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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CALLENISH CIR ....

CALLENISH CIRCLE
STEINERNE WAHRHEITEN
Mal ehrlich, wer denkt bei dem Begriff Death Metal nicht unweigerlich an skandinavische Herrlichkeiten oder an die scheinbar übermächtigen US-Monster dieses Genres? Betrachtet man diesen Umstand mal von der positiven Seite, so kann es kleineren Formationen eigentlich nur recht sein, die Zeit zu besitzen, sich im scheinbaren Schatten dieser Szene entwickeln zu können. So geschehen mit der niederländischen Formation Callenish Circle. „Flesh_Power_Dominion“, die mittlerweile dritte Langrille der Formation um Gründungsmitglied und Sänger Patrick Savelkoul hat es dermaßen in sich, dass man nur noch staunen kann. Dass Patrick mit seiner Band aber gewillt ist weit über den Tellerrand hinaus zu schauen, bewies ein aufschlussreiches Gespräch mit dem sympathischen Holländer.
Ohne Umschweife kamen wir direkt auf das neue Label von Callenish Circle zu sprechen, nämlich „Metal Blade“. Patrick und seine Jungs waren bezüglich diverser Plattenfirmen bisher nicht unbedingt vom Glück begünstigt. Das sollte sich jetzt allerdings ändern.
>> Wir hatten sehr viele Probleme mit ‚DSFA Records’, unserem letzten Partner. Ich beschreibe die Situation höflich, wenn ich dir Sage, dass die Dinge nicht zum Besten für uns liefen. Wir sind nun aber sehr zufrieden, mit ‚Metal Blade’ ein professionelles Label gefunden zu haben. Sie sind bekannt für eine gute Promotionarbeit und einen guten Vertrieb. Endlich haben wir mal die Möglichkeit zu touren, was wirklich wichtig für die Band ist. Wir haben zwar schon über hundert Shows gespielt, aber die fanden allesamt in Belgien oder hier in Holland statt, von zwei Events in Deutschland und der Tschechei mal abgesehen. Es ist bedeutsam für uns, in ganz Europa zu spielen. ‚Metal Blade’ verpflichteten uns übrigens bereits vor der Vertragsunterzeichnung für eine Tour, was ihr Interesse an uns verdeutlicht. Nach all den Jahren der Entbehrung scheint nun die Grundlage für eine bessere Zukunft gegeben zu sein. <<
Ist es denn nun möglich, im Hinblick auf eure veränderte Situation Pläne oder gewisse Vorstellungen für eure Entwicklung zu beschreiben?
>> Es fällt mir schwer, spezielle Ziele der Band zu formulieren. Über die Jahre konnten wir zwar eine kontinuierliche Entwicklung verzeichnen, allerdings kam es aufgrund vieler Probleme mit den Labels häufig zu Stagnationen. Wir haben die Kapazität eines bestimmten Levels gegenwärtig erreicht und erhoffen uns von ‚Metal Blade’ die nächste Stufe in Angriff nehmen zu können. Was nicht bedeutet, dass wir uns innerhalb eines Jahres als Headliner der großen Festivals betrachten wollen. Etwas mehr Akzeptanz außerhalb der Benelux-Staaten wäre uns schon recht. Die Dinge müssen sich langsam entwickeln, sonst entsteht ein ungeheurer Druck. Erfahrungsgemäß wird es dann sehr schwer, diesem Druck standhalten zu können. <<
Eure vier bisher erschienen Releases wurden allesamt bei verschiedenen Firmen veröffentlicht. Wie sehr hat diese Tatsache in Verbindung mit diversen Line-Up Problemen die Entwicklung von Callenish Circle beeinträchtigt?
