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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ABANDONED

ABANDONED
Das Pferd von hinten aufgezäumt
Diese Aussage im Einleitungssatz gilt nur für wenige Bands dieser Welt. Für Abandoned trifft eben ein seltener Werdegang zu, den man gar nicht oft genug erwähnen kann. Die Thrash-Boys aus unserem südlichen Deutschland haben es geschafft ohne Labeldeckung und ohne offiziellen Release die wichtigsten Sommerfestivals und Auftrittsmöglichkeiten abzugrasen und ordentlich abzusahnen. Schließlich wurde jede noch so große Mühe und starke Leistung belohnt, als die relativ neue Plattenfirma Dockyard 1 Günt, seines Zeichens Bassgott dieser Formation und heuer mein Interviewpartner, und seine kompetente Truppe unter Vertrag nahm. Das wiederum führte zur ersten offiziellen Veröffentlichung „Thrash Notes“, auf der die vier bolzenden Haudegen, abgesehen von Günt wären da noch Sänger Kalli, Drummer Konrad und Gitarrist Holger, im Vergleich mit dem letzten Demo „Misanthrope“ noch mal eine Schippe Qualität drauflegen konnten. Seitdem sind die Jungs pausenlos beschäftigt, um der Nation zu zeigen wo der Hammer hängt.
Hallo Günt. Schön dass du schon wach bist, haha. Lass uns mal gleich loslegen und gib uns bitte einen groben Abriss, wie ihr zu Ruhm und Deal gekommen seid.
>> 1999 haben Kalli und der Holger die Band gegründet, weil niemand mehr diese Musik machen wollte. Kurz darauf stieg Konrad ein und mich selbst fanden die Jungs fern von der Heimat an der Ostsee, da ich wirklich verzweifelt bis an die Grenzen unseres Bundeslandes eine Band gesucht habe. Später erstellten wir das Demo „Misanthrope“ in unserem eigenem Studio, in dem wir auch proben. Das haben wir dann 2003 großzügig verteilt. Die Reaktionen waren durchweg gut, bis auf eure, haha. <<
Ha,ha, streu´ noch mal schön das Salz in die Wunde. Ich kann ja nicht wissen, dass eine Bewertung von sieben Punkten die schlechteste Besprechung wird. Aber schließlich hat dies unserer Bekanntschaft ja nicht geschadet. Wie seid ihr zu Dockyard 1 gekommen?
>> Den Kontakt haben wir vor drei Jahren mal ganz locker auf dem Bang Your Head Festival gemacht. Wir haben immer von uns hören lassen und schließlich hatten wir die Chance auf dem Rock Hard Festival zu spielen. Das haben wir sofort für uns genutzt und die Verantwortlichen dort hin gebeten. Sie waren da, wir haben gerockt und der Rest war Verhandlungssache. <<
Gleich die Brücke zur nächsten Frage und eine Ergänzung zum Werdegang. Wie kommt man denn überhaupt zu Auftrittsmöglichkeiten auf einem Rock Hard Festival oder den etlichen anderen die ihr geschafft habt, ohne ein Labelprodukt im Rücken zu haben?
>> Genau. Wir haben das Earthshaker Festival und sogar Wacken reingeholt. Das ist echt nicht einfach, aber es geht. Das war ein reines Kennenlernen und Kontakte pflegen. Einfach freundlich nervend. Ein Jahr lang hörte ich am Telefon vom Verantwortlichen des Earthshaker Festival, dass er uns auf dem Schirm hätte. Irgendwann kaufte ich dann einen Schirm, klebte ihn voller Bandaufkleber und schickte ihm diesen. Da hatte er uns wirklich auf dem „Schirm“. Eine Woche später hatten wir die Zusage. <<
Was kannst du zu den Festivals sagen?
>> Das Rock Hard Festival war bis jetzt das Highlight in meinem Musikerleben. Ich kann das kaum in Worte fassen. Einfach nicht zu toppen. Wir waren eine kleine Band ohne Plattenvertrag und wurden genauso behandelt wie alle anderen Stars. Alle waren freundlich und zuvorkommend zu uns. Ein unglaubliches Wochenende und vielen Dank an alle noch mal. <<
Jetzt seid ihr abgesehen von den alteingesessenen Thrash-Bands ja eher alleine auf weiter Flur. Seht ihr euch selbst ein wenig als Vorreiter für dieses Genre in der heutigen Zeit?
>> Es gibt einige gute deutsche Thrash-Metal-Bands, mit denen wir zum Teil befreundet sind und auch schon Gigs zusammen bestritten haben. Da gibt es eine Band namens Contradiction, eine andere nennt sich Delirious, alles gute Combos. Als führende Köpfe sehe ich uns jedenfalls nicht. <<
Am Gesang wurde viel gefeilt. Das ist nicht nur mir aufgefallen, sondern auch Joxe, dem Mann der nichts ist und nichts kann, und einigen mehr. Wie kam es zu dieser Ambition?
>> Kalli hatte sich ernsthaft Gedanken über den Gesang gemacht. Er hat im Voraus versucht gewisse Dinge zu lernen. Schließlich ist er eigentlich ein Gitarrist und dann erst Sänger. Er singt nur weil es kein anderer machen wollte. So sieht es aus. Er hat sich heuer mit Gesangsunterricht im Vorfeld vorbereitet. Im Studio hatten wir keinen Producer, das haben wir selbst in die Hand genommen, aber es war jemand anwesend der Vorschläge gemacht hat. Für den Gesang half Rolf Köhler aus. Er hat ja schon mit Größen wie Hammerfall und Blind Guardian gearbeitet und das hilft natürlich. Bei Modern Talking hat es mit dem Gesang geklappt, also warum nicht bei uns, haha. <<
Ihr habt einen schnellen Start hingelegt, habt auf etlichen Festivals gespielt, habt ein Album auf dem Markt und seid trotzdem auf dem Teppich geblieben. Seid ihr wirklich so nett oder hat euch die Maschinerie noch nicht im Griff?
>> Das kommt aus dem Bauch heraus. Zum böse gucken oder mit Beleidigungen hantieren fehlen uns wahrscheinlich die Drüsen, haha. Damit sind wir nicht ausgestattet. Unsere Motivation ist der Spaß. Spaß geht nicht wenn man schlecht drauf ist. Das verstecken oder vertuschen wir nicht. Wir gehen auf die Bühne und bewegen uns im musikalischen Umfeld so wie wir wirklich sind. Wir sind die lustigen Recken aus Hessen. <<
Gibt es eine feste Aufgabenverteilung in der Band? Gibt es eine bestimmte Person, die sich um Texte, Kompositionen und die Promotion kümmert, oder fungiert ihr als Team?
>> Im Großen und Ganzen hat jeder seine Funktion, obwohl die Texterei unser kleines Sorgenkind ist. Aber selbst das kriegen wir in den Griff. Holger kümmert sich um die Kompositionen und erscheint meist schon mit fertigen Stücken. Das wird nur noch in den großen Abandoned-Filter geworfen und zusammen ausgearbeitet. Jeder kann sich einbringen, denn wir sind eine absolut demokratische Band. Jetzt kommen eine Menge Promotion und betriebswirtschaftliche Dinge dazu und da ist alles aufgeteilt. Jeder macht das was er am besten kann. Alle anderen helfen oder halten das Maul, haha. <<
Was ist das Problem mit den Texten? Legt ihr keinen besonderen Wert auf die Lyrics oder seid ihr nicht fähig in englisch auszudrücken was ihr sagen wollt?
>> Mit dem Englischen gibt es keine Probleme, da unser Shouter Kanadier ist. Wir sind halt Musiker und bevorzugen es lieber neue Riffs zu ergründen als sich die Zeit zu nehmen und über Texte zu grübeln. Deshalb ist im Studio auch der eine oder andere Text zwischen Badezimmer und Küche entstanden. <<
Hast du eine Frage die du immer beantworten wolltest, die dich im Interview aber nie einer gefragt hat?
>> Haha! Ja, warum wir überhaupt Musik machen. Es geht uns weder um Ruhm noch Geld. Wir wollen lediglich einen Promotion-Gag fahren. Wir haben das Ziel „Butschesloma“ populär zu machen. Das ist eine olympische Sportart, die weltbekannt ist. Der ein oder andere hat sie bestimmt schon aus Versehen gespielt. Deswegen haben wir auch das Album aufgenommen, dass die Fans auf unsere Homepage gucken, den Link anwählen und dann geht ein Video auf, das man sich runterladen kann. Da steht dann: „Those who know can`t explain, those who don`t won`t understand. (diejenigen die es wissen können es nicht erklären, und diejenigen die es nicht wissen, werden es nicht verstehen).” Das muss man sich runterladen und dann weiß man Bescheid. <<
Verstehe, verstehe. Ich guck dann doch lieber Fernsehen. Orientiert sich euer Thrash-Metal eher an Europa oder an den Vereinigten Staaten von Amerika? Die Frage deswegen, da sich euer Sänger ähnlich wie Peavy von Rage anhört, aber die Musik eher nach Testament und Forbidden klingt.
>> Das siehst du ganz richtig. Wir sind mit dem Bay-Area-Thrash aufgewachsen. Bands wie Exodus, die beiden die du gerade nanntest und die alten Metallica sind Paten mit denen wir aufgewachsen sind. Damit haben wir den meisten Spaß und deshalb verfolgen wir diesen Sound. Der Vergleich mit Peavy ist schon oft gefallen, aber wohl eher ein Produkt des Zufalls. <<
Was steht demnächst für Abandoned auf der Abholzliste?
>> Wir harren der Dinge die da kommen. Will heißen, wir sind für alles offen. Wir sind alle beruflich eingebunden, einige haben Kinder, also können wir nicht mal eben für zwei Monate auf Tour verschwinden. Das muss noch warten. Es ist im Gespräch, dass wir eine kleine Support-Rolle übernehmen werden, aber man wird sehen. Ansonsten stehen eher vereinzelte Gigs und Festivals vor der Tür. <<
http://www.gebolze.de
Steve Burdelak


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