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ALLE REVIEWS :: Index: 'L' :: L’ÂME IMMORTE ....

L’ÂME IMMORTELLE

10 JAHRE (79:39 min.)

GUN / SONY BMG
An L’âme Immortelle scheiden sich seit je her die Geister. Und es ist möglicherweise Ironie der Geschichte, dass gerade ich nun eine Rezension zu ihrem „Best Of“ Album schreibe. (Wer mich und meine Arbeiten für diverse Musikmagazine kennt, wird diesen Insidergag verstehen.) Ja, L’âme Immortelle haben ein „Best Of“ Album gemacht. Nun, kann man sich über den Sinn und Unsinn einer solchen Veröffentlichung ja immer streiten, aber zehn Jahre Bandbestehen, sieben Alben und ca. vierzehn Singles, ist zumindest schon mal ein guter Grund für eine „Retrospektive“. Denn das „Best“ ist eh immer eine Frage des subjektiven Blickwinkels.
Zumindest bietet uns „10 Jahre“ eine gute Gelegenheit, mal in aller Kürze(!) einen Blick auf die Veröffentlichungen von L’âme Immortelle zu werfen und ein paar Sachen, die (auch von mir) in den letzten Jahren über Thomas Rainer und Sonja Kraushofer gesagt, bzw. geschrieben wurden, mit etwas Abstand und vielleicht mit einer gewissen „Altersmilde“ neu zu betrachten. Z.B. den „Vorwurf“ der „Szene“: L’âme Immortelle wären mit ihrem Wechsel zu GUN poppig und kommerziell geworden. Wenn man die aktuelle Zusammenstellung hört, fällt zumindest schon mal ganz deutlich ins Ohr: Poppig waren L’âme Immortelle schon immer. Ein sicheres Händchen für eher gefälligere Pophymnen, die allein durch ihren Electroeinsatz, den Texten um Schmerz, Verlassenwerden und der extrem verzerrten Stimme von Thomas Rainer am Anfang der Karriere nicht so sehr als Pop wahrgenommen wurden. Wobei Pop als Charakterisierung für einen Musikstil nicht negativ gemeint sein muss. Der Reiz, den L’âme Immortelle am Anfang auf die „Szene“ ausübten, bestand sicher in genau dieser Mischung, aus verzerrten Vocals, Electrogestampfe, Popmelodien, Sonjas eindrucksvollem Gesang und genau dem Quentchen an Textkitsch, wie ihn Gothics nun mal lieben. Den ersten Wandel erlebten L’âme Immortelle beim Album „Als die Liebe starb“. (Und liebe Kinder, das war VOR dem Wechsel zu GUN!), hier vertreten durch „Tiefster Winter“ und „Aus den Ruinen“. Das Electrogestampfe wurde zugunsten feingliedriger Elektronik aufgegeben, die Hinzunahme von klassischen Instrumenten und das Zurücknehmen des Verzerrers in Thomas Stimme ließen den Popaspekt stärker in Vordergrund treten, was auch durchaus seinen Reiz hatte (Bis heute gilt den meisten Fans dieses Album als das Beste.). Aber ab da versuchten L’âme Immortelle eine Rockband zu werden. Vielleicht förderte GUN diesen Wunsch durch stärkere Finanzen. Gut getan hat es L’âme Immortelle auf keinen Fall. Die Hinzunahme von E-Gitarren, Schlagzeug und Bass, schuf zwar einen wärmeren, authentischeren Sound, aber die Fans nahmen ihnen diesen Wandel doch recht übel. Und vor allem wurde in den neueren Arrangements die Beliebigkeit und Austauschbarkeit von L’âme Immortelle leider nur allzu deutlich. Sie waren immer noch in der Lage astreine, wirklich geile Popsongs („5 Jahre“, „Nur Du... „ ) zu schreiben, aber die neue Instrumentierung, der „natürlichere“ Gesang von Thomas (der leider nur zu deutlich werden lies, dass er eine zu durchschnittliche und schwache Stimme hat), waren keine Grundlage um sie in der unübersichtlichen Massenflut der Majorveröffentlichungen hervorzuheben und auch nicht mehr genug, um sich vom Szeneeinheitsbrei abzusetzen, weswegen wohl auch der große durchbrechende Erfolg (den ihre Kollegen von Oomph wenigstens temporär verbuchen konnten) ausblieb.
Fazit: Sonja ist eine geniale Sängerin, Thomas ein ganz passabler Texte- und Songschreiber, L’âme Immortelle eine gute Popband, „10 Jahre“ eine durchaus angenehm durchzuhörende CD, auch wenn sie an einigen Stellen schmerzt (Ich mochte den verzerrten Gesang nie!) und die übrigens, witzigerweise, die Retrospektive in umgekehrter Reihenfolge (fängt mit „5 Jahre“ an und hört bei „Live will never be the same again“ auf) ablaufen lässt.
Aber eben auch nicht mehr!
Wie die Zukunft für L’âme Immortelle aussehen könnte? Ich bin kein Prophet. Ob die Bonus Tracks „Come Closer“ und „No Tomorrow“ einen Ausblick darauf bieten ach wage ich zu bezweifeln. Zu nah scheinen sie mir an dem Material der letzten GUN Alben und um sich (erneut?) in der „Szene“ zu etablieren. Um sich abzusetzen müssen L’âme Immortelle vielleicht andere Wege gehen als bisher, auch wenn sicher nicht alles falsch war, was sie in den letzten zehn Jahren gemacht haben, denn ihre Beständigkeit und der (für mich eher unverständliche) Erfolg geben ihnen durchaus Recht.
Darum vergesse ich mal meine Vorurteile gegenüber L’âme Immortelle und gebe dem Album als Gesamtwerk die durchaus passable Punktzahl:
7/10 - TS


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