Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'B' :: BETHLEHEM

BETHLEHEM
Der Weg
Treffender hätte Jürgen Bartsch den Titel des neuen Bethlehem Albums nicht formulieren können: „Mein Weg“, unbeirrt allen Kritikern und Besserwissern gegenüber, alleine auf die eigenen Stärken der Band vertrauend und über alle Widerstände hinweg, den einmal eingeschlagenen Kurs mit aller Konsequenz verfolgend, ohne sich und seine Kunst in irgendeiner Form zu prostituieren. Natürlich, verglichen mit den frühen Alben der Band klingt „Mein Weg“ zugänglicher, reifer und vielleicht auch abgeklärter, aber alleine die Texte Jürgen Bartschs heben Bethlehem auch heute noch meilenweit aus dem Wust an Dark Metal-Bands hervor. Andere musikalische Einflüsse haben ihren Weg in das musikalische Konzept Bethlehems gefunden, doch alleine die Authenzität zählt und in diesem Punkt haben Bethlehem im Laufe der Jahre kontinuierlich hinzugewohnen, wobei es allerdings schon intensivster Beschäftigung mit den Texten Jürgen Bartschs bedarf, um die beschriebene und immer wieder thematisierte „Alexanderwelt“ auch nur ansatzweise zu verstehen.
„Mein Weg“ - der Titel des Albums als Abrechnung mit all denen, die Bethlehem stets kritisch gegenüber standen und keine Zukunft prophezeit haben und denen du mit diesem Durchhaltevermögen das Gegenteil bewiesen hast? Als Hommage an Frank Sinatra würde ich den Titel jetzt mal eher nicht verstehen wollen. Welche anderen Beweggründe hattest du, das Album „Mein Weg“ zu nennen?
>> Könnte man so sagen, definitiv ja. Jedenfalls ist die auf "Mein Weg" dargestellte Person meine Wenigkeit, blasphemisch als "heilige Dreifaltikgkeit" von mir in Szene gesetzt. Die amerikanischen Nationalfarben sind pure Absicht und sozusagen als eine Art Huldigung an unsere US-Amerikanischen Freunde zu verstehen, die in all den Jahren felsenfest zu uns gehalten und mit ihrer großartigen Unterstützung entschieden an unserem Werdegang mitgewerktelt haben. Seit Jahren bekommen wir seltsamerweise in den USA immer den meisten Zuspruch, haben dort definitiv unsere Nische gefunden und werden als ernsthafte, eigenständige Künstler gehandelt, die ihrer eigenen Wege gehen ohne sich dabei verbiegen zu lassen. <<
Musikalisch haben Bethlehem sich in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt. Was waren die Beweggründe für diesen Wandel? Das Gefühl in einem reinen Metal-Kontext alles gesagt zu haben und keine herausfordernden Perspektiven mehr zu sehen, oder die Lebenserfahrung mit dem zunehmenden Alter, wo man den Zorn der Jugend nicht mehr so vehement in sich trägt?
>> Ist eigentlich eher viel, viel unkomplizierter. Großartige Überlegungen, Beweggründe oder Konzeptionen haben bei unserem Songwriting noch niemals eine Rolle gespielt, wir spielen einfach drauflos und heraus kommt Musik direkt aus dem Herz und der Seele. Wir sind eine absolut spontane Band, definitiv keine Frickler oder so. Wir finden, daß spontane Musik immer noch am erfrischendsten klingt und auch viel ehrlicher dargeboten wird, als konstruierte Reißbrettsongs, die sich so oft an der oder der Band, Stilrichtung, Mode, was auch immer orientieren. "Mein Weg" ist letztlich auch in nur zwölf Proben entstanden und unterlag mal wieder unserer absoluten Spielfreude, dem Spaß an der eigenen Sache. Wir lieben halt unsere Musik, machen einfach das was wir wollen und zerbrechen uns nicht wochenlang den Kopf darüber, ob dies oder jenes gut bei den Leuten ankommt oder nicht. Bethlehem steht sich selbst ehrlich gegenüber und dabei wirds auch bleiben. Selbst im Studio produziere ich nicht wochenlang an den Songs und Sounds herum, sondern bringe vielmehr meine Spontanität und Erfahrung zum Einsatz, meine wichtigste Waffe im Kampf gegen eingeschlafene Füße. <<
Haben sich im Laufe der Jahre hier auch deine persönlichen Hörgewohnheiten verändert, die, bewusst oder unbewusst, ihre Spuren in Deinem musikalischen Schaffen hinterlassen haben?
