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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CADAVEROUS CO ....

CADAVEROUS CONDITION
Desillusioniert und aggressiv
Die Österreicher Cadaverous Condition sind weder das, was man eine erfolgreiche Death Metal-Band nennt, noch sind sie eine stilprägende Band. Der Faszination der Band liegt vielmehr in der Konsequenz, mit der sie ungeachtet aller Widerstände schon seit Gründung unbeirrt ihren Weg konsequent weiter verfolgt und sich dabei eher an den frühen Kindertagen der Death Metal-Szene denn an den neuzeitlichen Ausprägungen Marke In Flames, Children of Bodom oder Arch Enemy orientiert. Dass Cadaverous Condition zudem über eine breite Akzeptanz in der Neofolk-Szene verfügen und hier in der Vergangenheit bereits auf eine gemeinsame Split 10“ mit den Amerikanern Changes zurückblicken können, war im Zuge der Veröffentlichung des neuen Albums „To The Night Sky“ ein weiterer Grund für das nachfolgende Interview.
Seit der Veröffentlichung von “The Lesser Travelled Seas“ sind fünf Jahre vergangen, ein relativ langer Zeitraum im heutigen Musikgeschäft. Was waren die Gründe für solch einen langen Zeitraum zwischen „The Lesser ...“ und „To The Night Sky“?

>> Zum ersten brauchen wir selbst immer recht lange bis wir genug Songs fertig haben, dann kommt noch der Aufnahme- und Mix-prozess, der sich diesmal leider ganz besonders in die Länge gezogen hat und danach die nervenaufreibende Suche nach geeigneten Partnern zwecks Release der Scheibe. Die Labels stehen nicht Schlange für Cadaverous Condition. Auf der anderen Seite nehmen wir uns alle Zeit die wir brauchen um ein Album fertigzubekommen. Wir haben keine Eile. <<

Wo seht ihr selbst die grössten musikalischen Unterschiede zum Vorgänger?

>> Ich sehe nicht allzu viele Unterschiede und denke, dass sich „The Lesser Travelled Seas“ und jetzt „To The Night Sky“ recht gut ergänzen, es sind definitiv unsere stärksten Werke und sich an und für sich nicht unähnlich. Klanglich finde ich das neue Album ausgereifter und besser auf den Punkt produziert. Weiter glaube ich, dass das aktuelle Artwork und Booklet unser bislang schönstes ist. <<

Die meisten Bands werden mit zunehmender Lebensdauer eher ruhiger und gemässigter, ihr hingegen habt mit „To The Night Sky“ in Sachen Härte und Brutalität noch mal kräftig zugelegt, wie ich finde. War dies eine bewusste Entscheidung oder ergab es einfach im Laufe der Vorbereitungen und des Songwritings automatisch?

>> Wir scheinen im Vergleich zu unseren früheren Alben tatsächlich heavier geworden zu sein, liegt aber wohl hauptsächlich an der nun besseren Produktion der Alben, früher ging das teilweise nicht sehr ausgeklügelt ab bzw. hatte man da gezwungenermaßen mit Leuten im Studio zu tun, die nicht wirklich genau wussten, wie unser Zeug klingen soll. Auch bringen wir unsere Songs nun viel besser und direkter auf den Punkt und unsere generelle Frusthaltung mit zunehmenden Alter macht uns wohl auch verbitterter und böser, was sich im Songmaterial niederschlägt. Gesteigerte Desillusion = verstärkte Aggressivität. <<
Cadaverous Condition sind seit 1993 veröffentlichungstechnisch aktiv und somit ein „Urgestein“ der Death Metal-Szene. Wir seht ihr die Entwicklung der Death Metal-Szene über diesen Zeitraum? Bands wie Cannibal Corpse scheinen ja mittlerweile fast gesellschaftsfähig, und mit Amon Amarth scheint Death Metal sich über alle Grenzen innerhalb der Metal-Szene ja auf ungeteilte Zustimmung zu stossen.

>> Ich finde Amon Amarth ja jetzt nicht unbedingt so toll, Cannibal Corpse haben mir auch noch nie gefallen, beides sind natürlich einwandfreie Bands und vor allem sehr erfolgreich, verdient erfolgreich vermutlich. Aber es gibt doch immer wieder so Phänomene, wo dann plötzlich gewisse Bands hochgepusht werden und der Hype dann greift, z.B. Arch Enemy oder In Flames. Bei den einen stehen anscheinend alle auf die Frontfrau, In Flames klingen für mich mehr nach Korn als nach Metal, aber auch dies sind nur meine Meinungen dazu, beides auch Bands, die gutes Material am Start haben und ihren Weg gehen und hundertmal mehr CDs verkaufen als wir. Du siehst aber, ich bin der falsche, der über die Entwicklung der Death Metal Szene genre-konforme Kommentare abgeben kann.
Ich kann z.B. das Wort „Wikinger“ im Zusammenhang mit Amon Amarth nicht mehr hören. Da wird ein Image zu Tode gepflegt, das mir über wird. Diese Pressetermine und CD-Vorab-Listening Sessions in irgendwelchen nachgebauten Wikinger-Touristendörfern, also ich weiß nicht. Aber wer’s braucht….Der Erfolg gibt ihnen Recht. Meine favorisierten Death Metal relevanten Alben sind nach wie vor Cemetary: „Godless Beauty“ und als neueres Beispiel finde ich Helltrain: Route 666 richtig genial. <<


Ihr habt auf „Eislicht“ eine Split 10“ mit Changes veröffentlicht und seid zudem einige der wenigen Bands, die im Neofolk auf Akzeptanz stösst. Wie erklärt ihr Euch diese Akzeptanz? Gibt es zwischen diesen beiden doch sehr konträren Musikstilen aus eurer Sicht heraus Gemeinsamkeiten? War diese Split eine wirkliche Kollaboration im Sinne eines gemeinsamen Songwritings zwischen Changes und euch, oder eher „nur“ eine gemeinsame Veröffentlichung?

>> Gemeinsamkeiten vielleicht in dem Fall, dass beide Stile ab und an doch recht extrem sind, sei es nun von Musik oder Image her. Es gibt einige Leute, die vom Metal zum Neofolk kamen, oder auch Black Metal und Neofolk hören. Robert N. Taylor von Changes hat einen Text für unser „The Lesser Travelled Seas“-Album verfasst, da lag es dann nahe diesen Song auch mal gemeinsam aufzunehmen. Auf der Split 10“ ist diese Version, wo wir beide singen zu hören, der Rest ist jeweils eigenes Material der beiden Bands. Robert und Nicholas von Changes sind gute Freunde von mir. <<

Als Gast für „To The Night Sky“ konntet ihr Patrick Leagas von Sixth Comm gewinnen. Wie kam diese Zusammenarbeit zustande und wie gross war sein Einfluss auf die Songauswahl und dann den Song an sich?

>> Ich habe ihn gefragt, ob er mitmachen will und er hatte Lust. Ich hatte konkret diesen Song, „Sleep On The Wind“, für Patrick im Sinn und ich glaube, er enttäuscht nicht. Ich liebe seine Stimme, er eröffnet dem Lied eine neue Dimension. <<

Dem Neofolk, aber auch euch als Band, werden immer wieder Vorwürfe hinsichtlich einer politisch rechten Gesinnung gemacht. Wie steht ihr zu diesen Vorwürfen?

>> In unserer Musik taucht keinerlei Politik auf. Es würde unserer gesamten Bandphilosophie widersprechen würden wir irgendwelchen kleinkarierten und engstirnigen Denkweisen anhängen. <<
Was ist eure Meinung zur Zensur allgemein? Habt ihr bereits Erfahrungen mit der Indizierung oder der Zensur von Cadaverous Condition machen müssen?

>> Nein, bei uns gibt es auch nichts zu zensieren. <<

Ihr seid eine der wenigen Death Metal-Bands, deren Texte nicht den üblichen Death Metal-Klischees entsprechen. Welchen Stellenwert haben die Texte daher für euch im allgemeinen, vor allem wenn man sich bsp. die Texte zu „There is No Death ...“, „My Ocean Is Shipless“ oder „Sleep On The Wind“ durchliest, die ja durchaus einiges an philosophischen Fragen aufwerfen.

>> Für uns gilt: Ein Song besteht aus Musik UND Text, ich liebe Musik, wo mir auch die Texte etwas geben, wo es Texte gibt, mit denen ich etwas anfangen kann. Unsere Texte sind doch eher persönlich gehalten, allgemeines Geschreibe über Tod, Mord und Teufel interessiert mich nicht, aus diesen Kinderschuhen sind wir raus. Bei uns steckt der Teufel im Detail. <<

Welche Verbindung besteht zwischen dem Cover und dem Titel des Albums? Wie kam die Zusammenarbeit mit Cyril Helnwein überhaupt zustande?

>> Cyril Helnweins Fotos ergänzen unsere Vorstellung von der optischen Umsetzung des Albums perfekt, so lag es nahe, mit ihm zusammenzuarbeiten, was relativ unkompliziert verlief. Ich habe mit ihm Kontakt aufgenommen und so hat das ganze dann funktioniert. <<

Ihr habt neben den offiziellen Veröffentlichungen eine Reihe anderer, nur über euch direkt zu beziehende Alben und Zusammenstellungen veröffentlicht. Warum habt ihr dies in Eigenregie gemacht, und nicht über ein Label bzw. die Lizensierung durch ein Label?

>> Weil es 1.) sowieso kein Label gemacht hätte und 2.) weil es limitierte Auflagen bzw. selber gefertigte spezielle Releases waren. <<

Wie sieht es bei euch mit der Veröffentlichung einer DVD aus bzw. seid ihr im Rahmen von Cadaverous Condition überhaupt an einer visuellen Form der Kunst interessiert?

>> Ich glaube, eine DVD wird es von uns nie geben, da wir wohl auch nie einen Videoclip machen werden bzw. eine Liveshow professionell mitschneiden lassen können werden, denn wofür sollte das bei einer kommerziell unerfolgreichen Band wie uns überhaupt gut sein?
Prinzipiell finde ich DVDs an sich auch eher langweilig, wer braucht z.B. eine Live DVD?
Früher auf VHS war ich sofort auf der Vorlauftaste und sind wir ehrlich, das hat auch die DVD bei mir nicht geändert, mit all ihren Features usw. Zu Musik sollen bei mir die Bilder im Kopf entstehen und eine Band will ich live auf der Bühne sehen, aber nicht perfekt zusammengeschnitten bzw. ausgebessert auf DVD. Der größte Faktor ist aber wohl die Kohle, denn wie sollen wir überhaupt professionell und aufwändig was produzieren, wenn es im Endeffekt dann eh keinen interessiert. DVDs sind langweilig und es gibt zu viele. <<


Was sind eure weiteren Pläne mit Cadaverous Condition?

>> Ich hoffe wir finden Ruhe. <<
http://www.cadaverouscondition.com / http://www.myspace.com/cadaverouscondition
Michael Kuhlen


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