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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE III Tag 2, 16.04.2005, GÖPPINGEN, Chapel
GÖPPINGEN, Chapel

16.04.2005
Am zweiten Tag ließen zunächst einmal die deutschen GORILLA MONSOON die Sau raus. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn ihr hauptsächlich von Kyuss und der New Orleans-Mischpoke Crowbar/COC/Down beeinflusste knüppelharte Schweinedoom schwitzte amtlich aus den Boxen und schmeckte nach Motorenöl. Der perfekte Sound eben, um morsche und verkaterte Knochen wieder in Wallung zu bringen. Der Sänger machte hinter seinem mit einem Antilopenschädel geschmackvoll verzierten Mikroständer mächtig Alarm und sammelte zudem mit der "Meldung des Tages" (O-Ton), nämlich dass Edguy zum Kotzen seien, sympathische Pluspunkte beim Publikum. Überhaupt war der Enthusiasmus der Band spürbar, und so legten sich alle vier Mucker mächtig ins Zeug und sorgten für die bewegteste Bühne des Festivals. Nach einer schmutzigen Dreiviertelstunde durften die Herren dann auch noch für die Zugabe "Born To Lose" zurück auf die Bühne. Daumen hoch! (PM)
Diesem fulminanten Sturm konnten RISING DUST nicht standhalten, viele Fans nutzten zu dem nun die noch frühe Zeit des Tages, um vor der Location - bei recht feinem Wetter - ein wenig zu entspannen und mit Gleichgesinnten und Freunden zu kommunizieren und zu feiern. Die Franzosen gaben sich derweil im Gemäuer - vor einem kleinen, aber wohlwollenden Pulk - ihrem extrem von den ersten Sabbath-Alben beeinflussten Sound hin, der zu dem mit einer gehörig rauen Prise harten Rocks verfeinert wurde, und erspielten sich damit locker einen Achtungserfolg.
Die Schweden von BURNING SAVIOURS, deren Debüt bald über I Hate Records zu beziehen sein wird, gingen dann mal eben locker als die mit Sicherheit jüngste Band des Festivals durch, denn die Volljährigkeit hat bislang mit Sicherheit kaum ein Bandmitglied erreicht. Erstaunlich, dass sich gerade diese Jungspunde extrem den Siebzigern widmeten, in Schlaghosen aufrockten und eine gar nicht mal so doomige Hardrock-Variante jener Dekade präsentierten. Auffällig war, dass die Gitarren wenig verzerrt rockten und dezente Rock´n´Roll-Vibes oder gar swingende Grooves in den Burning Saviours-Songs verbraten wurden. Uriah Heep ließen auch mal etwas grüßen. Nett. (CL)
THE GATES OF SLUMBER boten ein abwechslungsreiches Set, basierend auf jenen vielfältigen Einflüssen, die man auch auf dem Debüt "...The Awakening" unschwer heraushören kann: SloMo-Stoff im Vitus-Stil, Verspieltes im The Obsessed-Fahrwasser, primitiv Schnelleres im Celtic Frost-Sinn oder Traditionelles mit Pentagram- oder Sabbath-Kante. Als die Mannen um Karl Simon, übrigens im typischen Biker-Stil aufrockend, zum Finale auch noch eine richtig gute Version des Saint Vitus-Klassikers "War Is Our Destiy" feilboten, hatten sie schlichtweg gewonnen. Guter Gig, mit Ausnahme des beschissenen Burzum-Shirts des Bassers....
Mit BEYONG BELIEF folgte die einzige Fehlbesetzung des Festivals, denn die Holländer ließen mich bereits nach wenigen Minuten an Nahrungsaufnahme und Biernachschub denn an eine komplette Berichterstattung denken. Sorry! (CL)
Ein echter musikalischer Leckerbissen wartete danach in Form des superben Auftritts von ISOLE, vormals Forlorn, auf die begierigen Fans. Musikalisch wie technisch eine der mit Abstand besten Bands des Events, überzeugten die vier Schweden von der ersten Minute an mit tightem Zusammenspiel und von den beiden Gitarristen perfekt dargebotenen Gesangsharmonien. Zu dem stimmte auch in Sachen Performance so einiges, und so stand einer knappen Stunde Hochgenuss nichts mehr im Wege. Isole verstehen es geschickt, die Balance zwischen atmosphärisch-langsamen Parts, welche die perfekte Plattform für das hervorragende Harmoniegespür der Combo bieten, und metallischen Riffs zu halten. Vornehmlich jedoch bewegen sich Isole ohne Stromschnellen durch den Fluss des Doom, und so gab es während traumhaften Stücken wie "Forevermore", das eine beinahe sakrale Stimmung aufkommen ließ, ausreichend Zeit zum Schwelgen. Definitiv einer der großen Überraschungen des Festivals, was sich auch darin äußerte, dass die Band wenige Minuten nach dem Auftritt sämtliche mitgebrachten CDs unter den Doom-Jüngern verteilt hatte. Ein sehr edler Ohrenschmaus! (PM)
PALE DIVINE huldigten Wino, dessen Einfluss hier überdimensional zur auditiven Schau getragen wurde. Treibender, immer enorm rockiger Doom mit ganz leichten Stoner-, Psychedelic- und Seventies-Nuancen. Der Groove war allgegenwärtig und rollte und swingte und floss, aber irgendwann wurde es derbe eintönig und langweilig, denn mich beschlich das vage Gefühl, immer wieder der selben, tot gedudelten Komposition zu lauschen. Eher zum dezenten Gähnen....
