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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CASTLE ROCK 2 ....

CASTLE ROCK 2001
Mülheim; Schloß Broich

07.07.2001
Der Innenhof von Schloß Broich in Mülheim/Ruhr bot zum zweiten Male nach 2000 die stimmungsvolle Kulisse für das "Castle Rock"-Festival. Wie sehr das Festival von dem, mit Konzerten von Bands aus dem Dark Wave / Gothic-Sektor nicht gerade verwöhnten Ruhrgebiet (warum eigentlich?) angenommen wird, zeigt die Tatsache, daß der Burghof mit 1600 Leuten bereits vor dem eigentlichen Beginn restlos ausverkauft war. Trotzdem hatte man nie das Gefühl, von Menschenmassen erdrückt zu werden und möglichen Bestrebungen, dem Festival in Zukunft größere Dimensionen zu verleihen, erteilte Organisator Michael Bohnes eine klare Absage. Der Rahmen für dieses Festival ist vorgegeben, wobei man lieber Wert auf ein (verhältnismäßig) kleines, aber fein organisiertes Event mit Kultcharakter und fairen Preisen legt, als auf eine festivalmäßige Massenbedienung, wie man sie allerorten geboten bekommt
Doch nun zum Festival: Den Anfang machten EISHEILIG , die mit ihrem, in der Schnittmenge aus HIM und Type O Negative gelegenen Sound den guten Eindruck, den bereits das gleichnamige Debüt hinterließ, bestätigen konnten. Vor allem "Vater unser" und "Tanz mit mir" hinterließen ihre Spuren und offenbarten das Potential, über das EISHEILIG zweifelsohne verfügen. Danach folgten WOODLAWN vom Bodensee, eine Band, die sich stilistisch nur schwer einordnen läßt und vor allem von der massiven Bühnenpräsenz ihrer Sängerin / Geigerin lebt. Zum Teil arabisch anmutende Gesangsmelodien und eine solide Gitarrenarbeit, angereichert mit Geigenklängen, sind das musikalische Spannungsfeld der Band, die sich mit ihrem soliden Set Anerkennung verschaffen konnte
SCREAM SILENCE zählen irgendwie immer noch zu den Shooting Stars der deutschen Goth-Szene, auch wenn diverse Tourneen (u.a. Dreadful Shadows) und Festivalauftritte (z.B. WGT) etwas anderes vermuten lassen und der Erfolg der Band für mich nicht immer ganz nachvollziehbar ist. Über SCREAM SILENCE schwebt nach wie vor der übermächtige Schatten Dreadful Shadows´, aus dem die Berliner sich auch nach zwei Alben und einer Maxi noch nicht haben lösen können. Die Shows, so auch hier in Mülheim, sind ambitioniert, das Stageacting genregemäß und handwerklich einwandfrei, aber es fehlt nach wie vor das gewisse "etwas", das der Band Unverwechselbarkeit garantiert. Wenn als einzige Erinnerung an einen, zweifelsohne nicht schlechten Auftritt, nur die Coverversion von Wolfsheim´s "The sparrows and the nightingales" haften bleibt, kann etwas nicht stimmen
JANUS kamen anschließend ungleich brachialer rüber und nicht immer ganz ernst gemeinte Zwischenrufe machten schnell deutlich, daß sich JANUS vor allem live mittlerweile einen exzellenten Ruf erspielt haben. "Schwarzer Witwer" und "Der Flüsterer im Dunkel" wurden stürmisch umjubelt. Fehlte zu meinem ganz persönlichen Glück eigentlich nur noch das "Saitenspiel". Nach langer Wartezeit und Umbaupause folgten MILA MAR , die bei einsetzendem Nieselregen ihren Set begannen. Im Mittelpunkt stand natürlich Anke Hachfeld, die mit ihrer unglaublichen Stimme und ihrer le(i)bhaften Bühnenpräsenz die Blicke des Publikums und die Objektive der Kameras auf sich zu ziehen wußte. "Maid of Orleans", live sehr viel mitreißender als auf CD und vor allem "Djanga" von ihrem Debüt "Nova" ließen eine wohlige Gänsehaut entstehen.
MILA MAR besitzen ihre Stärke vor allem dann, wenn sie sich von ihren perkussiven Grooves und ethnischen Einflüßen treiben lassen und sich nicht, wie auf dem enttäuschenden "Elfensex"-Album, kommerziell populärer Musik anbiedern. Ein großer Auftritt und auch der Regen mußte soviel urwüchsiger Kraft weichen. Gespannt mußte man auf DIARY OF DREAMS sein, war dies der erste Auftritt ohne Torben Wendt, der für das nächste halbe Jahr aus Studiengründen in Kanada weilt. Mit neuer Gitarristin und zum Teil recht erheblich veränderten Arrangements der Stücke gelang es Adrian Hates das Publikum zum Tanzen zu animieren, auch wenn die Reaktionen auf den Set der Düsseldorfer insgesamt doch eher relativ verhalten ausfielen und man sich an die neue (alte) Bühnenkonstellation im Haus DIARY OF DREAMS erst gewöhnen muß.
Es gab bereits einen Vorgeschmack auf das im Spätherbst erscheinende neue Album, das offensichtlich sehr viel aggressiver und tanzbarer ausfallen wird, als "One of 18 angels". "Chemicals" beendete einen guten, aber nicht überragenden Auftritt, wie auch Adrian Hates später einräumte. Würdiger Headliner des Festivals waren SUBWAY TO SALLY , für deren sieben Musiker sich die Bühne beinahe als zu klein erwies und die von Beginn an eine unbändige Spielfreude an den Tag legten, die das Schloß Broich in seinen Grundmauern erzittern ließ.
Zum ersten Male bekam die (freundliche und sehr zurückhaltende) Security Arbeit, drohten doch die Absperrgitter zwischen Publikum und Bühne aufgrund der Begeisterung der Fans zu kippen. Wer SUBWAY TO SALLY jemals live in Augenschein nehmen durfte, ist fasziniert von der traumwandlerischen Sicherheit und der Leichtigkeit, mit der die rockenden Barden Elemente des Mittelalters und der Rockmusik zu verbinden und dies zeitgemäß auch live umzusetzen in der Lage sind. SUBWAY TO SALLY beendeten nach gut anderthalb Stunden eine tolle Show und vor allem ein Festival , das sowohl stimmungsmäßig als auch vom Line-Up her zu begeistern wußte und bereits jetzt Vorfreude auf das nächste Jahr aufkommen läßt. Wir sehen uns dort...
Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


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