>> Absolut. Es würde mir völlig auf die Hirse gehen, die ganze Zeit nur Metal zu hören. Ich kenne diverse Leutchen, die hören schon seit beinahe 20 Jahren Priest und schwören auf Manowar, als gäbs nichts anderes mehr im Leben. Typische Hippies halt. Nostalgiker. Würg. Für mich ist Musik Freiheit, fernab der Normen, Normalität, den Ketten der eigenen Versklavung. Und die ganze Zeit nur Metalbass zu spielen, wird auf Dauer nur noch öde. Mein Repertoire reicht mittlerweile von A-Z, ich bin einfach nicht bereit mich selbst zu limitieren. Warum auch? <<
Die musikalischen Veränderungen möchte ich in diesem Interview gar nicht gross kommentieren. Ich denke, davon kann sich jeder selbst ein Bild machen, der sich eure Alben anhört. Dennoch würde ich nur kurz aus deiner Sicht heraus wissen, was sich musikalisch für Euch im Laufe der Jahre und von Album zu Album verändert hat? Man kann zumindest sicher festhalten, dass die Melancholie heute einen viel breiteren Raum einnimmt, oder täusche ich mich?
>> Früher hatte unsere Musik in der Tat einen viel depressiveren Touch als heute, was sicherlich an einigen Bandmitgliedern lag, dich mitunter an recht starken Depressionen litten und dies zum Teil immer noch tun. Dennoch empfinde ich persönlich die Essenz unserer heutigen Herangehensweise immer noch als die gleiche Herangehensweise wie eben in früheren Jahren. Meine eigenen Einflüsse entstammen immer noch direkt meiner Seele und die ist nach wie vor komplizierter Natur. Sicherlich ist die teilweise recht ausgeprägte Depression einer gewissen Melancholie gewichen, aber entgegen aller Versuche uns in gewisse Schubladen zu zwängen, ist und bleibt die Musik auch heute noch -Dark Metal- für mich, da es gerade die "dunklen" Aspekte meiner Seele sind, dich mich dazu bewegen unserer speziellen Art von Musik einen unnachahmlichen Stempel auszudrücken. Es mag sein, daß sich die gesamte Qualität im Laufe der Jahre verändert hat, aber der Urinstinkt, die Impulse und das Gespür für diese gewisse Atmosphäre hat es nicht. Ich selbst erlebe Bethlehem noch genauso wie früher. Unverfälscht und rein. Denn es ist immer meine Persönlichkeit, die meine Musik prägt und nicht umgekehrt. <<
Beschäftigst du dich überhaupt mit musikalischen Kategorien und Zuordnungen deiner Musik durch die Presse und die Fans?
>> Ein schwieriges Thema und momentan recht aktuell in unseren Reihen. Eigentlich sollten wir uns über die "Mein Weg" Rezensionen überhaupt nicht beschweren, denn entgegen unserer eigentlich recht starken Polarisation bzgl. unserer Alben im allgemeinen, liegt das Hauptgewicht diesmal bei "Himmelhochjauchzend in den siebten Himmel lobend". Noch niemals zuvor haben wir derart positive Reaktion auf eines unserer Alben bekommen, es ist schon nahezu beängstigend. Auch wenn dir manche von diesen Liebeserklärungen runtergehn wie Öl. Doch Bethlehem wäre nicht Bethlehem, wenns nicht auch vereinzelt noch ein paar von diesen Superoberflächlichen Rezensionen gäbe, die dir einfach solche oberdämlichen und völlig unpassenden- und mega-oberflächlichen Vergleiche ala Rammstein vor den Latz knallen und klar durchblicken lassen, daß sie sich aber auch Null mit deiner Mucke beschäftigt haben. Und somit lieber ihre peinlichen Vorlieben für Pop-Musik zum Ausdruck bringen, ´türlich immer unter dem Deckmäntelchen des "Defender of Metal" oder ähnlichem Bullshit. Letzlich sehen wir die ganze Sache so: Ob man sich nun über Rezensionen freut oder ärgert, entscheidend ist nach wie vor, daß man das, was man sich auf die eigene Fahne geschrieben hat, selbst noch am allermeisten vertreten kann und bereit ist, dafür auch jederzeit einzustehen. Das ist das Einzige, was nach wie von Bedeutung ist. Alles andere ist blanke Makulatur und vom Prinzip auch überhaupt nicht der Rede wert. Sollen sie doch alle reden oder schreiben was sie wollen. Schließlich wäre es ja noch schöner, etwa negative Rezensionen zum Anlaß für Richtungsänderungen zu nehmen. Das käme dann diesen ganzen Widerkäuern, welche die heutige Metalszene ausmachen, gleich. Und wäre somit Hochverrat an der eigenen Sache. Bethlehem ist und bleibt Bethlehem; liebt uns oder hasst uns, dadurch wird sich nichts für uns ändern. <<
Zumindest auf der mir vorliegenden Promo ist euer originärer Schriftzug auf der Rückseite nur noch fragmentarisch erkennbar. Interpretiere ich da zuviel hinein, wenn ich behaupte, dass dies ein Zeichen für den musikalischen Wandel Bethlehems ist?
>> Ich würde sagen, ja, Du interpretierst zuviel in das fragmentierte Logo auf der Promo-Rückseite. Auf dem Album selbst ist nämlich unser Logo wieder in voller Pracht auf der Rückseite zu sehen. Letztlich entsprang das fragmentierte Logo einzig meiner Verspieltheit, welche ich mitunter bei meinen Layouts an den Tag bzw. die Nacht lege. <<
Gibt man über Google Bethlehem und deinen Namen ein, erscheinen vornehmlich Verweise auf Seiten, die sich intensiv mit deinen Texten auseinandersetzen. Ehrt dich diese intensive Auseinandersetzung mit deinen Texten, was, zumindest in Metal-Kreisen in dieser Tiefe ja doch eher die Ausnahme ist?
>> Wirklich? Ja wie geil ist das denn? Das ehrt mich außerordentlich. Vielen, vielen Dank. <<
In Bezug auf deine Texte fällt, wie ich finde, leider immer wieder der Begriff der „Sickness“. Trifft dich, als Verfasser dieser Texte, diese Aussage, die, wie ich finde, Krankhaftigkeit und Pervertiertheit des Verfassers beinhaltet?
>> Nicht sonderlich, es kursieren die unterschiedlichsten Meinungen über meine Wertigkeit als Schreiber der Bethlehem´schen Texte. Würde ich mir diese alle zu Herzen nehmen, hätte ich mir wahrscheinlich schon längst die Kugel gegeben. Aber auch bei meinen Texten unterliegt nichts irgendwelchen Spielchen oder Verschleierungen. Die einzige Ausnahme bildet "Nexus" vom -S.U.i.Z.i.D.- Album. Natürlich machen meine Texte Sinn für mich, schließlich bin ich es, der sich in den Texten widerspiegelt. Um mir das Geschehene, meine Visionen, mein Erlebtes begreiflich machen zu können, greife ich gerne auf metaphorische Bildergeschichten zurück, die in einer Art "Film" vor mir ablaufen, während ich diese, meine Gedanken zu Papier bringe. Nur so ist es mir möglich, mich nicht in diesem mitunter immensen Ansturm meiner facettenartigen Gedanken zu verlieren. Um eine solche Bilderflut zu Papier bringen zu wollen, müßte mann schon Data´s Hände besitzen. Es ist ein wenig wie Mathematik; ich abstrahiere diverse Kapitel meines Lebens in einfache Sätze, welche in der Summe wiederum die Kapitel ergeben und umgekehrt. Sicherlich mag eine solche Herangehensweise für viele ein Mysterium darstellen, dennoch bin ich der festen Überzeugung, daß vieles von dem schriftlich Dargebotenen eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzt und durchaus interpretierbar ist. In einer solchen Art und Weise, daß sich viele andere Menschen darin wiederfinden können (und bereits konnten) und sich ihren Anteil daran zu Nutze machen. Diese Anteile sind unterschiedlichster Natur, zum einen gereichen sie dem Suizid-Gefährdeten, zum anderen den Lebensgierigen. Diesbezügliche Danksagungen tendierten bereits vom tiefschwarzen Blues bis weit hinauf ins gleißende Licht. Allerdings muß man diese Auseinandersetzung auch wollen und sich intensiv mit diesen Texten beschäftigen, einfach mach ichs den Leuten echt nicht. Man muß schon ein wenig Bereitschaft zum eigenen Denken besitzen, für gedankliche Grobmotoriker ist das überhaupt nichts und die sollten lieber auf alte Sodom-Texte zurückgreifen und Bethlehem auch weiterhin als Schwachsinn abtun. <<
„Mein Weg“ wie auch schon die vorausgegangene DVD - wolltest du mir damals nicht eine Kopie davon schicken (grins) - sind bei Red Stream erschienen, mit denen es immer wieder massive geschäftliche Differenzen gab. Hattest du keine andere Angebote? Die geschäftliche Liasion mit Prophecy war ja auch von eher kurzer Dauer.
>> Andere Angebote wurden erst gar nicht eingeholt; es gab einst ein kurzes Techtelmechtel mit Roadrunner Records, mit noch offenem Ausgang. Eine DVD gabs bisher noch nicht, aber eine CD-Rom namens "Suicide Radio". Ist es diese, die Du da ansprichst ? Ich habe dir keine geschickt? Asche auf mein Haupt, Bruder! In dreiwöchiger Kleinarbeit habe ich aber bereits mit meinem Team von ALEXANDERWELT MEDIA PRODUCTIONS an einem Clip für "Dr. Miezo" vom aktuellen Album gebastelt und es werden sicherlich noch weitere folgen. Dieser Clip ist für eine US-Black Metal DVD bestimmt, wird aber auch auf einer eigenen Bethlehem DVD zu sehen sein, die wir momentan in der Mache haben und die neben weiteren Clips noch diverses Bonusmaterial, Fotogalerie u.ä. enthalten wird. Diese DVD entsteht erstmal in Eigenregie, unabhänging von irgendwelchen Labels. Für Red Stream wirds dann zu späterem Zeitpunkt ´ne eigene DVD geben, die ebenfalls von unserer hauseigenen Produktionsfirma hergestellt wird. Wir geben solche Dinge nicht aus unseren Händen, machen diesbezüglich alles selbst. Seit Jahren beschäftige ich mich Hobbymäßig mit der Filmerei und der Erstellung von Clips und weiteren Multimedia-Produkten. Leider fehlt allzu oft einfach die Zeit bzw. das Geld. Es ist wahr, vor Jahren einmal gabs geschäftliche Differenzen mit Red Stream Inc., aber die sind schon lange kalter Kaffee und stehen auch überhaupt nicht mehr zur Debatte. In Sachen Prophecy kamen wir uns reichlich verarscht vor, denn erst Absprachen treffen, nur um sie später wieder zu brechen mag zwar Teil des oft zitierten Underground-Geschäftsgebahren sein, kommt für uns aber Null in die Tüte. Wir stehen halt lieber auf Fairness und die gibts bei Red Stream Inc. ohne zusätzlichen Aufpreis gleich gratis dazu. Warum sich also mit Labels rumärgern, die an schwerem Gedächtnisverlust zu leiden scheinen, gerade wenns sich um finanzielle- Absprachen handelt? Oder Verträge mal kurzerhand ausgehebelt- bzw. gar nicht erst zurückgeschickt werden? Oder, oder, oder ... och nö, für die paar Mocken, die dabei rumspringen viel zu anstrengend, um nicht zu sagen völlig überflüssig. Hauptsache das hochpolierte Gold glänzt immer schön nach aussen, innen darfs dann auch schonmal schnödes Blei sein, nicht wahr? <<
Wie würdest du dich selbst als Menschen charakterisieren? Auch wenn wir uns persönlich nie kennen gelernt haben, so weiss ich, dass du ein sehr nachdenklicher Mensch bist, der mehr als einen Schicksalsschlag hat hinnehmen müssen. Gerade bei solchen Erlebnissen, wie du sie hast erfahren müssen, drängt sich die Frage auf, in wie weit du deine persönlichen Dämonen mit Bethlehem auszutreiben suchst? Ist hier auch der Grund dafür zu suchen, dass du dich thematisch immer wieder mit dem Thema des Suizides, andererseits aber auch mit dem Wert des Lebens auseinandersetzt?
