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MAGAZIN :: Index: 'V' :: VIRTUAL VICTI ....

VIRTUAL VICTIM
Ein Opfer wird zum Sieger
Nach dem Gewinn des Battle Of The Bands Wettbewerb im Jahre 2005 erschien im Februar mit „Transmission“ das Debütalbum von Virtual Victim mit einschlagender Wirkung. Grund genug für uns den Mann hinter Virtual Victim, einmal zu Wort kommen zu lassen. Chris stellte sich bereitwillig den Fragen.
Hallo Chris, erstmal Danke, dass du dich so kurzfristig für ein Interview zu Verfügung stellst. Einige unserer Leser kennen die Musik von Virtual Victim durch den Battle Of The Bands Wettbewerb, den du 2005 gewonnen hast. Auch werden auf verschiedenen Internetradios deine Songs gespielt. Jedoch ist Virtual Victim leider noch für einige ein unbekanntes Projekt. Erzähl uns doch zum Einstieg bitte etwas über die Entstehung von Virtual Victim. Wie bist du zur Musik gekommen, speziell zu dieser Stilrichtung?

>> Zur Independent-Musik im weiteren Sinne (Darkwave, Gothic, EBM etc.) bin ich durch Zufall vor über zehn Jahren gekommen. Damals sollte ich für einen Klassenkameraden eine Darkwave-CD weiterleiten - eine Bitte mit Folgen. Denn zu Hause legte ich sie, neugierig wie ich bin, in den Player und war sofort hin und weg. Ich musste sie schnell auf Kassette kopieren und unternahm wenig später die ersten Schritte, um weitere Bands kennen zu lernen. Anfangs wusste ich nicht, dass es entsprechende Musikmagazine gab und das Internet war für mich noch ein Fremdwort. In einem kleinen Plattenladen in meiner Nähe, der heute leider nicht mehr existiert, wühlte ich mich nach und nach durch unzählige Sampler, um so meinen musikalischen Horizont zu erweitern. An diesen Laden denke ich gerne zurück, weil das damalige „Flair“ einmalig war und er mir die einzige Möglichkeit bot, neue Independent-Musik kennen zu lernen. Bis zum heutigen Tage hat sich bekanntlich einiges geändert. Selbst in unserer Szene wird man mit Musik überschüttet, sei es durch die den Printmagazinen monatlich beiliegenden Samplern oder auch durch das Internet - selbstredend mit Vor- UND Nachteilen.
Um 2000 herum versuchte ich erstmals, eigene Songs in der Manier damaliger Darkwave-Bands zu schreiben. Wie bei den meisten Musikern war das unter heutigen Gesichtspunkten betrachtet eher schlecht als recht. Doch es hatte Spaß gemacht und das war die Hauptsache. Zur rein elektronischen Musik und dem Projekt Virtual Victim bin ich im April 2004 gekommen. Ich war mit der Aufnahme eines Songs für mein unbedeutendes voriges Projekt beschäftigt, als ich die Lust verspürte, mal mit anderen Sounds herum zu tüfteln. Noch am selben Abend entstand die Rohversion des Tracks „Letztes Opfer“. Der Song passte rein gar nicht zu meinem eigentlichen Projekt, so dass ich mir spontan den Namen Virtual Victim einfallen ließ. Dank der Überzeugungsarbeit eines Freundes veröffentlichte ich „Letztes Opfer“ bei mp3.de und staunte nicht schlecht, als ich nach kurzer Zeit die ersten positiven Reaktionen erhielt. Das war Motivation genug, um von nun an weitere Songs für Virtual Victim zu schreiben. Vor einem Jahr gipfelte diese Entwicklung mit dem Gewinn des „Battle Of The Band Contest“ und vor wenigen Wochen erschien endlich mein Debütalbum! <<


Du hast mit dem Sieg beim Battle Of The Bands 2005 erstmals die Szene auf dich aufmerksam gemacht. Wie wichtig war der Sieg beim Battle Of The Bands (BOTB) 2005 für dich? Bedeutete es für dich mehr Druck ein Album zu machen oder war es vielmehr noch mehr Anreiz dieses Ziel zu verfolgen?

>> Als ich meine Demo-CD zwecks Teilnahme am BOTB abschickte, erhoffte ich mir, unter die 50 auserwählten Acts zu gelangen, um zumindest einmal den Namen „Virtual Victim“ ganz klein in einer Musikzeitschrift lesen zu können. Im Februar 2006 erfuhr ich dann von der Platzierung auf dem ersten Platz und konnte meinen Augen nicht trauen. Der Sieg war nun wirklich mehr als überraschend für mich und ich fühlte mich eigentlich noch gar nicht bereit, mit der Musik an die größere Öffentlichkeit zu gehen.
Heute, also ungefähr ein Jahr später kann ich rückblickend resümieren, dass mich der Gewinn des Wettbewerbs enorm darin bestärkt hat, mit Virtual Victim weiter zu machen und noch mehr Zeit in das Schreiben von neuen Songs zu investieren. Er hat sich in der Tat als eine Art Anreiz entpuppt, obgleich ich mich anfangs schon unter Druck gesetzt hatte, um ein qualitativ hochwertiges Album abzuliefern. Es sollte unbedingt meinen eigenen Ansprüchen genügen und wer mich kennt, der weiß, was das bedeutet ;-) <<

Rein musikalisch tendiert deine Musik meiner Ansicht nach in Richtung Darkelektro im Stil von Tactical Sekt, Painbastard oder aber auch VNV Nation. Wodurch wurdest du beeinflusst, gibt es musikalische Vorbilder?

>> Im Allgemeinen haben mich all jene Bands / Künstler beeinflusst, deren Musik ich seit vielen Jahren höre und die größtenteils gar nichts mit EBM oder Dark-Elektro im Speziellen zu tun haben. Natürlich gibt es eine Hand voll Interpreten, die sich im Elektro-Dschungel tummeln und an denen ich mich stellenweise orientiere. Das Schönste dabei ist aber, dass noch nie jemand auch nur einen davon genannt hat, wenn er Vergleiche zu Virtual Victim aufgestellt hat – auch du in diesem Fall nicht ;-) Es waren stets andere, was mich sehr freut, denn es zeigt mir, dass ich nicht einfach kopiert habe, sondern wirklich meinem eigenen Gespür nachgegangen bin. <<

Wie gehst du beim Songwriting vor? Hast du erst die Ideen für die Musik oder schreibst du die Musik zu den Textideen?

>> Zunächst einmal entstehen sowohl inhaltliche als auch musikalische Ideen grundsätzlich aus dem Bauch heraus. Ich setze mich ans Keyboard, spiele ein paar Tasten und lasse mich dann von den Klängen leiten. Sobald ich eine ansprechende Melodie habe, erstelle ich aus ihr das Grundgerüst für einen Song. Von diesem lasse ich mich wiederum so lange inspirieren, bis mir ein passender Text einfällt. Manchmal geschieht dies innerhalb sehr kurzer Zeit, wobei sich der Prozess aber auch nicht selten über Wochen hinziehen kann. Das ist sehr unterschiedlich. Danach beeinflussen sich die Musik- und Textideen wechselseitig, bis der endgültige Song vorliegt. <<

Deine Texte sind sehr emotional und spiegeln die verschiedensten Formen seelischen Schmerzes wieder. Ich denke, jeder von uns hat die eine oder andere Art schon selbst erlebt. Verarbeitest du persönliche Erfahrungen in deinen Texten oder Dinge die in deiner näheren Umgebung passiert sind?

>> Sowohl als auch… In den Texten verarbeite ich die unterschiedlichsten Erfahrungen – persönliche, in meiner Umgebung erlebte oder auch nur mir entfernt berichtete Erfahrungen. Der Kern jedes Songs besteht aus mindestens einer. Beim Schreiben versuche ich dann, diesen Kern zu verallgemeinern, ihn weiter zu denken oder weiter zu spinnen. Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf, um den geschilderten Situationen einen umfassenderen Rahmen zu geben. Damit möchte ich den Hörer/Innen die Möglichkeit bieten, sich in die Situationen hineinzuversetzen oder sich bestenfalls sogar darin wieder zu finden. Unterstützend durch die Musik können auf diese Art und Weise Stimmungen transportiert werden, die für einen Moment lang das persönliche Erleben in den Vordergrund stellen sollen. <<

Es gibt viele Künstler in diesem Genre die ausschließlich englische Texte verarbeiten. Deine Texte sind in Deutsch und Englisch. Wie wichtig ist dir das Element der deutschen Sprache?

>> Die Verwendung der deutschen Sprache neben der englischen spielt zwar bisher zahlenmäßig, im Hinblick auf die Songs, eine untergeordnete Rolle; sie ist jedoch nicht minder wichtig. Genauso, wie die Musik aus dem Bauch heraus entsteht, merke ich recht schnell, ob sich für den Text deutsche oder englische Lyrics eher anbieten. Das ist absolut gefühlsbedingt und niemals im Vorfeld bedacht. Generell fällt es mir leichter, englische Texte zu schreiben, doch manchmal müssen es eben auch deutsche sein. Ich freue mich besonders darüber, dass gerade die deutschen Texte von den Hörer/Innen so gut aufgenommen werden und viele fordern mich regelrecht dazu auf, noch mehr zu schreiben. Allein deshalb werde ich mich zukünftig bemühen, diesem Wunsch nachzukommen. <<
Auf Transmission hast du Unterstützung durch eine weibliche Gastsängerin, Simone. Werden wir ihre Stimme auch in Zukunft wieder hören? Sind eventuell Wünsche für weitere Gastsänger – Musiker offen?

>> Simone ist meine Schwester. Ich war sehr froh, als sie sich spontan dazu bereit erklärte, ein paar Probeaufnahmen für mich zu machen. Bisher hatte sie mit dieser Art von Musik eher weniger zu tun und ich wusste nicht, ob sie meine Ideen überhaupt umsetzen konnte. Im Nachhinein sind wir außerordentlich glücklich über die Zusammenarbeit, denn erstens sind die bisherigen Reaktionen überwiegend positiv und zweitens, was noch viel wichtiger ist, haben wir beide sehr viel Spaß dabei gehabt. Aus diesem Grund gehe ich fest davon aus, dass wir in Zukunft noch den einen oder anderen gemeinsamen Song aufnehmen werden.
Bezüglich weiterer Gastsänger oder Musiker würden mir schon ein paar einfallen, aber deren Namen behalte ich vorerst für mich…<<


In der Szene sind Remixarbeiten ja schon fast die Regel. Wie sieht es bei dir aus? Hast du schon Anfragen für Remixarbeiten bekommen? Oder hast du vielleicht einen Wunschkandidaten, der einen Remix für einen deiner Songs macht?

>> In letzter Zeit wurde ich von diversen Bands gefragt, ob ich für sie einen Remix anfertigen könne. Leider macht es mir aber im Gegensatz zu anderen Leute nicht so viel Spaß, an „fremden“ Songs herum zu werkeln. Das mag vielleicht daran liegen, dass ich mich bisher nicht so gut auf das Material einlassen konnte oder nicht die nötige Geduld aufbringen konnte. Hinzu kommt, dass ich sehr wenig Zeit habe, um mich intensiv damit auseinander zu setzen. Aus diesem Grund habe ich bisher sämtliche Anfragen freundlich abgelehnt. Mal schauen, ob sich das zukünftig ändern wird. Hinsichtlich Remixe für Virtual Victim Songs hätte ich schon ein paar Ideen - in die Wege geleitet habe ich jedoch noch nichts. <<

Transmission ist ein gelungenes Werk, fett produziert. Du hast dir selber die Messlatte sehr hoch gelegt. Hast du schon Ideen für die Zukunft? Was möchtest du musikalisch vielleicht ändern bzw. neu ausprobieren?

>> Danke für das Kompliment! Ich habe tatsächlich schon Ideen und Visionen für neue Songs. Da ich mich in den nächsten Monaten jedoch primär um andere Dinge kümmern muss, wird bis zur Umsetzung noch ein wenig Zeit ins Land gehen. Was mir an musikalischen Änderungen vorschwebt, möchte ich an dieser Stelle besser nicht verraten. Denn erstens kommt es ja bekanntlich anders und zweitens als man denkt ;-) <<

Werden dich deine Fans in näherer Zukunft auch Live sehen können oder ist Virtual Victim als reines Studioprojekt geplant?

>> Eine in letzter Zeit gerne und häufig gestellte Frage, die ich jedes Mal verneine - wenn auch ungern. Es wird nämlich aus diversen Gründen in nächster Zeit keine Live-Auftritte geben. Virtual Victim bleibt somit vorerst ein reines Studioprojekt. <<

Auf deiner Homepage ist ein Forum eingerichtet, wo du deine Hörer nach ihrer Meinung fragst und sie ihre Wünsche äußern sollen, du beziehst sie in dein Schaffen mit ein. Wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Fans?

>> Natürlich sehr wichtig! Ohne die Fans wäre ich ja schließlich der Einzige, der die Musik hören würde – o.k., Freunde und Bekannte ausgenommen, die manchmal dazu gezwungen werden ;-) Es ist immer wieder eine Freude, mit den Leuten zu kommunizieren. Ich bin sehr dankbar, dass es mittlerweile so weit gekommen ist und freue mich nach wie vor riesig über das steigende Interesse an Virtual Victim. Was gibt es außerdem für ein schöneres Kompliment, als dass sich die Leute mit der Musik intensiv auseinander setzen? Allein deshalb ziehe ich sie gerne in das weitere Schaffen mit ein, indem ich sie zum Beispiel nach ihren Meinungen und Wünsche für zukünftige Aktionen bzw. Songs frage. Ein Beleg dafür ist das Forum, welches auf ausdrücklichen Wunsch einiger Fans entstanden ist und auch von ihnen auf die Beine gestellt wurde. Momentan ist dort etwas Ruhe eingekehrt, doch ich hoffe, dass es lediglich die Vorbereitung auf den nächsten Sturm ist… <<

Auf deiner Homepage kann man Transmission für 10,90 € inklusive Porto käuflich erwerben. Das ist ein super fairer Preis, den die Leute gerne bereit sind zu bezahlen denke ich, eher als 18,99 oder 19,99 € für eine CD. Hast du damit eine Chance gesehen illegalen Downloads den Kampf anzusagen?

>> Der Preis von 10,90 EUR inklusive Porto ist gerade im Hinblick auf sämtliche Kosten, Herstellung, Promotion etc., sehr knapp kalkuliert. Als Newcomer ist es nicht leicht, Boden zu fassen und der Name „Virtual Victim“ muss erst langsam etabliert werden. Deshalb möchte ich selbstverständlich viele Leute mit dem günstigen Angebot dazu ermuntern, sich die Original-CD zu kaufen. Nur sie bietet im Zusammenhang mit dem Booklet, in dem übrigens sämtliche Texte enthalten sind, die beste Möglichkeit, sich intensiv mit der Musik auseinander zu setzen.
Eine reale Chance, den illegalen Downloads den Kampf anzusagen sehe ich darin leider nicht. Doch wenn sich wenigstens ein paar Hörer anstelle eines illegalen Downloads oder auch im Anschluss daran die CD zulegen, dann habe ich viel erreicht. <<


Durch den Sieg beim Battle Of The Bands Contest und die Veröffentlichung des ersten Albums hat sich ja eine Menge in deinem Leben getan. Was hat sich in deinem Leben verändert, oder ist alles beim Alten geblieben? War es schon immer ein Wunsch von dir hauptberuflich Musiker zu sein oder hast du dir beruflich ein Standbein, eine Sicherheit aufgebaut?

>> Haha, die Musik ist nach wie vor mein Hobby und so soll es auch bleiben. Das trifft ja im Übrigen auf die meisten Musiker in diesem Bereich zu – denn wo, wenn nicht hier, ist das Sicherste, dass nichts sicher ist? ;-) Die bedeutendste Änderung in den letzten zwölf Monaten ist die Tatsache, dass ich der Musik neben meinen weiteren Tätigkeiten eine deutlich höhere Priorität eingeräumt habe. Ansonsten ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Wie an anderer Stelle nachzulesen ist, befinde ich mich derzeit in den letzten Zügen meines Studiums, das ich in den nächsten Monaten abschließen werde. Somit habe ich mir auch in beruflicher Hinsicht definitiv ein Standbein geschaffen ;-) <<

Ich könnte mir vorstellen, dass es in deinem Leben jetzt oft auch ziemlich stressig und turbulent zugeht. Was machst du, wenn du einfach mal abschalten möchtest?

>> Ehrlich gesagt habe ich beinahe ständig den Eindruck, dass es in meinem Leben stressig zugeht. Ich habe immer etwas tun bzw. gibt es immer Dinge, mit denen ich mich gerne auseinandersetze – „Langeweile“ ist für mich in den letzten Jahren zu einem Fremdwort geworden. Zum Abschalten drehe ich einige Runden mit dem Mountainbike, gehe spazieren oder genieße einfach nur die Stille. <<

So, das war es von meiner Seite und ich bedanke mich für die ausführliche Beantwortung der Fragen und ich hoffe, dass es in Zukunft noch einiges von Dir zu hören gibt.

>> Ich danke dir für die spannenden Fragen und Euch Lesern für das Interesse! Wenn Ihr neugierig geworden seid, schaut doch mal auf meiner Website http://www.Virtual-Victim.de vorbei und macht Euch ein eigenes Bild von der Musik – vielleicht hören wir voneinander…! <<
http://www.virtual-victim.de / http://www.myspace.com/virtualvictim
Susanne Soer


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