Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE V, 27.04. + 28.04.2007, GÖPPINGEN, “Chapel”, TAG 2
GÖPPINGEN, “Chapel”

28.04.2007
TAG 2 - SAMSTAG, 28.April:

Am zweiten Tag luden nach einer aufgrund der köstlichen Alkoholbedingten Odysseen der Kollegen Mohr („Wisst ihr was passiert ist? Ich fahr` hier voll den Film...“) und Carsten bewegten Nacht zunächst die deutschen THE LAST SUPPER zu einem gepflegten, 70ies-inspirierten Doom-Dance. Entspannte Obsessed-Grooves (Sänger Stefan gleicht auch optisch frappierend dem jungen Wino) paarten sich mit entspannt-spacigen Filmsoundtrack-Orgelsounds (lässig dargeboten von Kettenraucher Christian). Ohne Stress und Hektik spielten die Jungs sich durch ihren durchaus wohlwollend aufgenommenen Gig, dem ein wenig mehr Feuer unterm Doomhintern jedoch gut zu Gesicht gestanden hätte. Dennoch gut. Das selbst betitelte Debüt ist erhältlich unter http://www.thelastsuppermusic.com

Anschließend ging`s mit CENTURIONS GHOST deutlich derber ins Geschirr. Die Briten machten ihrer selbst gewählten Schublade „Low End Audio Violence“ vom ersten Moment an alle Ehre. Fronthirsch Mark Scurr (den Doompapst Carsten jedoch schon in weit besserer Verfassung gesehen haben will) beeindruckte nicht bloß ob seiner bärigen Statur (optisch und klamottentechnisch wirkte er wie eine Mischung aus Catcher und Heilerziehungspfleger), und auch der Rest der Band mochte nicht recht still stehen. Centurions Ghost boten dabei einen repräsentativen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens, sodass sowohl Songs aus Demotagen, des Debüts „A Sign Of Things To Come“ als auch einige Brecher des neuen Albums „The Great Work“ zum Zuge kamen. Ihre mörtelige Mischung aus rockigen Cathedral-Passagen, derb-asigen Entombed-/Crowbar-Einflüssen und rödeligen Celtic Frost-Versatzstücken sorgte für reichlich verschwitzte Leiber und glückliche Gesichter. Auch wenn nicht alle Stücke den Rezensenten vom Hocker bliesen: schönes Happening! http://www.centurionsghost.com (PM)
Warum meine Begleiter nicht von SERPENTCULT angetan waren, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Die ehemaligen Thee Plague Of Gentlemen-Musiker haben sich durch die Integration einer Sängerin namens Michelle zu einer höchst eigenständigen Band entwickelt. Michelle begleitete den tief gestimmten, harten, doomigen Riff-Wahnsinn ihrer Kollegen mit einer Stimme, die wie eine Mischung aus Battlefield-Sängerin Tanja Ivenz und Geddy Lee von Rush ertönte, was die gesamte Mixtur im Höchstmaße originell macht(e). Zum krönenden Abschluss servierten die Belgier eine grandiose Version von Bathorys „The Lake“. Und dass ich mit meiner Einschätzung nicht daneben lag, verdeutlicht mir just im Moment des Tippens der Genuss des 4-Trackers „Trident Nor Fire“, der meine Konzertwahrnehmung zu bestätigen weiß. Unbedingt antesten! http://www.serpentcult.be (CL)

Mit traurigen Kulleraugen blickten die STEREOCHRIST aus „Hungary the beautiful“ zunächst einmal in die Halle, da sich zu Beginn ihres Gigs allerhöchstens 10 Nasen vor der Bühne befanden – ein Umstand, der sich ob des folgenden Infernos jedoch flugs ändern sollte. Nicht nur weil Frontmann Dávid Makó mir am Abend umsonst ein Bandshirt überließ gehörten die Ungarn für mich zu den Gewinnern, sowieso zu den Überraschungen des Festivals. Schon die Monstergrooves des Openers „Destryoing Ruins“ gingen durch Mark und Bein, der sympathisch-charismatische Dávid röhrte wie ein brünftiger Platzelch durch die Chapel, und als der begnadet zockende Kolos (schicker Vorname) Hegyi die ersten Riffs des undoomig rockenden „Getting Over Seven Years“ ins Auditorium schoss war`s dann endgültig um mich geschehen. Die grandiosen Melodien von „Eyes Burnt Out“ jagten mir eine Gänsehaut nach der anderen über den ungewaschenen Rücken, plötzlich schmeckte das Pils noch besser als vorher und überhaupt war alles wunderbar. Sicher gibt es originellere Bands, denn Stereochrist huldigen eindeutig Südstaaten-Doom der Marke Crowbar und insbesondere Down, aber: was zählt sind Attitüde und das Songwriting, und beides stimmte 100%ig. Nachdem zum unglaublich intensiven Down-Cover „Bury Me In Smoke“ das gesamte vordere Drittel der Halle ausgerastet war bildete sich eine beachtliche Traube verschwitzter Doomkörper vor dem CD-Stand, um das Debut „Live Like A Man (Die As A God)“ (auf der Rückseite des Bandshirts kongenial in „Lived Like A Man And Died On Doom Shall Rise V“ umgedichtet) abzugreifen. Einziger Wermutstropfen: der schmerzhafte Abflug des Earthrider-Sängers, der sich berufen fühlte, während „Bury Me In Smoke“ die Bühne zu entern um anschließend mit Schmackes und den Füßen voraus ins Publikum zu hechten – was er nicht bedacht hatte war, dass derlei Verhalten durchaus zu Ausweichreflexen führen kann, was ihm eine hoffentlich nicht allzu schlimme Beinverletzung eintrug - get well soon and „learn from this mistake“... Mehr zu Stereochrist erfahrt ihr unter http://www.stereochrist.com (PM)

Eintönig, apokalyptisch, extrem. OUR SURVIVAL DEPENDS ON US aus Österreich spalteten die Meinungen und trieben die eine Hälfte des Publikums zu äußerst wohlwollenden Äußerungen, die andere dagegen zum Verweilen vor die Halle. Ich zählte zu der zweiten Kategorie…. http://www.myspace.com/osdou (CL)

FAITH aus Schweden boten den sicherlich ungewöhnlichsten Sound des Festivals, mithin dargeboten mit dem ungewöhnlichsten Instrumentenarsenal. Die erfahrenen Zocker verbanden traditionell rockenden Doom in altbewährter Dreierbesetzung mit folkigen Sounds, die sich aus einer Geige sowie einem von einem blutjungen Mitstreiter bedienten exotischen Streich- sowie Tasteninstrument, dessen Namen ich leider nicht kenne, speiste. So weit, so interessant. Allerdings wollte der Sound des Quintetts trotz aller unbestreitbaren Abgezocktheit und spielerischen Klasse nicht zünden – nach einer Viertelstunde wich die anfängliche wohlwollende Gespanntheit dezenter Langeweile, was jedoch nicht bedeuten soll, dass der Gig prinzipiell schlecht war. Freunde experimenteller Sounds aus den 70ern sollten Faith definitiv eine Chance geben – an diesem Abend aber gab es für die Band nicht viel zu holen. http://www.faitharmy.com
Die zum zweiten Mal nach 2003 auf dem DSR aufrockende Zschopauer Institution DREAMING kramte anschließend dankenswerterweise ganz tief in der Mottenkiste und beschwor Zeiten, als der Doom fröhliche Urständ feierte. Spartanisch-fließende Gitarrenläufe erinnerten an Witchfinder General, natürlich lugte Toni Iommi durchs eine oder andere Riff und auch Saint Vitus haben ihre Spuren im Kosmos von Dreaming hinterlassen. Zwar zeichneten sich die drei Musiker nicht durch übertriebenen Aktionismus aus, das war aber ob der hypnotischen Wirkung von Songs wie etwa dem genialen „Way Home“ auch nicht nötig. So zauberte die Band denn auch eine eigenartige, zwar ruhige aber dennoch enthusiastische Stimmung in die Chapel. Kurzer Rede kurzer Sinn: ein richtig toller Gig!

Die niederländischen Urgesteine OFFICIUM TRISTE besorgten es im Anschluss allen Doom Death-Jüngern aber mal so richtig. Getragen von gefühlvoll-elegischen Gitarrenläufen evozierte man den Spirit von Bands wie My Dying Bride, The Prophecy oder aber Saturnus. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf den Gänsehautverschaffern der beiden letzten Alben „Reason“ und „Giving Yourself Away“ wobei vor allem „In Pouring Rain“, „Your Eyes“ und „Signals“ ganz tief unter die immer schlimmer stinkende Haut krochen. Fronthüne Pim hielt sich zwar in punkto Stageacting etwas zu sehr zurück, dafür poste Basser Lawrence, dass sich die Bühnenbretter bogen. Gourmetstoff für ruhige Stunden, auch wenn bei allem Gefühl gezielt gesetzte Holzhammerschläge mitunter für bewegte Zuschauerreihen sorgten. Infos, auch zum neuen Album „Giving Yourself Away“, gibt`s sicher bald unter http://www.officiumtriste.com

Es war von vorneherein klar, dass MIRROR OF DECEPTION die Stimmung, die ihren Gig vor zwei Jahren zu einem unvergesslichen Erlebnis machte nicht erneut würden hervorzaubern können. Dennoch überzeugte der atmosphärisch dichte und eigenständige Doom der Schwaben den Großteil der Anwesenden. Dankbar nahm die Meute denn auch zauberhafte Kompositionen wie „The Ship Of Fools“, „Asylum“, „Vanished“ oder „Insomnia“ vom letzten Streich „Shards“ auf. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass der zu allem Überfluss noch zu laut abgemischte Backing- und Leadgesang von Schlagwerker Jochen Müller mitunter schmerzhaft neben der Spur lag. Ansonsten gab es jedoch keinen Grund zu meckern, sodass Frontmann Siffi und seine Mitstreiter nach einer knappen Stunde zufrieden die Bühne verlassen konnten. http://www.mirrorofdeception.de (PM)

THE GATES OF SLUMBER waren als Headliner des zweiten Tages gesetzt worden und bestätigten die Impressionen, die ich noch von ihrem 2005-Gastspiel im Gedächtnis haften hatte. SloMo-Stoff im Vitus-Stil, Verspieltes im The Obsessed-Fahrwasser, primitiv Schnelleres im Celtic Frost-Sinn oder Traditionelles mit Pentagram- oder Sabbath-Kante sowie viel, viel Gitarrenschredderei. Durchaus ok, aber für mich persönlich zu wenig um mich nach zwei langen Festivaltagen noch mal pushen zu können. http://www.thegatesofslumber.com (CL)

Man sieht sich im nächsten Jahr! Doom Shall Rise 2008, wir kommen! ;-)
Patrick Müller (PM), Christoph Lücker (CL) - Pics: Christoph Lücker


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler