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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE-FESTIVAL, 31.03. & 01.04.2006, GÖPPINGEN - CHAPEL
GÖPPINGEN - CHAPEL

31.03. & 01.04.2006
Same procedure as last year. Meister Lücker und Freischaffer Müller begaben sich, diesmal in Begleitung zweier doomig interessierter Kollegen, auf die ca. 500km währende Reise Richtung Göppingen, um dort ausgiebig den langsamen Gitarren und Grooves zu huldigen. Die Anfahrt entpuppte sich diesmal als die Familienplanung bedrohendes Projekt, da Herr „gaaaaans verruckt“ Lücker auf der Suche nach der optimalen Einstellung der Klimaanlage die Sitzheizung auf den teuren vorderen Plätzen in derartige Höhen schraubte, dass der Hoden nach einer Viertelstunde im bedenklichen Temperaturbereich glühte. Erst ein Anruf bei Ludwig L., immerhin Besitzer des Gefährts, verschaffte Kühlung. Alter, das gibt demnächst bei Primordial noch ein Pils! Neben unendlichem Schmerz brachte uns die Aktion das Gegackere der Mitfahrer Andreas G. und Lars B. ein, deren Schadenfreude leider nicht durch eine sich auf den Rücksitzen befindliche und von vorne zu bedienende Heizung Einhalt zu gebieten war. Wie dem auch sei: nach ansonsten angenehmer und nahezu staufreier Fahrt in Göppingen angekommen, erfreuten wir uns an frühlingshaftem Wetter und ebensolchen Temperaturen, und die Normalsterblichen schlabberten die ersten Biere, während es für die einköpfige Waltroper Fraktion schon vorgemixte brasilianische Cocktails mit gecrushtem Eis sein mussten. Allgemein spielte das Wetter den Veranstaltern und Fans, bis auf einen garstigen Schauer am Samstag, wenig böse mit, und somit war dem Doom Shall Rise ein fantastischer Boden bereitet. (PM)
Nachdem es beim Aufbau der Bühne und der PA offensichtlich einige Probleme gab und die eigentlich angedachten Opener LOW MAN’S TUNE wegen eines krankheitsbedingten Ausfalls nicht anreisen konnten, folgte das erste unlivehaftige Highlight des DSR in Form der durch die PA geblasenen neuen Mirror Of Deception-Songs, deren im Sommer erscheinendes Album „Shards“ ein ganz besonderes Schmankerl zu werden verspricht. You better watch out! Anschließend lag es an den Briten IRON HEARSE die vierte Auflage des DSR endgültig auf den Weg zu bringen. Und dies taten sie traditionell und sabbathig, aber leider auch hüftsteif und mit unspektakulären Songs. Gegen einen flotten Dreier auf der Bühne ist natürlich nichts auszusetzen, allerdings präsentierten sich Iron Hearse doch arg unterkühlt in ihrer Performance. Die Tatsache, dass sich Bassist und Gitarrist/Sänger ständig am jeweiligen Bühnenrand aufhielten und so Centre-Stage rein gar nix vor sich ging, trug nicht gerade zum Spaßfaktor bei. Technisch o.k. und leidlich tight zockte man sich so durch eine unspektakuläre gute halbe Stunde, die dementsprechend nicht mehr als Höflichkeitsapplaus erntete. (PM)
Es ist immer wieder erstaunlich, denn obschon sich bei den jeweiligen DSR-Events nur wenige Fans mit DoomDeath-Leibchen schmücken bzw. Funeral Doom-Shirts durch die Gegend tragen, avancieren derlei oder ähnlich geartete Acts meist zu gefeierten Überraschungen (man denke an den Triumphzug der Rotterdoomer von Officium Tiste bei der ersten Auflage oder die frenetisch gefeierte Performance der avantgardistischen Chilenen Mar De Grises im letzten Jahr). Auch AHAB kamen anno 2006 extrem gut an und überzeugten die Fans mit einer heftig garstigen, gaaaaaanz langsamen und intensiv-heavy vorgetragenen Mixtur aus DoomDeath und Funeral Doom. Die Combo um die auch bei Midnattsol aktiven Daniel Droste und Christian Hector könnte ich mir jedenfalls perfekt im Repertoire von Firebox- bzw. Firedoom Records vorstellen. Mit den vokalen Äußerungen – irgendwo zwischen grabestiefem Grunzen, gutturalen Lauten und gepressten Klängen aus der Esoterica-Hölle hin- und herpendelnd – hatte ich jedoch einige Anfreundungsprobleme, sprich: not my cup of cocktail. Ansonsten jedoch ein durchaus ansprechender Gig. (CL)
Danach ein, wenn nicht DAS Highlight des diesjährigen DSR. Stimmungsmäßig schossen die Puerto Ricaner DANTESCO klar den Doom-Vogel ab und so entwickelten sich auch diesmal die größten Exoten zu einem der großen Gewinner des Festivals. Und das Wort Exoten ist in diesem Fall wahrlich angebracht. Als die schwergewichtige Dantesco-Mischpoke die Bühne enterte, erntete sie allseits wohlwollendes Amüsement unter den zahlreich und erwartungsvoll vor der Bühne ausharrenden Doomstern. Der Sänger in ein bodenlanges Priestergewand gewandet, flankiert von zwei in Mönchskostümen abmetalnden Gitarristen, einer davon stilecht mit Tonsur. Und dann ging’s ab auf die Glocke! Sänger Erico La Bestia entpuppte sich nicht nur seine Diät betreffend als Luciano Pavarotti des Doom, sondern auch seine Stimme, mit der er die durchweg spanischen Texte intoniert, sucht in diesem Genre ihresgleichen und lässt sich treffend als Mischung aus Messiah Marcolin und einem Operettensänger beschreiben. Im Verbund mit der instrumentalen Mischung aus Candlemass-artigem Doom mit einer gehörigen Portion 80ies-Metal à la Mercyful Fate entstand so eine das Publikum vom ersten Moment an packende Mischung. Begeisterung wohin man blickte. Schon während des Gigs pilgerten viele Festivalbesucher zum CD-Stand, um eine Kopie der tollen „De La Mano De La Muerte“-CD zu ersteigern. Und zu Krachern wie „La Tempestad“, „Cronicas De La Muerta Negra“ oder „Principe De Valaquia“ flogen Matten, reckten sich Fäuste und erhoben sich Stimmen, um kauderwelschend mitzujohlen. Höhepunkt des kurzweiligen Gigs war für mich allerdings der von einer arschtight abrockenden Band präsentierte neue Song, dessen auf das altenglische Gedicht „Beowulf“ anspielende Titel mir leider entfallen ist. Zu Hören gab es eine von einem Massenmörderriff getragene Groove-Bestie vor dem Herrn. Unfassbar geil und der Song des Festivals (o.k., mit Ausnahme einiger Debris Inc. Songs)! Am Ende standen Schweiß, Blut und Tränen ob dieses grandiosen Happenings. Höllen-Gig! (PM)
Auf DAWN OF WINTER hatte ich mich wirklich gefreut, allerdings hinterließ deren Gig mehr als nur ein Geschmäckle. An der musikalischen Performance der süddeutschen Doom-Institution gab es wenig auszusetzen, denn die Band spielte ihre Songs fehlerlos runter. Mehr aber auch nicht... Ein Bassist, dessen Darbietung mit dem Wort „gelangweilt“ noch wohlwollend umschrieben ist und für den sein Spielgerät vom Vier- in einen Einsaiter umfunktioniert werden sollte. Ein unmotiviert wirkender Gitarrist, und mit Jörg Knittel immerhin ein echter Metal-Allrounder, dessen Bewegungsradius jenen eines überdimensionalen Bierdeckels mitnichten überschritt. Und mit Gerrit Mutz ein zwar solide auftrumpfender Sänger, dessen Gehabe auf der Bühne jedoch keineswegs unterhaltsam war. Die Hardcore-Fans und Bandfreunde vor der Bühne verbal derbe auf die Schippe zu nehmen, geht ja noch vollkommen in