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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DEAD SOUL TRI ....

DEAD SOUL TRIBE / SIEGES EVEN, 12.01.2006, Essen - Zeche Carl


Essen, Zeche Carl

12.01.2006
Es war ein formidables Package, das uns Inside Out Records geschnürt hatten, denn mit der Double-Headliner-Tour von Dead Soul Tribe und Sieges Even jagte man zwei absolute Label-Highlights gemeinsam in den Tourbus. Ein ganz klarer Fall von Pflichttermin also, und das dachten sich in Essen auch rund zweihundertfünfzig weitere Besucher, die diesen qualitativ hochwertigen Konzertabend nicht missen wollten und die "Zeche Carl" recht ordentlich füllten. Den Anfang machten SIEGES EVEN, die sich nach dem fantastischen Opener "The Waking Hours" (vom delikaten "A Sense Of Change"-Album) erst einmal voll und ganz auf die Präsentation des neuen Monumentalwerkes "The Art Of Navigating By The Stars" konzentrierten. Somit musste man logischer Weise auf einige Klassiker verzichten, aber schließlich war zu erwarten, dass das Quartett aktuelles Material präsentieren wird, und wenn die Kompositionen dann noch derartig brillant sind wie „The Weight“, „Unbreakable“, „To The Ones Who Have Failed“ oder „The Lonely View Of Condors“ und dazu in einem exquisiten Soundgewand erstrahlen, dann wird die progressive Seele doch wahrhaft verwöhnt. (Wer die frühen Killer hören wollte, hätte halt zum Headway-Festival 2004 pilgern müssen ;-), siehe Konzertbericht!). Gegen Ende des rund 75-minütigen Sets gab es mit "Prime" bzw. dem Melodie-Monster "These Empty Places" noch weiteren "A Sense Of Change"-Stoff um die begierigen Lauscher, und mit der finalen Zugabe, dem Titeltrack des ersten Albums "Life Cycle", ließ man gar vergangene Techno-Thrash Zeiten wieder aufleben. Erstaunlich übrigens, dass der aktuelle, holländische Sänger Arno Menses selbst diese Tonlagen meisterte. Beim Jogi Kaiser-Material und seinen eigenen Linien vom neuen Meisterwerk wusste er mit seiner ausdrucksstarken Performance eh zu begeistern. Mitreißendes Stageacting oder eine faszinierende Ausstrahlung kann man nicht gerade als Gradmesser an eine Sieges Even-Show stellen, mit einer atemberaubenden musikalischen Feinkostbedienung und spieltechnischer Sonderklasse sollte man bei diesen Mannen allerdings definitiv immer rechnen, um nicht all zu verblüfft zu sein. Das Auditorium sah es wohl ähnlich und spendete, obschon die Gourmet-Progger einem Teil der Fans unbekannt zu sein schienen, frenetischen Beifall. Hier dürften zu Recht neue Bewunderer gefunden worden sein…
DEAD SOUL TRIBE sahen sich im Anschluss mit einem erwartungsfreudigen Publikum konfrontiert. Das Quartett um Devon Graves - Herz, Seele, Gehirn und Geist des Tribes - konnte die Erwartungen mit einer energetischen Show und mitreißender Performance-Kunst jedoch spielend erfüllen und servierte einen rund 105-minütigen Gig, der mit einer Songauswahl gespeist wurde, die sich zu gleichen Teilen aus den vier Alben des Stammes zusammensetzte und als Sahnehäubchen mit den Psychotic-Waltz-Nummern "I Remember" und "Skeleton" verziert wurde. Neben mittlerweile schon unverzichtbaren Standards wie "The Messenger", "Coming Down", "Spiders And Flies" oder dem vielleicht immer noch besten DST-Song "Some Things You Can´t Return" (Ganzkörper-Gänsehaut - wie immer! ;-)) fand auch weniger Erwartetes vom Schlage "In A Garden Made Of Stones" oder "You" den Weg aus den etwas zu laut aufgedrehten PA-Boxen. Vom etwas zwiespältigen neuen Album (hier stimme ich Patricks Meinung - siehe CD-Review: einige Killer, aber genau so viele Filler - eindeutig zu) kristallisierte sich zu meinem Erstaunen "My Dying Wish" als ein feister Höhepunkt heraus, wohingegen "Let The Hammer Fall" (mit eintönigem Simpel-Riff und langweiligem Arrangement) oder das balladeske, erneut von Jethro Tull-beeinflusste "Some Sane Advice" auch unter Bühnenbedingungen schwächelten. Dagegen ist es immer wieder schön feine Kompositionen wie das verspielte, leicht symphonische "...Into The Spiral Cathedral" oder das knallige "Powertrip" zu genießen. Ergo regierten Dead Soul Tribe einmal mehr mit einer packenden Show und zeigten - im Verbund mit ihren Tour-Partnern Sieges Even - wie frisch, lebendig, emotional und fesselnd anspruchsvoller Metal fernab jeglicher Genre-Klischees anno 2006 noch klingen kann!!!
Christoph Lücker - Pics: Christoph Lücker


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