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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BURGFOLK, 19. ....

BURGFOLK, 19.08.2006, Mülheim, „Schloss Broich“
Mülheim, „Schloss Broich“

19.08.2006
Auch in diesem Jahr fand das „Burgfolk“-Festival im Mülheimer „Schloss Broich“ statt und erstmalig erfuhr die Arbeit Michael Bohnes’ als Veranstalter der „Castle Rock“- und „Burgfolk“-Festivals ihre offizielle Würdigung durch die Bürgermeisterin der Stadt, die auch für die Zukunft die Unterstützung der Stadt zusicherte. Mit SALTATIO MORTIS, OYSTERBAND, SCHELMISCH, KORPIKLAANI, OMNIA, CLAYMORE und LYRIEL war das Line Up bunt gemischt und hielt für jeden etwas bereit, nur leider zeigte sich der Wettergott wenig gnädig und liess es zuweilen recht heftig auf die gut 1800 Fans und die Verkaufsstände im Burghof niederprasseln. Leider konnten wir nicht allen Bands des Festivals beiwohnen, doch die Konzertberichte von OMNIA, KORPIKLAANI und SCHELMISCH wollen wir Euch an dieser Stelle nicht vorenthalten.
OMNIA konnten mich live endlich einmal vollends überzeugen, nachdem die vorhergehenden Konzerte auf dem Wave Gotik Treffen in Leipzig oder dem „Castlefest“ in Lisse (NL) zwar auch schon überzeugen konnten, ihnen letzten Endes aber das musikalische und atmosphärische Sahnehäubchen fehlte. Nach einem ausgiebigen Soundcheck legte die heidnische Multikulti-Truppe, die sich aus Mitgliedern aus Neuseeland, Holland, Irland und England zusammensetzt, überzeugend los und mehr als einmal hatte man den Eindruck, OMNIA hätten hier ein Heimspiel, hatten doch offensichtlich einige Fans den Weg aus dem nahen Holland in den Burghof gefunden. OMNIA verstanden es am heutigen Tage blendend melodisch besinnliche Momente mit kraftvolleren Songs heidnischen Ursprungs zu vermengen und dabei eine Spielfreude an den Tag zu legen, die einfach mitriss und der Band einen wirklich verdienten und fast schon euphorischen Applaus bescherte. Und dass OMNIA eine wirklich sympathische Truppe sind, bewiesen sie nicht nur durch ihre Nähe zu den Fans und die unkomplizierte Art und Weise ihres beeindruckenden Auftritts, sondern auch durch deutliche Ansagen in Richtung George W.Bush und seine Politik. Eine tolle und wirklich mitreissende Show.
Was nun folgte, war die metallische Abrissbirne, die manchen der Folk-Puristen wohl verschreckt aufhorchen liess, den überwiegenden Teil des Publikums aber hemmungslos abfeiern liess. Die Rede ist von KORPIKLAANI, den finnischen Metal Humpa-Spezialisten, die den Burghof zum Beben brachten und mit ihrer Mischung aus heftigsten Metal-Riffs und finnischem Humpa auf offene Ohren und Arme stiessen. Dass diese Mischung bestens funktioniert, wissen wir nicht erst seit den Leningrad Cowboys. Demzufolge feierte spätestens ab dem dritten Stück nicht nur die zahlreich vertretene Metal-Fraktion im Publikum, sondern auch die „neutralen“ Zuschauer liessen sich mitreissen, während auf der Bühne die Matten geschwungen wurden und sich Sänger Jonne am Rentier-Geweih festhielt, das am Mikro-Ständer befestigt war. KORPIKLAANI versprühten eine Spielfreude und ein Engagement, die dem einsetzenden und zum Teil recht heftigen Regen trotzte und wurden zu einer Zugabe genötigt, die sie natürlich nicht verweigerten.
Was nun folgte, war für mich die Enttäuschung schlechthin. Hatte ich SCHELMISCH als eine der authentischsten Mittelalter-Bands der Szene in Erinnerung, die die Lebensart des Mittelalters durch ihre Lieder und Texte sowie den rauen und spröden Charme ihrer Ansagen perfekt verkörpert, so hat man im Lager der Bonner anscheinend Wohlstand und Reichtum gewittert und das Instrumentarium in verstärktem Maße um Stromgitarren erweitert, was Bands wie In Extremo, Tanzwut oder Subway to Sally gut zu Gesicht steht, nicht aber SCHELMISCH. Die Songs wirken in sich nicht stimmig, auf Härte getrimmt, ohne eine wirkliche Verbindung zu den mittelalterlichen Passagen und zuweilen hatte man den Eindruck, SCHELMISCH würden sich zeitgleich an zwei verschiedenen Songs probieren und gegeneinander agieren, anstatt miteinander. Zuweilen blitzte die Klasse SCHELMISCHs als pure Mittelalterband zwar auf, aber auch hier machen sich langsam Abnutzungserscheinungen breit, wenn Luzi das L. wieder einmal seine Rüschenhöschen präsentiert. Mag sein, dass grosse Teile des Publikums dies anders gesehen haben, aber verglichen mit früheren Shows der Band war dies ein Reinfall.
Weitere Fotos des „Burgfolk“ findet Ihr in der Foto-Galerie.
Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


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