Ordnung. Als allerdings das für Gerrits Mikro zuständige Mitglied der Festival-Crew trotz eines wirklich guten Sounds zum Opfer des gestenreichen Unflats des Shouters wurde, hörte der Spaß für mich auf. Sollte es sich auch hierbei um einen Gag unter Freunden gehandelt haben, will ich nix gesagt haben. Allerdings änderte dies nichts an dem Eindruck, dass die Band reichlich routiniert und in vollkommener Selbstüberschätzung ihren Gig abspulte. Nicht jeder kann es sich wie Slayer oder aber die am nächsten Tag auftrumpfenden Ron Holzner und Dave Chandler leisten, cool und ohne übertriebenen Aktionismus auf der Bühne zu stehen und dennoch zu begeistern. Manche haben Ausstrahlung, andere denken über eine solche zu verfügen und kommen schlicht unsympathisch rüber. Dabei sind Songs wie „Fallen Empire“, „Ritual Magic“ oder „Slow Is The Suffering“ einfach nur coole Doom-Granaten, und auch die vorgestellten neuen Songs, allesamt überzeugend, hätten bei etwas mehr Einsatz auf der Bühne sicher für Begeisterung unter den allerdings nicht eben zahlreich vor der Bühne erschienen Fans gesorgt. Als hätten die Abwesenden es geahnt... So herrschte sowohl auf als auch vor der Bühne nichts als gepflegte Langeweile. Sehr, sehr schade. (PM)
Und weiter ging’s im „Dumm gelaufen“-Takt... Am Donnerstag hatte ich mit meinem Kumpel Lars noch am Telefon darüber gesprochen, dass ich erst dann, wenn die Band tatsächlich auf der Bühne stünde, daran glauben könne, dass SOLITUDE AETURNUS tatsächlich beim DSR spielten. Und just posteten die DSR-Veranstalter am selben Abend auf ihrer webpage, dass Sänger Rob Lowe es aus Gründen höherer Gewalt nicht nach Deutschland geschafft habe. Und das, obwohl für einen Großteil der Fans Solitude definitiv DER Höhepunkt des Festivals werden sollten. Keinerlei Vorwurf gilt hier ausdrücklich den Veranstaltern, denn dafür, dass Maestro Lowe Probleme mit seinem Pass bzw. seinen Papieren bekommt, ist wohl nur er selbst verantwortlich zu machen. Naja, Augen zu und durch... Bevor ich zu meinem Review ansetze, möchte ich betonen, dass es im Auditorium auch andere Stimmen gab, die Solitude angesichts der Situation eine gute Performance bescheinigten. Aber zu meiner Sicht der Dinge: So traten sie also mit verschiedenen Gastsängern auf, nämlich Doomshines Timmy Holz, Dantescos La Bestia und Gerrit Mutz von Dawn of Winter. Proben war sicher nicht mehr drin, zudem waren besagte Herren angesichts der herkulösen Aufgabe sicher einigermaßen enerviert. Sprich: auch hier keinerlei Vorwurf! Wer will einen Charismabolzen wie Lowe ersetzen, geschweige denn dessen einzigartiges Organ? Solitude Karaoke starteten musikalisch fulminant mit „Haunting The Obscure“, aber La Bestia verpasste schon hier ständig seine Einsätze, ein Bild, das sich beim Großteil der folgenden Songs (etwa den von Timmy Holz intonierten „Awakening“ oder „Seeds Of The Desolate“) nicht ändern sollte. Der bedauernswerte John Perez wurde nicht müde, seinem Bedauern über die untragbare Situation Ausdruck zu verleihen und spielte und bangte sich den Frust ab. Ganz im Gegensatz zu Klampfer Steve Mosley, dessen Schuldiner-esquen Gitarrenstimmereien Perez alsbald mit einer sarkastischen Bemerkung über den „Equipment King“ jäh unterband. Und beim Anblick des neuen, sicherlich technisch versierten Bassers, befielen mich angesichts des abtrünnigen Monsterbassers Lyle tatsächlich Beklemmungen. Jedenfalls hätte der Gute mit seiner dämlichen Sonnenbrille in ’nem kalifornischen Porno am Swimmingpool sicher ’ne bessere Figur abgegeben. Mit Lowe wäre das gut gegangen, aber ohne ihn eben nicht. Zudem machte Perez als Sänger bei den beiden neuen, absolut fantastischen neuen Songs (einer davon das bereits auf der Webpage veröffentlichte „Sightless“) eine gute Figur, sodass ich mich frage, warum er nicht gleich bei allen Songs den Gesang übernahm. So komme ich nicht umhin, die Befürchtung zu äußern, der Demontage einer Legende beigewohnt zu haben. Lediglich bei „Falling“ und dem von Gerrit Mutz endlich mal halbwegs timingsicher gesungenen „Destiny Falls To Ruin“ kam so etwas wie adäquate Stimmung auf, und hier gilt ein großes Lob den Fans, die der Band die Treue hielten und sie nach Kräften unterstützten. Mannomann, was wäre bei DER Setlist alles drin gewesen. Langsam aber sicher beschleicht jedoch selbst hart gesottene Fans angesichts der immer wieder verschobenen neuen Platte und den diversen Konzertabsagen der Verdacht, dass Solitude vor dem Ende stehen. Hoffentlich strafen sie mich Lügen! (PM)
Nach dieser in der Tat äußerst zwiespältigen „Wer könnte jetzt noch mal ’ne Nummer singen?“-Veranstaltung enterten zu vorgerückter Stunde VERSUS THE STILLBORN-MINDED die Bühnenbretter, um den schon recht ausgelaugten Fans ihre extreme Doom-Variante vor die Hörmuscheln zu knallen. Ihr Cocktail aus Sludge und Doomcore, brachial und mit diversen ausladenden Instrumentalpassagen vorgetragen, lag mir mitten in der Nacht, nach diversen SolwMotion-Stunden und der Solitude-Enttäuschung jedoch etwas zu schwer im Magen und ließ mich eher von einem Caipirinha (Wunschvorstellung), einem letzten Absacker-Bierchen (schon realer) und ein paar Stunden Ruhe im kuscheligen Schlafsack träumen. Meiner bescheidenen Ansicht nach hatte das Quintett einfach Pech mit der Positionierung und dem finalen Platz im Billing. (CL)
Einen Kater und wenig Schlaf später (hehe, Du hättest auch ein paar Cocktails schlürfen sollen, ich war nämlich fit! ;-) – CL) sollten mir die Italiener DOOMRAISER bei undoomigem Frühlingswetter den Schlaf aus den Gliedern schütteln, was ihnen auch gelang. Erdig, räudig, ehrlich, traditionell: diese Vokabeln umschreiben das Dargebotene durchaus treffend. Mächtig zähflüssig rauschten die drei langen Bastarde des „Heavy Drunken Doom“-Demos aus den Speakern, und auch wenn sich die Band manchmal ein wenig in übertrieben langen Instrumentalpassagen verlor, so sprang doch der Funke über und die ersten Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn. Ein sympathischer und charismatischer Sänger, fett bratzende Riffs sowie eine hart arbeitende Rhythmusfraktion (hervorzuheben der mächtig abgehende Backenbart am Viersaiter) sorgten ähnlich wie Gorilla Monsoon letztes Jahr zum Auftakt des zweiten Tages für prächtige Stimmung. (PM)
Ist Ingmar Petersen der Peter Sonntag oder Stanley Clarke des Doom? Fakt ist, dass auch Außenseiter-Acts Beachtung auf dem DSR finden und das Publikum obskure Künstler durchaus wohlwollend aufnimmt. Als Duo mit Drums (Claus-Peter Hamisch) und Bass (eben jener Ingmar Petersen) antretend, präsentierte Ingmar die BEEHOOVER-Songs – eine Mixtur aus Psychedelic, Doom sowie Seventies-Rock und -Prog - sitzend in bester Singer/Songwriter-Manier. Eigenwillig, aber für mich persönlich auf Dauer doch relativ ermüdend. Dennoch ernteten Beehover durchaus mehr als nur Höflichkeitsapplaus. (CL)
