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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AND OCEANS ....

AND OCEANS
Heutzutage stellen nicht so einfach zu kategorisierende Bands eher die Minderheit in einer schubladenorientierten Musiklandschaft. Die Nordmänner von ...And Oceans irritieren seit ihrer Gründung mit scheinbar unkontrollierten Album - und Songtiteln, die in krassem Gegensatz zur vertonten Auslegung stehen. Das nachfolgende Gespräch mit Sänger Killstar zeigt dann aber, dass eine gehörige Portion nicht immer zu verstehende Provokation und Intelligenz das Schaffen der Finnen antreibt.
Elektronische Elemente, sehr futuristisch gehaltene Keyboards und das oftmals sehr merkwürdige Erscheinungsbild von ...And Oceans wollen so gar nicht zu der Vorstellung einer Band passen, die musikalisch durchaus dem Black/Death Metal-Lager zugerechnet werden kann. ...And Oceans, eine Erscheinung mit tausend Gesichtern?
>> Das kann man sicherlich so sehen, da wir weder musikalisch noch visuell kategorisiert werden möchten. Auch wir verfügen natürlich über einige Standards, letztendlich erfahren diese Werte aber eine stete Weiterentwicklung. <<
Was steckt dahinter, wenn eine Band in grellem Outfit und Schottenröcken die Bühne betritt und anschließend mit einem brutalen Set alles niederwalzt?
>> Du spielst sicherlich auf unsere letzte Europa-Tour an. Wir möchten einfach die Leute dazu animieren, über sich selbst nachzudenken. Die Bibel der Christen erlaubt z.B. nicht die Akzeptanz von Transvestiten oder abnormale Verhaltensweisen. Ich versuchte einfach durch eine Form von Provokation diesen untragbaren Punkt der christlichen Moral zu verdeutlichen. Die Leute aber dachten, ich wollte den Black Metal ad absurdum führen. Teilweise wurden wir mit Bierflaschen beschmissen. Obwohl ich es mag, Reaktionen zu entfachen, ist es doch oftmals sehr befremdlich, mit der eng gesteckten Denkweise mancher Zeitgenossen konfrontiert zu werden. Es ist halt sehr einfach dumm zu sein... <<
Künstlerisch gesehen ist eine weitgefächerte Interpretationsmöglichkeit ein erstrebenswertes Ziel. Selbst wenn man sich intensiv mit dem Material der Finnen beschäftigt, bringt neben der Musik auch das Studium der Texte immer wieder neue Ansatzpunkte. Bezüglich des Bandnamens rückt eine zu vermutende Verbindung zur Natur aber außer Sicht.
>> Das ist korrekt. Mit unserem Bandnamen verbinden wir die Symbolik von Farben sowie den Ausdruck der Dunkelheit vor Anbeginn der Zeit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für uns der Moment vor dem absoluten Nichts und die damit einhergehende Stille. Viele Leute fragen mich immer wieder, was dieser naturverbundene Name verflucht noch mal mit Black Metal zu tun hat (lacht). Es ist so einfach dumm zu sein... <<
Nach der Trennung von "Season Of Mist" erhielt das Label "Nocturnal Music" die Erlaubnis der Finnen, eine LP-Box mit den drei bis dato erschienen Releases zu veröffentlichen. Bis auf das Layout zeigt sich Killstar mit dem Ergebnis zufrieden. Bei der anschließenden Firmensuche wurde man sich sehr schnell mit Century Media einig.
>> Ich war doch sehr überrascht, wie viele Plattenfirmen bei mir anriefen und von unserem Ende mit ´Season Of Mist´ erfahren hatten. Wir vertrauen in Zukunft unserem deutschen Label und ihren Fähigkeiten auf dem Promotion - sowie Vertriebssektor. <<
Ganz in der Tradition von ...And Oceans wurde dann der Titel des vorliegenden neuen Albums abermals mit einem wahren Zungenbrecher versehen. Für Killstar verbirgt sich hinter dem Wortungetüm "Allotropic/Metamorphic - Genesis Of Dimorphism (A.M.G.O.D.) eine tiefere Philosophie.
>> Man muss die lange Schreibweise getrennt von der Kurzform betrachten. Die ungekürzte Version steht für die konstante Entwicklung deiner mentalen und physischen Struktur. Es ist mitunter sehr schwer neue Areale oder Persönlichkeiten in einem selbst zu entdecken. Genau dieser Umstand reflektiert die Musik von ...And Oceans und ihren Charakter, sowie die Weiterentwicklung in verschiedene Richtungen. Die kurze Version beinhaltet eher eine emotionale Reflektion der Texte. Ich schrieb die Lyrics immer zu nächtlicher Stunde. Die Stille und die Dunkelheit ließen mich als einzigen Menschen in diesem Universum existieren, ein wenig Vergleichbar mit der Einsamkeit von Mad Max. Viele meiner Worte wurden aber auch durch den beginnenden Morgen und seinen Symbolismus inspiriert, wobei mir die Gedanken an eine Art Vorhang kamen. Außerdem ergibt sich bei einer rückwärtigen Betrachtung der kurzen Schreibweise der Begriff Dogma. Der Albumtitel jongliert bewusst sehr viel mit Buchstaben und Worten. <<
Ein weiterer verwirrender Aspekt ergibt sich aus dem vollständigen Austausch eurer Pseudonyme im Vergleich zum letzten Album "The Symmetry Of I - The Circle Of O".
>> Wir haben nicht zuletzt durch die Veränderung des Logos und das Benutzen eines anderen Artworks auch eine musikalische sowie textliche Metomorphose durchschritten. Letzten Endes folgen wir einem anderen Konzept, dem auch eine menschliche Weiterentwicklung aller Bandmitglieder, sowohl geistig als auch physisch, voraus ging. Wir sind alle ein bisschen fetter geworden...(lacht). Aber im ernst, die neuen Pseudonyme sind etwas mehr an unsere realen Namen angelehnt und reflektieren unser verändertes Bewusstsein bezüglich unserer rein körperlichen Existenz. <<
Betrachtet man im weiteren Verlauf absolut ungewöhnliche Songtitel wie etwa "Intelligence Is Sexy" und die dazu fast konträr verwendete musikalische Note, so scheint sich ein weiteres Markenzeichen heraus zu kristallisieren.
>> Ich weiß nicht, es scheint natürlich fast so. Vielleicht bin ich ein Wahnsinniger mit einer absonderlichen Sichtweise. Ich betrachte die Dinge aus verschiedenen Richtungen und folge meiner natürlichen Form des Schreibens. Diese Tatsache mag dem Verständnis einiger Menschen entgegen wirken. <<


