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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AMON AMARTH

AMON AMARTH
Amon Amarth - Im Zeichen der Tradition
Amon Amarth gehören zweifelsohne zur absoluten Spitze der schwedischen Death Metal-Szene. Die Band um Sänger Johan Hegg und Riffmeister Olavi Mikkonen baut dabei auf die Tradition mythologischer Texte, aber auch auf extreme musikalische Härte. In dieses Konzept fügt sich die Positionierung atemberaubender Melodien mit fast traumwandlerischer Sicherheit ein. "The Crusher", das neue Album der Band, macht somit keine Gefangenen. Diese Kompromisslosigkeit spiegelt sich im folgenden auch in den Antworten von Frontmann Johan wider, einer ehrlichen und gradlinigen Persönlichkeit.
Die Besinnung auf traditionelle Werte ergibt sich gleich zu Anfang aus einem Coververgleich vom Vorläufer "Avenger" zum neuesten Amon Amarth-Hammer "The Crusher". Das Element Feuer scheint ein große Rolle im Verständnis der Nordmänner zu spielen.
>> Die offensichtliche visuelle Verbindung der beiden Scheiben entspricht keiner bewussten Vorstellung. Wir gaben Thomas Ewerhard, unserem Cover-Designer, einige Ideen mit auf den Weg, und da Feuer schon immer irgendwie mit unseren Releases zu tun hatte, stellt die Vergleichbarkeit keine große Überraschung dar. Die Benutzung des gleichen Logos, aber auch das identische Layout für die Albumtitel scheint sich dagegen zu einem Markenzeichen zu entwickeln. <<
Im Vorfeld zu eurem neuen Werk konnte man per E-Mail eures Labels "Metal Blade" Statements zu den einzelnen Songs von "The Crusher" lesen. Diese Maßnahme wäre sicherlich für alle Fans interessant gewesen und könnte eine Alternative für das Booklet zukünftiger Werke darstellen.
>> Sicher, warum nicht. Es liegt nicht an uns. Ich schreibe die Lyrics in erster Linie für mich. Wenn sich aber einige Leute mit den Worten beschäftigen und dabei etwas für sich mitnehmen, ist das absolut in Ordnung. <<
Gerade die textliche Seite von Amon Amarth eröffnet auf "The Crusher" neue Perspektiven. In diesem Zusammenhang muß die Eröffnungsnummer "Bastards Of A Lying Breed" Erwähnung finden. Die Inspiration zu dieser klaren Absage an die Zensur, ergab sich für dich aus einem Fernsehbericht, in welchem die damalige Anklage gegen Judas Priest behandelt wurde. Was geht in dir vor, wenn Politiker oder andere Menschen des öffentlichen Lebens versuchen, die Musik zur Verantwortung zu ziehen, und dabei ihre eigenen Unzulänglichkeiten verdecken?
(Zur Erinnerung: Judas Priest wurden als mitverantwortlich für den Selbstmord eines amerikanischen Jungen betrachtet, da nach seiner Tat eine Platte der britischen Metal Legende auf dem Plattenspieler des Selbstmörders entdeckt wurde. Der Verf.)
>> Wie du dir denken kannst, kotzt mich dieses Verhalten völlig an. Menschen sind frei in ihren Gedanken und dürfen ihre Ansichten auch dem entsprechend propagieren, solange dabei niemand physisch zu Schaden kommt. Nicht mal Eltern oder Politiker haben das Recht, in die Integrität einer Person einzugreifen, indem sie die freie Meinungsäußerung verbieten. Mit dieser generellen Thematik beschäftigt sich der von dir angesprochene Song. Seit mehr als vier Dekaden machen Eltern nun schon die Musik für Fehler in der Gesellschaft verantwortlich. In den Fünfziger Jahren nannte man Elvis einen Satanisten, in den Sechzigern waren es die Beatles, was schließlich in den folgenden Jahrzehnten völlig eskalierte. Die ganze Sache mit den satanischen Beatles ist heutzutage absolut lächerlich. Auch wenn sich heute jemand als Satanist bezeichnet, was ist daran so unmöglich? Nach meiner persönlichen Auffassung existiert weder Satan, noch Gott oder Jesus. Viele der sogenannten Satanisten sind überhaupt nicht böse. Ich habe einige solcher Freunde, und sie unterscheiden sich nicht großartig von anderen Menschen. Sie laufen nicht herum, um andere zu verletzen. Sie führen auch keine Blutrituale durch oder ermutigen auf irgendeine Weise zu Selbstmorden. Sie sind wie jeder von uns. <<


