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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BURGNÄCHTE, 2 ....

BURGNÄCHTE, 23./24.09.05, Rosslau Wasserburg - 2.Tag
Rosslau Wasserburg

23./24.09.05
Samstag, 24.09.05

Die Wittenberger DRYLAND haben mit „Gothic Tales“ ein durchaus gutes Gothic Rock-Album veröffentlicht, sind aber nur wenige Wochen vor dem Auftritt in Rosslau ihren Deal bei Strange Wings leider wieder losgeworden, nachdem die Plattenfirma aufgrund mangelnder Verkaufszahlen ihre Aktivitäten einstellen musste. Davon unbeeindruckt zogen DRYLAND sich mit ihren Songs als Opener des zweiten Tages achtbar aus der Affäre, ohne nun einen bleibenden oder nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, denn dafür klangen die Songs auf Dauer zu bieder und war das Stageacting noch zu hüftsteif. Typischer deutscher Gothic Rock halt. (MK)
PILORI zählen in Deutschland zu den bekanntesten und dienstältesten Neofolk-Formationen. Die Band um Gernot und Marion Musch zählt zudem zu den Bands des Genres, die nur selten mit dem Vorwurf der Political Incorrectness konfrontiert wurden. PILORI, verstärkt durch Bassisten und Geigerin, wirkten bemüht, aber die Stimmung blieb das ganze Konzert über unterkühlt, was an der frühen Uhrzeit gelegen haben mag, ist Neofolk doch eher Musik für die gemütliche Runde am Lagerfeuer, wenn schon keine atmosphärische Lightshow für eine stimmungsvolle Untermalung sorgt. Es verstärkte sich mit zunehmender Spieldauer aber auch der Eindruck, dass PILORI an diesem Tag nicht in der Lage waren, sich selbst zu berauschen und so entschuldigte Gernot Musch den schlechten Auftritt der Band mit einer stressigen Anreise, was für eine Band mit professionellem Anspruch wohl eine schlechte Entschuldigung ist. (MK)
Zu LAMENT fällt dem unvoreingenommenem Betrachter nur ein Kommentar ein: The Cure! Sänger Sebastian Söllner klingt mehr nach Robert Smith, als dieser selbst, und was manch einer nun als Negativkritik interpretieren mag, ist genau das Gegenteil. LAMENT, die optisch eher als Schülerband wirkt, die sich anschickt sich gerade ihre ersten Sporen zu verdienen, lockte mehr und mehr Besucher vor die Bühne und konnte sich mit zunehmender Spieldauer deutlich spürbar den Respekt der Zuschauer erarbeiten, was bei der Qualität der Songs und der Spielfreude, mit der die Bandr zu Werke gingen, auch nur eine Frage der Zeit und logische Konsequenz eines wirklich guten Auftrittes war. (MK)
SILENCE waren die Überraschung schlechthin und mein persönliches Highlight der „Burgnächte“. Das slowenische Duo bestehend aus Sänger Boris Benko und Keyboarder Primoz Hladnik präsentierte sich dabei als erste Band, für die der Begriff der Künstler wirklich zutraf. Eine brilliante Gesangsleistung, eine perfekte musikalische Untermalung, Songs, die aufgrund ihres intimen Charakters unter die Haut gingen sowie eine ergreifende Performance ... SILENCE boten Kunst auf ganz, ganz hohem Niveau. Einzig das helle Tageslicht schien nicht so recht zu der Atmosphäre der Songs, die eigentlich eher für die Intimität eines kleinen Clubs geschaffen waren, zu passen. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn SILENCE, die bereits seit 1992 aktiv sind, endlich eine Chance bekommen würden ihr Können einem grösserem Publikum zeigen zu können. (MK)
Ebenfalls aus Leipzig stammen DARK SUNS, die mit ihrem Progressiv Metal Marke Psychotic Waltz eigentlich nicht so recht in das Billing passten, aufgrund ihrer Performance und dem leicht düsteren Einschlag der Songs dennoch ganz gut beim Publikum ankamen. Erwähnenswert hier, dass Drummer Nico Knappe auch gleichzeitig als Sänger fungiert, was bei der Komplexität der Songstrukturen keine einfache Aufgabe darstellt. (MK)
Die Berliner THANATEROS um Sänger Ben Richter blieb leider etwas hinter den Erwartungen zurück. Das etwas überraschungsarme weil etwas starre Korsett des Studioalbums „Into the Otherworld“ live zu zerbrechen, gelang nicht – und das trotz toller Bühnenpräsenz von Ben. Die Mischung aus Metal und Keltenrock bewegte zumindest das Publikum, das mittlerweile zahlreich vor der Bühne stand. Die Zeit des Auftritts reichte für einen kleinen Querschnitt durch die Musikgeschichte von THANATEROS, selbstverständlich mit Schwerpunkt auf dem aktuellen Werk. Höhepunkte im Set waren sicherlich „Calling Llyr“ und das Pogues-Cover „Dirty Old Town“. (DB)
Böswillige sagen über den einzig legitimen Fields of the Nephilim-Ableger, sie würden nur saufend durchs Gelände streichen. Gutmeinende dagegen loben den Kontakt zum Publikum, den die Band intensiv pflegt und dabei an diversen Gläsern nippt. Sänger Bob White jedenfalls war schon zur Mittagszeit gut drauf und bereit für Fotos und Nachfragen. So war ihm zu entlocken, dass im Februar ein neues NFD-Album erscheinen wird. Vielleicht würden ja einige neue Stücke schon zum Set des Abends gehören... oder ganz alte, aus nephilimischer Vorzeit. In angenehmen Dunkel betraten NFD die Bühne und sofort fegte der Sturm aus treibendem Bass, zerrenden Gitarren und hartem Schlagwerk über die Köpfe des Publikums. Bob hatte gut vorgeglüht und war stimmlich voll auf der Höhe, dunkel grollte sein Organ über den Platz. Immer wieder schön die Ansage: „We´re NFD, this is Darkness falls!“ – die einen der genialsten Songs ihres CD-Erstlings zur Folge hat. Die Band gab sich insgesamt weniger statisch als ich es bei vorherigen Auftritten gesehen habe, ständig waren die roten Rasters am schwarz umflochtenen Mikroständer in Bewegung, selbst der sonst relativ steife Tony Pettitt am Bass gab sich locker und zuweilen amüsiert – besonders als Bob sich auf den Allerwertesten setzte, Tony hielt die Begründung für die motorische Schwäche ins Publikum: ein große Pulle Jägermeister. Zu hören gab es überwiegend Songs ihres aktuellen Albums, „Stronger“ und „Blackened“ in Perfektion, dazu bereits einen Vorgeschmack auf die offensichtlich etwas härtere Scheibe im kommenden Jahr. Den Abschluss machten NFD mit einer kleinen Überraschung. Ohne, dass sie vom Publikum zu oft zu alten Nephilim-Sachen gedrängt wurden, gab es zur Krönung des Abends den musikalischen Hammer „Moonchild“. Grandios, schön und richtig geil – dieser Auftritt. (DB)
Nun ja – CHAMBER, mittlerweile scheiden sich an ihnen die Geister. Versprühten das ewige Stimmen der Instrumente während des Sets und die pointierten Kommentare von Sänger Max früher einen ganz eignen Charme, so ist es heute schlicht nervig. Ansagen verkommen zu Phrasen, sobald man CHAMBER öfter als dreimal auf der Bühne gesehen hat. Der Hang zum Perfektionismus wird zur Großkotzigkeit und nimmt dem Livecharakter viel von seinem Eigenleben.
Nichtsdestotrotz bieten die wenigen Jungs und vielen Mädels ein abwechslungsreiches Programm, mehr laut als leise und immer etwas zu sehr auf sich selbst bedacht. Unbestritten schön ihre Songs: „Miles away“, „In my Garden“, „A Dead Man´s Song“ oder das folkige „Hometown“. Durch die permanenten Unterbrechungen wegen angeblicher technischer Mängel beim Sound fehlte der Fluss, das Set war ziemlich zerhackt – der Funken sprang nur sporadisch aufs Publikum über. Auch bei Chamber gab es den Titel „Moonchild“ – ihr eigener Song auf den Nachwuchs im Bandgefüge. Obligatorisch mittlerweile das gelungene Rammstein-Cover „Engel“. Damit war dann aber auch gut. (DB)
ORDO ROSARIO EQUILIBRIO machten dann den Unterschied deutlich, wie Neofolk auszusehen hat. Von Fackeln erleuchtet boten die Schweden eine überzeugende Vorstellung, auch wenn ausser den Trommeln und dem Gesang alle weitere Instrumente vom DAT kamen. ORDO ROSARIO EQULIIBRIO waren dann auch die einzige Band des Festivals, die mit für Cold Meat typischen Diaprojektionen zur Untermalung ihrer Songs agierte und durch eine effektvoll in Szene gesetzte Lightshow und Nebelschwaden eine stimmungsvolle und zuweilen sogar feierlich sakrale Stimmung erzeugte. Auch wenn nicht jeder Trommelschlag auf den Punkt taktgenau saß, die Performance des Duos und die latent apokalyptische Stimmung traf den Nerv des Publikums und liess den Auftritt der Schweden zu einem der absoluten Höhepunkte werden. Wäre schön, wenn ORDO ROSARIO EQUILIBRIO sich öfter mal in Deutschland blicken lassen würden. (MK)
Ein DIARY OF DREAMS-Konzert noch halbwegs objektiv zu bewerten, fällt mir schwer, denn zu oft habe ich Adrian Hates und seine ständig wechselnden Line Ups in den zurückliegenden Jahren erleben dürfen – und dies freiwillig – als dass ich hier ein schlechtes Wort über diese grossartige Band verlieren würde. Im Grunde stellt sich nur die Frage, ob es „nur“ ein guter, oder gar ein sehr guter Auftritt wird. Angesichts der technischen Probleme, die bereits beim Soundcheck und auch während des Umbaus sichtbar wurden, liessen sich DIARY OF DREAMS nicht beirren und lieferten unter dem Strich einen guten und leider viel zu kuren Auftritt ab, denn gerade der Akkustikblock, der auf der nachfolgenden Mini-Tour präsentiert und begeistert gefeiert wurde, fiel hier zu grossen Teilen dem Zeitplan zum Opfer, wie auch die gemeinsame Gesangseinlage mit Boris Benko von SILENCE. Der Platz vor der Bühne war jedenfalls prall gefüllt und die Performance und die zweistimmigen Gesangspassagen von Torben Wendt und Adrian Hates waren alleine ihr Kommen wert, wobei im Laufe des gut siebzigminütigen Auftritts keiner der Bandklassiker ausgelassen wurde. Und wer die feuchten Augen der Fans beim „Traumtänzer“ gesehen hat wird kaum leugnen können, hier wieder einmal einen aussergewöhnlichen Auftritt einer der beeindruckendsten Live-Bands dieser Tage erlebt zu haben. (MK)

Fazit: Wir kommen wieder, denn nicht nur das Line Up der ersten Ausgabe des „Burgnächte“-Festivals, sondern auch die Location waren die 500 km Anreise in die Nähe Magdeburgs wert. Abgesehen von einigen kleineren organisatorischen Mängeln (Toiletten) war es vor allem die einzigartige Atmosphäre und unkomplizierte Art neue Leute kennenzulernen, die dieses Festival so nachhaltig prägte und so spät im Jahr zu einem würdigen Abschluss der Festivalsaison werden liess. Bleibt zu hoffen, dass dieses Festival nicht das Schicksal der „Herbstnächte“ erleidet.
Daniel “Bela” Bartsch, Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


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