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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CASTLEFEST - ....

CASTLEFEST - Lisse (NL), Keukenhof, 05. – 07.08.05
Lisse (NL), Keukenhof

05. – 07.08.05
Mittelaltermärkte und Ritterfestspiele haben Hochkonjunktur, nicht nur in Deutschland, sondern auch bei unseren Nachbarn in Holland. Dies in Kombination mit einem der seltenen Auftritte der französischen Kult-Band Rosa Crüx waren dann auch Anlass genug dem „Castlefest“ auf dem Gelände des Keukenhofes in Lisse, ja, dem Tulpenparadies unweit der Nordseeküste und in gut zwei Stunden mit dem Auto vom Ruhrgebiet zu erreichen, einen Besuch abzustatten. Auch wenn das Wetter das ganze Wochenende über leider sehr durchwachsen war und die zahlreichen Darbietungen darunter zum Teil sehr zu leiden hatten, so lohnte der Besuch aufgrund der Vielzahl des Gebotenen dennoch.
Das „Castlefest“ selbst findet statt in einem weitläufigen Parkgelände, dessen Mittelpunkt ein schlossartiges Herrenhaus bildet und das für die nächsten drei Tage von Rittern, Burgfrauen, Elfen, Feen, finsteren Spiessgesellen, Gauklern und sonstigen Fantasy-Gestalten bevölkert werden sollte, die zum Teil eigene mit ihren Klans oder Sippschaften Zelte hatten und dort direkt über ihr Treiben informierten.
Die Bands:
Während alle anderen Bands mehrmals am Wochenende auftraten, spielten ROSA CRÜX ausschliesslich am Freitag abend, was bei dem technischen Aufwand, den die Franzosen treiben, organisatorisch wohl auch nicht anders zu handlen war. Welche Band hat schliesslich schon ein komplettes Glockenspiel auf der Bühne oder ein vollkommen mechanisches Schlagzeug, ganz abgesehen von den Videoprojektionen, die das komplette Konzert über eingeblendet wurden? Aufgrund technischer Probleme begann der Auftritt von ROSA CRÜX mit einiger Zeitverzögerung, so dass das Set aufgrund der engen Curfew zum Schluss hin leider um gut zwanzig Minuten gekürzt werden musste. Unterstützt von einem siebenköpfigen Chor boten Olivier Tarabo und Claude Feeny, die beiden kreativen Köpfe ROSA CRÜXs, einen musikalischen Querschnitt aller ihrer drei Alben. Die Musik der Band dabei zu beschreiben, ist fast unmöglich, denn neben sakralen Elementen, neoklassischen Passagen und prägnanten Gitarrenparts umweht ROSA CRÜX stets ein avantgardistischer Hauch, was nicht zuletzt auch durch den lateinischen Gesang und die einzigartige Bühnenshow inklusive einer Performance von Fahnenschwingern und zwei Tänzern inmitten des Publikums unterstützt wird. Vor allem der „Danse de la Terre“ inmitten des Publikums ist immer wieder faszinierend anzusehen, unterstützt von den hypnotischen Klängen der Band, die sich hier dezent im Hintergrund hält, während die beiden lehmverschmierten Tänzer, auf einer Art Felsblock sitzend, archaische Bewegungen ausführen und immer wieder Lehm in den Nachthimmel werfen. Nicht minder beeindruckend das vollkommen mechanisch gesteuerte Schlagzeug, das computergesteuert das rhythmische Grundgerüst für die Songs liefert. Da ROSA CRÜX mittlerweile bei Trisol unterschrieben haben ist zu hoffen, dass diese absolut einmalige und faszinierende Band auch bei uns in Deutschland endlich die ihr zustehende Bedeutung erfährt. Checkt unbedingt auch http://www.rosacrux.org an, um einen Eindruck von der Band zu gewinnen.
Von allen Mittelalterbands, die ich bislang auf Festivals und Märkten gesehen habe, waren die deutschen WOLFENMOND die schlechteste und ganz sicher kein würdiger Vertreter der deutschen Mittelalterszene. Sowohl handwerklich – Dudelsäcke klangtechnisch nicht aufeinander abgestimmt, Timingschwankungen, ausdrucksloser Gesang des Sängers – als auch von der Optik her passte hier nichts zusammen und am peinlichsten wurde es, wenn der Sänger in übelstem Englisch auch noch stundenlange Erklärungsversuche der Texte abzugeben versuchte. Bezeichnend, dass sich die Fläche vor der Bühne mit zunehmender Spieldauer immer mehr leerte. Zumindest eins können WOLFENMOND für sich in Anspruch nehmen: die schlechteste Version der „Merseburger Zaubersprüche“ aller Zeiten abgeliefert zu haben.
RAPALTJE waren dann für mich die Überraschung des Festivals, dem Publikumsandrang vor der Bühne nach zu urteilen nicht jedoch für die Besucher des „Castlefestes“. Die vier Holländer boten traditionelle keltische Musik, wie man sie in Edinburgh oder Glasgow nicht besser und vor allem authentischer geboten bekommt. Selbst der Highlands-Akzent eines der beiden Sänger klang schottisch und die musikalische Darbietung war einfach nur brilliant. Voller Witz, voller Spiel- und Lebensfreude und vor allem musikalisch perfekt. Selbst Zwangspausen aufgrund Stromausfalls meisterten die Holländer souverän, indem sie sich einfach auf das vordere Bühnenpodest stellten und von dort aus a capella ins Publikum sangen. Die Belohnung mit einem donnernden Applaus folgte auf dem Fuss, wie auch die im weiteren Verlauf der Show dargebotene Version von „Whisky In The Jar“ einfach nur richtig grossartig war.
Anders THIRSTY DOG, die musikalisch in eine ähnliche Richtung gingen, jedoch weder über die Professionalität noch über das Spielvermögen RAPALTJES verfügten. Die Stimme des Sängers kam ebenfalls viel zu dünn und gequält durch die Lautsprecher, so dass sich der Beifall auch hier arg in Grenzen hielt.
OMNIA, auch bei uns mittlerweile sehr bekannt, boten dann eine mystische und eher besinnliche Variante keltisch inspirierter Musik, ähnlich der deutschen Band OSIRIS TAURUS; wobei sie prominente Unterstützung von Oliver Sa Tyr von FAUN erhielten, der OMNIA an Laute und Percussion begleitete. Vor allem das virtuose Flötenspiel wusste restlos zu begeistern und auch Drehleier, Didgeridoo, Harfe, Dudelsack und die verschiedenartigsten Schlaginstrumente beherrschen die Holländer mit traumwandlerischer Sicherheit. Selbst die zigste Aufforderung zum Kauf der CD wurde bejubelt und die markigen Sprüche im Dialog zwischen den Musikern verfehlten ihre belebende Wirkung nicht. Am besten waren OMNIA vor allem dann, wenn sie Uptempo zu Werke gingen und sich bei einzelnen Stücken fast in einen Spielrausch spielten. OMNIA sind eine Band, die auch in Deutschland anhaltenden Erfolg hätte, wenn sie mal flächendeckend touren würde.
Die Gaukler:
Jongleure, Stelzenläufer, Feuerschlucker, Geschichtenerzähler ... das „Castlefest“ bot auch hier eine grosse Auswahl an Attraktionen und Darbietungen, die mit Ausnahme der Feuerspucker Freitag abend immer spontan irgendwo auf dem weitläufigen Gelände stattfanden und sich sofort immer eine Menschentraube um die jeweiligen Künstler versammelte. Gerade dieses spontanen Darbietungen sorgten dann auch immer wieder für Abwechslung und liessen die Zeit nie langweilig werden, ganz abgesehen von dem hohen Niveau, dass die jeweiligen Artisten jeweils boten.