Die auf den Posten des Co-Headliner gesetzten Chilenen hatte kaum jemand auf der Rechnung, ist ihr Firebox-Debüt "The Tatterdemalion Express" doch eher noch ein Insider- und Presse-Tipp denn ein heißgeliebtes Fan-Objekt. Allerdings konnten MAR DE GRISES das Publikum mit einer ungeheuer intensiven, monumentalen, finsteren und mächtig kraftvollen Performacne schlichtweg in Trance spielen. Rabenschwarze Funeral Doom- und aggressive Doom Death-Bausteine ergaben im Verbund mit atmosphärischen Zwischenparts und Versatzstücken aus klassischer Musik und Ambient-Sounds ein schwindelerregendes Ganzes, wie es mitreißender kaum sein konnte. Auch der immer wieder bewiesene Mut zur Ruhe, zum leisen Abflauen und tiefem Innehalten brachte eine ungeheure Dynamik in den Set, weswegen die derben Ausbrüche um so niederschmetternder und kathartischer wirkten. Dazu gewannen die Südamerikaner unzählige Punkte mit ihrer energischen Bühnenshow (drei Saitenzupfer, die mächtig Gas gaben und derbe bangten) und den introvertierten, aber ungemein sympathischen Ansagen ihres zugleich auch Keyboard spielenden Frontmannes, der verzweifelt nach Worten suchte, um das unbeschreibliche Gefühl begreiflich zu machen, wie sehr man sich auf diesen Event gefreut habe ("When I was sitting in the plane, knowing I was gonna make it to the fuckin´ Doom Shall Rise....I have no words for that."). Schlicht und einfach ein ergreifend großer Gig!
Zum Abschluss betrat eine leicht verkannte Doom-Größe die Bretter der "Chapel": Victor Griffin, ehemaliger Riffmeister der Legende Pentagram und erstaunlich fit, jung und vital wirkend, bat zum Tanz am PLACE OF SKULLS. Am viersaitigen Tieftöner hatte er gar Revelation-Sänger/Gitarrist Dennis Cornelius dabei und eine ganze Latte Songwriting-Treffer von den beiden Silberlingen "Nailed" und "With Vision" befanden sich ebenso im Gepäck, wobei der heimliche Hit des Erstlings ( "Don´t Let Me Be Misunderstood") den wohl bemerkenswertesten Applaus hervorrief. Zu dem kamen mit "Consuming Fire" und "Cornerstone" zwei Nummern von der sehr gelungenen neuen Mini-CD "Love Through Blood" zum Einsatz und mit "Sins Of Divinity" und "Looking For Reason" gab es bereits einen Vorgeschmack auf den für 2006 geplanten dritten Longplayer um die Ohren. Und da man mit dem Pentagram-Kracher "All Your Sins" einen enorm leckeren Oldie in der Hinterhand hatte, komme ich nicht umhin, Place Of Skulls als absolut würdigen Headliner eines Top-Events zu bezeichnen. (CL)
Fazit: Das dritte Doom Shall Rise-Festival muss wegen seiner tollen Atmosphäre, der liebevollen und perfekten Organisation sowie der äußerst geschmackvollen Bandauswahl (mit absolut genialen, unglaublich überzeugenden Darbietungen von Isole, Mar De Grises und Mirror Of Deception) schon jetzt zu DEN Konzert-Highlights des Jahres gezählt werden. Alle anwesenden Doom-Jünger aus dem In- und Ausland dürften jedenfalls schon jetzt die Tage bis zur vierten Auflage zählen. Abermals: DOOM HAS RISEN!!! (CL)
Christoph Lücker (CL), Patrick Müller (PM, Gastautor für http://www.obliveon.de) - Pics: Christoph Lücker


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