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ALLE REVIEWS :: Index: 'R' :: REVEREND BIZA ....

REVEREND BIZARRE

III: SO LONG SUCKERS (2-CD) (130:00 min.)

SPIKEFARM / SOULFOOD
Heul, Schluchz, Schnüff. Ich weiß noch genau, als ich zum ersten Mal einen Song Reverend Bizarres, „Harbinger“ von der (über 70-minütigen...) „Harbinger of Metal“-EP zu Gehör bekam. „Shit,“ schoss es durch meinen Kopf, „was für ein komisches, sperriges Zeug...“ Nun, einige Jahre älter und weiser, bin auch ich längst mit fliegenden Fahnen ins Lager der die hard-Supporter der einzig wahren Hexenmeister des circle of true doom übergelaufen, die einstmals Christina Ricci zur „Goddess Of Doom“ kürten, auf ihren Bandfotos immer auf demselben Friedhof posierten, böse über alle Feinde der wahren Untergangslehre herzogen (etwa Anathema) und zudem meine Faszination für spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Geschichte teilen. Und jetzt nimmt eine der wenigen Bands, die als in Worte gegossenes definiens des so verschwenderisch verwendeten Wörtchens „Kult“ herhalten dürfen, nach drei Alben, genannter EP und einem Outtake-Album sowie diversen Singles viel zu früh ihren Abschied. Wahrscheinlich wusste der immer mit einem Augenzwinkern aufwartende Albert Witchfinder, dass er dieses Meisterwerk nicht mehr wird übertreffen können. Denn Reverend Bizarre kredenzen uns eine Lehrstunde, ach was, ein Monument in Sachen traditioneller Schnecken-rennen- mit-Schildkröten-um-die-Wette-Sound. Zur Information: das auf zwei Silberlinge verteilte, herrlich betitelte Album wartet mit drei Kompositionen jenseits der 25 Minuten-Grenze auf, drei weitere Songs sind länger als zehn Minuten. Alle „don`t bore us, get to the chorus“-Fanatiker: Wegtreten! Aber was hatte man von diesem kauzigen, Geduld einfordernden Dreizack auch anders erwartet? Bleibt das Instrumental „Kundalini Arise“: Natürlich hätte man aus dessen anbetungswürdigem Vitus-Riff einen knackigen Hit von „Doomsower“- oder „Doom Over The World“-Format komponieren können. Wollte Albert aber nicht. Klingt komisch, is´ aber so... Hat man ja auch nicht nötig, wenn man mit einem Monster wie dem 16minütigen „Teutonic Witch“ mal eben auf Platz 1 (!!!) der finnischen Singlecharts einsteigt. Stattdessen bietet man zwar immer absolut ehrlichen, verschrobenen, in den die Formlosigkeit feiernden 70ern verwurzelten, bei aller vordergründigen Simplizität aber formvollendeten DOOM ohne jegliche Kompromisse. Und ganz nebenbei führt man die Bemühungen der ach so progressiven Flitzefinger dieser Welt mit wahrhaft ausladenden, immer schlüssigen Songstrukturen („They Used Dark Forces / Teutonic Witch“) und lässig-entspannter, unkonventioneller Attitüde ad absurdum. Reverend Bizarre sind wie niemand sonst in der Lage, das EINE langsame Riff zu zelebrieren, anzubeten, zu sezieren: sie erheben so Monotonie zur Kunstform (so geschehen im grandiosen „Sorrow“). Des Hexenaufspürers sakrale Beschwörungsformeln schweben über diesen simplen Gitarrennoten wie die Zaubersprüche eines mittelalterlichen Alchimisten, getragen von knarzigen Basslinien und den kraftvollen Snareschlägen des zerbrechlichen Earl Of Void. Dazwischen gibt es immer wieder gezielt eingesetzte treibende Nackenwirbelbrecher-Riffs, betörende Harmonien, heroische Melodien und großartige epische Momente („Caesar Forever“ - was für ein Song...) in einem authentischen, basisch und trotzdem fett produzierten Soundgewand. Die neuen Säulenheiligen aller Pentagram-, Witchfinder General-, Saint Vitus- und (ganz early) Trouble-Freaks heißen hiermit endgültig Albert Witchfinder, Peter Vicar und Earl Of Void, denn jeder gottverdammte Song dieses Albums ist abendfüllend und über jeden Zweifel erhaben. Bow down and believe in one of the best doom records ever, suckers... See ya in doom`s hall of fame. http://www.reverend.shows.it
10/10 - PM


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