Die Händler:
Mit Ausnahme eines CD-Händlers, der nur Freitag abend gesichtet wurde und danach nicht mehr, bot das „Castlefest“ auch hier alles, was das Schwarze Herz begehrt. Kleidung, Räucherwerk, Literatur sowohl zu historischen Themen wie auch zu Themen aus dem Fantasy-Bereich, Skulpturen, Kunsthandgewerbe, Schmuck, traditionelle mittelalterliche Gewandungen, Felle, Knochenschmuck, Töpferwaren, Kerzenständer, Kettenhemden, Schwerter, Streitäxte, Bogen .... nichts wurde ausgespart und in reichhaltiger Auswahl bei leider auch wieder einmal viel zu hohen Preisen angeboten. Dennoch fiel auf, dass man hier um ein sehr ausgewogenes Warensortiment bemüht war um den Ruf eines Mittelaltermarktes gerecht zu werden. So bot sich dann an vielen Ständen auch die Möglichkeit, den Handwerkern direkt bei ihrer Arbeit zuzusehen. Auch über WICCA oder heidnische Kulturreligionen konnte man sich informieren oder den rituellen Weihen einer Priesterin beiwohnen.
LARP
Neben allgemeinen Informationen und diversen Workshops zum Thema Rollenspiele gab es für Interessierte nach einer kurzen Einweisung natürlich auch die Möglichkeit selbst teilzunehmen und gegen wilde Monster zu kämpfen oder geheimnisvolle Verschwörungen aufzudecken. So war man auch hier immer wieder dazu angehalten, stehen zu bleiben und den Akteuren fasziniert bei ihrem quirligen Treiben zuzusehen.
Zusätzlich zu den Rollenspielen hatte man in einem grossen Zelt die ganze Zeit Gelegenheit verschiedene Fantasy-Spiele zu spielen und auszuprobieren.

Wettkämpfe:
In der Arena konnte man zu festen Zeiten immer wieder Kämpfern der einzelnen Klans zusehen, die hier im Kampf Mann gegen Mann ihre Künste im Schwertkampf oder mit Streitäxten miteinander messen konnten. Auch Demonstrationen von Schwertkampftechniken gehörten immer wieder zu Darbietungen, nicht nur in der Arena, sondern auf dem ganzen Festivalgelände.

Fazit: Das „Castlefest“ ist aufgrund der vielfältigen gebotenen Möglichkeiten defintiv einen Besuch wert und entführt für drei Tage in Fantasy-Welten und ein mittelalterliches Spektakulum, das seinesgleichen sucht.
http://www.castlefest.nl

Mehr Fotos vom "Castlefest" findet Ihr in der Fotogalerie.
Michael Kuhlen - Pics: Michael Kuhlen


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