Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'D' :: DOOM SHALL RI ....

DOOM SHALL RISE III Tag 1, 15.04.2005, GÖPPINGEN, Chapel
GÖPPINGEN, Chapel

15.04.2005

Vom Ruhrpott zur Doom-Messe - das kann ein verdammt langer Weg sein, zumindest wenn man an einem Freitag anreist. Zum Glück konnten wir den durch Staus und zähflüssigen Verkehr geprägten Weg zur - im Göppinger ´Stauferpark´ gelegenen - "Chapel" mit coolen (und absolut un-doomigen;)) Mix-Tapes von Freak Kitchen, Death Angel, The Tea Party oder Into Eternity und allerlei metallischen Fachsimpeleien;) bestens überbrücken.

Im Doom-Nirwana angelangt, zockten bereits die holländischen LAHAR. Eine umfassende Bewertung des Openers können wir daher leider nicht bieten, da nur das Ende des Sets flüchtig wahrgenommen werden konnte. Offensichtlich war allerdings, dass die Fans ihren Groove-Motor zu den feisten, mit derben und fast schon Sludge-artigen Vocals versehenen, SlowMo-Klängen Lahars schon mal langsam warm laufen ließen. (CL)
Die Lokalmatadoren von WELL OF SOULS präsentierten anschließend einen für mich überraschend guten Auftritt. Vor allem Sänger Petro machte die teilweise grauselige Vokalakrobatik von der Demo-Compilation "The Awaken" vergessen und überzeugte. Doom Shall Rise-Mitorganisator Frank schüttelte sich einige feine Iommi-Gedächtnis-Licks aus dem Ärmel und dergestalt ließ sich zu den Band"hits" "Legion Of Doom" oder "Flying" geschmackvoll abhotten. Jedoch scheinen die Buben noch immer nicht die optimale Bandkonstellation gefunden zu haben, denn Petro wirkte am Langholz doch ein wenig unsicher und fühlte sich sichtlich nicht wohl in der Haut des Bassers. Anyway: well done, guys. (PM)
Was folgte war allerdings ein qualitativer Quantensprung. Die Briten THE RIVER setzten das erste Ausrufezeichen des Festivals und sorgten mit ihrem epischen Doom erstmals für wohlige Gänsehaut beim anwesenden Mob. The River setzen in ihren ausladenden Kompositionen vor allem auf das Erzeugen einer enormen Bandbreite von Stimmungen; Freunde kompakten Songwritings sind hier definitiv fehl am Platze. Wer sich allerdings auf die langen, von Sängerin Vickys hervorragendem Gesang getragenen Stücke des traurigen Vierers einließ, wurde reich belohnt. Wundervoller, getragener Doom tönte da wie flüssige Lava aus den Speakern, und eben jene Vicky, als einzige Musikerin des Festivals in der absoluten Männerdomäne Doom eine wohlwollend zur Kenntnis genommene Erscheinung, entpuppte sich als großer Pluspunkt der Band. Sie setzte ihre angenehme, ein wenig an die Anfangsphase von Anneke bei The Gathering erinnernde, Stimme beinahe als viertes Instrument absolut im Sinne der atmosphärischen Kompositionen ein, verstand es aber dennoch, in subtiler Weise großartige Melodien einzustreuen. Ihr elfenhaftes, wenn auch noch etwas zu schüchternes, Auftreten tat ein Übriges, um einige anwesende Doom-Machos in lammfromme Kläffer zu verwandeln. Wer in die atmosphärischen Großtaten der Londoner hereinschnuppern möchte, dem sei das neue 3-Track Demo der Band, "Different Ways to Be Haunted", wärmstens ans Herz gelegt (www.doomriver.co.uk). Sehr gut!
Nun aber war es Zeit für DIE Gewinner des Festivals. MIRROR OF DECEPTION nutzten ihren Heimvorteil konsequent aus und avancierten zu DEN Abräumern schlechthin. Allerdings hatte die Band auch einen absoluten Sahnetag erwischt, präsentierte sich tight und spielfreudig, so dass Band und Publikum sich gegenseitig zu Höchstleistungen anstachelten und eine gigantische Doom-Sau durch Göppingen trieben bzw. zu einer stinkenden Masse aus fliegenden Matten und emporgereckten Fäusten verschmolzen. Natürlich können MoD inzwischen auch auf einen reichhaltigen Fundus an Hammersongs zurückgreifen, und so war es egal, ob man nun Melodic-Doom Göttergaben wie "Asylum", "Ship Of Fools" oder aber "Entgleiten" aus der Setlist herauspickt: hier passte einfach alles! Auch die neue Bandkonstellation und der konsequent vollzogene Wechselgesang überzeugten vollends. Hinzu sei noch die sympathische Ausstrahlung der Band erwähnt, und schon steht unterm Strich das, was wohl als "perfekter Gig" in die Bandhistorie eingehen wird. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass uns von diesen Mannen demnächst ein absolutes Doom-Highlight ins Haus steht, denn wenn die Band sich derart rasant weiterentwickelt und weiter ihren eigenen Stil ausprägt, dann sollte dem ganz großen Wurf in Form des nächsten Albums nichts mehr im Wege stehen. Ich bin jedenfalls gespannt drauf. Erste Sahne! (PM)
Für WARNING war es mit hundertprozentiger Sicherheit DER Gig ihres Lebens, quasi DAS absolute Konzert der Underground-Karriere. Das zwischenzeitlich schon aufgelöste englische Trio um Sänger und Gitarrist Pat Walker wurde bereits äußerst wohlwollend empfangen, und die Reaktionen steigerten sich im Verlaufe des Sets bis hin zu beinahe kollektiver Raserei im vorderen Drittel der Halle. Die überlangen, extrem langsamen Kompositionen des 99er "The Strength To Dream"-Albums wurden dabei ebenso gefeiert wie noch unveröffentlichte, neue und stilistisch absolut identische Kompositionen. Ich muss gestehen, dass mich Warning zu Beginn ebenfalls in ihren Bann zogen, mich jedoch über die gesamte Distanz etwas zu langweilen begannen, da der Sound der Briten bzw. ihr Songwriting doch sehr eintönig daherkommt, weswegen ich die enthusiastischen Zugabeforderungen persönlich nicht ganz nachvollziehen konnte. (CL)
THUNDERSTORM gehörten als Headliner des ersten Abends irgendwie zu den Verlierern des Festivals, ohne dass einem klar ist, warum. Nachdem die Meute den Schneckentempo-Doom von Warning derart abgefeiert hatte, sahen die drei Italiener mit ihrem Sabbath-beeinflussten Sound bei den Fans überraschenderweise kaum noch eine Schnitte. Ob es am steigenden Alkoholpegel der Leute lag oder diese sich einfach auf tiefst untergrundigen SloMo-Stoff eingeschossen hatten, sei dahingestellt: die Band selbst war jedenfalls weit davon entfernt, einen enttäuschenden Gig gespielt zu haben. Der Sound war gut, Frontmann Fabio zeigte sich überraschend bewegungsfreudig und versuchte ständig, das Publikum zu animieren. Über Höflichkeitsapplaus-Niveau bewegten sich die Reaktionen allerdings (leider) selten. Dabei konnte man zu Nummern wie "Forbidden Gates" oder "Witchhunter Tales" hervorragend ein Absackerbierchen schlabbern und sich die Flöhe aus der Matte schütteln. So aber konnte einem die Band am Ende des Tages ein wenig leid tun: viel Aufwand, geringer Ertrag. Jedoch: Maestro Fabio sollte schleunigst an seinem Englisch arbeiten, denn seine gehauchten "OKs" und unverständlich genuschelten Ansagen zwischen den Songs sorgten mal wieder eher für unfreiwillige Komik denn für wahre Kommunikation mit den Fans. (PM)
Christoph Lücker (CL), Patrick Müller (PM, Gastautor für http://www.obliveon.de) - Pics: Christoph Lücker


[ Zurück zum Index: 'D' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler