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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CHAOSWAVE

CHAOSWAVE
Herzerfrischende Stilmischung
“The White Noise Within”, das letztjährige Album der fünfköpfigen italienisch-dänischen Kollaboration Chaoswave, muss zweifellos zu den wirklich beeindruckenden Debüts der letzten Jahre gezählt werden (siehe Review). Das Problem dabei ist nur, dass dies - zumindest in Deutschland - niemand zu merken scheint... Und so zeigte sich Gitarrist Henrik Rangstrup bei unserer ersten Kontaktaufnahme auch einigermaßen besorgt über den Stand der Dinge auf dem wichtigsten europäischen Markt für harte Töne. Obliveon hilft nur zu gerne, diesen bedauernswerten Zustand zu verbessern und sprach deshalb mit der Band:
Henrik, erst einmal Glückwunsche nach Italien zum Gewinn der Fußball-WM. Mir deucht jedoch, dass Dein Name skandinavische Wurzeln verrät. Warum hat’s Dich nach Italien verschlagen?
>> Henrik: Die gute, alte Liebesgeschichte... Ich traf eine wundervolle Italienerin in Dänemark, und nachdem ich mein Studium beendet hatte, bin ich hierher gezogen, um mit ihr leben zu können. Da ich auch einen Job sowie eine coole Band gefunden habe und meine zweitliebste Fußball-Nationalmannschaft jetzt auch noch Weltmeister geworden ist, könnte es mir nicht besser gehen. <<
Und wie kommt es, dass eine Band ohne Deal einen dicken Produzentenfisch wie Jacob Hansen (Communic, Raunchy, Raunchy) an Land ziehen konnte? Euer 4-track Demo aus 2004 mischte Hansen bereits ab und auf “The White Noise Within” hat er zusammen mit Eurem Bassisten Marco Angioni einen superben Job abgeliefert. Ist dies vielleicht noch alten skandinavischen Banden geschuldet?
>> Henrik: Genau. Ich kannte Hansen, da er in Dänemark schon länger einen guten Ruf genießt und er bereits meine vorherige Band Sinphonia produzierte, deren Sängerin Monika inzwischen bei Sirenia eingestiegen ist. Wir können Hansen nicht genug für die hervorragende Arbeit, die er für uns abgeliefert hat, danken. Hoffentlich können wir das nächste Mal die gesamte Produktion in seinem Studio fahren. Wer weiß... <<
Marco, sind Chaoswave Dein einziges produktionstechnisches Steckenpferd, oder produzierst Du auch andere Bands?
>> Marco: Nun, da ich in einem Aufnahmetempel arbeite, bin ich zwangsläufig in andere Produktionen involviert. Aber ich habe mich nicht auf Rock und Metal spezialisiert. Davon kannst du hier auf Sardinien nicht leben... In den letzten zwei Monaten habe ich etwa mit einer Klassik-Combo und zwei Jazz-Quartetten gearbeitet. Zudem habe ich ein Projekt für ein Museum gefahren und opfere jede freie Minute für mein Progressive-Rock Projekt KTL. <<
Henrik, Du zeichnest dich für das Artwork verantwortlich. Lässt Du Dich dabei von den Texten beeinflussen oder steht lediglich der ästhetische Aspekt im Vordergrund, dass das Endprodukt sozusagen „gut aussieht“?
>> Henrik: Ein wenig von beidem. Die Bilder im Booklet selbst sind entstanden, nachdem ich mich von den Texten habe inspirieren lassen. Dabei stand im Vordergrund, dass jede einzelne Seite einen neuen Reiz für den Zuhörer setzen sollte. Daher habe ich mir die Mühe gemacht, jede Seite individuell zu gestalten. Ich bin bisher noch nicht sonderlich erfahren als Designer, aber ich finde mich ganz gut zurecht und weiß, dass der visuelle Aspekt und die textliche Idee dahinter gleichbedeutend sind. Davon ausgehend versuche ich einfach, mein Bestes zu geben. <<
Gibt es irgendwelche Künstler, deren Arbeit Du bewunderst?
>> Henrik: Die üblichen Verdächtigen: Travis Smith, Mattias Noren, Cadaverman (Mircea von Mnemic). Auch die Arbeiten von Pushead für Metallica finde ich brillant. Und frag’ mich nicht warum, aber ich habe schon immer tierisch auf Larry Carrolls Slayer-Artworks gestanden. Das neue Cover von “Christ Illusion” ist unglaublich. <<
In musikalischer Hinsicht bietet Euer Album ein herzerfrischend innovatives Gemisch aus Nevermore-inspiriertem Thrash und Zero Hour-lastigem Prog, während der Wechselgesang von Fabio und Giorgia unweigerlich Eure Landsleute von Lacuna Coil ins Spiel bringt. Welches sind Eure wichtigsten Einflüsse und habt Ihr alle einen ähnlichen musikalischen Hintergrund? Soweit ich weiß, spielt Euer Drummer Raph noch bei Misbelieving, die eher einen todesmetallischen, Sadist-ischen Ansatz verfolgen.
>> Henrik: Unsere musikalische Sozialisation verlief sehr unterschiedlich, obwohl alle von uns irgendwie mit Metal aufgewachsen sind. Raphael und ich haben lange Death Metal gezockt, aber gleichzeitig spiele ich, wie auch Marco, schon länger in Prog-Bands. Eigentlich sind wir alle sehr aufgeschlossene Zeitgenossen. Fabio fährt auf System Of A Down ab, hört aber auch ’ne Menge psychedelisches Rockzeug. Giorgia und mir haben’s Nevermore besonders angetan, während Raph sich bevorzugt Death- und Thrash-Metal rein pfeift, aber manchmal auch Emocore, was mich zeitweise ein wenig beunruhigt, haha. Wie Du siehst, verbindet unsere Musik Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen. Ich schreibe den Löwenanteil der Musik und kümmere mich um die Songstrukturen, aber alle anderen steuern Ideen bei und helfen beim Arrangieren. Diese Demokratie führt zwar manchmal zu nicht enden wollenden Diskussionen, jedoch helfen uns diese wiederum, unsere eigene, originelle Note beizubehalten. <<
Das Album klingt absolut professionell, sowohl im Hinblick auf’s Songwriting als auch in Bezug auf die technischen Fähigkeiten der einzelnen Musiker. Wie lange seid Ihr schon zusammen und wie wichtig ist der technische “Prog-”Aspekt für Eure Musik?
>> Henrik: Wir sind jetzt seit drei Jahren zusammen, aber die einzelnen Bandmitglieder haben einen sehr unterschiedlichen Erfahrungsschatz. Sicher sind die progressiven Elemente in unserem Sound wichtig, aber wir versuchen nicht krampfhaft besonders technisch zu spielen. Uns interessiert mehr die Originalität einer Idee, das Schreiben guter, schlüssiger Songs. In diesem Kontext muss sich ein technisch anspruchsvolles Riff bewähren; was nicht passt, landet im Papierkorb. Ich persönlich liebe diese perfiden Prog-Riffs, die zwar Prog sind, jedoch nicht danach klingen. Etwa Riffs, die vertrackte Temposignaturen haben, aber gleichzeitig simpel und geradeaus klingen, so wie jene von „Swept Away“ oder „See Nothing Hear Nothing Say Nothing“. <<
Giorgia, ich bin mir sicher, dass Du ständig mit Cristina Scabbia, der Sängerin einer gewissen erfolgreichen Band aus Mailand, verglichen wirst. Wie kommst Du damit klar? Geht Dir das völlig am Allerwertesten vorbei oder nervt es zuweilen doch?
>> Giorgia: Ich muss zugeben, dass es inzwischen ziemlich ermüdend geworden ist, die immer gleichen Vergleiche zu hören! Andererseits bin ich mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass es für eine Sängerin absolut normal ist, mit Cristina verglichen zu werden. Vor zehn Jahren war es doch genau dasselbe: jedes Review hörte sich so an, als würden alle Sängerinnen exakt wie Anneke von The Gathering klingen. <<
Die deutsche (Mainstream-)Presse straft Euch bisher mit beharrlicher Nichtbeachtung. Dieser Umstand muss für eine ehrgeizige Band, für die die Metal-Hochburg Deutschland ein potenziell wichtiger Markt ist (man schaue sich die Verkaufszahlen ähnlich gelagerter Acts wie Communic, Nevermore oder Lacuna Coil an), besonders frustrierend sein. All jene, denen ich das Album vorgespielt habe, hat’s sofort aus den Socken gehauen. Aber was nützt das, wenn das Album kaum erhältlich ist und wenig gepusht wird? Wie kommt’s, dass die deutsche Presse auf dem Chaoswave-Ohr taub zu sein scheint?
>> Henrik: Jetzt muss ich wohl ein wenig vorsichtig sein, haha. Es ist ja nicht so, dass die deutsche Presse uns komplett vernachlässigt hat. Wir sind nun mal auf einem kleinen Label, und da ist es nur natürlich, dass die Dinge sich in verschiedenen Ländern unterschiedlich entwickeln. In Italien und Frankreich ist das Album bereits seit einiger Zeit auf dem Markt und hat hervorragende Reviews erhalten, inklusive einiger Beiträge auf CD-Samplern und Interviews in vielen Fanzines. Soweit ich weiß, ist das Album auch in Deutschland erhältlich, aber hier ist die Promotion-Maschinerie eben erst ein wenig später in Gang gesetzt worden. Ist wohl einfach dumm gelaufen... Ansonsten haben wir einen wirklich guten Start gehabt, besonders in Frankreich. Aber da unser Label eben hauptsächlich ein Ein-Mann-Betrieb ist, ist es schwer sich gleichzeitig auf den gesamten Weltmarkt zu konzentrieren. Außerdem hast du es heutzutage als Newcomer einfach nicht leicht. Aber wie gesagt: die Reaktionen waren bisher durchweg positiv, zumal wir einige sehr erfolgreiche Gigs absolviert haben. Auch in Deutschland hatten wir großartige Fans bei den Gigs, wenn auch in überschaubarer Zahl. <<
Für all jene, die noch nicht mit dem Chaoswave-Virus infiziert sind: könnt Ihr uns Hoffnung auf ein möglichst bald erscheinendes zweites Album machen?
>> Henrik: Wir arbeiten hart daran! Momentan bereiten wir ein Demo mit drei Songs vor, das wir an Plattenfirmen verschicken werden. Wir hoffen das Album im nächsten Frühjahr veröffentlichen zu können, denn heute ist es von immenser Wichtigkeit, das zweite Album schnell nachzuschieben, damit dein Name nicht in Vergessenheit gerät. Auf der Tour im September werden wir wahrscheinlich ein oder zwei neue Songs vorstellen. Die Schlüsselbegriffe für die neuen Songs heißen wohl: Brutalität und Melodie. <<
Ein letztes Wort an Eure deutschen Fans?
>> Henrik: Wir wissen, dass wir in Deutschland schon einige Fans haben, und die Reaktionen der Presse waren bisher perfekt. Ich habe so ein Gefühl, dass Deutschland ein gutes Pflaster für uns ist. Wer uns also bisher noch nicht gehört hat: checkt uns einfach mal auf unserer Tour an oder besucht unsere Website. <<
Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Chaoswave sind u.a. live zu bewundern am 29. September in Kirchheim/Teck, und auch die Besucher des ProgPower-Festivals werden in den Genuss der Chaoswave-Hymnen kommen (jaaaaaa! ProgPower-Stammbesucher CL freut sich schon diebisch darauf!!! ;-)). Bis dahin muss “The White Noise Within” als Suchtmittel reichen.
http://www.chaoswave.it
Patrick Müller


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