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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BURDEN OF GRI ....

BURDEN OF GRIEF
Musikalische Erneuerung
Mit ihrem neuen Album „Death End Road“ präsentieren Burden Of Grief aus dem schönen Hessen ihr bislang reifstes Stück melodischen Death Metals mit Anleihen aus dem Thrash- und Traditions-Lager. Auf diesem international rundum konkurrenzfähigen Produkt gelingt ihnen das Kunststück, ihre Songs trotz größerer kompositorischer Komplexität weiterhin mit einem gerüttelt Maß Wiedererkennungswert auszustatten. Obliveon sprach mit Philipp Hanfland, dem Hauptsongwriter der seit über zehn Jahren aktiven und jüngst kräftig umgekrempelten Szene-Urviecher, über den Fluch schwedischer Vorreiter, Metalcore und einiges mehr.
Hallo und erstmal Danke, dass Ihr Zeit gefunden habt, meine Fragen zu beantworten. Zuckt Ihr eigentlich heutzutage bei bloßer Erwähnung solcher Bandnamen wie „In Flames“, „At The Gates oder „Dark Tranquility“ zusammen? Das dürften aus allerlei Rezensionen Eurer Alben gute, alte Bekannte für Euch sein, obwohl Ihr beinahe ebenso lange wie diese Bands zusammen musiziert.

>> „Zusammenzucken“ ist das falsche Wort. Natürlich gibt es Parallelen zwischen unserer Musik und jener der von dir genannten Bands. Dennoch denke ich, dass es viel zu oberflächlich wäre, uns mit ihnen in einen Topf zu werfen, und es würde unserer Musik auch nicht ganz gerecht. Da nahezu 90 Prozent des neuen Materials von mir stammt, weiß ich ja selber am besten, ob und von wem ich musikalisch inspiriert wurde. Und ob du es glaubst oder nicht, die genannten Bands sind es alle nicht. Meine Einflüsse sind mittlerweile ganz anderen Ursprungs, aber zusammen in der Kombination mit unserem Sänger und unserem Sound entsteht nun mal die Musik, die gemeinhin als „Melodic Death Metal“ bezeichnet wird. Damit kann ich auch leben, aber wenn Leute uns als In Flames-Kopie abtun, weiß ich, dass sie sich nicht wirklich mit unserer Musik beschäftigt haben. <<

Was mir an „Death End Road“ besonders imponiert ist die ideenreiche und trotz aller Aggression sehr filigrane und melodische Gitarrenarbeit. Da habt Ihr einen Riesenschritt nach vorne gemacht – Du und Johannes scheint richtig in Klausur gegangen zu sein.

>> Ja, das Besondere daran ist sogar, dass das letzte Album zum Großteil von unserem Ex-Gitarristen Uli geschrieben wurde, während das Material auf dem neuen Album, wie gesagt, fast ausschließlich von mir stammt. Von daher waren tatsächlich zwei verschiedene Songwriter bei beiden Platten am Werk. Joe ist nach dem Rausschmiss von Uli zur Band gestoßen und hat eine Menge cooler Ideen mit eingebracht, vor allem im Bereich der Melodien. Ich denke, einen Fortschritt haben wir in erster Linie darin gemacht, dass unsere Songs jetzt eingängiger und in sich stimmiger sind, sich dadurch viel mehr im Ohr festsetzen. Rein spieltechnisch gesehen war „Fields Of Salvation“ teilweise schon anspruchsvoller, aber dadurch nicht unbedingt besser. <<
Zudem seid Ihr sehr auf abwechslungsreiches Songwriting bedacht – geschickt wechselt ihr, teilweise in ein und demselben Song, zwischen pfeilschnellen Parts und die Nackenmuskulatur stimulierenden, modernen Grooves...

>> Na ja, wie gesagt, uns ist es wichtig, dass jeder Song prägnant, stimmig und mit einem hohen Widererkennungswert ausgestattet ist. Wenn du dir Songs von Metallica oder Iron Maiden anhörst, weiß jeder nach 3 Sekunden um welchen Song es sich handelt. Da soll aber nicht heißen, dass jeder Song nur aus einem Beat besteht. Dafür sind AC/DC zuständig, ha, ha… <<

... wobei mein Favorit das abschließende „Road Of Visions“ ist, das eine andere Seite von Euch präsentiert, da Ihr mit atmosphärischen Parts experimentiert und einen sehr eingängigen Refrain hinzaubert. Keine Angst vor den Rufen der „Ausverkauf“-Polizei?

>> Dieser Song war von Anfang eine Art Experiment. Im Grunde besteht „Road Of Visions“ nur aus einem einzigen Riff, welches auf einem prägnanten Bass-Lauf basiert. Mir schwebte dieser Bass-Lauf schon eine ganze Zeit im Kopf herum; nach und nach kamen dann die anderen Ideen dazu. Ich wusste erst selber gar nicht, ob wir diesen Song wirklich verwenden sollten, weil er in der Tat „anders“ ist. Aber im Prinzip lockert er ja gerade dadurch das Album etwas auf. Ich kann aber verstehen, wenn viele Leute den Song nicht mögen, deswegen haben wir ihn auch an den Schluss der Platte gesetzt, d.h. man kann dann ja vorher ausmachen, haha… <<

Auf jeden Fall klingt Ihr heutzutage um einiges vielschichtiger, auch moderner als noch auf den ersten Alben. Wie wichtig ist es für Euch, Eure Kompositionen mit mehr Tiefe auszustatten und Euch dabei vielleicht auch neuen Einflüssen zu öffnen?

>> Du darfst nicht vergessen, dass wir mittlerweile komplett neue Leute in der Band haben. Die einzigen verbliebenen Ur-Mitglieder sind unser Sänger Mike und ich. Wir sind damit auch die wichtigste Konstante im Sound von Burden Of Grief. Aber alle anderen haben natürlich ihre Einflüsse eingebracht, was die Musik deutlich bereichert hat, wie ich finde. Unser neuer Drummer ist z.B. 15 Jahre jünger als sein Vorgänger, da ist es logisch, dass moderne Einflüsse in die Musik kommen. In der Vergangenheit haben wir uns immer schon mehr Groove in unserer Musik gewünscht, aber es war irgendwie nicht umzusetzen. Wie ich schon sagte, sind meine Einflüsse mittlerweile ganz anderer Natur als Schweden-Death. Ich stehe vielmehr auf Sachen wie Spiritual Beggars und Black Label Society. <<
Wie steht Ihr eigentlich zu den Bands der sogenannten „New Wave of American Metal“ (manche nennen’s Metalcore, ist auch schnuppe), die teilweise einen Sound haben, der dem Euren nicht unähnlich ist: Unearth, Lamb of God, As I Lay Dying etc. pp.? Befürchtet Ihr vielleicht, dass man Euch jetzt nachsagen könnte, dass Ihr die melodischen Feinjustierungen an Eurem Sound aufgrund des Erfolgs genannter Bands vorgenommen habt?

>> Der eigentliche „Metalcore“ besteht ja nun zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Core-Elementen, die aus dem Hardcore stammen. Mit diesem Bereich haben wir allerdings überhaupt keine Berührungspunkte. Und in der Regel gehen mir persönlich die Sänger fast aller Metalcore-Bands auf den Sack. Aber es stimmt schon, dass unsere neuen Songs teilweise moderner klingen, und ich habe auch kein Problem damit zuzugeben, dass mir einige Bands aus diesem Bereich gefallen. Aber es sind nicht viele, u.a. Trivium, Shadows Fall, Disturbed, Bullet For My Valentine… Dass uns da jemand Kalkül vorwerfen könnte, bezweifle ich. Bisher habe ich nur in einem einzigen Review den Begriff „Emocore“ gelesen, und unser Sänger wusste bis dahin gar nicht, was Emocore überhaupt ist. <<

Also, mit dem verweichlichten „Emo“-Geseier habt Ihr beileibe nichts am Hut. Man könnte in der moderneren Ausrichtung der Songs auch schlicht die Chance sehen, ein breiteres, jüngeres Publikum anzusprechen...

>> Es stimmt schon, dass man mit eingängiger, grooviger Musik mehr Leute anspricht als mit verfrickeltem Geknüppel. Dennoch sind wir meilenweit davon entfernt, irgendwie kommerziell erfolgreich zu sein. Wenn dem aber so wäre, hätten wir bestimmt nichts dagegen. <<

Wie sieht’s denn für Euch an der Livefront aus? ’Ne kleine Tour als Support eines angesagten Acts wäre doch fürs Frühjahr oder den Sommer sehr schick, oder?

>> Wir hatten bereits ein sehr cooles Tour-Angebot, aber wir haben es wie in der Vergangenheit auch schon zeitlich nicht realisieren können. Wir haben alle unsere Jobs, und da ist es leider nicht ohne weiteres möglich, 3 Wochen am Stück frei zu nehmen. Dennoch werden wir versuchen, dass es im Herbst vielleicht klappt. Darüber hinaus werden wir dieses Jahr an die 30 Shows europaweit spielen, was natürlich auch nicht schlecht ist. Vor allem verschlägt es uns diesmal auch in Länder, wo wir bisher noch nie waren, wie Estland, Slowakei und Slowenien. <<

Der Herr, viel Spaß dabei und ich danke für das Gespräch. Alles weitere Wissenswerte zu „Death End Road“ und den Plänen der Band findet Ihr auf der Webseite.
http://www.burdenofgrief.de
Patrick Müller


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