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ACCESSION RECORDS FESTIVAL - 23.12.2006, Krefeld „KuFa“
Krefeld „KuFa“

23.12.2006
Zehn Jahre Accession Records sind definitiv ein Grund zu feiern und so lud das in Solingen beheimatete Label kurz vor Weihnachten in die „KuFa“ zu Krefeld, um dieses Ereignis gemeinsam mit FADERHEAD, PAINBASTARD, DIORAMA; [:SITD:] und natürlich DIARY OF DREAMS gebührend zu begehen. Dieses Ereignis wollten sich nicht wenige entgehen lassen und so war die „KuFa“ mit ca. 500 Zuschauern gut gefüllt, von denen einige durchaus respektable Anfahrtswege in Kauf genommen hatten, um den Abend beizuwohnen. Dass ein grosser Verkaufsstand des Labels mit moderaten Preisen – die neue DIARY OF DREAMS DVD kostete hier gerade mal 17 € - ebenfalls zugegen war, rundete die Veranstaltung dann ab.
Den Auftakt machten FADERHEAD, deren Debut „FH1“ samt dem dazugehörigen Image als Electro Punk-Project bei mir schon nicht richtig überzeugen konnte, was sich nun auch live dann bestätigen sollte. Mit Ausnahme von „The Protagonist“ zündete keiner der Songs wirklich und das Stageacting des Frontmannes verlor sich irgendwo zwischen aufgesetzter Aggression, pseudobrutalen Riffattacken auf der Stromgitarre und peinlichen Plattitüden, was ich mal auf das offensichtlich noch sehr junge Alter des Sängers zurückführen mag. Die Keyboarderin fiel zudem mehr durch ihre weiblichen Reize denn als wirkliche Musikerin auf und nur der Schlagzeuger wusste mit einem konstanten und Timing sicheren Beat zu überzeugen. So waren die Publikumsreaktionen dann auch eher ein Akt der Höflichkeit, denn wirkliche Begeisterung über das Dargebotene.
PAINBASTARD waren da von einem ganz anderen Kaliber. Unterstützt durch Videoprojektionen überzeugte Alex P. mit einem knochenharten und Endzeit mässigem Sound, bei der Verzerrer für den Gesang bis zum Anschlag aufgedreht war und man sich desöfteren dabei ertappte, Vergleiche zu Suicide Commando zu ziehen, mit denen PAINBASTARD bekanntermassen vor geraumer Zeit gemeinsam auf Tour waren. Das Aggro-Level war im Laufe des Abends jedenfalls nicht mehr zu toppen und Tracks wie „Sternentanz“ oder der „Rausschmeisser“ des Auftritts, das von Torben Wendt (DIORAMA) gesungene und mit Abstand ruhigste Stück PAINBASTARDS, „Torn“ – beide vom aktuellen Album „No Need To Worry“, waren die Höhepunkte dieser wirklich grossartigen Show. Unvorstellbar, dass eben jener Alex P. im zivilen Leben seine Brötchen als Anwalt verdient.
Es folgten DIORAMA, die sich erstmalig nach dem Ausstieg ihres Bassisten live präsentierten und vehement in die Vollen gingen, wie man es bislang nur selten von den Reutlingern gewohnt war. Vergleicht man DIORAMA anno 2006 mit den Anfangstagen der Band, so merkt man deutlich, welche Routine und wie viel Erfahrung die Band im Laufe der Jahre unter anderem durch Tourneen mit VNV Nation live sammeln konnte. Torben Wendt ist zu einem wirklichen Frontmann gereift, der das Publikum mitzureissen versteht und dabei zusammen mit seinen Mitstreiteitern auf einem musikalischen Level agiert, das nur die wenigsten Bands erreichen. So wurde die Band dann auch entsprechend gefeiert, wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass DIORAMA für meinen Geschmack durchaus den einen oder anderen ruhigeren Moment hätten einfliessen lassen können, um die Dramaturgie des Auftritts noch zu steigern.
[:SITD:] kamen, sahen und siegten, zumindest dann, wenn man die Publikumsreaktionen als Masstab nimmt. Die Ruhrgebietsformation ist ein absoluter Garant für bebende Tanzböden und diesem Ruf wurden sie auch in der „KuFa“ mehr als gerecht. Egal ob beim letzten Stück, dem obligatorischen „Snuff Machinery“, oder zuvor im Verlaufe des Sets, das Trio weiss um die Effektivität fetter und einfacher Rhythmen und eingängiger Melodien und inszeniert diese mit einer packenden Intensität, an die an diesem Abend auch die nachfolgenden DIARY OF DREAMS nicht heranragen konnten. Auch wenn auf der Bühne bei [:SITD:] nur wenig passiert und sich die Band eher als Animateure des begeistert mitgehenden Publikums versteht, so wurde hier erstmals der Party-Charakter des Abends so richtig unterstrichen und gemeinsam gefeiert bis zum Abwinken. [:SITD:] waren nicht nur für mich die heimlichen Gewinner des Abends.
Lag es „nur“ an dem überragenden Auftritt [:SITD:]’s, dass der den Abend beschliessende Auftritt von DIARY OF DREAMS zu keiner Zeit an die magischen Momente heranragte, wie man sie beispielsweise in der „Zeche Carl“ auf der letzten Tour zuhauf finden konnte? Sicher, DIARY OF DREAMS sind kaum einmal in der Lage ein wirklich schlechtes Konzert abzuliefern und auch dieser Auftritt war in Sachen Show, Licht, Sound und Engagement der Musiker keine wirkliche Enttäuschung, zumal auch die Setlist mit einigen Schmankerln wie „Mankind“ oder „End(giftet)?“ aufwarten konnte, doch es fehlten trotz all der dargebrachten Clubhits wie „Soulstripper“, „The Curse“, „Chemicals“ oder „Butterfly:Dance!“ die Momente, die wirklich auf das Herz zielten und dort wohlige Gefühle zu verbreiten im Stande waren. Die Stimmung im Publikum war trotzdem gut und so feierten die Fans wie auch DIARY OF DREAMS und Adrian Hates, der gleichzeitig auch Labelchef von Accession Records ist, ihre wohl verdiente Party.
Abschliessend bleibt „nur“ noch dem Label, Christian Berghoff und Adrian Hates für zehn Jahre hervorragender und kontinuierlicher Arbeit zu danken. Der Erfolg über solch einen langen Zeitraum mit all den Veränderungen, die dieses Musikgeschäft durch Raubkopiererei und illegalen Downloads mit sich gebracht hat, gibt dem Label in jeder Hinsicht Recht und lässt auch weiterhin für die Zukunft hoffen. Auf die nächsten zehn Jahre ...
Mehr Fotos des Abends findet Ihr in der Foto-Galerie.
Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


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