Die Holländer von HEAVY LORD waren für mich einer jener Acts, die man sich ganz gern’ mal anschaut, die aber keinen bleibenden, nachhaltigen Eindruck hinterlassen können. Ihr sehr heavy intonierter Doom mit fetter Metal-Schlagseite wurde alleine schon durch die abwechselnd eingesetzten Vocals der Saitenartisten durchaus variantenreich gestaltet, aber – wie bereits erwähnt: packen konnte mich der Heavy Lord nicht, und auf die Idee eine Scheibe zu erwerben kam ich nach der mich kühl zurücklassenden Performance auch nicht. (CL)
Dass sich der Saal gerade bei GLOW merklich leerte und die Spanier vor lichten Reihen rocken mussten, das hatten diese traditionellen Doomer nun wahrlich nicht verdient. Ihr Schicksal erinnerte somit etwas an die Umstände während des Rising Dust-Gigs bei der dritten Festauflage. Dabei wussten Glow mit ihrem an Sabbath, Pentagram oder Witchfinder General angelehnten, lecker rockigen Stil und hellen, klaren Vocals wirklich zu gefallen. (CL)
BUNKUR fielen anschließend leider unserem Drang nach Nahrung, Alkohol und Kommunikation zum Opfer, denn die nette Stimmung vor der ’Chapel’ lud zum Verweilen ein. Ein dickes Sorry gen Holland, aber eine relaxte Pause vom Doomen war genau an dieser Stelle einfach nötig. Und dann war es an der Zeit “Doom’n’Goth’n’Roll“ zu genießen. JACK FROST baten zum Tanz und brachten mit schwebenden Gitarrensounds und Type O-lastigen Gesangsdarbietungen Düster-Flair in die Kapelle. Zugleich grooveten die Österreicher aber auch oftmals schön rockig nach vorne, so dass sich ein abwechslungsreiches Klangbild ergab, das sich gehörig von den anderen Bands des Tages unterschied. Oder anders gesagt: Jack Frost waren zum einen ein willkommener 4/4 Midtempo-Arschtritt und auf der anderen Ebene ein dunkel-atmosphärischer Glanzpunkt. Zieht man den glasklaren Sound und den effektiven Einsatz der Lightshow hinzu, kommt man nicht umhin dem Quartett eine exzellente Show zu attestieren. (CL)
Ich hatte Bock auf AGAINST NATURE. Ich kannte ihre Veröffentlichungen noch nicht, aber die Tatsache, dass sich mit John Brenner (Gitarre, Gesang) und Steve Branaghan (drums) zwei Originalmitglieder von Revelation im Line-up befanden, ließ mein Interesse aufbranden. Kollege Buchholds lapidare Feststellung „Revelation in langweilig“ traf den Kern der Sache jedoch leider mehr als genau. Die Kompositionen ließen sich als technisch versierter, leicht progressiver Doom orten, kamen aber in keiner Weise an die alten Revelation-Klassiker heran. Kein Feuer, keine Killer-Riffs, kein markanter Erkennungswert, stattdessen verloren sich die Ideen in einem Strom aus langen Instrumentalpassagen und im Kontext austauschbarer Songfragmente. Ein Oversoul-Gastspiel wäre mit Sicherheit eindrucksvoller gewesen, und mit der coolen Headliner-Performance, die Revelation um Dennis Cornelius seinerzeit beim ersten DSR herausgehauen haben, ließ sich diese Enttäuschung ebenfalls bestimmt nicht in Beziehung setzen. (CL)
Anschließend das Gourmethäppchen des Festivals. Es stand zu befürchten, dass VENI DOMINE bei den puristisch-traditionell ausgerichteten Doom-Fans, die das DSR zu frequentieren pflegen, nicht viel würden ausrichten können, denn wo andere Bands mit dem Vorschlaghammer vorzugehen pflegen, zücken die Schweden das Skalpell. Und wie schade diese weit verbreitete Nichtbeachtung war (auch die Herren Buchhold und Mohr verabschiedeten sich alsbald, weiß der Alkoholgeier warum (der weiß warum, der Alk-Geier war hieran nämlich verteufelt schuld…;-) – CL) , was ihnen unter anderem einbrachte, dass sie einen El Duce gewidmeten Debris-Song verpassten...)! Sympathisch zurückhaltend und dennoch ausreichend charismatisch boten die fünf Schweden ihren proggigen, allerdings von bloß einem Bruchteil des Publikums gewürdigten Epic-Doom-Metal feil. Den Vogel schoss dabei Sänger Fredrik Sjöholm ab, der bei seinen gehauchten Ansagen derart unsicher und schüchtern war, dass er als bekennender Christ ob der ihm gegenüber stehenden Meute den Namen seines Erlösers nur mehr zu hauchen wagte. Während der Songs mutierte er jedoch zum theatralisch agierenden Ausnahmevokalisten (sprich: zum mit Abstand besten Sänger des Festivals) und durchaus mitreißenden Frontmann. Bei der Songauswahl legte man erwartungsgemäß das Hauptaugenmerk auf die Songs des superben aktuellen Albums „23:59“, das mit dem als Opener fungierenden „Shine“, „Like I’m Crucified“, „Valley Of The Visions“, „Burdens“ (unglaublich düster!) und dem live überraschend hervorragend funktionierenden „Living Sequence“ vertreten war. Angereichert würde die Setlist mit „Doom Of Man“ vom „Album of Labour“, „In The Day Of The Sentinel“ vom Debüt „Fall Babylon Fall“ sowie den Showhöhepunkten „The Meeting“, „Ecclesiastes“ und „The Mass“ vom „Material Sanctuary“-Album. Mein einsamer Ruf nach dem harten „Armageddon“ wurde leider bloß mit einem milden Lächeln quittiert. So war nach einer kurzweiligen und viel zu knapp bemessenen Stunde ohne Zugabe schon wieder Schluss. Ein Appell an alle aufgeschlossenen Genossen: Ohren auf und anchecken, vor allem wenn man auf Queensryche steht. (PM)
Und dann beehrten zwei Legenden die Chapel mit ihrer Anwesenheit. Ron Holzner und insbesondere Dave Chandler mit einer anderen Vokabel zu belegen grenzte an Blasphemie. Die beiden sympathischen Freaks hatten sich während der beiden Festivaltage erfreulich volksnah und bodenständig gezeigt, zischten das eine oder andere Bier mit den Fans und präsentierten sich regelmäßig am DEBRIS INC. Verkaufsstand (der mit 20 Euro für die in mannigfaltigen Ausführungen erhältlichen Vitus-Shirts allerdings auch die unerfreulichste Preispolitik des Festivals bot). Und so erdig die Herren sich präsentierten, so mächtig rockte das Punk-Doom-Inferno von Debris Inc. von der ersten Sekunde los. Hier gab’s zwischen eruptiven Punk-Geschossen und ausladenden Doom-Gewittern, gleichsam orgiastisch dargeboten, alles zu bewundern. Technische Probleme wurden nicht mit unangebrachtem Gepöbel, sondern mit arschcoolen Zwischenspielen (etwa einer „Anesthesia“-Einlage von Holzner) locker-flockig überbrückt. Zwischendurch lockerte man die Songs mit leckeren, kurzen Cover-Einlagen („Black Sabbath“ und „Creeping Death“) auf. Und als the mighty Chandler die Arme zum erhabenen „V“ wie Vitus erhob, war gekommen, was die überraschend wenigen, dafür allerdings umso steiler gehenden Maniacs vor der Bühne sehnlich erwartet hatten: „I Bleed Black,“ ein punkig heruntergerotztes „Living Backwards“ (JAAAAAAAAAA!!!), „Born Too Late“ (UUUAAARRRGGGHHH!!) und „Dying Inside“ beschworen die guten alten Zeiten herauf. Klingelnden Ohres, den Mittelfinger erhoben und ein Absackerbierchen schlabbernd ging’s danach noch lange in meinem Kopf umher: „Every time I’m on the street, people laugh and point at me...“ Wie wahr! Bis zum nächsten DSR!! (PM)
Patrick Müller (PM), Christoph Lücker (CL) - Pics: Christoph Lücker


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