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MAGAZIN :: Index: 'A' :: APOPTYGMA BER ....

APOPTYGMA BERZERK
Elektropazifist
"APBL ´98", der Titel deutet es an, ist kaum zwei Jahre alt, da erschien vor wenigen Wochen mit "APBL 2000" bereits ein neues Live-Album der norwegischen Vorzeigeelektroniker um Stefan Groth. Was auf den ersten Moment nach billiger Abzocke aussieht, erweist sich als folgerichtige Entscheidung. "APBL ´98" erschien in einer limitierten Auflage alleine für den europäischen Markt, während "APBL 2000" weltweit erscheint und neben einer veränderten Tracklist auch Aufnahmen aus den USA enthält, wo das Album dieses Mal ebenfalls erschienen ist. Einhergehend mit der Veröffentlichung der CD erscheint das Album auch als DVD und Video, so daß sich die Unterschiede zwischen den beiden Live-Alben für den Fan nun auch visuell nachvollziehen lassen, wie Stefan telefonisch erläutert.
>> Unsere Performance hat sich sehr verändert. Wir benutzen live bei verschiedenen Songs nun ein Schlagzeug und bei verschiedenen anderen Songs arbeiten wir mit zwei Gitarren. Hinzu kommt, daß wir nun eine bessere Live-Band sind, als je zuvor. Wir sind nun vier Leute in der Band und natürlich unterscheidet sich die Tracklist schon ein wenig vom ersten Live-Album. << Apoptygma zählen somit zu den ersten Bands der Elektro-Szene, die sich diesem, für diese Genre, neuen Medium zuwenden und den Mut aufbringen, eine DVD zu veröffentlichen. >> Depeche Mode und Underworld haben bereits DVD´s veröffentlicht. Der Markt für DVD´s ist vor allem in den USA stetig wachsend und auch hier in Norwegen ist die Videocassette kaum noch vertreten. Videorecorder werden bereits gar nicht mehr angeboten und die ganzen Laptops, die neueren Computer oder die neue Sony Playstation besitzen schon einen eingebauten DVD-Player. Wir erwarten ja nicht, die gesamte Auflage mit einem Schlag sondern über die Jahre hinweg zu verkaufen. Das Ganze wird zusätzlich ja auch noch als Video veröffentlicht, und wenn der DVD-Markt sich so weiter entwickelt, sehe ich da kein Risiko für uns. << Während "APBL 2001" über East West erschienen ist, wurden sowohl die DVD- als auch die Video-Box über Dependent veröffentlicht, die in der jüngeren Vergangenheit bereits durch die Veröffentlichung der Covenant Live-Box und der "End Of The Line"-Box von Klinik von sich reden gemacht haben. Haben East West das Risiko dieser Veröffentlichung gescheut? >> Das mag einer der Gründe gewesen sein. Ich könnte mir vorstellen, daß Warner nicht so sehr an diesem Markt interessiert waren und so etwas vorher auch noch nicht gemacht haben. << Da Dependent vor wenigen Monaten mit Covenant und Velvet Acid Christ zwei ihrer fest etablierten Acts verloren haben, gab es sicherlich auch von Seiten Stefan Herwigs, dem rührigen Labelmanager des Ruhrgebietslabels, Interesse an einer Vertragsunterzeichnung mit Apoptygma. Wer Dependent und die Arbeitsweise des Labels kennt weiß, daß dies beileibe keine schlechte Wahl gewesen wäre. Warum also dennoch das Bekenntnis zu East West? >> Ich vermute, das Interesse von Dependent war schon da. Ich fand allerdings, es wäre an der Zeit bei einem Major zu unterschreiben. Es gab in den letzten beiden Jahren großes Interesse von verschiedenen Major-Labels weltweit und ich denke, es war der richtige Schritt bei Warner zu unterschreiben. Sie verfügen über Möglichkeiten, die einem bei einem Indie-Label nicht zur Verfügung stehen, und die wollen wir uns nun zu Nutze machen. << Besteht durch solch einen Wechsel zu einem Major dennoch nicht die Gefahr, die künstlerische Freiheit zu verlieren, um sich sklavisch dem Kommerz unterzuordnen? >> Nein, da ich nicht direkt bei East West unterschrieben habe. Ich bin bei Hard Drive unter Vertrag und da habe ich die komplette künstlerische Freiheit. Warner lizensieren das Album nur. << "Welcome To Earth", das letzte Studio-Album, endet mit den Worten: "This s the end of the first phase. Now it´s time to move on". Was also können wir von Phase 2 und dem nächsten Studio-Album von Aopotygma erwarten? >> (lacht) Daran arbeite ich zur Zeit. Ich bin momentan im Studio und arbeite an den Songs, aber es ist noch zu früh etwas über das neue Album, den Stil oder das Konzept zu sagen. Es ist ähnlich der Musik von "Welcome To Earth", bislang typisch Apoptygma, allerdings mit einem modernerem Sound und einem morderneren Stil. Alles klingt frischer. Dieses Zitat bezog sich darauf, daß ich mich nun stark und gut genug mit dem gefühlt habe, was ich jahrelang gemacht habe. Ich hatte das Gefühl, etwas Neues beginnen zu müssen, auch wenn "Welcome to Earth" in meinen Augen sehr originell war und ein paar Sachen enthielt, die ich nie vorher gemacht habe. <<
Trance und Techno, vermischt mit Synthiepop und Industrialelementen sind die tragenden Säulen des Apoptymga-Sounds, wobei der Anteil von Trance- und Technoelementen in den letzten Jahren sehr stark zugenommen hat. In diesem Zusammenhang spricht man neuerdings vom Future Pop, deren exponierteste Vertreter in Covenant oder jüngst Seabound zu finden sind und die die Düsterkeit und die brachiale Härte früherer EBM-Tage gegen eine zeitgemäße, frischer erscheindende Soundvariante eingetauscht haben. >> Covenant wie auch Apoptygma sind von moderner elektronischer Musik beeinflußt. Wie kopieren keine Dinge, die vor fünfzehn Jahren mal aktuell waren, sondern bringen moderne und populäre Einflüsse der heutigen Zeit in unseren Sound ein. Das war, als ich damit begonnen habe, nicht sonderlich populär, wie die Reaktionen vieler Leute auf "Non Stop Violence" damals gezeigt haben. << Geht mit dem musikalischen Wechsel dabei auch ein inhaltlicher Wechsel mit den Songtexten einher? >> Die Texte beinhalten immer noch dieselben abstrakten und emotional gehaltenen Inhalte, die ich nun bereits seit geraumer Zeit mache und mit denen ich mich persönlich einfach am wohlsten fühle. Das wird sich auch auf "Harmonizer", so der Titel des neuen Albums, weiterhin fortsetzen. << Sagt man der EBM-Szene und großer Teile ihrer Fanbsae einen latenten Hang zum Militarismus nach, so steht Stefan Groth durch seinen persönlichen Lebensweg und die Verweigerung des Militärdienstes, für die er übrigens inhaftiert wurde, doch für das genaue Gegenteil. >> Das war kein Gefängnis im eigentlichen Sinne. Ich mußte fünfzehn Monate Zivildienst in Einrichtungen leisten, wo ich mit hirngeschädigten Menschen, geistig Behinderten oder Drogenabhängigen gearbeitet habe, und zwischendurch wurden wir immer wieder auf einer Insel isoliert, wo es uns nicht erlaubt war zu telefonieren oder die Insel zu verlassen. Das war also schon eine Art Gefängnis. << Ähnlich wie in Deutschland muß diese Verweigerung jedoch begründet werden, so daß man als anerkannter Kriegsdienstverweigerer selbst zwischen Militär- und Sozialdienst entscheiden darf. >> Man kann wählen, muß aber nachweisen, daß man Pazifist oder Angehöriger einer bestimmten religiösen Gemeinschaft wie der "Zeugen Jehovas" ist. Da ich aber keine "Zeuge Jehovas" bin, mußte ich dreimal vor Gericht und nachweisen, daß ich Pazifist bin, was fast unmöglich ist. Wie will ein Richter beurteilen, was ich denke und fühle? Trotzdem habe ich sehr viel aus dieser Zeit gelernt. Über die Lebensqualität oder alleine die Tatsache, ein menschliches Wesen zu sein und anderen Menschen, die vielleicht nicht so viel Glück hatten wie ich, helfen zu können. Das war vollkommen neu für mich und fraglos eine gute Erfahrung. <<
http://www.apoptygma.eu.org
Michael Kuhl


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