>> Das ist sehr schwer zu beantworten. Wenn wir nicht so viel Pech gehabt hätten, würden wir wahrscheinlich jetzt nicht bei ‚Metal Blade’ unter Vertrag stehen. Viele Bands, die zeitgleich im Jahre 1995 ihr erstes Demo veröffentlichten, sind mittlerweile etwas weiter als wir. Unsere größte Enttäuschung war die Sache mit ‚DSFA’. Sie haben gute Arbeit für Orphanage, Within Temptation und Trail Of Tears geleistet und wir dachten, endlich den richtigen Partner ausgemacht zu haben. Sie ließen uns in Unkenntnis über ihre Bankrottsituation. Wir finanzierten ‚Graceful...Yet Forbidding’ in Eigenregie, sie mussten die Scheibe nur noch pressen. Diese Situationen wirken nicht sehr motivierend, was sich natürlich auch auf den kreativen Prozess niederschlägt. So ist beispielsweise auch die lange Zeit zwischen den beiden letzten Alben zu erklären. Die Besetzungswechsel haben uns aber nicht sonderlich beeinflusst. Es ist wohl ziemlich normal, wenn eine Band im Entwicklungsstadium diverse Probleme mit dem Line-Up hat. Aber ab dem Jahre 1994 ist ein fester Kreativkern mit Gitarrist Ronny, Trommler Gavin und mir zusammen geblieben. Die folgenden Wechsel an Bass und der zweiten Gitarre gingen ohne große Aktivitäten vonstatten. <<

Der Begriff Callenisch Circle erinnert mich an britische Steinformationen, die nach wie vor für die offizielle Forschung handfeste Rätsel darstellen. Verbindet ihr euren Bandnamen mit diesen Traditionen?
>> Callenish Circle bezeichnet einen schottischen Steinkreis und dieser Name wurde einst von unserem Drummer ins Spiel gebracht, da er sich damals sehr mit ‚Stonehenge’ und diesen Dingen beschäftigte. Zu Zeiten der Erbauung des Kreises waren die Menschen technisch nicht in der Lage, einen solchen Kraftakt zu bewältigen. Dieser Platz fand schnell seinen Weg in die Mythologie. Soviel in aller Kürze. Wer mehr darüber wissen möchte, sollte unseren Trommler kontaktieren. <<
Technik ist ein gutes Stichwort im Hinblick auf euer neues Album „Flesh_Power_Dominion“. Bezüglich des gelungenen Coverartworks stellt sich mir die Frage, ob du eine Assimilation zwischen Mensch und Technik als Grundlage für unseren Fortbestand ansiehst?
>> Das Cover muss man aus symbolischer Sicht betrachten. Die Person auf dem Bild sitzt auf einem Thron und versucht die Oberhand über eine bestimmte Situation zu erlangen. Gleichzeitig wird der Mensch aber von einer Maschine kontrolliert. Wir verbinden diesen Aspekt in Form von Symbolik mit dem täglichen Leben. Viele Leute denken, sie könnten ihr Leben in Unabhängigkeit führen und hätten alles unter Kontrolle. Wären sie ehrlich zu sich selbst, würden sie zugeben müssen, dass viele außenstehende Fakten eine zu große Beeinflussung in sich tragen. <<
Aus meiner Sicht zeichnet sich auch eure Musik durch eine scheinbare Gegensätzlichkeit aus. Während du sehr dominante Texte mittels deines aggressiven Organs präsentierst, agieren im Hintergrund sehr melodiöse Gitarren.
>> Bezüglich der Gitarrenarbeit haben bisher viele Journalisten einen großen Unterschied zwischen ‚Graceful...Yet Forbidding’ und dem neuen Album feststellen wollen. Hört man sich beiden Scheiben genauer an, wird man schnell entdecken, dass die thrashigen, sehr catchy gehaltenen Riffs beide Alben zieren. Die Variation ergibt sich eigentlich nur aus dem Gesamtsound. Die melodischen, aber dennoch Thrash Metal beeinflussten Gitarren lassen sich bis in unsere Demotage zurück verfolgen. Die von dir angesprochene Verbindung ist sicherlich sehr wichtig für Callensih Circle und macht den Unterschied zu anderen Formationen aus. Mein Gesang hat sich von einem Paradise Lost inspirierten Standard Gegrunze mit der Zeit der Weiterentwicklung der Musik angepasst. Diese Schritte waren erforderlich, um ein überzeugendes Gesamtbild abzuliefern. <<
Die meisten Texte stammen aus der Feder von Gitarrist Ronny. Fällt es dir als Sänger schwer seinen Emotionen zu folgen?
>> Ronnys Texte sprechen häufig von menschlichen Gefühlen, denn das Leben nimmt nicht immer den einfachsten Weg. Jeder muss im Rahmen seiner Existenz negative und traurige Erfahrungen machen. Da gibt es keine Ausnahmen, somit fällt es mir nicht wirklich schwer, den Sinn seiner Worte zu erfassen. Aus Ronnys Sicht kann ich sagen, dass seine Lyrics sehr persönlicher Gestalt sind und seine eigenen Erfahrungen verarbeiten. Manchmal denkt er sich Situationen aus, die er dann in den Texten zu bewältigen versucht. <<
Eine neue Nummer wie „The Bleeding“ ist in der Lage, die Melancholie eines Dark Tranquillity Songs zu berühren, wogegen z.B. „Obey Me“ die Tradition von In Flames weiterführt. Ohne Callenish Circle als Kopie zu bezeichnen, scheint ihr euch in der schwedischen Tradition zu sehen...
