Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'A' :: A_LIFE [DIVID ....

A_LIFE [DIVIDED]
SUPPORT THE UNDERGROUND
Das Münchner Modern-Rock Kommando A_liFe [DIVIDED] weiß nach dreijähriger Pause auch auf dem im Februar erschienenen Zweitwerk „Far“ vollkommen zu überzeugen und brennt ein wahres Feuerwerk an intelligentem, atmosphärischem Songwriting im Verbund mit bombastischen Wohlfühlrefrains ab. Leider musste die Band erneut die Produktion sowie den Vertrieb des Albums in Eigenarbeit übernehmen, da sich trotz der teilweise enthusiastischen Reaktionen auf das Debüt „Virtualized“ keine Plattenfirma dazu durchringen konnte, die Band unter Vertrag zu nehmen. Angesichts dieser Tatsache verblüfft das erneut absolut professionelle Endprodukt, das sowohl produktionstechnsich, optisch als auch qualitativ auf ganzer Linie zu überzeugen weiß. Obliveon unterhielt sich mit Sänger Jürgen Plangger über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von A_liFe [DIVIDED]…
Jürgen, zunächst einmal Glückwunsch zum neuen Album. Wie ist es Euch in der Zeit zwischen „Virtualized“ und „Far“ ergangen, denn angesichts der durchweg positiven Reaktionen, die euer Debüt in diversen Online-Magazinen und im schwermetallischen Blätterwald [u. a. fanden sich ALD auf einer RockHard-“Unerhört“-CD wieder] ernten konnte, habt ihr doch sicher auch auf eine entsprechende Rückmeldung seitens diverser Labels gehofft?
>> Nein, ehrlich gesagt hatten wir uns da keine großen Hoffnungen gemacht. Wir haben unser Debüt ja schon vorher allen einschlägigen Plattenfirmen angeboten. Für uns war es einfach wichtig, auch ohne Unterstützung so viele Leute wie möglich zu erreichen. In der Zwischenzeit haben wir ca. 50 Konzerte im In- und Ausland gespielt waren auf diversen Samplern vertreten und haben uns dem Songwriting zu „Far“ gewidmet. <<
Soweit ich weiß, habt ihr im vergangenen Jahr erst einmal Promos von „Far“ an die Musikindustrie verschickt. Wie nahm man dort die erneut hochprofessionelle Steilvorlage Eurerseits auf? Mit den üblichen freundlichen Floskeln?
>> „Im Gegensatz zu unserem Debüt haben wir mit „Far“ tatsächlich einige konkrete Angebote bekommen, die allerdings allesamt für uns nicht in Frage kamen, da das, was uns angeboten wurde, an Promotion & Marketing nur wenig über dem lag, was wir selbst in der Lage sind zu leisten. Wenn dann auch noch das, was als Gegenleistung von uns verlangt wird, nicht in Relation zur Leistung des Labels steht, dann lässt man es lieber und macht es selbst. Wir sind halt einfach keine traditionelle Metal-Band, die nur mit Spartenmarketing auskommt, sondern brauchen ein bisschen mehr und das kostet natürlich auch dementsprechend. Angesichts der aktuellen Marktlage ist es für solche Firmen natürlich auch ein großes Risiko, eine Newcomer-Band für die breite Masse aufzubauen. Doch Risiko, in einem gewissen Maße, gehört in diesem Geschäft meiner Meinung nach einfach dazu. <<
Ein fundamentaler Unterschied zu „Virtualized“ besteht zunächst in einem ohrenscheinlichen Fortschritt im produktionstechnischen Bereich...
>> Vielen Dank. Man lernt mit den Jahren ja auch immer mehr dazu und wir haben uns für „Far“ ziemlich viel Zeit gelassen. Ich glaube, allein die Gitarren haben wir insgesamt fünf Mal neu eingespielt. Außerdem haben wir versucht, die Fehler, die wir bei „Virtualized“ noch gemacht haben, nicht zu wiederholen und sind für das Mastering in ein richtiges Master Studio gegangen. <<
... aber auch das Songwriting zeigt sich deutlich gereift. Eure Kompositionen wirken ausgewogener und komplexer, weniger auf vordergründigen Hitcharakter ausgerichtet. Dementsprechend ist „Far“ zwar schwerer zugänglich als noch „Virtualized“, entfaltet jedoch dadurch, dass sich immer neue Facetten und Stimmungen erschließen, eine deutlich höhere Langzeitwirkung. Inwieweit handelt es sich dabei um einen bewussten Schritt, oder spiegelt diese leichte Kurskorrektur lediglich eine ganz natürliche, spontane Entwicklung wider?
>> Genauso ist es. Wir haben uns vorher überhaupt keine konkreten Gedanken gemacht. Wir sind auch nicht die Band, die sich zwei Monate vorm Studiotermin in den Proberaum einschließt und neue Songs schreibt. Bei uns geht das eigentlich die ganze Zeit durch. Man kann also sagen, dass wir zwei Jahre an der Platte geschrieben haben. Dadurch haben sich auch die Arrangements ein wenig verschoben, weil es einfach irgendwann keinen Spaß mehr macht, immer nach dem gleichen Schema zu schreiben. Ich würde nicht sagen, dass wir jetzt viel verzockter sind als noch vor drei Jahren, allerdings legen wir schon mehr Wert auf schlüssige Arrangements. <<
Zwei Songs der neuen Scheibe [„Friends“ und „The Persistence Of Memory“] fallen etwas aus dem Rahmen, da sie vorrangig auf elektronische Elemente setzen und sich zudem einiger Industrial-Sounds bedienen. Wirklich überraschend war dieser Schritt nicht, aber wie kam es zu dieser Idee, zumal Ihr den Härtegrad der Songs (bis auf die gezielt eingestreuten Shouts) insgesamt merklich zurückgeschraubt habt?
>> Die elektronischen Elemente haben wir ja eigentlich in fast jedem Song, in diesen beiden sind sie nur etwas ausgeprägter. Wir versuchen immer eine möglichst breite Vielfalt unseres Sounds zu zeigen. Das macht die Sache für uns spannender. Vom Härtegrad hast Du insofern recht, als dass die Geschwindigkeiten der Songs, bis auf ein paar Ausnahmen, langsamer geworden sind. Die Platte ist definitiver atmosphärischer als „Virtualized“. <<
Deine Texte eignen sich nicht gerade als Büttenreden auf einer Karnevalsveranstaltung. Ist ihre melancholische, streckenweise recht pessimistische und auch kritische Ausrichtung ein Teil des Bandkonzepts? Schließlich passen Texte über Isolation und Beziehungsunfähigkeit besser zu Eurem tiefgründigen Sound als ein Lobpreis des Nasenbohrens. Oder: inwiefern beziehen sich Deine Texte auf die moderne Ausrichtung Eurer Musik?
>> Gute Frage... Vielleicht ist die negative Ausrichtung wirklich an die Musik gebunden. Denn zuerst steht immer der Song fest. Außerdem hat für mich die melancholische Seite viel mehr Tiefe und Berechtigung. Ich denke, es gibt nur ein Level des menschlichen Hochs, dafür unzählige Abgründe, wenn es einem nicht gut geht. Es kann immer weiter runter gehen, ohne dass man ein Ende sieht. Das soll nicht heißen, dass es mir die ganze Zeit dreckig geht, im Gegenteil. Meistens geht’s mir sogar sehr gut. Aber irgendwie bergen die schlechten Tage eine größere Inspiration <<“
Jürgen, welche Hoffnungen hegt Ihr für die Zukunft der Band?
>> Wir hoffen ganz einfach mit der neuen Platte noch mehr Leute begeistern zu können, werden wieder viel, viel live spielen und wer weiß, vielleicht kommt einmal die Zeit wo wir das Ding so professionell betreiben, dass wir davon leben können. <<
Zum Schluss: wie stehen die Chancen, Euch außerhalb Bayerns oder Frankens mal wieder live bewundern zu können?
>> Wir sind gerade mitten in der Booking-Phase für die Festival-Saison und tun unser Bestes. Da werden sicherlich auch ein paar Daten im Norden raus springen. Am Besten ab und zu mal unsere Live-Termine auf unserer Homepage checken. <<
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg! Wer ALD noch immer nicht kennt lädt sich jetzt erstmal kostenlos ein paar Songs unter http://www.a-life-divided.de herunter oder aber kauft direkt die beiden CDs. Und wenn die Band tatsächlich einmal in Eurer Nähe aufspielt: nix wie hin. Es lohnt sich!
http://www.a-life-divided.de
Patrick Müller


[ Zurück zum Index: 'A' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler