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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANCIENT FLAME ....

ANCIENT FLAMES OVER EUROPE - 05.02.2005, DORTMUND, FZW
SKYFORGER, SEAR BLISS, SALACIOUSS GODS, SCHARFRICHTER

DORTMUND, FZW

05.02.2005
Skyforger sind sicherlich eine der Pagan Bands der Stunde, was letztendlich auch den Ausschlag für das Obliveon gab diese Tour mitzupräsentieren. Und so zog es mich an diesem arschkalten Samstagabend ins benachbarte Dortmund, um mir die angekündigten drei internationalen Bands der Schwarzkittelfraktion anzusehen.
Das Black Metal nicht nur die Musik der Jugend ist, zeigte das bunt gemischte Publikum. Vom 18jährigen Black Metal-Jünger über die ganz in äußerst knappes Schwarz gehüllte Gruftie-Tante, den mit Kutte behangenen Mitt-Zwanziger bis hin zum Enddreissiger in Jeans und Leder (jawohl, es waren neben mir noch andere Rock-Opas da!) war alles vertreten. Das Jugendzentrum "Das Zentrum" im Dortmunder Vorort Scharnhorst ist übrigens für Veranstaltungen dieser Art und dieser Größenordnung wahrlich keine schlechte Lokalität.

Leider waren gegen kurz nach acht Uhr, als Konzert-Promoter David Ivanov mit seiner Zweit-Combo - hauptamtlich ist er Sänger von Crossbow - die Bühne enterte noch nicht allzu viele Gäste anwesend. Die lokalen Anheizer namens ScharfRichter brachten einen recht schrägen Metal-Versatz auf die Bühne, dessen Focus ganz eindeutig auf den anstößigen und provokanten Texten lag. Fronter David brüllte die deutschen Texte, in denen es um Notzucht mit Kindern, Gewalt-Szenarien und ähnlich obskures Zeug ging recht engagiert ins Publikum, hatte allerdings auf einem Black Metal-Konzert und bei (noch) recht leerer Halle einen schweren Stand.

Irgendwann gegen Neun enterten dann die Holländer Salacious Gods in vollem War Paint die Bühne und legten sofort aggressiv und mit pfeilschnellen Gitarren und Blast Beats los. Was die ersten Blackies und Banger dazu veranlasste sich direkt vor die Bühne zu begeben und die Matte schwingen zu lassen. Sängern Steakelhorn kreischte sich extrem hoch durch das Songmaterial, welches - zumindest live - sehr schnell und aggressiv dargeboten wurde, jedoch gleichzeitig auch eine gewisse Melodiösität bei den Gitarren nicht vermissen ließ. Insgesamt ein engagierter Gig, obgleich die jungen Holländer sicherlich kein Highlight setzen konnten. Dafür dürfte es vielleicht mittlerweile auch einfach zu viele Bands geben, die sich dem traditionellen Black Metal verschrieben haben. http://www.salgods.com

Nach kurzer Pause ging es dann direkt mit den Ungarn Sear Bliss weiter. Auf den Tourplakaten wurde die Band als Epic Black Metal angekündigt, was sicherlich nicht grundverkehrt ist. Schon allein der Einsatz einer Posaune hebt die Band aus der Masse der stilistisch sich selbst limitierenden und sehr oft gleich klingenden Bands ab. Allerdings stellte sich im weiteren Verlauf des Abends heraus, dass es nicht unbedingt einfach ist, eine wilde Meute live mit derart intensiver Musik zu fesseln. Nicht das der Sound übermäßig kompliziert wäre, aber zum wilden Bangen und Ausrasten eignen sich die Songs der Truppe auch nur begrenzt. Dazu kommt, das der Einsatz eines so ungewöhnlichen Instrumentes wie der Posaune, der Truppe zwar eine eigene Note verleiht, das Blechblasinstrument sich - zumindest in meinen Ohren - beim fünften Einsatz aber doch irgendwie gleich anhört. Insgesamt blieben extreme Begeisterungsstürme zwar aus, aber gemessen an Publikumsreaktionen und Merchandise-Verkauf dürfte sich die Reise für die Osteuropäer doch gelohnt haben. http://www.searbliss.hu

Nach einer etwas längeren Umbaupause kamen dann endlich die fünf Letten von Skyforger auf die Bühne und traten den Beweis an, dass auch Robin Hood und Catweazle düster abrocken können. Im Ernst, der Anblick von fünf jungen Männern, gekleidet in altertümliche Kostüme, mit langen Haaren und noch längeren Bärten, wirkt schon irgendwie eigentümlich und lustig. Aber der agile Frontmann Peter und seine vier Mitstreiter hatten die Meute, die diesmal äußerst zahlreich vor der Bühne stand, vom ersten Takt an im Griff. Allerdings ist der mit zahlreichen Folk-Melodien durchsetzte Pagan Metal der sympathischen Letten auch wie für ein Ausrasten geschaffen. Und davon zeugten im Folgenden nicht nur die Bewegungen und Reaktionen vor der Stage, sondern auch die wilden Bewegungen auf der Bühne und die sichtliche Freude im Gesicht der Musiker über die Fanreaktionen. Keine Frage, Skyforger wurden regelrecht abgefeiert. Bei einem wirklich sehr guten Sound rifften sich die beiden Gitarristen Peter und Motors engagiert durch einen guten Querschnitt ihrer bisherigen Alben, am auffälligsten allerdings wahrscheinlich Kaspars, der neben dem Dudelsack und einem altertümlichen Saiten-Instrument die Fans auch noch mit einem Fundus aus vier Flöten ordentlich einheizte. Beeindruckend, wie der Mann zwischen all dem Gezupfe und Geblase noch Zeit fand zu tanzen und zu bangen. Überhaupt war das Stageacting und das Zusammenspiel des Fünfers sehr professionell, um so mehr, wenn man bedenkt, dass Kaspars als auch der zweite Gitarrist Motors erst seit dem Sommer 2004 in der Band sind. Irgendwann begann die begeisterte Crowd dann auch zwischen den Songs - wenn Peter regelmäßig mit stark akzentuiertem Englisch, in einem Höllentempo und sichtlich außer Atem versuchte, etwas über den nächsten Song zu sagen - immer wieder "Skyforger" zu intonieren, was die Band noch mehr anstachelte. Und so wurden Skyforger am Ende des Sets auch als erste Band des Abends mehrmals mit Zugaberufen zurück auf die Bühne gebeten. Als allerletzten Song bot man dann eine A-Capella-Version eines reinen Folk Songs. Das Ende eines wirklich erstklassigen Gigs. Die Jungs wurden nicht nur mit viel Begeisterung verabschiedet, sondern auch der Merchandise-Stand erfreute sich nach Gigende großer Beliebtheit, wo insbesondere die neuen Vinyleditionen der älteren Skyforger-Alben "Kauja Pie Saules" und "Latvian Riflemen" gefragt waren. Wollen wir hoffen, das die Letten uns schon möglichst bald wieder beehren. Bei Interesse besucht doch mal. http://www.skyforger.lv

Stephan Becker - Pics:


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