Siehst du dich aufgrund deiner Funktion als Musiker in einer Art Vorbildrolle für die Jugend?
>> Nein, absolut nicht. Jeder besitzt die Freiheit für sich selbst zu denken und seine eigenen Entscheidungen zu treffen. Ich versuche nur die Ansicht meiner eigenen Welt zum Ausdruck zu bringen. Wenn sich jemand mit meiner Einstellung anfreunden kann, so ist das fantastisch. Es liegt mir fern irgendwelche Lebens - oder Denkvorschriften aufzustellen. Das machen schon andere zur Genüge. Wer es als gefährlich deklariert, wenn Bands extreme persönliche Vorstellungen in ihrer Musik zum Ausdruck bringen, ist für mich ein engstirniges Arschloch. <<
Was könnten nach deiner Einschätzung die Gründe für Selbstmorde sein, die scheinbar durch die Lieblingsmusik der Opfer begleitet werden?
>> Musik entsteht aus Gefühlen und Emotionen. Musik kann auch tief verborgene Gedanken hervor bringen. Viele der Kids, die sich das eigene Leben nahmen, wurden von ihren Eltern oder Vertretern der Gesellschaft missbraucht. Diese Behandlung führte schlussendlich zu dieser endgültigen Entscheidung. Ich denke, die Musik hatte für die Kids hierbei die Funktion eines Abzugs einer Waffe. Auf der anderen Seite darf man natürlich auch nicht vergessen, welche Hilfe die Musik gegen Depressionen bietet. Sie ist hierbei wie ein Ausweg. Teilweise werden auch Aggressionen und unterdrückte Gefühle gefiltert. Das ist die gute Seite der Musik. Erlösung und das Aufbringen einer guten Stimmung oder Verfassung kann ebenfalls gegeben sein. <<
Viele dieser traurigen Vorfälle ereignen sich in den USA. Hier predigen u.a. die Politiker "political correctness" ohne aber selbst danach zu leben. Denkst du, solche Begriffe und Ideologien beschneiden die freie Entwicklung der Menschheit?
>> Die Vereinigten Staaten sind ein Land des ´doppelten Standards´. Es überrascht mich keinesfalls, dass es hier immer wieder zu solchen Zwischenfällen kommt. Die Politik oder christliche Elemente der Gesellschaft verlangen hier immer wieder nach Zensur. Sie wollen verhindern, dass ihre Kinder die Wahrheit hören. In den USA wird Sex und das Zeigen von Geschlechtsteilen zur Hauptsendezeit verboten. Eine Zuwiderhandlung hat einen nationalen Aufschrei zur Folge. Die Ausstrahlung von Serien und Filmen, die brutale Morde und Schlägereien zum Inhalt haben, finden dagegen Zustimmung. ´Praktiziere was du predigst´, sage ich da nur. Unglücklicherweise ist es hier in Schweden nicht viel anders. Beispielsweise haben wir ein gutes Magazin mit dem Namen ´Flashback´. Es steht ständig unter staatlicher Kontrolle, da hier jedermann frei seine Meinung veröffentlichen kann. Es spielt keine Rolle, ob da Vegetarier, Rechts - oder Linksradikale, Schwule, Satanisten, Christen oder Muslime zu Wort kommen. Die Herausgeber sind ´politisch inkorrekt´ und bieten allen ein Forum, was der Staat zu verhindern versucht. <<

Wie weit geht deine Akzeptanz oder dein Verständnis für moralische Tugenden, die häufig von einer gesellschaftlichen Doppelmoral überschattet werden?
>> Okay, das ist eine schwierige Frage. Ich bin eine sehr gradlinige Persönlichkeit, die ihre hauptsächlichen Werte mit Ehrlichkeit verfolgt. Es kann nicht viel passieren, solange du ehrlich bleibst. Das ist sicherlich nicht immer leicht, aber auf lange Sicht der beste Weg. Ich kann keine Gesellschaft akzeptieren, die entgegen ihrer Aussagen handelt. Es ist wenig respektvoll und abgrundtief böse, die Leute zu belügen, wie es im Christentum geschieht. <<
Gerade die Verachtung des Christentums nimmt ein großes Spektrum in deiner Denkweise ein. Folgerichtig beschäftigst du dich intensiv mit Paganismus sowie nordischer Mythologie. Die drei Nummern "Annihilation Of Hammerfest", "The Fall Through Ginnungagap" und "Releasing Surtur´s Fire" vom aktuellen Output verschmelzen diesbezüglich zu einer Konzept Geschichte.
>> Ich habe etwas ähnliches bereits auf dem "Once Sent From The Golden Hall" Album versucht. Es dürfte zwar zuviel Arbeit sein, ein solches Konzept für ein gesamte Platte zu entwickeln, aber ich behalte diesen Gedanken im Hinterkopf. Die aktuelle Story begann mit der Ausarbeitung für einen Song. Aber mein Ziel, die christliche Invasion in Skandinavien zu portraitieren, erstreckte sich dann über drei Stücke. Die letzten tausend Jahre waren sehr dunkel, aber nun beginnen die Leute größeres Interesse für die alten Götter und Traditionen zu entwickeln. <<
Worauf führst du diese steigenden Tendenzen zurück und wie beurteilst du in diesem Zusammenhang die Rolle von Amon Amarth oder anderer Bands mit vergleichbaren Ambitionen?
>> Ich würde unseren Anteil, sowie den Einfluss anderer Gruppen als sehr gering einschätzen. Betrachten wir es realistisch, unsere Musik ist einfach nicht groß genug, auch nicht hier in Schweden. Natürlich gibt es Bands, die mit einem etwas kommerzielleren Ambiente zum gesteigerten Interesse an der Wikinger-Mythologie oder ihrem Erbe beitragen können. Ich denke, diese Popularität lässt sich über die Aufarbeitung von Fakten bezüglich unserer Vorfahren, ihrer Lebensweise und ihren Göttern ausdehnen. Die Menschen erforschen ihre Historie gegenwärtig deutlich mehr, und sie lernen dabei Dinge über sich selbst und ihre Vorfahren. Dieser Vorgang hinterlässt deutlich seine Spuren und entspricht meinem Gefühl für das Interesse an meinem persönlichen Vermächtnis. <<


http://www.amonamarth.com
Uwe Schmidt


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