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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANNIHILATOR

ANNIHILATOR
Am Ball bleiben zahlt sich aus
Lange hat es gedauert bis in diesem letzten Halbjahr ein Annihilator-Interview mit Mastermind Jeff Waters zustande kam. Da war schon selbst der Promotion-Chef sauer. Aber nach geraumer Zeit und einiger Geduld trudelte per Email eine mp3-Aufnahme ins Haus, auf der Jeff seine Antworten sprach. Er hatte sich die Hand verletzt und konnte halt nicht tippen. Dafür gab es eine bessere Qualität als mein Aufnahmegerät bei einem Phoner zustande kriegt. Leider war die Nachricht nach nur zehn Minuten beendet, mitten in der Beantwortung einer Frage, und ließ zudem drei weitere Fragen unbeantwortet offen. Ein weiterer fetter Nachteil wenn man die Leute nicht persönlich am Telefon hat. Nun denn, „Schizo Deluxe“, das elfte Studio-Werk des verrückten Axtschwingers aus Ottawa, Kanada, geht wieder ein Stück in Richtung Roots und zeigt das, was Jeff am besten drauf hat, energiegeladenen Thrash-Metal mit einer extra Mütze voll Aggressionen. Seinen in Balingen auf dem "Bang Your Head"-Fesival vorgestellten Sänger Dave Padden konnte er weiter integrieren und das Besetzungsrad hat sich nur minimal gedreht. Aber lassen wir diesbezüglich Jeff selbst ein paar Worte dazu äußern.
Jeff, wir zwei haben 2002 zum Release des „Waking The Fury“-Album das letzte Mal miteinander gesprochen. Was ist seitdem alles passiert?
>> Da ist eine ganze Menge passiert. Wir waren unheimlich oft auf Tour. Es gab einige Wechsel in der Besetzung, wie eigentlich immer bei mir, und es gab einige neue Alben. So zum Beispiel „Double Live Annihilation“ aus 2003, das Werk „Two From The Vault“ (2003), „The Best Of Annihilator“ (2004), “The One”, eine EP, die auch 2004 erschien, und den Vorgänger “All For You” (2004). Ach ja, wir waren auf Tour mit Judas Priest. Seit 1989 ist „Schizo Deluxe“ unsere neunzehnte CD, aber erst unser elfter Studiobeitrag. Das nenne ich sehr beschäftigt. Es lief eigentlich „fuckin`“ gut für mich. <<
Hast du mit den ganzen Sängerwechseln gemerkt, dass die Fans sich mal mehr oder mal weniger für die Band interessiert haben, oder war es ihnen egal, weil du eigentlich die Band bist?
>> Natürlich wissen meine Fans über die Besetzungswechsel bestens Bescheid, wie die Sache im allgemeinen läuft. Für diejenigen, die es nicht nachvollziehen können, nur so viel: im Grunde heuere ich einen Drummer an, der mir meine Drumtracks für das jeweilige Album einspielt. Danach benötige ich einen Sänger. Der Rest stammt alleine von mir. Manchmal auch die Vocals. Normalerweise stammen auch alle musikalischen Ideen und die Lyrics von mir. Ich denke erst über die „Band“ oder das Tour-Line-Up nach, wenn das Album fertig ist. Ich habe dafür eine erstaunliche Liste unglaublich beeindruckender Musiker die ich anrufen kann. Das freut auch die Annihilator-Fans, denn ich habe immer top Musiker dabei. Ich glaube nicht, dass diese Vorgehensweise der Band schadet. Es ist sicherlich ungewohnt für die meisten Formationen, aber für mich funktioniert es. Wir sind eine von circa zwanzig Bands, die es seit den 80er-Jahren geschafft haben am Ball zu bleiben. Slayer, Metallica, Overkill und Megadeth, nur um einige zu nennen. Die meisten haben nicht überlebt. Wir haben nie aufgehört zu existieren. Manche Bands kommen nach fünf Jahren wieder, oder noch länger, und feiern komische Reunions, aber wir waren kontinuierlich da. Wir werden noch lange hier sein mit dieser Methode. Ein Line-Up-Wechsel beeinträchtigt nicht die Stabilität dieser Band und schon gar nicht die Verkäufe, da wir immer ganz gut abschneiden. „Schizo Deluxe“ wird bestimmt alles übertreffen. Es ist ein starkes Album und es gibt schon jetzt ein beachtliches Interesse. Gut für mich, denn ich habe Jahre meines Lebens in diese Band gesteckt und bin ein großer Heavy-Metal-Fan. Es ist eine Ehre, wenn es immer noch Fans gibt, die meine Alben kaufen. <<
Wie schaffte es Dave Padden in die Band und warum war er auf dem Balinger Festival so schüchtern?
>> Ich lernte ihn in Vancouver, Kanada, kennen. Das war 2003. Ganz genau weiß ich das nicht mehr. Er war zwar ein bisschen schüchtern, aber er ist eher nervös, da er noch nie Sänger in einer Band war, also absolut kein Fronter war. Es war ein großer Schritt für ihn gleich vor Tausende von Fans zu treten. Es war ziemlich erschreckend für ihn. Nach einigen Festival-Auftritten in Europa wurde er allerdings selbstbewusster. Im Sommer waren wir auf einer kleinen Tour mit Judas Priest und da gab er richtig Gas. Das beste, dass er bis jetzt vollbracht hat, sind die Vocals auf dem aktuellen Album. Auf der nächsten Tour werdet ihr alle erkennen wie genial er wirklich ist. <<
Irgendwie bin ich mit Info und Album-Line-Up durcheinander gekommen. Im Line-Up steht Mike Mangini ist euer neuer Trommelkönig. An anderer Stelle heißt es Tony Chappalle. Was ist da los?
>> Keine Ahnung wer da etwas durcheinander geworfen hat. Fakt ist, dass Mike der Drummer auf dem „All For You“-Album war. Er hat damals auch „Set The World On Fire“ eingezimmert. Mr. Mangini ist für mich einer der besten Drummer der Welt. Da ich leute einstelle um die Sachen im Studio einzuspielen, kann man also nicht vom Mitglieder-Wechsel reden, denn es gab in dem Sinne diese Formation ja nicht. Tony kommt aus Ottawa, den ich seit meiner Teenagerzeit kenne. Er ist einfach großartig. Von allen Studiodrummern, die Annihilator behandelt haben, gilt er für mich als der beste. Mike wohnt ganz in der Nähe und ist sicherlich der beste Drummer der Geschichte, aber für Heavy Metal und Annihilator kommt nur Tony in Frage. Unglaublich. Man muss ihn hören um es zu glauben. <<
Seit „Waking The Fury“ habe ich von dir kein Album mehr zu Ohren bekommen. Könnte man sagen, dass du mit „Schizo Deluxe“ zu deinen Riff-Roots zurückkehrst, oder fing das schon eher an? Mit „Carnival Diablos“ und „Waking The Fury“ warst du wesentlich aggressiver.
>> Ich denke schon, dass ich, was Rhythmus-Gitarren und Bass-Läufe angeht, ein wenig mit der Vergangenheit geliebäugelt habe, aber was die eigentliche Lead-Gitarrenarbeit angeht, habe ich wohl zu keiner Zeit schneller und aggressiver gespielt. Ich halte dieses Spiel für meine beste Leistung bis jetzt. „Carnival Diablos“ war mehr ein Songwriting-Album und „Waking The Fury“ lebte von Riffs. Aber wer Gitarren und Drums liebt, muss mit „Schizo Deluxe“ gehen. <<
Mir ist aufgefallen, dass du deine Gitarren-Soli intensiviert hast. Möchtest du das kommentieren?
>> „Schizo Deluxe“ war wie ein Arschtritt für mich. Eigentlich gab ich mir auf dem vorherigen Album richtig Mühe Killer-Soli zu komponieren, aber erst jetzt ist es mir geglückt. Ich habe mich sehr unter Druck gesetzt und ich denke, man kann es deutlich hören. Der Mix ist laut und man kann alle Pickings verflucht gut hören. Ich bin echt stolz auf diese Arbeit. Die Solis waren wirklich speziell. <<
Du bist jetzt seit sechzehn Jahren stetig auf Achse. Wirst du nicht müde oder gelangweilt? Möchtest du irgendetwas ändern?
>> Nun ja, eigentlich betreibe ich die Band seit zwanzig Jahren und in sechzehn Jahren gab es, wie gesagt, neunzehn Veröffentlichungen, davon elf Studioalben. Müde oder gelangweilt? Auf keinen Fall. Es ist mein ganzes Leben und ich liebe Heavy-Metal. Natürlich abgesehen von meiner Familie. Heavy-Metal ist Nummer eins, Annihilator Nummer zwei und Gitarre spielen die Nummer drei. Ich kenne nichts anderes, und vor allem ich will nichts anderes kennen beziehungsweise machen. Mein Traum wurde 1989 mit dem ersten Album wahr und nach elf Alben immer noch diese Reaktionen von den Fans zu bekommen, und das weltweit, ist irre. Manchmal weiß ich gar nicht was ich sagen soll. Es ist eine absolute Ehre. Wenn sich ein solcher Traum erfüllt, willst du nicht, das er endet, obwohl es irgendwann einmal so kommen wird. Keiner hat erwartet, dass ich die 90er-Jahre schaffe, und das noch so erfolgreich. Alles im Namen des Heavy-Metal, Freunde und Fans. <<
Ich glaube, du hast den vierten Label-Wechsel hinter dir. Ist es belastend oder langweilig mit den selben Leuten zu arbeiten? Wie lange hält dein Interesse?
>> Ich bin jetzt seit drei Jahren bei AFM. Wenn ein Vertrag ausläuft, verhandelst du mit dem selben Label einen besseren Vertrag aus, oder du gehst zu einer anderen Plattenfirma. Ich hatte das Glück von wirklich tollen und großen Labels wie Roadrunner, SPV und Music For Nations Verträge zu bekommen, und es war eine gute Erfahrung. Der Vertrag mit AFM endet mit diesem neuen Album und ich sage mal, dass ich mich nach einem neuen Label umgucke. Oder lass es mich so sagen, was noch besser ist, Labels fragen bei mir an. Das ist eine gute Sache. <<
An dieser Stelle brach das Interview wie vorhin gesagt ab. Ich hoffe, es hat trotzdem einige Wissenslücken schließen können.
http://www.annihilatormetal.com
Steve Burdelak


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