur so nach vorne. Erster Pluspunkt für die Jungs!
Ausruhen darf man sich nicht lange. „Embrace Of Wrath“ reisst wieder sofort mit, der Refrain hat unheimlich Potential und verlässt den Gehörgang nicht mehr so schnell. Genial auch das flippige Gitarrenmotiv, das mal begleitet, mal virtuos im Vordergrund steht. Wieder ein Pluspunkt. Bekritteln kann man nur das Gebrummel am Anfang, das nicht so böse rüberkommt, wie Juha es vielleicht wollte. Ein paar Töne höher wären immer noch tief genug gewesen! Aber das übersieht man schnell angesichts der restlichen positiven Aspekte!
So, und nun kommt das, worauf man bei jeder finnischen Band vom Schlage GothicMetal wartet: ein zartes, verspieltes Klavier, rockige Riffs, schmachtender Gesang: eine Ballade halt, fast schon HIM-typisch, die sich auch noch im Gehörgang festsetzt, Herzschmerz und Geschmuse... Aber das kann man, muss man dann doch geniessen! Ein weiterer Pluspunkt ist der Track „The One With No Name“. Wieder Romantik auf der Rockschiene, eine Art Halbballade, die Strophe gewöhnlich. Der Refrain aber ist ein echtes Sahnehäubchen: dramatisch, verzweifelt. Aufgewiegelte Streicher und rhythmisch dahergestampfte Gitarrenbretter. Einmal setzt Juha´s Kopfstimme super Akzente, dann wird kurzerhand gekreischt. Hach, der Refrain kommt einem fast zu selten! Recht nett ist dann noch „Just One World (Goodbye)“. Hier gibt´s mal wieder die bereits erwähnte, typisch-finnische Melancholie. Der Song balanciert zwischen absolut tieftrauriger Schwermut und schwebender, entspannter Ruhe. Die Akustikgitarren liefern ein ruhiges, abschließendes Finale, ohne das die gewisse Portion Rock fehlen würde. Enttäuschend ist „Black Is The Colour Of Your Life“. Zwar klingt der Titel wie eine Hymne auf alle Grufties und der Anfang erinnert fern an Alice Cooper´s „Poison“, aber recht schnell wird die anfängliche Spannung und das Potential, den Hörern einen gehörigen Fetzen Rock um die Ohren zu hauen, verschenkt. Stattdessen stellt sich wieder diese Romantik ein. Okay, auch nicht schlecht, aber eine ordentliche Portion Heavyness wäre angesichts des geilen Anfangs ratsamer gewesen.
Songs wie der Schmachtfetzen „Forever Got Too Long“ oder das etwas fröhlichere „Thousand Nails In My Heart“ können für den ein oder anderen schon in die Abteilung „Kitschiger Kuschelrock“ fallen, und bei „Dead Without You“ übertreibt Juha es vielleicht etwas mit dem Auf- und Abgehüpfe, man hat das Gefühl, er hüpft vor Freude gleich davon! Diese Überdrehtheit ist dann vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig... Ansonsten aber hat Herr Kylmänen ein sehr variables Organ, und das Shouten wie in „Dancing In The Air“ kommt nicht schlecht! Unterstützt durch eine super Band, die einen flächigen Background schafft, macht die Scheibe einfach Spass! Okay, man muss ein Faible für Romantik haben, aber weder Härte noch Dramatik fehlen, und so vergisst man an manchen Stellen das böse Wort „Kuschelrock“ und lässt Reflexion in ihrem ganzen Power und Glamour noch einmal im CD-Player rotieren!
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