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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANGRA

ANGRA
Germans love Power-Metal
Diese Aussage wollte mein Gesprächspartner und Gitarrist Kiko Loureiro erst mal loswerden, bevor das eigentliche Interview losging. Können wir so stehen lassen. Angra bedienen uns mit „Temple Of Shadows“ mit ihrem fünften Album, das wie immer aus einer gekonnten Mischung aus Power-Metal, Prog-Einsätzen und Kick-Ass-Grooves zusammengesetzt ist. Nur ein Jahr sassen die Recken an diesem Werk, und wenn man bedenkt, wie reif dieses Opus ist, ist das schon eine erstaunliche Leistung. Aber, die schreibende Zunft und die Fans haben schliesslich nichts anderes erwartet. Trotz des überschwemmenden Marktes im Melodic-Metal klingen ihre Ideen und Melodien frisch und fetzig. „Temple Of Shadows“ ist ein Konzeptalbum, auf das wir gleich noch näher eingehen werden. Angra brachtenzudem illustre Gäste mit an Bord. Wie schon seit dem Album „Rebirth“ ist Pink Cream 69-Basser Dennis Ward ein weiteres Mal für den beglückenden Sound verantwortlich. Hat dieser Bursche eigentlich schon mal was in den Sand gesetzt? Ich kann mich nicht erinnern. Doch zur Sache. Die Band ist gerade von einer Promo-Tour aus Japan zurück und hat sich erst mal Zeit genommen die hiesigen Medien mit Infos zu versorgen.
Kiko, erzähl unseren Lesern doch ein wenig über eure Bandhistory.
>> Die erste Formation stand 1991, also feiern wir mittlerweile unser dreizehntes Jahr im Musikgeschäft. Wir feierten bis 2000 etliche mittlerweile bekannte Erfolge und mussten dann mit neuen Musikern aus den üblichen Trennungsgründen weitermachen. Wir bekamen einen neuen Drummer, einen Bassisten und natürlich einen neuen Fronter. Es fing eine ganz andere Ära für uns an. Unsere Musik veränderte sich eine wenig, denn jetzt hatten wir alte und neue Fans, die wir bedienen mussten. Zumindest sind wir in der Hinsicht zufrieden, dass das funktioniert hat. Unser aktuelles Album stellt schnell klar, was wir in den letzten dreizehn Jahren gelernt haben. Wir haben es geschafft Heavy Metal zu spielen und unsere ganzen Einflüsse mit zu verarbeiten. Unser Ziel war es immer melodischen Power-Metal mit Iron Maiden, Judas Priest und all den anderen Bands, die wir mögen, miteinander zu kombinieren. Wir alle hören seit Jahren sehr viel unterschiedliche Sachen. Zudem vergessen wir nie unsere Wurzeln und bauen brasilianischen Rhythmen mit ein. Ich denke, dass wir mit dem neuen Werk unsere ganze Bandbreite aufgezeigt haben. Wir haben mit der ersten Besetzung drei Alben veröffentlicht. Das Debüt-Werk erschien 1993, das Folgealbum „Holy Man“ 1995, und das dritte 1998. Zwei Jahre später erschien schon „Rebirth“ mit dem heutigen Line-Up. Es gab auch EP`s, und ein Live-Album. <<
Man sagt ja, dass das dritte Album den Markt knacken muss. Ist euch das passiert?
>> Nein, das dritte Album war nur ein kurzer Schritt davor, bis die Band vorerst auseinanderfiel. Wir hatten zwar viel Erfolg in Japan und in Italien, aber der Rest der Welt, und Deutschland auch, liessen auf sich warten. <<
Es kam halt viel Power-Metal aus Italien rüber.
>> Deswegen wollten wir uns auch ein wenig umorientieren. Wenn du genau hinhörst, wirst du viele neue Nuancen auf „Temple Of Shadows“ ausmachen. Unser Sänger Edu Falaschi nutzt verschiedene Gesangsansätze. In einem Song haben wir einen Flamenco-Groove auf der akustischen Gitarre eingespielt, was sehr typisch für den Norden von Brasilien ist. Diese Art von Welt-Musik versuchen wir öfter zu verarbeiten. Wir experimentieren halt gerne. Dabei kannst du auch extreme Formen des Metal raushören, wie zum Beispiel Slayer. <<
Was sind denn so die verschiedenen Instrumente die ihr für eure Ethno-Sounds benutzt?
>> Das Hauptinstrument ist eine Gitarre mit Nylonsaiten, die sehr oft in Brasilien und Spanien eingesetzt wird. Dann gibt es noch so lustige Namen wie „$%§???“, und „?*§$%?“. (Da ich diese Namen nicht verstand, und Kiko sie nicht buchstabieren konnte, belassen wir es dabei, Anmk. d. Verf.) <<
Wie werdet ihr diese Sounds auf der Bühne präsentieren?
>> Da jeder aus der Band Percussions spielen kann, können wir live einiges bieten. Das haben wir live in Japan auch schon gemacht und es ist eins unserer Highlights geworden. Das macht wirklich eine Menge Spass und sondert uns positiv von den restlichen Bands ab. Es ist halt etwas besonderes. Sepultura haben so etwas ebenfalls gemacht, allerdings in einer anderen Art und Weise. Sie waren weitaus aggressiver, während wir mehr mit Emotionen arbeiten. Wir spielen halt sanfter, dafür sind wir bekannt, und das mögen wir. <<
Kannst du uns das Konzept eures Albums näher bringen?
>> Im eigentlichen Sinne geht es um die Religion. Wir haben einen Hauptcharakter, den wir „The Shadow Hunter“ nennen. Das ganze findet im 11. Jahrhundert statt. Geschrieben hat diese Geschichte unser Gitarrist Rafael Bittencourt. Unser Kreuzritter hinterfragt die Ideale der katholischen Kirche. Eigentlich ein immer wieder aktuelles Thema. Unser Held zweifelt natürlich an der Art und Weise der Kirche zu seiner Zeit und unsere Geschichte zeigt in den dreizehn Tracks unseres Albums, wie er mit der Situation umgeht. Es gab und gibt so viele Probleme, Menschen töten im Namen Gottes, es wird gefoltert und verfolgt, und all das greift unser Held auf, hinterfragt und verarbeitet es. <<
Ihr hattet prominente Unterstützung mit Sabine Edelsbacher (Edenbridge), Kai Hansen (Gamma Ray) und Hansi Kürsch (Blind Guardian). Sabine hört man ja deutlich heraus, aber welche Aufgaben fiel den anderen beiden zu?
>> Kai Hansen teilt sich den Song „Temple Of Hate“, übrigens unser schnellstes Stück mit unserem Sänger Edu. Ein klassisches Duett. Hansi singt auf dem Track der mit den Cellos anfängt. („Winds Of Destination“, Anmk. d. Verf.) Sabine singt die Chöre auf dem ersten Stück (in Ordnung, dann helfe ich noch mal aus – „Spread Your Fire“, Anmk. d. Verf.), und ein weiteres Mal auf „No Pain For The Dead“. Aber es gab da noch jemand anderen der uns aushalf. Er heißt Milton Nascimento und er ist einer der bekanntesten brasilianischen Sänger. Er ist schon sechzig Jahre alt, aber absolut genial. Er singt auf unserem letzten Song „Late Redemption“ auf portugiesisch. Das war eine große Ehre für uns. Das Stück mit ihm verdeutlicht noch einmal unsere Bandbreite an Musikrichtungen die wir einsetzen. Die Mitarbeit von Hansi und Kai war eine gute Sache für uns, denn so konnten wir unseren Idolen, die lange vor uns anfingen, einen gewissen Tribut zollen. <<
Und mit ihren Namen auf dem Cover-Sticker einen weiteren Fuss auf den deutschen Markt setzen?
>> Nein, wir lieben ihre Musik, und wollten dies damit ausdrücken. <<
Wie fanden die Aufnahmen statt?
>> Milton und Sabine waren bei uns im Studio und Hansi sowie Kai bekamen die Bänder zugeschickt. <<
Auf die Beendigung der Aufnahmen mit Produzent Dennis Ward musstet ihr länger warten, da er einmal wegen seiner Stammband die Arbeiten unterbrach. Was macht ihn so wichtig für euren Sound, dass ihr diese Wartezeit in Kauf genommen habt, anstatt einen anderen Producer zu engagieren?
>> Als Dennis sich die Tracks im rohen Zustand anhörte sagte er sofort, dass es unmöglich sei, sie in zwei Monaten zu bearbeiten. Mehr Zeit hatte er aber vor der Tour mit Pink Cream 69 nicht. Aber Dennis ist zur Zeit für uns das beste was uns passieren kann. Er weiss genau wie wir klingen müssen und ist einfach ein Super-Profi, und menschlich korrekt. Zudem hat er einen guten Ruf, und das alles zusammen genommen lohnt sich auf ihn zu warten. Er ist halt selber Musiker und besitzt absolutes Know-how über die nötige Technologie im Studio. Er ist halb Deutscher und halb Amerikaner und besitzt die positiven Eigenschaften beider Kulturen. Er kommt auch nach Brasilien rüber, und jetzt beim zweiten Album, dass er für uns bearbeitet hat, versteht er sich gut mit unserer Kultur und weiss, worauf es ankommt. Wir denken halt ein bisschen anders. <<
Als Cover habt ihr ein Bild von einer Ikone benutzt. Wie kam es zu dieser Wahl?
>> Das Bild stellt St. George da. Isabell heißt die Künstlerin und sie war schon für die letzten beiden Cover zuständig. Wir lieben einfach ihre Arbeiten. <<
Ihr habt zu eurem Album eine Bonus-DVD erstellt. Kannst du ihren Inhalt aufzählen?
>> Um ehrlich zu sein, habe ich die Arbeiten der DVD nicht verfolgt. Ich kann dir noch nicht mal sagen wieviel Songs sie enthält. <<
Angeblich enthält sie achtzehn Tracks.
>> Dann handelt sich es um das komplette Konzept. Wir spielten einen Gig in Sao Paulo, Brasilien, bei dem etwa 6000 Zuschauer antanzten. Das war eine geile Sache, denn unser Publikum rastete total aus. <<
Ich habe gehört, dass ihr den Song „The Number Of The Beast“ von Iron Maiden live gecovert habt. Wieso gerade so etwas bekanntes?
>> Iron Maiden waren ebenfalls ein sehr großer Einfluss. Mehr steckt nicht dahinter. <<
Ihr wart in Taiwan auf Tour. Wie stellt man denn so etwas an, und was gibt es besonderes darüber zu erzählen?
>> Ich kann mich daran erinnern, dass mir jemand sagte, dass wir die dritte Band sind die hier aufgespielt hat. Zumindest aus dem Heavy Metal Genre. Erst Dream Theater, Helloween und dann wir. Japan war schon eigenartig, aber geil. Es dauert seine Zeit und einige Tourneen, bis man die Leute kennenlernt und sie versteht. Taiwan war wieder ein völlig anderes Ding. Hier ticken die Menschen anders. Das Wetter ist viel extremer aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit. Die Venues waren einfach göttlich. Solche edlen Auftrittsmöglichkeiten gibt es kaum auf der Welt. Überall roter Samt. Es war fast wie ein Tempel. Das ist eine der schönsten Situationen, wenn man Musiker ist. Du siehst die Welt. <<
Wie sieht eure Zukunft aus?
>> Im Februar gehen wir in Europa auf Tour. Es wird einige Sommerfestivals geben, aber vorher geht es im März nach Japan, dann wieder nach Taiwan und schließlich nach Thailand. <<
http://www.angra.net
Steve Burdelak


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