Einen nicht zu verleugnenden Eckfeiler im Konzept von ...And Oceans bildet der Begriff der Zukunft. Ultramoderne Keyboardsounds, düstere Elektroparts, und sehr variabel gehaltene Vocals sprechen da eine deutliche Sprache.
>> Die Zukunft spielt eine große Rolle für uns, denn warum sollte man sich ständig wiederholen? Jede Form von Expansion ist uns willkommen und immerwährender Ansporn zu neuen Songs. All dies hat aber nichts damit zu tun, dass man sich nicht auch an gegenwärtigen Dingen erfreuen kann. <<
Bist du persönlich jemand, der sich mit den Gegebenheiten oder Möglichkeiten zukünftiger menschlicher Entwicklung oder technischer Fortschritte beschäftigt?
>> Ich hoffe in diesem Zusammenhang auf die Auslöschung der gesamten Menschheit. Und das sobald wie möglich. <<
Ich nehme an, du weißt wovon du sprichst?
>> Ja natürlich. Ich weiß, dass auf diese momentane unreale Existenz eine andere Daseinsform folgen wird. Ich bin nicht unglücklich oder so etwas, aber es will mir nicht in den Sinn, warum die Menschheit so naiv handelt. Keine Ahnung was die Zukunft bringen wird, aber warum sollten wir uns zu primitiven Wikingern zurückentwickeln? Ich hasse es, zurück zu blicken. Ich möchte mich weiter entwickeln und kann mit diversen Renaissancen nichts anfangen. Die wahre Realität wird kommen. <<
Wenn man sich im Hinblick auf diese Betrachtungsweise einmal unsere Nachrichtensendungen vor Augen führt, kann von einem Fortkommen der Menschen sicher nicht die Rede sein, eher schon von Rückschritt. Außerdem wird der Gedanke an ein Leben nach dem Tod jedem von uns schon begegnet sein.
>> Ich habe in meinem jetzigen Dasein jedenfalls noch keine dieser sogenannten wertvollen Momente ausfindig gemacht und hoffe diese Erfahrungen in einer Subexistenz finden zu können. <<
Vergleicht man die guten mit den schlechten Momenten des Lebens, ergibt sich kaum noch ein natürliches Gleichgewicht. Mal ganz zu schweigen von den externen und wertlosen Einflüssen auf unsere Privatsphäre...
>> Unser Dasein wird aus meiner Sicht zu sehr den materiellen Ansprüchen untergeordnet. Natürlich kann ich mich nicht gänzlich davon freisprechen, da auch ich die Vorzüge von Computern oder einer ´Play Station´ zu schätzen weiß. Man sollte sich aber nicht von diesen Dingen vereinnahmen lassen, denn das ist nicht im Sinne des Erfinders. <<
Diese Dinge beginnen aber schon in der Schule, wo es Klassenkeile für die Kinder gibt, die nicht in Markenklamotten zum Unterricht erscheinen können.
>> Hier in Finnland ist es nicht anders. Es ist schlimm, wenn sich schon der Erfolg von Sechsjährigen am Outfit orientiert. Aber in dieser Situation sind mehr den je die Eltern gefragt. Ich bin ziemlich ratlos und es würde Jahre dauern, darüber zu diskutieren... <<


http://www.blackmetal.com/~mega/AO
Uwe Schmidt


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