>> Du bist nicht der erste der so denkt, was ich auch nachvollziehen kann. Ich wehre mich aber dagegen, wenn man uns einfach in die Götheborg-Ecke stellen will! Diese Bands orientieren sich an den Gitarrenmelodien, während es uns mehr auf den Rhythmus ankommt. Callenish Circle kommt wesentlich intensiver rüber. In Flames und auch Dark Tranquillity würde ich mehr als ‚easy listening’ bezeichnen. Wenn man uns schon mit einer schwedischen Gruppe vergleichen möchte, dann eher mit At The Gates zu deren ‚Slaughter Of The Soul’ Zeiten. Sie hatten auch diesen klaren Drive in ihrem Rhythmus. Die Kunst fordert verschiedene Standpunkte und Sichtweisen heraus. Deswegen ist ein Vergleich auch kein Beinbruch für uns. Wenn ich unsere Musik beschreiben müsste, dann würde ich den Begriff ‚Moderne Extreme Metal Musik’ bevorzugen. Dabei bildet ganz offensichtlich Death bzw. Thrash Metal die Basis. <<


War oder ist es für euch schwierig, Einflüsse durch US Death Metal Bands außen vor zu lassen?
>> Wir wurden niemals durch brutale Gruppen wie Morbid Angel oder Cannibal Corpse beeinflusst. Wir alle stehen mehr auf den europäischen Death Metal Sound. Ich mag besonders die melodischen Sachen, was nicht heißt, dass wir nicht auch sehr schnell und aggressiv spielen können. Es ist aber nicht unser Ziel, auf der oberen Skala der Extreme zu agieren. <<
Du erwähntest eben die Wichtigkeit der Rhythmik für Callenish Circle. Im direkten Vergleich zu eurem vorherigen Album „Graceful...Yet Forbidding“ scheint ihr euch genau auf diesem Sektor weiterentwickelt zu haben. Die Vitalität eurer Songs unterscheidet euch erheblich von anderen Bands.
>> Es ist immer schwierig das eigene Material aus so einer Sicht heraus zu beurteilen. Unser Drummer hat im Studio ganze Arbeit geleistet. Er hat seinen Stil ein wenig optimiert. Seine neue Rhythmustechnik kann man als furios bezeichnen. Diese Tatsache wirkt sich natürlich auf den Gesamtsound aus, und das, obwohl wir gitarrentechnisch nicht viel verändert haben. <<
Auf „Flesh_Power_Dominion“ präsentiert ihr gleich zwei Coverversionen. Zum einen kommt „Pull The Plug“ von Death zu neuen Ehren und zum anderen eine ungewöhnliche Golden Earring Nummer, namentlich „When The Lady Smiles“.
>> Es war für uns klar, dass wir gerade diese Nummer von Death auswählen, da wir alle diese Band mögen und für ihren großen Einfluss auf die Szene respektieren. Schließlich begannen wir ja als Coverband, wobei wir Stücke von Pestilence, Paradise Lost oder eben Death im Programm hatten. ‚Pull The Plug’ befindet sich schon sehr lange in unserer Setlist für Live Shows. Ich denke, wir konnten den Song auf unsere Weise interpretieren, ohne das der Geist dieses Klassikers verloren gegangen ist. Wir haben unser Album im April letzten Jahres aufgenommen und im Dezember ist Chuck dann gestorben. Somit erübrigt sich die Frage vieler Journalisten, ob wir ‚Pull The Plug’ aus diesen Gründen eingespielt haben. Es war allerdings bizarr, dass Chuck in der Woche starb, als unsere Promos rausgeschickt wurden. Die Kausalität kann man nur als unglücklich bezeichnen. Chuck bedeutet für uns alle sehr viel. Es war ein auf und ab mit seiner Gesundheit. Mehr als einmal haben wir geglaubt, er sei auf dem Wege der Besserung und habe eine Chance auf Heilung. Obwohl wir sein Sideprojekt Control Denied auf unserem ‚Hammerheart’ Label haben, wurde die Verbindung zwischen ihm und der Firma in den letzten Monaten sehr ruhig. Wir erfuhren sehr spät von seinem Ableben, per E-Mail in einem Newsletter. Aus meiner Sicht ist es sehr hart zu verstehen, dass ein so junger Mensch mit so viel Talent sterben muss. Man sollte nur von Tag zu Tag leben und dabei alle schönen Momente bewusst auskosten. Die Idee zu dem Golden Earring Cover brachte ich in unserem Proberaum auf. Alle Jungs betrachteten diese Alternative als eine coole Idee. Die Reaktionen auf diesen Song sind allerdings sehr gespalten. Man mag ihn oder hasst ihn. Für mich ist das ein gutes Zeichen, denn die Leute sprechen über uns. Die Sache war uns allerdings auch nicht so ernst. Es sollte einfach nur eine Überraschung sein. Vielleicht machen wir so etwas verrücktes beim nächsten Mal wieder. <<
Du erwähntest gerade das ‚Hammerheart’ Label. Wie bekannt sein dürfte, bist du dort für die Promotionarbeit zuständig. Fällt es dir nicht manchmal schwer, zwischen deiner Band und deinem Job zu unterscheiden, und hast du nicht manchmal die Befürchtung, deine Kreativität könnte auf der Strecke bleiben? Du erfährst das Geschäft nicht immer von seiner besten Seite.
>> Ich versuche für mich die Dinge zu trennen, aber sehr oft kommt es zu Überschneidungen. Es ist jedenfalls nicht so, dass ich Interview Anfragen für Callenish Circle bekomme, nur weil ich bei ‚Hammerheart’ tätig bin. Meine Sichtweise auf das Musikgeschäft hat sich natürlich geändert und entspricht nicht mehr den Ansichten aus meiner Anfangszeit. Ich bin immer noch sehr hungrig, die Band nach vorne zu treiben, aber ich habe ein Gespür für die Fallen bekommen, die einen auf so einem Weg begleiten. Man muss einfach hart arbeiten, wobei die Verknüpfung der beiden Punkte eine solide Grundlage zu einem Fortkommen bietet. <<


Es ist offensichtlich, wie viel dir Musik bedeutet. Würdest du deine Arbeit mit Callenish Circle als eine Art Interaktion bezeichnen, so dass du aus deinem Mitwirken in der Band Kraft oder positive Energie für dein Privatleben beziehen kannst?
>> Wie du weißt, bin ich außerhalb der musikalischen Basis die treibende Kraft für Callenish Circle. Ich mache alle Interviews und das gesamte Management und betrachte diese Beschäftigung als Hobby. Was gibt es schöneres, als mit Enthusiasmus an sein Hobby zu gehen und damit zu verschmelzen? Die Band ist mehr als mein tägliches Leben... <<
Wie fällt eine Beurteilung der holländischen Metalszene aus deiner Sicht aus?
>> Nach einigen schlechten Jahren scheint das Tal überwunden zu sein. Ende der Achtziger Anfang der Neunziger Jahre hatten wir Bands wie Pestilence, alte The Gathering, Gorefest oder Asphyx. Danach gab es einen Stillstand, da sich viele dieser Gruppen aufgrund mangelnder Interesse von Seiten der Fans auflösten. Danach war es sicherlich kein Vorteil für Musiker aus Holland zu kommen. In letzter Zeit ist alles wieder besser geworden. God Dethroned besitzen einen guten Standard, Sinister sind zurück und Severe Torture auf einem guten Weg. Auf dem melodiösen Sektor sind Within Temptation und After Forever mit ihren Erfolgen erwähnenswert. Gerade erst platzierten sich Within Temptation auf Platz neun der hiesigen Singlehitparade. Wir konnten uns mit ‚Graceful...Yet Forbidding’ einen führenden Platz im Underground erspielen und hoffen natürlich auf den Ausbau dieser Position mit unserer neuen Scheibe. Es wäre schön, wenn man uns auch im Ausland in einem Atemzug mit God Dethroned oder Sinister nennen würde. <<
Dazu könnte die anstehende Tour mit Amon Amarth, Vomitory und Sins Of Omission beitragen. Wie sehen deine Erwartungen für dieses Package aus?
>> Das wird unsere erste Europatour, und ich hoffe auf einige neue Erfahrungen. Wir erwarten viele Leute zu den Gigs, denn wir wollen Callenish Circle promoten und die Fans mit einer intensiver Liveshow überzeugen. Wir werden in jeder Hinsicht unser Bestes geben. <<

http://www.callenish-circle.com
Uwe Schmidt


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