Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'B' :: BANG YOUR HEA ....

BANG YOUR HEAD 2005 - TAG 2
MESSEGELÄNDE BALINGEN

25.06.05
In der Nacht auf Samstag brach die sprichwörtliche Hölle los. Ein schwerer Hagelsturm ertränkte Balingen mitsamt den umgebenden Zeltplätzen innerhalb von Sekunden, verwüstete das Festivalgelände mit seinen Ständen und jeder Menge Technik beinahe komplett, riss Zäune und Strommasten um und verletzte leider auch einige Festivalbesucher leicht. Doch trotz dieses Unwetters dachte kaum jemand daran abzureisen. Nein, Kleidung, Zelt und Vorräte wurden getrocknet und die Fans sammelten sich, um abermals das Gelände für sich zu beanspruchen. Im inneren arbeitete die Crew fieberhaft, damit die Show weitergehen konnte. Erst Mittags wurde endgültig klar, dass das Festival weitergehen konnte und sollte. Zwar war der Zeitplan völlig aus dem Ruder gelaufen aber geopfert werden sollte keine der Bands. So blieb dann nichts anderes als die Setlist der ersten sechs Bands radikal auf 15 bis zwanzig Minuten zu kürzen. Was natürlich schade für Musiker und Fans war aber doch die sinnvollste bzw. fairste Entscheidung schien. Und noch etwas: Veranstalter Horst bat seine langjährige Freundin Ines vor dem versammelten Publikum seine Frau zu werden. Und nach dem Motto gefragt, getan wurde die Zeremonie gleich im Backstagebereich vollzogen. Trauzeugen waren übrigens Dee Snider und Sebastian Bach. Das nenn ich mal eine Hochzeit.

DEMON gaben gegen 12:45 den Einstieg mit leider nur drei Songs: „Standing On The Edge“, etwas ganz Neuem, „Night Of The Demon“, vom Debüt-Album aus dem Jahre 1981, und „Don`t Break The Circle“, vom Nachfolger aus dem Jahr 1982 (also DER Song schlechthin).DEMON waren sehr überrascht, dass so viele Fans ihre Musik noch kannten, und mochten, aber kamen bis auf ihren Sänger Dave Hill, der dem österreichischen Opus-Sänger optisch völlig ähnelt, nicht aus dem Quark. Da müssen noch einige Gigs passe laufen, bis diese Formation homogen agiert.
Ich hatte noch das große Glück VICIOUS RUMOURS mit ihrem Helden Carl Albert live zu sehen. Bis dato gab es einige Fronter, die sich an seinem Erbe versuchten. Brian Conner heißt der aktuelle Barde, und machte seine Sache mehr als gut. Er ließ keinen Zentimeter der Bühne aus, und sang in den höchsten Tonlagen kerzengerade. So muss Power-Metal klingen, und aussehen. Zum Glück musste unter den gestrigen miesen Wetterbedingungen der heutige Sound nicht leiden. Schön, dass meine beiden Lieblingshits „Digital Dictator“, und „Don`t Wait For Me“ in dem kurzen aber genialen Set Platz gefunden haben. Meines Erachtens, und im Nachhinein sowieso, hätten anderen Bands flachfallen können, damit Bands wie VICIOUS RUMOURS mehr Zeit gehabt hätten. Aber man soll fair sein.
Wuchtig!! Der Ausdruck passt nicht nur hervorragend zum Erscheinungsbild des Frontmanns und Vorzeige Psychos des Wilden Haufens, sondern ist auch die angemessene Beschreibung für den arg gekürzten Gig der Floridianer. So konnten Nasty Ronnie und seine Crew nur vier Songs zum Besten geben. Als kurzfristige Setlist ergab sich dann: als Opener „No Sympathy“, der Band Klassiker “XXX“, der Titeltrack des aktuellen Albums “Psycho Psycho“ und der finale Leckerbissen “Metal Knights“. Alle Songs wurden von der Band und dem Zeremonienmeister, seines Zeichens Wrestling-Freak, der übrigens nicht mehr wie früher im Gladiatorenkostüm sondern im … na ja „Putzfrauenlook“ über die Bühne wankte und sprang, messerscharf in das teilweise verstört wirkende Publikum gedroschen. Ronnies bluttriefende TV Zerstörungsarie musste bei dieser Show leider ausfallen, sodass lediglich die Besucher des Clubgigs in den vollen NASTY SAVAGE Genuss kamen. Applaus gab es trotzdem. Darüber zu lamentieren, macht wenig Sinn, zumal die gespielten Soundproben extrem kraftvoll und technisch höchster Präzision von der Bühne donnerten und sei Basser Richard noch so sehr „angesäuselt“. Also, freuen wir uns auf das nächste mal, was hoffentlich nicht wieder sieben Jahre auf sich warten lässt. NASTY SAVAGE warten schon auf die Einladung für das nächste „Bang Your Head“, um allen zu zeigen, dass sie es noch immer drauf haben, denn das haben sie
Ein Traum wird wahr, denn ich darf JAG PANZER endlich mal live erleben. Und was für ein Erlebnis? Shouter Harry Conklin nutzte seine ebenfalls äußerst kurzes Programm, um alle möglichen Eskapaden an der Stimme zu beweisen. Dieser Mann ist ein wahrer Gott am Mikrofon. Zu dumm nur, dass die Band sich zu sehr auf ihr neueres Material verließ. Und die altbekannten Klassiker völlig außen vor ließ. Da guckte mancher echt blöd aus der Wäsche. Mir war es egal, denn die neuen Stücke sind mindestens so wertvoll wie das Zeug aus den glorreichen 80er-Jahren. Außerdem gab es genug Oldies von all den anderen Bands. Irgendwann ist auch mal gut. Wer weiß wann die Burschen wiederkommen. Die ganze Band verausgabte sich bis zum letzten Tropfen Schweiß, und das ist es was letztendlich zählt. Mit solchen Formationen können in Deutschland gerade mal Brainstorm mithalten.
Die Säufertruppe aus Frankfurt, namantlich TANKARD waren für mich persönlich wohl der Verlierer des Festivals, denn qualitativ ist die Band eher im unteren Mittelfeld angesiedelt. Obwohl das Publikum das zum Teil anders sah und Gerre und Co. Folgte. Langsam waren TANKARD noch nie und natürlich auch nicht auf dem Bang Your Head. „Chemical Invasion“ „Die With A Beer In Your Hand“ sowie andere Speedsongs, kamen zum gefühlt ungewöhnlich langen Einsatz, wobei die Fans auf ihre Kosten kamen. Den Abschluss bildete natürlich „Empty Tankard“, bevor Die Hessen dann endlich selbst zum trinken kamen
Warum NEVERMORE mit drei Tracks abgefunden wurde, nachdem die grottenschlechten TANKARD fast eine Stunde dudelten, wird ein Geheimnis der Metal-Welt bleibe. Die einzige Schande des diesjährigen Festivals. Eine so gute Gesangsleistung wie von Warrel Dane, der angeblich krank sein sollte, habe ich nicht erwartet. „The Heart Collector“ ist, und bleibt das Aushängeschild dieser perfekten Gruppe, die nichts anbrennen ließ. Hinterher passierte Warrel ein kleines Maleur. Er stritt kurz mit seinem Gitarristen, und alles war über Mikrofon im Publikum zu hören. Zumindest der Satz, dass der Gitarrero einfach nur etwas antäuschen sollte. Was entzieht sich meiner Kenntnis, sollte aber im baldigst erscheinenden Interview zu klären sein.
Was war mit AXEL RUDI PELLl los? Ich hatte das Gefühl, das Sänger Johnny Gioeli seine Texte vergessen hatte, und weil der Teleprompter auf der Bühne nicht funktionierte, die Tracks größtenteils aus Refrains, und Singalongs bestanden. Zumindest war es sehr deutlich, dass Axels Aktivitäten mehr als nötig eingesetzt wurden. Sein Gitarrenspiel hätte verkürzt werden sollen, damit er mehr Songs präsentieren könnte. Das fiel nicht nur mir auf. Egal was auf der Bühne los war, der Auftritt strotzte vor Langeweile. Eigentlich ist das nicht die Art dieser Band, von der ich nur gute Gigs gewohnt bin. „Fool, Fool“, „Carousel“, und „Tear Down The Walls“, klangen alle mal interessanter. Aber was macht das schon? Einen Ausrutscher verkraftet jede Band. Nur ausgerechnet vor so viel neuem Publikum ist das schon ärgerlich. Wer weiß wie viele neue Fans man mit einem gelungenen Gig gezogen hätte. Schön das wenigstens Keyboarder Ferdy Doernberg immer auf dem Höhepunkt ist. Der Mann ist einfach high on live.
Der Kanadier SEBASTIAN BACH hatte das gleiche Problem in Balingen, wie vor zwei Wochen in Schweden. Trotz anfänglicher Soundprobleme legte er eine beneidenswerte Show hin, mit dem schlechtesten Gesang des Festivals (definitiv: Einspruch euer Ehren!!!! - SBT). Da fast jeder Song seiner Karriere zur stimmlichen Herausforderung geworden ist, sei es „Slave To The Grind“, „Monkey Business“, „Here I Am“, oder die Ballade „18 And Life“, sowie die unvergessliche Scheibe „I Remenber You“, krakelt der Shouter sich fortwährend die Stimme platt, und den Hals rau. Da hört man nur noch schräge Töne, und kratzende Schreie. Ob das die Zukunft für diesen Mann sein kann, wag ich zu bezweifeln. Irgendwann kommen die Muttis aus den 80er-Jahren, und Skid Row-Zeiten nicht mehr zu den Gigs. Wer soll dann noch lauthals den Gesang von der Bühne übertönen, damit die Show halbwegs erträglich bleibt? Na ja, in Balingen hat Bas zur Zeit noch Heinspiel. Zumindest hält seine Backing-Band das was sich anhand der bekannten Namen verspricht.

Unerwartet hoch im Billing waren die schwedischen Doom Urgesteine CANDLEMASS gelandet, obwohl der 2002 Gig diesen Platz rechtfertigte und ihnen eine anständige Spielzeit ermöglichte. Zwar nennt sich ihr Stil Doom, doch wurde der ein oder andere Song wie immer recht zügig und außerordentlich kraftvoll gespielt. Bereits beim Opener „Black Dwarf“ zeigte sich Sänger und Mittelpunkt Messiah als glänzender Unterhaltungskünstler. Der Erfinder des Doom-Dance feuerte das Publikum nicht nur bei Songs wie „Mirror, Mirror“ und „Solitude“ ständig an, sodass die die Meute vor der Bühne während des gesamten Sets kein Halten mehr kannte. Auch das neue Material wurde ordentlich gefeiert und nicht wie so oft nur als Überbrückung bis zum nächsten Hit angesehen. Fazit: auch wenn der ein oder andere Gig vielleicht noch mitreißender war, CANDLEMASS waren einfach nur verdammt gut.
Als ersten Special Guest zur Feier des 10jährigen Bestehens des Bang Your Head-Festivals, brachte man die reformierten Skandinavier HANOI ROCKS auf die Bühne. Einerseits machte sich Entsetzen, anderseits großes Staunen im Publikum breit. Ich glaube außer mir freute sich niemand wirklich.(Stimmt auffällig –SBT) Nun ja, die Hälfte der Anwesenden wusste gar nicht wer da auf der Bühne stand, und die andere Hälfte wollte es gar nicht wissen. So feierten erst mal eine kleine handvoll Menschen die tierisch aufgestylten Poser. Chef, und Sänger Michael Monroe ließ es sich auch nicht nehmen das Outfit gleich dreimal zu wechseln. Echt geil. Wo der die Sachen wohl her hat. Hey Jungs, ich habe bald Geburtstag! Erst als Michael die Ballade „Don`t You Ever Leave Me“ sang, brach das Eis in der größer werdenden Menge, die allerdings erst mal erheblich kleiner wurde, da die Massen zu den Bierständen eilten. Zuletzt als Michael sein rotes Saxophon rausholte, und etliche Klassiker der Marke „Up Around The Bend“, „Oriental Beat“, und „Malibu Beach Nightnare“ präsentierte, entwickelte sich eine kleine Party. Schließlich kletterte Michael noch die Bühne hoch, was die Security außer Fassung brachte, und zu guter letzt übernimmt Bas Bach die Backing Vocals beim letzten Song. Ob man Hanoi Rocks mochte oder nicht, sei dahingestellt, aber der Auftritt hatte Niveau, und war äußerst professionell. Zumindest hat niemand sich so sehr in Szene gesetzt wie diese Boys.

Direkt im Anschluss, Überraschungsgast Nummer Zwei. Mike Tramps Mike Tramp’s WHITE LION. Eine schnell aus aller Welt zusammengewürfelte Truppe, da das Original Line-Up scheinbar zu zerstritten ist. Mike jettete um die halbe Welt um diesen Gig auf die Bretter zu bringen, und kriegt von mir trotzdem nicht einen Funken Lob. Das Dargebotene war extrem gefühllos und langweilig gespielt. Die Band brachte null Aktion, und Mike ist nicht mehr der Alte, wenn es um seine Stimme geht. Trotz der gewünschten Oldies, „Little Fighter“, „Broken Heart“, und das, von mir aus, unnötige „Radar Love“, blieb das Publikum zusehends zurückhaltend. Natürlich gab es in der Menge einige ewiggestrige, alles akzeptierende Poser, aber die Masse hatte nach zwei Hairspray-Acts, echt die Nase voll.
Gerammelt voll wurde es wieder beim Meister der Meister, Ronnie James DIO, und seiner Band DIO,. Nichts Neues im Westen, und das ist für dieses Festival, und nach den letzten beiden Acts für die meisten auch gut so. Es ist wirklich faszinierend wie sicher die Stimme des 63 jährigen Sangesgott die Szene beherrscht. Glasklar hämmert er mit seiner Stammband, Craig Goldie an der Klampfe, Simon Wright an den Kesseln, Rudy Sarzo am Bass, und Keyboarder Scott Warren, traumhafte Hits wie „Egypt (The Chains Are On)“, „Stand Up And Shout“, oder das neuere „Killing The Dragon“ aus den Speakern. Hierauf setzt ein Dum-Solo ein, das kräftig von den Zuschauern unterstützt wird. Weiter geht es mit dem Überhit „Holy Diver“, der Rainbow-Nummer „Man On The Silver Mountain“, einem Gitarren-Solo, und dem nächsten Rainbow-Klassiker „Long Live Rock `N` Roll“. Danach geht es mit „The Gates Of Babylon“ krachend weiter, und von seiner Black Sabbath-Zeit hören wir „Heaven And Hell“. Den Abschluss macht „Rainbow In The Dark“, der noch mal lauthals mitgefeiert wird. Alles beim Alten. Demnächst wünsche ich mir aber auch für DIO,, etwas andere Songs.
TWISTED SISTER waren zurück in Balingen und entfesselten den zweiten Sturm an diesem Tag. Im Gegensatz zum zerstörerischen „Good pisses on you Hurricane“ sorgte dieser Power Sturm aber für Partystimmung, Jubel und frenetische Bang- und Jubelanfälle im Publikum. Und die Herren SISTER hatten sich etwas ausgedacht, um den Abend zu etwas besonderem zu machen. Allen voran Mister Charisma persönlich, alias Dee Snider zelebrierte das 1984 erschienende und letztens unter “Still Hungry” wieder veröffentlichte Album „Stay Hungry“ - und zwar komplett. Genug zu bieten, hat die Klassiker-Scheiblette ohnehin, um alle 20000 anwesenden in den Bann zu ziehen. Nicht nur der Titelsong, also einer der heftigsten und schnellsten TWISTED SISTER Nummern überhaupt und das alles überragende „We“re Not Gonna Take It“ wussten zu überzeugen. Egal ob die Ballade "The Price", der slow Rocker "Captain Howdy“, das gut gelaunte "Dot Let Me Down“ oder "Burn In Hell" mit dem genialen "Hear No Evil – See No Evil"-Mittelteil, es folgte ein Höhepunkt nach dem anderen, von denen jeder einzelne mitgesungen wurde, als gäbe es kein morgen. Und so wurden sie alle zu screaming jumping Motherfuckers. Nach Aussagen des Entertainmentwunders Dee seien in England angeblich bei der letzten Hüpfaktion alle umgefallen … na ja, “Engländer halt“. Selbst Jay Jay trug seinen Teil zum Entertainment bei und beschwor den Sprit der 80er Bands, bei denen, im Gegensatz zu all den “Depressivos der Neuzeit” einfach nur Party angesagt war. Und genau das machte das Bang Your Head auch. Bis die uralte I know „It“s only Rock“n Roll“ but I like it ROLLING STONES Nummer, die längst zu einem TWISTED SISTER Song geworden ist und “You Can“t Stop Rock“n Roll“ den krönenden Abschluss eines trotz aller Widrigkeiten letztlich hervorragend gelaufenen Festival und eines grandiosen Gigs bildeten


Reichlich Pics gibt es in der Fotogalerie
SBT / SBK - Pics: SBT / SBK


[ Zurück zum Index: 'B' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler