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MAGAZIN :: Index: 'A' :: AGONISED BY L ....

AGONISED BY LOVE
Die Abgründe der Liebe
Derart perfekt dargebotenen Dark Wave wie den von Agonised By Love bekommt man nicht alle Tage geboten, denn die emotionalen und düsteren Klänge des polnischen Duos entziehen sich jeglicher musikalischen Kategorisierung respektive aller Vergleiche mit anderen Bands. Selbst Alfa Matrix, das belgische Label der Band, tut sich bei der Liste an Bands, die als Vergleich herangezogen werden offensichtlich schwer anzuerkennen, dass das Debüt „All Of White Horizons“ ausserhalb jeder stilistischen Einordnung alleine für sich steht. Durchgängiger lyrischer Tenor dieses melancholisch verträumten, dennoch immer tanzbaren Albums, ist die Liebe mit all all ihren Abgründen und Qualen, die sie bereiten kann. Dabei erreicht das Duo eine emotionelle Tiefe, die sich vielleicht nicht auf Anhieb offenbart, spätestens nach dem dritten oder vierten Anlauf dann aber ihre volle Wirkung entfaltet.
Da Agonised By Love bei uns in Deutschland noch weitestgehend unbekannt, möchte ich euch bitten, kurz einen Überblick über die Geschichte der Band zu geben und uns mitzuteilen, ob es weitere Veröffentlichungen aus der Zeit vor „All Of White Horizons“ gibt?
Rafal: >> Unsere Biographie ist ganz kurz. Wir haben 1997 als Band begonnen und bei all den ganzen Namens- und Besetzungswechseln sind nur Mariusz und ich übrig geblieben. Erst 2002 haben wir „Blindness“ rein aus Promotionzwecken im Studio eingespielt. Die polnische Musikindustrie wurde glücklicherweise irgendwie darauf aufmerksam und die positiven Resonanzen darauf erlaubten es uns, ein komplettes Album einzuspielen. 2004 nahmen wir „All Of White Horizons“ auf und unterschrieben bei Alfa Matrix. <<
Was waren und sind eure musikalischen Einflüsse? Selbst euer Label Alfa Matrix scheint Probleme zu haben, euch stilistisch einzuordnen, da die Palette der Band mit der Agonised By Love verglichen werden von Clan of Xymox über Diary of Dreams bis hin zu The Cure reicht.
Mariusz: >> Die Musik von Agonised By Love kombiniert elektronische Elemente und klassiche orchestrale Harmonien. Oft kommen Instrumente und Klänge zum Einsatz, die an Soundtracks erinnern. Wir experimentieren nicht mit elektronischen Sounds und behandeln synthetische Klänge wie den elektronischen Klang einer Violine. Sehr wichtig für Agonised By Love sind die Rhythmen, die die meisten unserer Songs tanzbar machen. Den Rest macht Rafals Stimme aus, die, kombiniert mit den Texten, eine unglaubliche, zum Teil sehr stimmungsvolle wie bittere und bösartige Atmosphäre schafft. Das ist charakteristisch vor allem für eine Art von Musik – und das ist Gothic. Andere persönliche Eindrücke und Vergleiche beruhen darauf, dass jeder Hörer Musik anders empfindet. Wir sind natürlich sehr erfreut über diese Vergleiche, aber wir sind uns unserer Schwächen sehr bewusst, wie auch der Tatsache, dass uns manche dieser Vergleiche sehr schmeicheln. Unsere Musik ist gedacht für Hörer, die sehr offen und empfänglich sind für neue Musik. Natürlich sind Agonised By Love, wie jede andere Band auch, beeinflusst worden, und was mich angeht, so wirst du Musiker wie Tilo Wolf, Adrian Hates, Boris Benko oder David Sylvain in meinen Songs wiederentdecken können. <<
Warum habt ihr die Band Agonised By Love und eurer Debüt “All Of White Horizons” genannt?
Rafal: >> Wir haben den Namen von einem Songs von Clan of Xymox. Ich mochte den Song, wie ich auch die Band sehr mag. Hinzu kommt, dass man einen ersten Eindruck davon bekommt, was man von unseren Liedern erwarten kann. „All Of White Horizons“ ist wie eine Strasse, die durch unterschiedliche Emotionen führt. Vor allem die düsteren und grauen Emotionen, während der weisse Horizont die Balance herzustellen versucht, den zugewiesenen Platz zu finden, auch wenn man nie weiss, für wie lange. <<
Wann habt ihr damit begonnen, am Album und den jeweiligen Songs zu arbeiten?
Rafal: >> Wir haben Anfang 2003 begonnen an dem Album zu arbeiten. Auch wenn die meisten Songs schon viel eher fertig waren, so haben wir an einigen von ihnen im Studio noch etwas feilen müssen. Die Aufnahmen zogen sich dann in die Länge, denn wir haben verschiedene Songs komplett überarbeitet und neue Versionen daraus gemacht. <<
Worauf legt ihr das Hauptaugenmerk, wenn ihr neue Songs schreibt? Auf eine stimmungsvolle Atmopsphäre, auf Tanzbarkeit, oder auf andere Elemente?
Mariusz: >> Ich kann Musik nicht auf Bestellung schreiben. Ich muss ein inneres Bedürfnis verspüren, etwas erzählen zu wollen, das kann sowohl ein Zustand positiver wie auch negativer Natur sein. Ich gehe erst einmal nicht davon aus, dass der Song, an dem ich gerade arbeite, tanzbar sein muss oder sich in eine ganz bestimmte Richtung entwickeln muss. Wenn du dir Agonised By Love intensiv anhörst, wirst du feststellen, dass jeder unserer Songs sein ganz besonderes Feeling enthält, denn jeder entstand aus einem anderen Grund heraus. Unter den elf Songs wirst du keine zwei Songs finden, die die gleichen Emotionen beinhalten. Die nackte Idee ist es, die ich für die Kompositionen und den Moment des Erschaffens als wichtig erachte, der Rest ist harte Arbeit. Natürlich lassen wir uns auch den Raum für Improvisationen, was, wie wir aus eigener Erfahrung gemerkt haben, wirklich sehr aufregend sein kann. <<
Da die Texte der mir vorliegenden CD leider nicht beilagen, möchte ich dich bitten, kurz eine Zusammenfassung über eure Texte zu geben. Woher beziehst du deine Inspirationen? Schreibst du deine Texte lieber aus einer persönlichen Sichtweise heraus, oder nimmst du auch Bezug auf fiktive Geschichten und Erlebnisse?
Rafal: >> Die Texte sind definitiv sehr persönlicher Natur, beinahe wie einTagebuch aus früheren Jahren. Sie sind eine Komposition aus Emotionen, Erfahrungen, Eindrücken, unbeantworteten Fragen und vor allem meinem Verlangen, mich anderen mitzuteilen. Unsere Texte sind sehr eng mit der Musik verbunden. Die Texte sind wie ein Führer durch die verschiedenen Sounds. Ohne sie würde unsere Botschaft ungehört verhallen. Doch die Wahrheit ist, dass jeder das Mysterium der Liebe gelöst haben möchte. Warum sie so schmerzt und wir so darunter zu leiden haben. Durch das Schreiben der Texte helfe ich nicht nur mir selbst, sondern vielleicht auch jemand anderem. <<
„All Of White Horizons“ wurde gerade erst veröffentlicht und so wie ich das bislang beurteilen kann, waren die Reviews durchweg positiv, so dass ihr auf das Album stolz sein könnt. Habt ihr mit soviel positivem Zuspruch gerechnet?
Mariusz: >> Ich bin mir sicher, dass wir selbst nicht so ganz daran geglaubt haben, dass das Album existiert. Als wir mit den Aufnahmen begannen, war von Alfa Matrix noch nicht die Rede. Die Arbeit dauerte ewig und wir waren irgendwann auch an einem Punkt, wo wir dringend Abstand voneinander gebraucht haben. Der Erfolg kam dann mit „Blindness“, an dem vor allem unser Manager und Freund Marcin einen unglaublichen Anteil hatte. Ihm ist es zu verdanken, dass diese Promo in die richtigen Hände kam. Die positiven Reaktionen und schmeichelnden Meinungen motivierten uns, nur noch härter im Studio zu arbeiten. Der Erfolg von „All Of White Horizons“ ist immer noch eine grosse Überraschung, entstanden aus der Hingabe und der Arbeit vieler Leute, für die wir uns hier auch einmal bedanken möchten. <<
Rafal: >> Das ist wahr, Agonised By Love sind nicht nur wir zwei. Ohne Lila und Marcon von Alchera Visions, Mirek vom Bobo-Mix Studio, K’haal und H_12 von Gothic Art, Seba und Co. von Alfa Matrix und vielen weiteren Freunden hätten wir es nie so weit geschafft. Man braucht sehr viel Vertrauen darauf zu hoffen, dass man auch in Polen etwas vernünftiges auf die Beine stellen kann. Natürlich gehört etwas Glück auch dazu. <<
“All Of White Horizons” beinhaltet in seiner limitierten Version eine Bonus CD mit einer Reihe von Remixen. Was ist eure Meinung zu Remixen im allgemeinen?
Mariusz: >> Ich muss zugeben, dass ich bis vor kurzem noch überhaupt keine Ahnung von Remixen hatte. Ich dachte immer, das hätte etwas damit zu tun, die Aufnahmezeit im Studio nur zu verlängern. Erst, als wir an einem Remix für Hungry Lucy gearbeitet haben habe ich registriert, wie falsch ich damit lag. Das ist schwere Arbeit, aber auch sehr befriedigend. Um eine Band bekannter zu machen, sollte man Remixe aber nicht überschätzen. Das gilt sowohl für den Remixer als auch die zu remixende Band. „All Of White Horitons“ beinhaltet in seiner normalen Version drei Remixe, während der limitierten Version eine zusätzliche CD mit vierzehn weiteren Remixen beiliegt. Alfa Matrix haben zudem eine EP, „Close Behind You“, für DJs mit weiteren Remixen veröffentlicht. Das ist für solch einen Newcomer, wie wir es sind, eine grosse Sache. Ausserdem ist es eine gute Sache das Publikum für weitere, nicht so bekannte Projekte zu begeistern. <<
Rafal: >> Wir sind sehr glücklich über den Umstand, dass grosse Teile der Remixe von Bands aus Polen, Litauen, Estland und der Ukraine stammen. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um mich bei ihnen zu bedanken. <<
Über die polnische Electroszene ist nahezu nichts bekannt. Könnt ihr uns daher einen kurzen Einblick geben, wie sich die Szene in Polen darstellt. Gibt es neben euch weitere, hoffnungsvolle Bands?
Mariusz: >> Es gibt viele gute Bands in Polen. Wir haben die „Castle Party“ in Bolkow, das grösste Festival seiner Art in Osteuropa und wir haben viele Parties, die alle ihre eigene Tradition haben. Polen liegt genau dort, wo die westlichen und die östlichen Kulturen aufeinandertreffen. Wir sind ein slowakisches Land und daher wird unsere Zivilisation sehr vom Osten beeinflusst. Wir sind eher geistig beeinflusst, denn industriell. Auf der anderen Seite sind wir so etwas wie das Tor zum Westen geworden. Wir haben sehr starke, rockorientierte Gothicwurzeln, die mit klassischen, romantischem Gothic und weiblichem Gesang verschmolzen wurden. Immer häufiger hört man jetzt aber auch elektronische Sounds. Die Mischung slowakischer Melancholie mit düster elektronischen Elementen kann sich in der Zukunft als sehr interessant erweisen, nicht hier in Polen, sondern auch im Ausland. Ich denke, das ist auch eine gute Gelegenheit, ein paar dieser Bands hier zu nennen: Gray/Scale, Mano Juodoji Sesuo, Cyclon B, Vinky, Forgotten Sunrise, alles Bands, die es wert sind, sich ihrer zu erinnern, im Internet nach ihnen Ausschau zu halten und Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Nicht zu vergessen Bands wie Fading Colours, God’s Bow, God’s Own Medicine, Common Dream, NUN, NoSignalDetected oder Controlled Collapse und The Void Of Null Haide. <<
Rafal: >> Ich persönlich bin sehr darüber erfreut, dass elektronische Musik wie Dark Electro, Goa/Psy-Trance oder EBM sich so langsam wieder seinen festen Platz in der Musikszene erkämpft und immer populärer wird. Auch Cyber-Goth wird immer populärer, zu dem ich mich sehr hingezogen fühle und wo ich nur hoffen kann, dass das Interesse daran bestehen bleiben wird. <<
Wie seht ihr im Hinblick auf eure Popularität selbst euren derzeitigen Status in Polen?
Mariusz: >> Wir sind eine der wenigen Bands, die ihr Debüt gleich im Ausland veröffentlichen konnten. Das ist ein grosser Erfolg für all die, die der Auffassung sind, dass Musik Grenzen zu überschreiten in der Lage ist. Agonised By Love haben sich diesen Erfolg hart erarbeitet, auch weil wir unseren eigenen Weg gegangen sind. Was das Album angeht, so beinhaltet es gute Musik. Wie ein deutscher Freund einmal zu uns meinte: es repräsentiert die gute europäische Qualität. <<
Rafal: >> Ich dnke, wir können sehr stolz auf uns sein (lacht). <<
Habt ihr bereits Pläne, auch über die polnischen Landesgrenzen hinaus live in Erscheinung zu treten?
Rafal: >> Konzerte zu spielen ist es etwas vollkommen anderes. Aufgrund der Gitarren klingen Agonised By Love live ganz anders, zumal wir sogar die Zeit finden zu improvisieren. Zudem arbeiten wir live mit visuellen Effekten, für die sich H-12 verantwortlich zeichnet. Wir lieben es Konzerte zu geben und dabei zu beobachten, welchen Spass die Leute dabei haben, mit uns gemeinsam unsere Lieder zu singen. Es wäre schön, noch mehr solcher Momente zu erleben. <<
Mariusz: >> Wir haben einige wenige Konzerte in Polen gespielt und ein unvergessenes Konzert in Kaunas in Litauen. Vor ein paar Tagen haben wir eine Mini-Tour beendet, wo wir mit Gothic Art und Alchera Visions Geburtstag gefeiert haben. Wir sehen voller Hoffnung in die Zukunft und fühlen uns auf der Bühne sehr wohl. Wir sind zudem immer wieder sehr überrascht, dass die Leute unsere Texte kennen, was bedeutet, dass unsere Arbeit doch nicht so ganz wertlos ist. <<
Welche weitere Zukunftspläne verfolgt ihr mit Agonised By Love?
Rafal: >> In der Hauptsache erst einmal Konzerte zu spielen und die Promotion von „All Of White Horizons“. In Kürze beginnen wir auch mit den Arbeiten an einem neuen Album und einem nächsten Kapitel in der Geschichte der Kraft der zerstörerischen Liebe. <<
Mariusz: >> Wir wollen auf jeden Fall live spielen und werden all unsere Kraft darauf verwenden live aufzutreten, wohin man uns einlädt. Zukunftspläne? Neue und bessere Lieder, besser aufgenommen und voller Emotionen. Agonised By Love – erinnert euch an diesen Namen. <<
http://www.alfa-matrix.com
Michael Kuhlen


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