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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BANG YOUR HEA ....

BANG YOUR HEAD 2005 – TAG 1
MESSEGELÄNDE BALINGEN

24.06.05
Als wir auf das Gelände kamen, waren die Schweden MORGANA LEFAY schon mit dem dritten Track zugange, und mir wurde das fotografieren aus dem Fotograben verweigert, da alle Fotografen schon raus waren. Dieses Verhalten ist etwas ungewöhnlich für Balingen, zumal es noch sehr früh war. Also schnell ein paar Pics aus der Menge gemacht, und dann die Matte geschüttelt. Als Lefay unter halben Namen auf dem Westfalen-Festival in Dortmund spielte, kam ich das letzte Mal in den Genuss einiger ihrer Songs. Schön, dass diese Reunion gefruchtet hat, denn das Erwarten der Zuschauer war dementsprechend groß. Schließlich war es vor der Bühne ziemlich rappelvoll. Ihr powervoller Heavy Metal war das richtige Aufwärmprogramm für die hungrige Meute. Die Show war witzig (die Faxen des Fronters Charles Rytkönen einzigartig), tight (geiles Gitarrenspiel von Tony Eriksson), gepflastert mit Oldies, und ein Songs vom neuen Werk „Grand Materia“, und man sah den Recken ihre Partylaune zu jeder Zeit an. Ihr neuer Basser hat sich gut integriert. Kein Aufhalten mit sinnlosem Kram, so wie sich das für ein Opening-Act gehört. Voll auf die „Zwolf“, wie der kleine sprachgestörte Wuschelkopf, aus dem Film „Madagaskar“ immer sagt
Das zehnte und vielleicht auch letzte Jahr sollte es werden für das „Festival meines Vertrauens”, aber mal langsam. Im Vorfeld waren die Fans aufgerufen, die Reihenfolge der Bands auftretenden zu bestimmen, das nenn ich mal Demokratie. Wobei, es eigentlich bis auf eine Band keine Zweifel an der Echtheit des Votums geben konnte aber sei’s drum. Mit insgesamt 20000 Fanjs war das Gelände dann auch bereits im Vorfeld ausverkauft, was angesichts der Konkurrenz heutzutage, ein absolutes Qualitätssiegel für das Bang Your Head ist. Aufgrund akuter Müdigkeit, musste der traditionelle Clubgig am Donnerstag für die beiden Rezensenten leider ausfallen. Ein Umstand den ich später bitter bereuen sollte. Doch langsam:

