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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CATASTROPHE B ....

CATASTROPHE BALLET
In Schönheit zu sterben
Anlässlich des neuen Albums „... All Beauty Dies“ war es mal wieder an der Zeit sich mit Mastermind Eric Burton zusammenzusetzen und ihn mit ein paar Fragen zu löchern. Der Mann ist ja nicht „nur“ Sänger von Catastrophe Ballet, sondern inzwischen auch ohne Übertreibung zu einem der „Urgesteine“ der deutschen Gothicszene zu zählen. Genügend Stoff also für ein vernünftiges Gespräch.
Mit eurem neuen Album „... All Beauty Dies“ seid ihr gewissermaßen zum Grundgerüst der Musik zurück gekehrt. Dem Songwriting. Wie kam es dazu, nachdem Ihr ja auch einige Experimente durchgeführt habt, jetzt sozusagen wieder aufs Maximum zu reduzieren?

>> Nun, Songwriting gab es natürlich auf allen bisherigen Veröffentlichungen von Catastrophe Ballet, nur war die Art und Weise, wie die Songs geschrieben wurden im jeweiligen „Lebensabschnitt“ der Band immer wieder sehr unterschiedlich. Der BAND-Charakter war je nach Album mehr oder weniger ausgeprägt bei der Entstehung der Tracks. Im Jahr 2005 / 2006 ist Catastrophe Ballet wieder zu einem Organismus geworden, der ZUSAMMEN arbeitet und GEMEINSAM Ideen zum Leben erweckt. „...all beauty dies“ ist ein neues Kapitel in unserem Schaffen, wir haben allen Ballast über Bord geworfen, sind selbstbewusst genug, um uns „nackt“ zu präsentieren. Was Du auf diesem Album hörst, ist Catastrophe Ballet...ohne Tricks und ohne doppelten Boden. <<

Was ist der perfekte Song für dich, oder anders gefragt, was macht einen guten Song aus?

>> Ein perfekter Song meiner eigenen Band ist ein Track, den ich auch lange Zeit nach seiner Entstehung noch verstehen und nachvollziehen kann. Ein guter Song im allgemeinen besticht für mich durch seine Eingängigkeit (muss ja nicht immer was negatives sein), seine kompositorische Besonderheit und ein „extra Extra“, das man im vorhinein so nicht erwartet hätte. <<

Wie wichtig ist für dich das Funktionieren einer Band in so einem Prozess? Wie wichtig ist die Einheit, oder könntest du deine Ideen auch gut und gerne mit wechselnden Gastmusikern bestreiten.

>> Catastrophe Ballet war ja in der Vergangenheit schon sowohl so was wie „Eric Burton und Gäste“, als auch eine Einheit. Ich muss sagen, dass mir die Zusammenarbeit mit einer „richtigen“ Band mehr gefällt und auch mehr bringt, als wenn ich alles alleine machen muss. Das war zum Album „Menschenfeind“ ein wichtiger Schritt, der schon zum nächsten Album „Modern Primitives“ war es noch wichtiger geworden, aus Catastrophe Ballet wieder eine Band zu machen und keinen „Eric Burton Ego-express“. Es gibt wohl nichts schöneres, als musikalische Ideen mit unterschiedlichen Menschen verwirklichen zu können und daraus etwas entstehen zu lassen, das für uns Bedeutung hat. <<

Einige Titel auf dem neuen Album waren auch schon auf der Tour-EP. Warum habt ihr euch entschieden sie noch einmal zu veröffentlichen?

>> Einfach, weil wir selber diese drei Songs selber sehr gut finden. Diese drei Tracks sind auf der EP in einer ursprünglichen Version enthalten, die wir für das Album weiterentwickelt haben. Die EP bildet den Grundstein für das Album „...All Beauty Dies“ und diese drei Songs sind die Saat, mit der wir das Album begonnen haben. <<
„Alle Schönheit stirbt.“? Bei Nick Cave hieß es noch „All Beauty Must Die“. Eure Aussage klingt dagegen eher wie eine nüchterne Feststellung, etwas, was man sogar bedauert, obwohl es einfach eine Tatsache ist. Ist es wirklich nur noch eine nüchterne Feststellung?

>> Ach, das Zitat von Nick Cave kannte ich noch gar nicht. Ja, für mich ist es eine sehr nüchterne Tatsache, das alles Schöne, aber auch alles andere, vergänglich ist.
Ich bedauere nicht, dass Dinge vergehen. Es muss immer wieder Platz gemacht werden für Neues und das gilt eben für alles, was existiert. Auch für Catastrophe Ballet... <<


Wobei ich euch musikalisch immer noch eine ganze Menge Gefühl, vor allem natürlich eine latente Melancholie und Sehnsucht „unterstellen“ würde. Was mich auf dem neuen Album beinah schon „verwirrt“: es klingt kein bisschen aggressiv, trotz natürlich vorhandener Rockelemente. Im „Gegensatz“ zur nüchternen Titelaussage doch der Wunsch nach Schönheit?

>> Wir haben es nicht vorher geplant, „aggressiv“ oder „nicht aggressiv“ zu sein, als wir „...All Beauty Dies“ komponierten und aufnahmen. Ich wollte ein Album entstehen lassen, das in meiner Vorstellung „schrecklich schön“ sein sollte, so wie wir es auch bei unserer Namenswahl „Catastrophe Ballet“ darstellen wollten. Ich vermisse in der Welt heute oft „Schönheit“ in den Dingen. Es ist einfach geworden, Dinge extrem oder hart oder eklig darzustellen, aber was macht dich heute noch sprachlos, weil es so schön, ergreifend oder einfach bedeutend ist?

Oder kommt hier vielleicht sogar eine leichte „Altersabgeklärtheit“ und eine leichte „Desillusionierung“ ins Spiel?

>> Ich kann nichts gegen mein Alter tun. Ich denke auch nicht darüber nach. Jahreszahlen sind eine Erfindung der Menschheit, nicht der Natur. Du musst selber wissen, was diese Zahlen für dich bedeuten sollen und welchen Einfluss sie auf dein Leben haben. Desillusioniert bin ich überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Vor einigen Jahren war ich wesentlich frustrierter, was mein Leben anging, weil ich ganz andere Hoffnungen hatte. Ich bin sehr glücklich, dass ich mich endlich von den Zwängen befreien konnte, wie Catastrophe Ballet sein muss, damit ich damit bestimmte Ziele erreiche. Diese früheren Ziele sind nicht mehr wichtig für mich. Zum ersten Mal habe ich bzw. die Band das getan, was wir am besten können: UNSERE Gedanken und UNSERE Musik zu einem Werk zusammenzufassen, ohne uns von irgendetwas dabei beeinflussen zu lassen. <<

1989 habt ihr eure erste Scheibe veröffentlicht. Seitdem sind etliche Jahre ins Land gezogen. Wenn du persönlich/musikalisch Resümee ziehen müsstest, was würdest du in wenigen Sätzen sagen?

>> Wir haben vieles falsch gemacht, aber auch vieles richtig. Wir haben so viel gesehen, gehört, erlebt, Menschen kennen gelernt, Dinge über uns selber erfahren, die uns gefreut oder erschreckt haben. Wenn ich morgen mit all dem Wissen wieder von vorne anfangen könnte: Ich würde nichts anders machen, glaube mir. Nichts!!! <<
Glaubst du, dass man als Musiker in Würde altern kann? Wie stellst du dir dein musikalisches Altern in den nächsten zwanzig Jahren vor, was ja beinahe noch mal der selbe Zeitraum seit der ersten Catastrophe Ballet-Veröffentlichung ist.

>> Es ist sicherlich nicht einfach, als Musiker älter zu werden. Viele Dinge stellt man in Frage, nicht alles aus der Vergangenheit passt noch in die aktuelle Zeit. Ich muss mich immer wieder selber fragen, was noch zu mir und Catastrophe Ballet im aktuellen Bestehen passt und was nicht. Es wäre traurig für mich, wenn ich es nicht schaffen kann, mich immer wieder aktuell und neu zu präsentieren. Ich mag es nicht, die komplette Vergangenheit mit mir herumzuschleppen. Ich weiß nicht, was in den nächsten zwanzig Jahren mit Catastrophe Ballet passieren wird, denn wir haben nie Dinge im voraus geplant. Wir lassen unser Universum so lange expandieren, so lange es etwas spannendes für uns dort zu entdecken gibt. <<

Ihr ward gerade mit Theatre Of Tragedy und Gothminister auf Tour! Wie wars?

>> Einige nette Abende unter Freunden.... <<

Wie wichtig sind dir Liveauftritte?

>> Früher habe ich für nichts anderes gelebt. Heute ist es im allgemeinen leider sehr schwer geworden, einen Auftritt zu erschaffen, der uns UND dem Publikum etwas gibt. Ich habe das Gefühl, das ich oft sehr alleine bin mit dem, was ich mit Catastrophe Ballet präsentieren möchte. Zu viele Auftritte sind zu einem abgekarteten Spiel geworden, die uns keine Möglichkeit lassen, den Abend zu etwas besonderem werden zu lassen. Kanonenfutter... <<

Was ist der Reiz an einem Liveauftritt?

>> Zügellosen Irrsinn und Raserei zu erschaffen. Aber wo ist nur euer Wille zum Wahnsinn geblieben? <<

Neben deiner „Rolle“ als Sänger, bist du vielen auch bekannt als „Chef“ der Promoagentur „Hardbeat Promotion“. Hierzu würde ich dir gerne ein paar Fragen stellen.

>> Gerne... <<

Etliche Bands und Künstler, die du als Promoter vertrittst, sind kommerziell sicherlich erfolgreicher als deine eigene Band. (Vielleicht sogar in anderer Hinsicht?) Kommt da manchmal so etwas wie Neid auf? Denkst du manchmal, „du hast doch eigentlich die Mittel Catastrophe Ballet zu einer richtig bekannten, berühmten, erfolgreichen, Hits produzierenden Band zu machen?“ Wenn „ja“, warum tust du es dann nicht?

>> In meinem Leben vor Hardbeat war ich sehr neidisch auf viele andere Bands, das ist richtig. Ich konnte nicht verstehen, warum ihnen der Erfolg so zufällt, für den wir doch wirklich ALLES taten. Es gab nichts, das wir unversucht ließen, um diesen „Erfolg“ (wo fängt der eigentlich an?) ebenfalls zu erreichen. Das hat mich fast wahnsinnig gemacht.....Heute verstehe ich das alles, denn ich bin ja für viele Acts und deren Releases, sowie den Erfolg, der sich hoffentlich durch meine Arbeit dann (mit)einstellt, selber verantwortlich und ich füttere die Mechanismen, die hierfür nötig sind. Ich habe aber ebenfalls gemerkt, dass Strategien, die ich auf andere Künstler anwende, damit ihr Release erfolgreich wird, nicht unbedingt auf Catastrophe Ballet passen. Dazu ist die Natur meiner Band einfach zu unterschiedlich. Ich habe nichts gegen „Hits“, aber das ist nicht mehr das, wofür ich lebe. Catastrophe Ballet hat mein ganzes bisheriges Leben zum größten Teil mitgeprägt. Meine aktuelle Welt, meine Tage ,.. viel von meinem Leben ist nur deshalb so, weil es Catastrophe Ballet gab und gibt. Das ist für mich der grösste „Hit“, den ich mir vorstellen kann. Ich bin ein glücklicher Mensch! So hart wie das jetzt auch für einen Newcomer Act klingen mag: nur allein mit eurer Musik, so toll sie auch sein mag, könnt ihr es nicht nach oben (wo ist „oben“ für einen Musiker?) schaffen, egal wie sehr ihr euch abmüht. Ohne Support von einem Label, Management, Bookingagentur, Promotion-Agentur, Verlag etc. habt ihr keine Chance. Das war zu unseren Anfangszeiten schon sehr schwer, aber heute sind die Kuchenstücke schon im voraus fest verteilt, und nur aus eigener Kraft kommt ein Newcomer leider nicht sehr weit. Ich wünschte, ich könnte dir etwas anderes sagen, glaube es mir... <<
Beide Tätigkeiten in Deinem Leben, Promotion-Agentur und Catastrophe Ballet, sind eng mit Musik verbunden. Welchen Stellenwert räumst du dem Einen gegenüber dem Anderen ein, wobei ich hier gar nicht mal von Gewichtung sprechen möchte!

>> Beides bekommt zu einhundert Prozent Burton-Power. Ich bin nicht der Typ, der nur halbe Sachen macht. <<

Gibt es neben der Musik noch etwas, dass dir genau so wichtig ist?

>> Sex, Freunde, Videospiele.... <<

Mit Hardbeat und Catastrophe Ballet hast du die letzten Jahre auf jeden Fall die musikalische Entwicklung in diesem Land, speziell natürlich der sogenannten Gothic-Szene, (wenigstens) mitgeprägt. Wenn du jetzt hier auch noch mal Resümee ziehen könntest?

>> “I did it my way...” <<

Zum Schluss noch einen kurzen Satz zur Zukunft von Eric Burton, Hardbeat oder Catastrophe Ballet?

>> Es bleibt spannend. <<

Dann bedanke ich mich für das Interview und die Zeit, die du uns gewidmet hast.
http://www.catastropheballet.de
Thomas Sabottka


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