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MAGAZIN :: Index: 'B' :: BRAZEN ABBOT

BRAZEN ABBOT
Eine Dekade feinster Gitarren-Metal
Der bulgarische Flitzefinger Nikolo Kotzev ist schon seit einigen Jahren ein Geheimtipp unter den Gitarren-Freaks. Mit der Hinzunahme namhafter Sänger der Metal-Szene gelang es ihm den Bekanntheitsgrad seiner Formation Brazen Abbot zu erweitern, bis ihm sein Meisterwerk „Nostradamaus“, eine perfekte Rock Oper, im Jahr 2001 gelang. Diese Doppel–CD setzte neue Maßstäbe und wird zwangsläufig als Vergleich für alle weiteren Veröffentlichungen des Six-Stringers herhalten müssen. Das neue Album „My Resurrection“, erschienen auf Frontiers Records, kann da nicht ganz mithalten, sollte aber jeden Fan dieses Musikers und alle Freunde des melodischen Bombast-Metal begeistern. Bandintern gibt es einige Erneuerungen, die den Leser interessieren dürften. Gleichzeitig gilt es einen der versiertesten Europäer an der Klampfe vorzustellen. Schade dass Nikolo manchmal etwas trocken herüberkam. Ich denke, er hätte noch jede Menge mehr erzählen können.
Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit vielen bekannten Stars der Metal-Szene, unter dem Firmament Brazen Abbot?
>> Die Band formierte sich 1995. Das war direkt nach meinem Ausstieg bei der Gruppe Baltimore. Mittlerweile haben wir vier Alben auf dem Markt, „Live And Learn“, „Eye Of The Storm“, „Bad Religion“ und „Guilty As Sin“. Neuerdings können wir „My Resurrection“ in diese Kollektion einreihen. Ich habe ein eigenes Studio auf einer Insel in der Ostsee (in der Nähe von Finnland, Anmk. D. Verf.) und dort sind alle Werke entstanden. Im Prinzip übernehme ich das Schreiben der Songs, die Gitarrenarbeiten, das Produzieren und das Mastering. Zum Schluss kümmer´ ich mich noch um den Release bei dem jeweiligen Label, das mich unter Vertrag nimmt. Im Laufe der Jahre habe ich mit vielen bekannten Musikern und Sängern an verschiedenen Alben gearbeitet. Die Rhythmusabteilung von Europe war öfters dabei, Joe Lynn Turner und Glenn Hughes sind meine Lieblingssänger, und Jorn Lande, Goran Edman und Dougie White sind auch schon mit von der Partie gewesen. <<
Du stammst ja aus Bulgarien, einem für Metal etwas unbekannten Land. Wann fängt es an, dass aus der Szene bekannte Leute mit einem zusammenarbeiten? Ist es Geld, Freundschaft, oder sind es deine Fähigkeiten, die die Leute an dir schätzen?
>> Ich fing mit fünf Jahren an zu spielen und bekam eine klassische Ausbildung. Ich habe ein Masters-Degree in Musik-Padagogik. Irgendwann wurde mir klar, dass ich auf dieser Erde bin um eigene Musik zu schreiben. Ich gründete das Studio, fing an Lieder zu komponieren und begann Leute zu suchen, die mit mir arbeiten würden. Ich trieb Geld auf und als alles angriffsbereit war, ging das Telefonieren los. Aber es ist sicherlich nicht nur das Geld, denn die Leute sind von der Musik überzeugt. Das ist wohl der Hauptgrund warum sie kommen. Wenn deine Lieder schlecht sind, wird es kein Geld der Welt geben, wofür bekannte Leute mit dir anfangen zu arbeiten. Es ist eine Kombination aus gutem Willen, Geld und geilen Songs. Das war die Basis für Brazen Abbot. Und es fing an zu funktionieren. Die Chemie stimmte, also machten wir weiter. Ich denke, dass Brazen Abbot mein Trademark geworden ist und zum Hauptarbeitsgebiet avancierte. <<
Du hast dich dieses Mal, abgesehen von Joe Lynn Turner und Goran Edman, für zwei weitere Sänger, namentlich Tony Harnell (TNT) und Eric Martensson (Eclipse) entschieden. Beide wirken entscheidend anders als deine übliche Wahl. Gab es besondere Gründe für diese Entscheidung?
>> Ja und nein. Ich war auf der Suche nach frischem Blut. Es ist kein Geheimnis, dass mein Hauptaugenmerk auf den Bands der 70er-Jahre liegt. Mir ist auch bewusst, dass dieser Einfluss dreißig Jahre alt ist. Ich wollte meine eigentlichen Einflüsse und die Art wie ich meine, dass Rock geschrieben werden soll, mit Elementen der heutigen Ausrichtung verbinden. Ich wollte einen kreativen Schritt in unsere heutige, moderne Rockwelt machen. Ich wollte das Konzept von Brazen Abbot strecken . Des weiteren ist mir daran gelegen, auch das jüngere Publikum zu erreichen. Ich brauchte den Input dieser neuen Leute um meinen Denkprozess beim Schreiben zu verändern. Ich musste meine eingearbeitete Linie verlassen. Deshalb auch die Arbeit mit dem Orchester. << Das fiel mir schon im Song „The Shadows“ auf. Ein völlig anderer Stil, als man von dir gewohnt ist.
>> Das ist korrekt. <<
Gab es weitere gravierende Änderungen im System, die sich seit 1995 vollzogen haben?
>> Nun, ich sehe mich selber nicht nur als Gitarrist, sondern als Komponist und Produzent. Mein ganzer Stolz ist das Komponieren eigener Werke. Das Wichtigste war es mir meine musikalische Integrität im Laufe der Jahre zu wahren. Dabei lüge ich die Welt nicht an, indem ich jetzt versuche modernen Wege den Übergriff zu lassen. Damit würde ich die Art und Weise verbannen, wie ich denke . Das würde das Fundament meiner Rock-Ausbildung über den Haufen werfen. Ich habe stets versucht den Alben verschiedene Geschmäcker anzueignen, ohne das selbe Album ständig zu wiederholen. Allerdings wollte ich mich nie zu weit von meinen Wurzeln entfernen. <<
Sehr blumig geantwortet. Ist es nicht sehr schwer eine Tour mit so vielen Sängern zu planen?
>> Eigentlich nicht, denn es ist nie passiert. Folglich kann ich dir diese Frage kaum beantworten, haha. Aber sollte ich tatsächlich mal auf Tour gehen, wird es mit nur einem Fronter sein. <<
Das war mir nicht bewusst. Ich wusste nur, dass du bislang nicht in Deutschland aufgetreten bist, was ja nicht zwangsläufig bedeutet, dass du nicht woanders auf den Brettern standest.
>> Nun ja, es gab kleine Gelegenheiten, aber sie fanden nur mit Joe Lynn Turner statt. Ein Sänger ist genug. Es sei denn es gibt einen besonderen Anlass. <<
Kannst du deine aktuellen Musiker vorstellen?
>> Da gibt es Wayne Banks aus England, der dem Bass den nötigen Bums abverlangt. Ein weiterer Mitstreiter, Nelko Kolarov, stammt wie ich aus Bulgarien, spielt Keyboards und hat mit mir an „Nostradamus“ gearbeitet. Er hat alle Aufnahmen dirigiert. Der Drummer heißt Mattias Knutas. Er stammt aus Schweden. <<
Gab es einen triftigen Grund, warum du vor geraumer Zeit zu Frontiers-Records gewechselt bist?
>> Das will ich wohl meinen. Sie wollten schon seit Jahren etwas mit mir auf die Beine stellen. SPV hat eine andere Richtung eingeschlagen und damit fühlte ich mich unwohl. Es fing damit an, dass ich keine Priorität als Künstler bei ihnen hatte. Sobald ein anderes Angebot stand, war ich weg. Für mich war das Grund genug. <<
Dann soll auch mir dieser Grund ausreichen. Kannst du das fantastische Album-Artwork erklären?
>> Es gibt zu dieser Frage eine sehr lange und komplizierte Antwort, die du nicht annähernd hören willst, aber ich habe eine Kurzversion vom Künstler. Die Figur in der Mitte ist wieder auferstanden. Die Tauben aus seinem Umhang sollen als die neue Kraft aus der Auferstehung gedeutet werden. Sie sind weiß und friedlich. Sie stellen etwas Positives dar. Aber diese Wiederauferstehung geht nicht problemlos vonstatten. Das sieht man an dem bedrohlichen Himmel und der brennenden Geige mit den Notenblättern. Eigentlich ist es jemand Böses, der zum Guten wiederaufersteht. <<
Wo liegen die Unterschiede in der Arbeit zwischen einem regulären Album und einem Meisterwerk in doppelter Ausführung als Rock-Oper konzipiert, wie „Nostradamus“?
>> Bei „Nostradamus“ konnte ich mit vielen Regeln brechen, die für eine Rockband zwingend nötig sind. Das Opus diente als Plattform für alle Türen, die ich öffnen wollte. Ich konnte sehr klassisch arbeiten, ich hatte ständig variierende Opern-Ideen und ich konnte die Musik von einer völlig ungewohnten Seite angehen. Wenn ich Elemente von „Nostradamus“ bei Brazen Abbot einsetzten würde, käme das deplatziert rüber. Die Rock-Oper wurde zudem von einer anderen Band eingespielt. Man muss beides als völlig unabhängige Projekte betrachten, für eine völlig andere Manege. Ich würde beides nicht mischen. Das würde meine Ausdrucksweise limitieren. Ich will das die Fans die Rock-Oper um ihrer selbst wollen, und nicht weil sie ein Teil von Brazen Abbot ist. <<
Warum hast du dich dann für das neue Album mit einem 31-köpfigen Orchester (The Sofia String Orchestra) zusammen getan, die auf dem Gros der Veröffentlichung mitwirken?
>> Wir sind die Arbeit mit dem Orchester anders als auf „Nostradamus“ angegangen. Das Orchester verleiht den Songs nur Farbe und Kraft und steht nicht im Vordergrund, ich wollte hiermit keine besondere Aufmerksamkeit erregen. Normalerweise, wenn man viel Geld für etwas ausgibt, will man damit glänzen, aber das war nicht der Hintergrund für diese Verbindung. Diesmal hörte ich die Lieder in dieser Konstellation, als ich sie komponierte. Das alleine wollte ich umsetzten. Die Lieder brauchten diese Dynamik. <<
Ich denke nicht, dass jemand der Meinung ist, dass du dich nach dem Release von „Nostradamus“ noch beweisen musst. Habt ihr denn diesmal eine Tour in Aussicht?
>> Es wird eine Joe Lynn Turner-Tour geben, mit Brazen Abbot im Programm. Joe wird einige Songs mitsingen, aber um ihn für seine Show zu schonen, werde ich eine weiteren Fronter am Start haben. Ansonsten arbeite ich zur Zeit an einer weiteren Rock-Oper. Sie wird 22 Tracks enthalten, von denen bereits vier fertig sind. Verhandlungen mit weiteren Mitstreitern sind in der Mache. Ich gehe davon aus, dass die Produktion nächstes Jahr abgeschlossen sein wird. Die Basis dreht sich um eine schöne Fantasy-Story. Es gab mehrere kleine Geschichten, die ich für meine Bedürfnisse umgeschrieben habe. Es geht eigentlich um universelle Werte in unserem Leben. Es werden acht verschiedene Sänger dabei sein, und auf jeden Fall auch ein fettes Orchester. <<
http://home.aland.net/brazen.abbot/
Steve Burdelak


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