EXCITER gaben einfach richtig Gas: Die Songs wurden ins Rund gehämmert, als seien die Herren Ricci und Co. keine erfahrenen Oldies, sondern Jungspunde, die alles geben, um den Aufstieg zu schaffen. Trotz der frühen Morgenstunde waren viele Fans bereits in Fahrt und honorierten Klassiker wie „Violence And Force“, „Pounding Metal“ oder „Long Live The Loud“ mit reichlich Bewegung und ordentlichem Lärm. Natürlich beschränkten sich EXCITER nicht allein auf die alten Hymnen, sondern brachten auch Material neueren Datums wie „The Dark Command“, „Aggressor“, „Violator“ oder das nagelneue „Immortal Fear“(also Herrschaften :wir warten auf ein neues Album!). zum Einsatz. Nach rund 40 Minuten war der kanadische Dampfhammer dann durchgerauscht und ließ beglückte Gesichter, bei den anwesenden Härtnern zurück.
KAMELOT sollte mir den Tag versüßen, war aber eine zwiespältige Sache. Während die Band sich den Allerwertesten abspielte, zog Sänger Khan es vor die Diva rauszukehren. Über die ganze Performance hinweg verzog er nicht einmal die Miene. Obwohl man mit Heather (Frau des Silent Force Bassisten Jürgen) für zwei Songs eine talentierte, und optisch bezaubernde Backing-Sängerin an Bord hatte, wusste Khan diesen Vorteil nicht zu nutzen, und ließ sie einfach ignorant in der Ecke stehen, und überließ sie sich selbst. Da hätte so manche Duett-Szene besser gepasst. Zudem war ihr Gesang viel zu leise abgemischt. Dafür war die Songauswahl vom Feinsten, und der Sound ultracool. Gitarrist Thomas Youngblood agierte sehr lässig, dürfte sich aber die nötige Mimik, um den nötigen Kontakt zum Publikum aufzubauen ebenfalls angewöhnen. Sehr steril die Jungs. Das war am Anfang ihrer Karriere auch schon anders.
KROKUS aus der Schweiz kam, sah, und siegte. Eine der sinnvollsten Reunions überhaupt. Mainman Marc Storace war bei bester Stimme, und die Laune der Band zog sich schnell durch das anwesende Publikum. Natürlich wollten alle die langersehnten Klassiker hören, und wurden auch prompt mit „Long Stick Goes Boom“, „To The Top“, und „American Woman, bedient. Obwohl das Material aus dem neuen Scheibchen wie „Mad World“ genauso gut über die Bühne weht. Man merkt den Boys, die reichlich in die Jahre gekommen sind, den Zahn der Zeit nicht an. Ihre Musik klingt immer noch hochgradig aktuell, und ihr Stageacting brauch sich vor manch junger Kapelle nicht verstecken. Komischerweise ist Fernando von Arb als Gitarrist nicht mehr mit von der Partie, dafür aber der von Gotthard abtrünnige Klampfer Mandy Meyer. Ihm hat Gotthard noch so manchen Pluspunkt in den letzten zu verdanken, und bei Krokus macht er seine Sache mindestens genauso gut.
Die meisten Anwesenden erwarteten nicht allzu viel von DESTRUCTION aber Butcher-Bändiger Schmier weiß wie man das Volk, genauer das meistenteils männliche Publikum unterthält. Aber langsam, denn los ging’s mit „Curse The Gods“, bevor die ersten Flammen-Pyros zum Einsatz kamen. Doch das war wohl kaum das Highlight des Trios, denn ab „Mad Butcher“ ging die wohl unterhaltsamste Show des Festivals los. Der Butcher höchst selbst eingerahmt von diversen spärlich bekleideten Mädels enterten die Bühne und degradierten die Band für viele Anwesenden zur musikalischen Untermalung der Show. „Plastik in seiner schönsten Form“ wurde geboten. Wobei die Blutverschmierten „Horro-Damen“ im Feuerschein Ansätze von „Lesbo-Shows“ boten, was aber natürlich alles im jugendfreien Bereich blieb. Gespielt wurde von den drei Ruhrpöttlern auch noch:„Nailed To The Cross“ oder „Thrash Til Death waren zwar tight und druckvoll aber bestimmt nicht der Grund, warum die Menschenmenge vor der Bühne ziemlich „anschwoll”.
AMON AMARTH waren die mit Abstand härteste Band des Festivals, was dazu führte, dass reichlich Zuschauer den Gig nutzten um Kaffee- Bier oder Pinkelpausen einzulegen. Der prügelnde „Bart-Metal ist mit Sicherheit auch nicht Jedermanns Sache, wie man an den völlig unterschiedlichen Reaktionen zwischen dem fast triumphalen Gig auf dem „Rock Hard“ Festival und der vergleichsweise müden Zuschauerreaktion hier sah. Obwohl so schlimm war es nicht, denn so einige waren vor der Bühne versammelt, um den Growls von Hegg zu lauschen und ihr Haupthaar zu schütteln. Immerhin waren sie es ja, die den „Victorious March“ Künstlern den hohen Platz im Billing verschafft hatten. Da auch Normal-Metaller sich in die Baller-reihen integrierten, kann der Auftritt immerhin noch als Achtungserfolg gewertet werden.
Miss Pesch, alias DORO ist ein echter Garant für jede Art von Gig. Ob Instore, eigene Headlinershow, oder als Act unter vielen Festival-Bands. Egal wie groß oder klein die Gelegenheit, die kleine/große Blondine hat ihre Mannschaft, und vor allem ihre treue Meute im Griff. Sex sells, und gerade die männliche Gemeinde atmete ein, als DORO in ihrem perfekt sitzenden, absolut geilem weißen Leder-Outfit die Bühne betrat. Ihre blonde Mähne in die Masse bangend, schmetterte sie „All We Are“, „I Rule The Ruins“, und ihre schmachtende Ballade „Tausend Mal Gelebt“, sowie „White Wedding“, dem Coversong von Billie „ich spuck mir in die Hand und reib es in mein Gesicht, weil ich so cool bin“ Idol. Doro durfte als erster Act die Bühnenerneuerung vom Bang Your Head_Festival nutzen. Und zwar stieg der vordere zu erklimmende Teil der Bühne, mit DORO und ihrem Bassisten Nick Douglas nach oben, und man überragte die Fans um einen weiteren Meter, oder so. Joe Taylor, Doros langjähriger Gitarrist Gab wieder richtig Vollgas. Bei DORO stimmt wirklich alles.
Der Gig von GAMMA RAY fing mit reichlich Komplikationen an. Zuerst funktionierte eine Endstufe von Gitarrist Henjo nicht. Da der Wechsel richtig Zeit in Anspruch nahm wurde vom Publikum lauthals ein Gitarren-Solo vom Bandchef Kai Hansen gefordert, was dieser verweigerte. Allerdings war er auch nicht gut in Sachen Unterhaltung, so dass die zehn Minuten endlos dauerten. Die danach gespielten fünf Songs wie „I Want Out“, dem alten Helloween-Tack, oder „Rebellion“, und „Armageddon“, wirkten ziemlich trist, und vernudelt. Zudem gab es immer wieder Probleme mit dem Sound. Kai gab stimmlich richtig Dampf, war aber nicht so treffsicher wie gewohnt. Einzig, und allein der Bassist, dessen Name mir leider entfallen ist, brachte die nötige Entertainment-Leistung an den Start. Von dieser Band sind wir Besseres gewohnt. So blieb es nicht aus, dass der ein oder andere mäkelte. (Mit recht!-SBT)
SAXON ist zwar eine von den Bands, die ich einfach zu oft zu Gesicht bekam, was nicht bedeutet das sie wie immer tierisch abrockten. Biff im schwarzen Ledermantel gekleidet, hatte sich alsbald so nassgepowert, dass er ihn ablegen musste. Das Best-Of-Programm mit den Beiträgen „Heavy Metal Thunder“, „Dallas 1pm“, Wheels Of Steel“, „Solid Ball Of Rock“, und dem unverzichtbaren „Crusader“, bließ alles in Grund und Boden. Zudem erfreute man die Masse mit einem Gastauftritt von MOTÖRHEADs Drummer Mickey Dee, der das Drumkit in Einzelteile zerlegte. Für unsere alten Helden ist es nur gut, dass sie einen so treuen Fankreis haben, denn meines Erachtens, könnten Bands wie DIO, U.D.O., DORO, und eben SAXON mal ordentlich in ihrer Track-Kiste wühlen um etwas Innovation im Laufe der Jahre, in die Setliste einzuarbeiten.
Lemmys MOTÖRHEAD sind schlicht unverwüstlich. Auch wenn dieses nicht unbedingt, ihr allerbester Tag war. Den meisten Fans war es egal, denn Lemmy und seine Mitstreiter lassen sich weder von technischen Problemen, brummeligen Sound, noch von einer nur mäßigen Setlist, so richtig unterkriegen. Gewohnt unterhaltsam, sprich sarkastisch und für viele wohl unverständlich (der Mann nuschelt einfach saumäßig) „moderierte“ Herr Kilmister durch Tracks wie „Stay Clean“ „Metropolis“ „Sacrifice“ (mit einem amtlichen Drum Solo das ausnahmsweise mal nicht „einfach nur überflüssig“ war) oder „No Class“. Einige Pyros unterstützen die Show optisch, doch erst als gegen Ende des Sets die Zugaben: „Killed By Death“, „Ace Of Spades“ und schließlich „Overkill“ zum Zuge kamen, sprang der Funke großflächig über. Sei es drum, keine überragende Leistung aber einen wirklich schlechten Gig gibt es bei MOTÖRHEAD schlichtweg nicht!!

Fortsetzung s. Teil 2
Reichlich Pics gibt es in der Fotogalerie
SBK/SBT - Pics: SBK/SBT


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