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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANGEL BLAKE

ANGEL BLAKE
Nach der Karriere ist vor der Karriere
Manchmal kommt es vor, dass Musiker aus einer relativ erfolgreichen Formation aussteigen um sich neu zu finden. So geschehen im Fall von Interviewpartner und ex-The Crown Gitarrist, Marko Tervonen, der das One-Man-Projekt Angel Blake 2005 aus der Taufe hob. Mittlerweile ist der Mann mit einer ganzen Band am Start, wobei Sänger Tony Jelencovich schon auf dem gleichnamigen Debüt-Album „Angel Blake“ seine Vocals zum besten gab. Das Werk, das bei Metal Blade erschien, wandelt heuer nicht mehr auf schwedischen Death/Thrash-Metal-Wegen sondern widmet sich eher stinknormalem Metal der Marke Glenn Danzig. Das ist zwar nicht ganz meine Schiene, wie das kürzlich auf unserer Seite erschiene Review eindeutig belegt, aber ich kann ja schließlich nicht nur meine Favoriten interviewen. Auf jeden Fall machen die Interviews mit harten Muckern manchmal echt mehr Spaß als mit so manchem Poser, der mit der Zeit stehen geblieben ist.
Wie waren deine Schritte von The Crown zu Angel Blake?
>> Nach dem Split von The Crown fing ich alsbald wieder an für ein Soloprojekt zu schreiben, denn als Musiker hört man nie wirklich auf, wenn man einmal Blut geleckt hat. Es stand nur die Frage zur Debatte auf welchem Level ich meine Arbeit weiterführen möchte. Also fing ich mit dem Material an, das mein neues Solo-Album ausmacht und bald ging ich auf die Suche nach einem neuen Label. Ich hatte Glück, denn Metal Blade interessierte sich für mein Werk. Also ging ich bei ihnen unter Vertrag. In dieser früher Phase meiner Solokarriere macht es den Eindruck als wenn es einfacher ist, dass ich die Arbeit alleine gestalte. Es wurde ein echter egoistischer Trip. Ich machte die komplette Produktion und nahm alle Instrumente selber auf. Nur Tony Jelencovich half mir bei den Vocals aus. Als alles fertig war kontaktierte ich einige Leute für ein neues Line-Up. Ich bin bereit die Bühne zu entern. <<
Warum hat sich The Crown überhaupt aufgelöst?
>> Das ist eine ziemlich komplizierte Geschichte. Wir haben vierzehn Jahre zusammen gerockt, aber zum Schluss wurde es schwierig miteinander auszukommen. Es gab verschiedene starke Rivalitäten und man wurde sich nicht einig in welche Richtung die Band weiter spielen sollte. Wir waren sehr oft auf Tour und das schadet einer Band eigentlich mehr, als dass es ihr hilft. Man reibt sich untereinander sehr auf. Das gilt sowohl für die finanzielle Situation als auch für die menschliche Lage der Dinge. Es gab den Gedanken nur als Studioband weiter zu agieren, aber das fühlte sich nicht richtig an. Nicht auf dem Level, den wir gewohnt waren. Wir entschlossen uns die beste Platte unserer Karriere aufzunehmen und auf dem Höhepunkt aufzuhören. Natürlich kann ich nicht genau sagen ob es unser Höhepunkt war oder ob wir noch mehr erricht hätten. <<
Ist es einfacher als Kopf und Komponist einer Band einen Split einzugehen mit der Gewissheit, dass man genug Möglichkeiten hat alleine weiter zu machen, als wäre man lediglich "nur" ein Musiker?
>> Es ist immer schwierig und aufreibend eine Band aufzugeben oder zu verlassen. Was mir die Sache leichter machte war, dass ich wusste, dass ich nicht aufhören würde, obwohl es für mein Leben leichter gewesen wäre. Das Musikgeschäft kommt mit jeder Menge Ärger daher, egal wie geil es manchmal ist. Ich bin jedoch bereit das ganze noch mal in Angriff zu nehmen. <<
In meinem Review zum neuen Album habe ich geschrieben, dass man schon hört das du komponiert hast, die Musik jedoch eine andere als bei The Crown ist.
>> Das finde ich toll, dass du es rausgehört hast und dass man merken kann, dass immer noch dieselbe Person am Werk ist. Um ehrlich zu sein musste ich mich ja nicht umprogrammieren nur um neue Songs zu schreiben. Es kam alles sehr natürlich zustande. Ich war immer schon ein Fan von Mid-Tempo-Bands und deren Musik. Es war eine Sache die ich bei The Crown einbringen wollte, aber es hat nicht oft funktioniert. Es war jedes Mal ein großer Kompromiss. Aber jetzt, mit einem anderen Sänger am Start, ist es ein ganz anderes Thema. Ich fühle jetzt ein wenig anders. Aber es ist immer noch ich der schreibt und die Songs beinhalten meine typischen Melodien. Die Form meines Ausdrucks ist nur nicht mehr so extrem. Das bin halt ich zur Zeit. Und wenn ich der Meinung bin, dass es wieder härter knallen muss, dann ist das kein Thema. Wir können jederzeit das Tempo anheben. <<
Was steckt hinter dem Namen Angel Blake. Wenn du doch ein Solo-Projekt gemacht hast, wozu brauchst du einen Bandnamen?
>> Es wäre ja wohl dumm gewesen die CD Marko zu betiteln. Ich wollte etwas Neutrales. Der Name sollte nicht ein bestimmtes Metal-Genre beschreiben. Natürlich hat Angel Blake etwas Mysteriöses an sich. Das erlaubt mir auch verschiedene Dinge in der Zukunft unter gleichem Namen zu tun. Eigentlich stammt der Name von einem Lied aus einem Tanzfilm den ich sehr mochte. Er ist ziemlich voller Soul. <<
Du hast dir Sänger Tony Jelencovich gewünscht und ihn bekommen. Was macht ihn so einzigartig?
>> Er kommt von der Band Transport League, die es irgendwie schon immer gab, haha. Aber jetzt haben sie aufgehört. Sie haben den Sprung in die große Liga einfach nie geschafft. Als ich die Musik zu Angel Blake schrieb stellte ich mir vor wie der Sänger klingen sollte und kam auf eine Mischung zwischen Nick Holmes (Paradise Lost) und James Hetfield (Metallica). Das genau ist Tony, denn ich erinnerte mich an ihn, da wir uns schon seit Jahren kennen. Eines abends kam es wie ein Geistesblitz. Ich hörte mir seine Sachen noch mal an und bemerkte wie gefächert seine Bandbreite ist. Seine Stimme gibt meinen Songs den gewissen Kick. Ich wollte auf keinen Fall Death Metal-Vocals. Es war ebenso eine Herausforderung Vocal-Lines zu schreiben. Unsere Teamarbeit wurde zu etwas Besonderem. <<
Ich war sehr überrascht, denn erst hieß es ,du machst ein Soloprojekt mit Tony als Shouter und als ich die Promo-Fotos bekam, befand sich eine Band auf ihnen. Wer sind diese Musiker?
>> Ich bin stolz sie zu nennen. Der Drummer, Janne Saarenpää, ist noch von The Crown und mein bester Freund. Es ist toll ihn dabei zu haben. Christian Älvestan (Gitarrist) ist in unserer Szene aus mehreren Bands sehr bekannt, wie zum Beispiel Scar Symmetry die bei Nuclear Blast unter Vertrag sind. Der unbekannteste Mucker ist wohl Kontrabassist Örjan Wressel, der noch nie in einer Heavy Metal Band gespielt hat. Er ist ein großer Fan dieser Musik, aber keine Band wollte ihn. Dieses Instrument gibt uns natürlich einen besonderen Touch. <<
Hört man den Kontrabass schon auf dem Album?
>> Nur auf einem Song. Und zwar auf dem letzten Track „...Til The End“. Er ist um einiges heavier und es ist erstaunlich was ein wenig Verzerrung mit dem Kontrabass anstellt. <<
Gibt es eine Message, die du mit deinen Lyrics verfolgst?
>> Es ist generell sehr persönliches Material. Während der Arbeit mit The Crown fiel mir auf, dass die Songs immer besser waren, wenn die Lyrics auf persönlichen Themen basierten. Es geht um einige wichtige Ereignisse in meinem Leben, aber es gibt auch erfundene Stories. Wie gesagt, das meiste ist wie ein Tagebuch. Halt einige Höhen und Tiefen. <<
Ist es etwas anderes als Solo-Künstler einen Deal zu bekommen, anstatt als Band? Hast du andere Regulierungen an denen du dich halten musst?
>> Der einzige Unterschied ist, dass niemand anderes außer mir für Fehler verantwortlich gemacht werden kann. Alles liegt in meinen Händen. Ansonsten gibt es kaum nennenswerte Unterschiede. Alles läuft ähnlich ab. <<
Was genau liegt in nächster Zeit für euch an?
>> Wir werden einige Warm-Up-Shows machen, bevor wir in Deutschland auf dem Summer-Breeze-Festival auftreten werden. Das wird bestimmt cool. Ansonsten suche ich pausenlos nach Auftrittsmöglichkeiten. <<
http://www.angelblake.com
Steve Burdelak


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