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BURGNÄCHTE, 23./24.09.05, Rosslau Wasserburg - 1.Tag
Rosslau Wasserburg

23./24.09.05
Idyllisch in den Auen der Elbe gelegen, fand vom 23.09. bis zum 25.09. auf der Wasserburg zu Rosslau erstmalig das „Burgnächte“-Festival als Nachfolgeveranstaltung der legendären „Herbstnächte“ statt. Die Zuschauerresonanz war trotz eines hervorragenden Line Ups etwas enttäuschend, denn mal darf wohl erwarten, dass Bands wie DIARY OF DREAMS. GARDEN OF DELIGHT, NFD oder CHAMBER, um nur einige zu nennen, mehr als ca. 700 Zuschauer verdient gehabt hätten. Doch wie dem auch sei, die malerische Burg und der Mittelaltermarkt sowie der Gothikmarkt luden bei herrlichem Wetter zum Flanieren und zum Shoppen ein, und auch das kulinarische Angebot war bei mehr als fairen Preisen reichhaltig. Verbesserungswürdig ist sicher die Anzahl der Toiletten und der Duschen, wofür der malerisch gelegene Zeltplatz direkt in den Elbauen wieder mehr als entschädigte. Zum Rahmenprogramm der „Burgnächte“ zählten weiterhin eine Reihe von Lesungen und Szeneautoren wie Thomas Sabottka, Markus Förster und Christian von Aster sowie Feuerakrobatik der Seelenfunken. Fest gebucht hatte man seitens des Veranstalters Szeneunikum „Noctulus“, der, unterstützt durch seine rechte Hand Katja, immer wieder für kurzweilige Unterhaltung sorgte. Doch dazu später mehr.
Freitag, 23.09.2005

FORMFLEISCH aus Leipzig fiel die mehr als undankbare Aufgabe zu, das „Burgnächte“-Festival zu eröffnen. Doch so gut und ansprechend die beiden letzten EPs der Band (siehe Reviews bei den Eigenpressungen), so blass und farblos der Auftritt bei strahlendem Sonnenschein. Der von den bis dahin Anwesenden eingehaltene Sicherheitsabstand zur Bühne machte die Aufgabe für die Leipziger nicht sehr viel leichter und so verpuffte das songschreiberische Talent und der Deathrock beeinflusste Sound der Band um die schüchtern wirkende Sängerin Dorain und eine verhältnismässig zurückhaltend agierende Band relativ ungehört. (MK)
Ebenfalls aus Leipzig angereist, verteilten SCARECROW gleich zu Beginn erst mal den bandeigenen Notgroschen und schmissen Cent-Stücke ins Publikum vor der Bühne. Der elektronische Stilmix angereichert durch fette Gitarrenriffs erinnerte nicht zuletzt durch den Gesang von MH Scary das ganze Konzert über dabei an Das Ich, wies dabei jedoch eine sehr eigenständige Note auf. Die „Vogelscheuchen“ erlaubten dabei auch einen Ausblick auf das am 24.10. erscheinende neue Album „Werk 2“ und schafften es im Laufe des Sets, immer mehr Leute vor die Bühne zu lotsen und gemeinsam mit der Band zu feiern. Ein solider Auftritt. (MK)
Wenn bei einem Berliner Festival eine Band aus Berlin spielt – ok, wenn in Barcelona eine Band aus Barcelona spielt – auch ok. „Was dem einen sein Uhl, ist dem anderen sein Nachtigall“, werden sich die Veranstalter gedacht und dem anwesenden Publikum die Rosslauer Band DOWN BELOW auf die Tagesordnung gesetzt haben. Prima für die Band – so sparte man Kosten für die Anreise, prima für den Veranstalter, so sparte er Übernachtungskosten – schlecht fürs Publikum, denn die Darbietung von DOWN BELOW ist nur mit mangelhaft zu bewerten. Obwohl vom WGT und dem Vorprogramm von Schandmaul bekannt, will Freude beim Zuhören einfach nicht aufkommen. Die übertriebene Selbstverliebtheit des Sängers und Florian-Silbereisen-Doubels zerstört manches vom Potenzial, was vielleicht in der Band steckt. Musikalisch sehr durchschnittlich soll der ganze Reiz in gefärbten „bösen“ Kontaktlinsen liegen. Selbst musikalisch gelungene Coverversionen von „Question of Time“ (Depeche Mode) und „Entre dos tierras“ (Heroes del Silencio) sowie die Unterstützung von Dara Pain konnten den Auftritt nicht retten. (DB)
Zugegeben, WISSMUT (Ex-Die Art) waren an diesem ersten Abend meine favorisierte Band. Und Sänger Makarios samt Musikanten enttäuschten mich nicht. Sauber eingestellte Technik sorgte dafür, dass selbst bei Gitarrengewittern der wütenden Art der Gesang immer verständlich blieb – was bei den traurigen, schweren Texten einfach notwendig ist, um dieses besondere Gefühl zu erleben. Ob es an der ganz besonderen Stimmung lag, ich weiß nicht, aber selten habe ich die Musik von WISSMUT so intensiv erlebt. Ob „Keine Ufer“, „Abgesang“, „Träume“ oder „Tanz mit mir“ – alles Titel vom aktuellen Album „Bi“ – fein webte sich die Melancholie lebensschwerer Gedanken und Melodien um das Publikum. Als Draufgabe ließen WISSMUT das Cure-Cover „Primary“ von ihrer EP „Cured“ blitzen. Herrlich. (DB)
LEGENDARY PINK DOTS mögen Kult sein, Edward Ka-Spel ein charismatischer Frontmann, doch auf den „Burgnächten“ waren die psychedelisch beeinflussten Holländer mit ihrer Flower Power-Attitüde definitiv fehl am Platz, auch wenn die wenigen eingefleischten Fans der Holländer, die vor Ort waren, Edward Ka-Spel und seine zugegebenermassen grossartige Band euphorisch feierten. Mit nackten Füssen, es waren ca. 5° Celsius, bewegte Ka-Spel sich gemässigten Schrittes über die Bühnenbretter, suchte den direkten Kontakt zum Publikum, das sich zu grossen Teilen nicht mit dem Drogen beeinflussten Sound LEGENDARY PINK DOTS anfreunden konnte und sehnsüchtig darauf wartete, dass GARDEN OF DELIGHT die Bühne betreten würden. (MK)
GARDEN OF DELIGHT FEAT. LUTHERION boten dann klassischen Goth in Reinkultur. Nebelwände, in denen sich zuweilen nur die Silhouetten der Musiker abzeichneten, tiefe Grabesstimme, diffuse Lichtverhältnisse: GARDEN OF DELIGHT sind zusammen mit NFD eine der wenigen zeitgenössischen Bands, die genau diese Klischees noch bedient und deswegen von den Fans auch so heiss und innig geliebt wird. Glücklicherweise hatten GARDEN OF DELIGHT an diesem Abend einen ihrer besseren Momente, wurden von technischen Pannen verschont und auch die Integration eines neuen Gitarristen gelang mühelos.
Als Co-Headliner des Abends boten GARDEN OF DELIGHT dann auch einen guten Querschnitt durch ihre Bandhistorie, wobei der Schwerpunkt natürlich auf dem Material des aktuellen Albums lag, aber auch Klassiker wie „Necromantheon“ nicht vergessen wurden. Dass Artaud sich und seine Band gut zu inszenieren weiss, wurde durch das Spiel mit einem Banner im Spiel von Licht und Schatten immer wieder deutlich. Ein guter Auftritt. (MK)
Wie liess Kultgruftie und schwarzintellektueller Pausenclown NOCTULUS doch im Laufe der „Burgnächte“ verlauten: “Kunst ist, wenn alle weglaufen”. Und genau das taten dann viele der Festivalbesucher auch in Scharen, als CINEMA STRANGE mit unglaublicher Penetranz und einer unvergleichlichen Arroganz ihr pseudo-avantgardistisches Klangchaos und nerviges Genöhle samt hochnotpeinlichem Stageacting verbreiteten. Keine Ahnung, welche synthetischen Drogen sich die Amerikaner vor dem Auftritt reingepfiffen haben, oder ob sie beim Pilze sammeln in den angrenzenden Elbauen gleich genascht haben, dieser Auftritt war für den zahlenden Fan jedenfalls eine Zumutung und dem Status eines Headliners mehr als unwürdig. Mit wahrer Kunst jedenfalls hatte dieser Auftritt nichts zu tun, eher mit Dilletantimus in Reinkultur. Schauderhaft. (MK)
Intermezzo
Die Umbaupausen wurden dem geneigten Anwesenden immer wieder unterhaltsam aufgepeppt von NOCTULUS, seinem Hund Asmodina und einem weiblichem Unikum, dessen Name in keinem Geschichtsbuch auftauchen wird – jedenfalls nicht, solange sie sich so kaputt anstellt beim Tragen von Plakaten. Immer mit dabei die Peter-Steele-Imitation, das surrealistische Black Metal Schlagzeug und, im Geiste, die Chrom-Vanadium Vogelscheuche Angela Merkel. Herrlich die Geschichten um eine Reise in einer drei Meter großen Badewanne durch Chemnitz, die Wegbeschreibung (666 Meter tauchen) zu den Auftrittsorten des Ritters von der komischen Gestalt oder der Kurs in gregorianischen Gesängen, den er als Ein-Euro-Jobber im Kloster Maria Lach gibt. Man wünscht sich fast, einmal an seinem „Gottesdienst für Gruftis“ teilzunehmen – oder sich für nur 100 Euro im Burgplatz vergraben zu lassen – dann wäre man im nächsten Jahr schon da und „müsste sich nicht mal schminken!“ (DB)
Daniel “Bela” Bartsch, Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


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