>> Bitte verstehe mich nicht falsch, Michael, aber mir fällt es außerordentlich schwer, mich selbst als Mensch zu charakterisieren. Bevor ich mir hier also die Wurst aus dem Hintern quäle, möchte ich das auch lieber weiterhin meine Freunden und Feinden überlassen. In der Tat dachte ich einst, daß Bethlehem eine Art Therapie für mich wäre, doch konnte ich diese These niemals richtig für mich bestätigen. Es gehört mehr als nur der Bethlehem dazu, mir meine persönlichen Dämonen austreiben zu wollen. Bethlehem ist zwar ein wichtiger Teil meines Lebens, aber eben auch nur ein Teil von diesem. Ich bin vielschichtiger, als sich das manche Menschen wahrscheinlich vorstellen können und das ist auch gut so. Ich langweile mich sehr schnell und nichts wäre langweiliger für mich, als mich nur einer einzigen Sache zu widmen. Sicherlich bilden meine thematischen Textauseinandersetzungen eine Art Reflexion meiner Selbst und widerspiegeln sicherlich auch einen Teil meiner Lebenskraft sowie meine Dämonen. Aber wie gesagt, zu einem persönlichen Exorzismus gereicht mir diese Auseinandersetzung nun wirklich nicht. Dafür gibt es probatere Mittel, die ich aber nicht unbedingt in der Öffentlichkeit breittreten möchte. <<
Du hattest kurz vor Eurem geplanten Auftritt auf dem WWF 2002 einen Herzinfarkt. Wie geht es dir gesundheitlich heute und wie hat dieser Herzinfarkt deine Sichtweise auf das Leben und dein Leben überhaupt verändert?
>> Dieser "Herzinfarkt" war vielmehr das Deckmäntelchen für den geplatzen WWF-Auftritt und die damit verbundene Konventionalstrafe für unser damaliges Label. Einige Bethlehem Mitglieder zogen es doch lieber vor, angeln zu gehen anstatt bei den Proben für diesen Gig anwesend zu sein. bzw. verloren sich in sonstigen "Entschuldigungen", um sich einer gewissen Verantwortung der Band gegenüber zu entziehen. Meinen zweiten Herzinfarkt hatte ich im Januar 2001 und sicherlich hat dieser mein Leben entschieden verändert und die gesamten, suizidalen Tendenzen mit einem Schlag aus meinem Leben und für immer verbannt. Im Angesicht des Todes wurde mir sonnenklar, daß ich viel lieber leben möchte. Oder zumindest noch nicht zum Sterben bereit bin. Seither sitze ich nicht länger im Suizid-Sattel; eine kluge Entscheidung, bereut habe ich es bis heute noch nicht. Mir gehts mittlerweile besser als jemals zuvor. Sowohl körperlich als auch seelisch. <<
Werdet ihr mit „Mein Weg“ auf Tour gehen, oder zumindest Einzelkonzerte geben? Mittlerweile herrscht ja fast der Eindruck vor, Bethlehem wäre nur noch ein reines Studioprojekt.
>> Ist uns auch schon aufgefallen. Einzelkonzerte würden wir sehr gerne wieder geben, aber dafür müssen wir erstmal ´nen neuen Sänger finden. <<
Für jemanden, der in der IT-Branche beschäftigt ist bzw.war, bietet http://www.alexanderwelt.org ausser einem Forum erstaunlich wenig Informationen über Bethlehem. Dabei gäbe es doch gerade über die „Alexanderwelt“ einiges zu berichten und Hintergrundinformationen Preis zu geben.
>> Sicherlich komme ich aus der MultiMedia Branche, bin aber einfach nicht mehr bereit, alles und jedes für Lau zu machen. Eine Website möchte ich gefälligst bezahlt bekommen, ist dies nicht möglich, ja gut, dann wirds auch in Zukunft keine geben. Bei http://www.alexanderwelt.org handelt es sich ausschließlich um ein Forum. Ansonsten tippe man z.B. "alexander-welt" oder "dictius-te-necare" bei etwa Google ein und man kann sich nächtelang durch Informationen wühlen, bis einem der Bethlehem zum Hals raushängt. <<
Wird es in der Zukunft irgendwann weitere Kapitel aus der „Alexanderwelt“ nach dem Vorbild von „Schatten aus der Alexander Welt“ geben? Wie stehst du heute zu den ersten beiden Kapiteln? Würdest du Dinge verändern wollen? Denkst du, dass die Fans und Kritiker begriffen haben, was du mit den „Schatten …“ zum Ausdruck bringen wolltest?
>> Weitere Kapitel sind vorerst nicht geplant, aber auch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Ich denke nicht, daß das Alexanderwelt-Konzept auf ein großartiges Verständnis gestossen ist, was aber auch zum Teil an meiner Wenigkeit gelegen hat. Ich möchte- und muß da einfach ehrlich sein, ich habe das ganze Projekt völlig unterschätzt ! Es ist mir verdammt schwer gefallen, etwa den anwesenden Schauspielern die eigentliche Atomsphäre der Alexanderwelt überhaupt erst begreiflich zu machen. Als Regisseur habe ich wohl definitiv versagt. Ich hätte es besser alleine in die Hand nehmen sollen, so wie ich es ursprünglich geplant hatte. Und hätte die ganzen Kapitel besser in Eigenregie mit einigen wenigen Vertrauten durchziehen sollen. Der Nachteil wäre sicherlich die schlechte Tonqualität dieser Aussenaufnahmen gewesen, hätte aber viel, viel mehr zu der ursprünglich gewünschten Stimmung beigetragen. Und beide Kapitel auch sicherlich besser zum Ausdruck gebracht. Am liebsten würde ich das gesamte Projekt nocheinmal- und unter ganz anderen Bedingungen machen, doch dafür dürfte es mittlerweile zu spät sein. Vielleicht werde ich es eines Tages komplett visualisieren, doch dazu bräuchte ich finanzielle Mittel von z.B. der Filmstiftung NRW. <<
Du schreibst, neben den Songtexten, auch Kurzgeschichten und Aufsätze. Hast du je darüber nachgedacht, diese in Form eines Sammelbands oder eines Buches zu veröffentlichen?
>> Oh ja, ja. Schon sehr oft. Aber es ist noch ein wenig zu früh, ich bin noch nicht fertig mit meinen musikalischen Leidenschaften. Das alles wird noch ein wenig warten müssen, bis ich musikalisch mal alles gesagt- und mit der VÖ von CD´s definitiv fertig habe. Dabei kann ichs kaum noch aushalten und würde am liebsten jetzt schon mit einem Roman beginnen. Doch wie gesagt, Ungeduld hin oder her, es ist einfach noch zu früh für diese Dinge. <<
Möchtest du zum Schluss dieses Interviews noch etwas los werden?
>> Sehr gerne. Wir möchten allen Obliveon Lesern unsere besten Grüße entrichten und allen, unseren Fans danken, die uns jahrelang so großartig mit ihrer Treue unterstützt haben. Vielen Dank hierfür. Tschüss und zwei Frisöre. <<
http://www.alexanderwelt.org
Michael Kuhlen


[ Zurück zum Index: 'B' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler