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MAGAZIN :: Index: 'C' :: CELL DIVISION

CELL DIVISION
Düstere Zellteilung
Die Schweiz ist bei uns nicht gerade als überquellender Hort der Gothic/Dark Wave-Szene bekannt. The Young Gods, Lacrimosa (als Wahlschweizer) und dann? Der eine oder andere Metalact kommt einem noch in den Sinn, Samael zum Beispiel, ansonsten scheint sich im Lande der Eidgenossen in dieser Hinsicht wenig zu regen, mit Ausnahme Cell Divisions. Die Band hat sich dem kraftvollen Gothic Rock verschrieben, wobei die Betonung auf Rock liegt. Vergleichbar höchstens mit den Holländerinnen von Asrai sind die Songs von einem spröden Charme und einer Rauhheit geprägt, die heuer eher selten anzutreffen ist und nicht auf Oberflächlichkeit oder narzistischem Gehabe, sondern Ehrlichkeit und der Hinagbe für die Sache beruht.
Gegründet wurden Cell Division bereits 1995 aus den unterschiedlichsten musikalischen Projekten heraus. Waren diese Projekte ebenfalls bereits dem Goth, oder dem Dark Rock, wie Cell Division ihre Musik selbst bezeichnen, zuzuordnen?
>> Eigentlich nicht. Das Soundgebräu, das Yvette und ich damals machten, war eher Chaotenpop. Dani spielte in einer HC Band (MFA) und Heinz mischte in diversen Fusion-Projekten mit. <<
Durch welche musikalischen Bands und Musikrichtungen seht Ihr Euch beeinflußt? Ich denke, eine gewisse Nähe zu Gitane Demone, vor allem in stimmlicher Hinsicht, läßt sich nicht verleugnen.
>> Ja klar, Gitane Demone ist schon ein cooles Weib. Ich meinerseits trauere immer noch dem alten Gothic-Sound nach: Virgin Prunes, Bauhaus, Siouxsie and the Banshees, die alten Christian Death, etc. Aber auch Bands wie Black Sabbath, Tiamat und Led Zeppelin finde ich voll den Hammer. Cell Division als Gesamtheit ist sicher auch noch stark beeinflusst von Bands wie New Model Army, Killing Joke, Guano Apes, The Gathering und natürlich Young Gods. <<
Was wollt Ihr mit den Namen Cell Division zum Ausdruck bringen, vor allem dann, wenn das Album auch noch "Dissolve" (Verschmelzen, d.Verf.) heißt? Verbirgt sich ein festes Konzept hinter dieser Namenswahl?
>> Ich wünschte wir könnten Dir jetzt etwas voll gescheites über unseren Namen erzählen. Wir suchten aber einfach nach etwas ,was gut klingt und zu unserem Sound paßt. Schließlich muß man aber erwähnen, daß Cell Division auch eine schöne Metapher für die stetige Veränderung in unserer Welt ist. Ähnlich ging es uns beim Albumtitel: "Dissolve" klingt halt einfach irgendwie nicht schlecht. In der engeren Auswahl stand damals noch "Sell the Vision"; ein kleines Wortspiel, das wir dann aber doch zu plump fanden. <<
Ist Yvette, die noch auf "Dissolve" als Sängerin zu hören war, noch festes Mitglied bei Cell Division, oder singt Laura, die diverese Konzerte mit euch gespielt hat, nun dauerhaft bei euch?
>> Yvette ist leider nicht mehr bei uns. Sie ist ausgestiegen kurz bevor sie Mutter wurde. Dies teilte sie uns an dem Tag mit, als wir gefragt wurden, ob wir als Vorgruppe von HIM spielen möchten. Das war natürlich eine bittere, aber voraussehbare Pille. Yvette brauchte einfach mehr Zeit für andere Dinge. Ich hoffe, sie fängt irgendwann wieder an zu singen, denn es wäre wahrlich eine Verschwendung, diese Stimme vergammeln zu lassen. Wir hatten das Glück ziemlich schnell Laura zu treffen, die bereit war für die Konzerte einzuspringen. Dank ihr konnten wir trotz den verflixten Umständen im letzten Jahr ein paar wirklich tolle Konzerte geben. Wir hatten zusammen eine sehr gute Zeit, es war immer spannend und witzig mit ihr. Für einen festen Einstieg in die Band war aber damals (letzten Winter) die Zeit nicht reif. Laura hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Band, mit der sie sich sehr verbunden fühlte, sie hatte beruflich gerade viel Streß und war am planen einer Weltreise, auf der sie sich zur Zeit auch befindet. Da man sich schlecht dreiteilen kann ohne sich ernsthaft zu verletzen, machten wir uns weiter auf die Suche. Seit einem halben Jahr proben wir jetzt mit einer neuen Sängerin. <<
"Secret Identity", einer der Songs des Albums, behandelt das Thema der Kindesvergewaltigung, "Routine" trägt den textlichen Inhalt bereits im Songtitel, "Alice" beinhaltet thematisch den Verlust einer nahestehenden Person, es scheint so, als ob die Palette an Themen, die ihr in Euren Texten verarbeitet, sehr breit gefächert ist und sich an der Wirklichkeit orientiert. Was inspiriert Euch? Wie entstehen Eure Stücke?
>> Wir versuchen in den Texten schon ein wenig tiefer zu gehen. Ich denke nicht, daß jemand von uns Interesse hat "oops, I did it again" oder so belanglosen Scheiß zu singen. Vor allem denke ich nicht, daß unser Publikum solch verbalen Müll hören will. Wie unsere Lieder entstehen? Das ist manchmal wie Magie, sie sind einfach da. Beispielsweise habe ich eine Melodie im Kopf, weiß aber nicht so recht sie umzusetzen. Dann kommt Dani und spielt einen Rhythmus und schwupp...der Groschen fällt. Manchmal kommen auch gute Ideen beim Drauflosspielen, man kann ja nicht immer nur tüfteln, aber prinzipiell gibt dann jeder seinen Senf dazu, bis es ein Cell Division-Song ist. Dieses Mitmischen von allen macht die Sache auch so interessant für uns, es entsteht auch durch unsere musikalischen Vergangenheiten eine irgendwie einzigartige Mischung. <<
Anhand Eurer Website ist ersichtlich, daß Ihr im Laufe ihrer Karriere noch nicht viele Konzerte absolvieren konntet. Ist das nur der Mangel an Gelegenheiten oder ist das Interesse an "schwarzer Musik" in der Schweiz im allgemeinen nicht so groß?
>> Tja, die Schweiz ist ziemlich klein und bietet nicht allzu viele Auftrittsmöglichkeiten, da ist man schnell einmal durch. Aber die Gothicszene in der Schweiz lebt. Das sind dann halt meistens Veranstaltungen wo einfach getanzt wird und keine Band spielt. Im letzten Jahr ging unsere Energie hauptsächlich dafür flöten, eine neue Sängerin zu finden und daher machte es auch keinen Sinn, groß nach Konzerten Ausschau zu halten. <<
Wie waren Eure Erfahrungen vom letztjährigen WGT in Leipzig, mal abgesehen von dem Zusammenbruch des Festivals? Den Fotos Eurer Website ist zu entnehmen, daß Ihr vor einem doch etwas größeren Publikum spielen konntet, während sich viele Bands, vor allem in den Zelten, seinerzeit leider nur mit sehr wenigen Zuschauern begnügen mußten.
>> Wir hatten sehr viel Spaß. Auch bei unserem Konzert war uns Fortuna sehr wohl gesonnen. Als ich da am Sonntag eintrudelte kam mir Dani entgegen und meinte "eh, wir spielen wahrscheinlich gar nicht", was zu diesem Zeitpunkt nicht mal so schlimm war, da sowieso alles drunter und drüber ging. Wir hockten uns dann erst mal auf den Boden bei der AGRA und tranken einen Honigwein. Wir fanden Laura und Heinz und probierten noch andere Honigweinsorten aus. Als es dann hieß, wir könnten wie geplant spielen, waren wir in bester Stimmung dazu! Dem Gewitter sei Dank hatten wir das Zelt voller Leute, die Spaß an unserer Musik hatten, trotz der Enttäuschung darüber, daß viele große Bands nicht mehr spielen würden. Diesem Umstand hatten wir zu verdanken, daß Presse, Radio und sogar TV (MDR) bei uns reinschaute. Für uns ist es super gelaufen! Nur schade für die Bands, die gerne noch gespielt hätten, aber aus Zeitmangel nicht mehr durften. <<
Michael Kuhlen


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