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MAGAZIN :: Index: 'D' :: DAWN OF OBLIV ....

DAWN OF OBLIVION
Ein Gespräch mit Victor Fradera
Die Gothicszene in Schweden ist recht überschaubar. Funhouse, Dr. Arthur Krause, die erst seit neuestem für Furore sorgen, Malaise und Dawn of Oblivion, doch während Funhouse durch stetes Touren und regelmässige Albumveröffentlichungen bereits einen Namen auch über die Landesgrenzen Schwedens hinaus machen konnten, zählen Dawn of Oblivion trotz dreier veröffentlichter Alben und einer EP nach wie vor zu den absoluten Insidertipps. Selbst „Mephisto’s Appeealing“, das letzte Werk Dawn of Oblivions, ist bereits drei Jahre alt, mangels eines vernünftigen Vertriebes im Rest Europas jedoch nur schwer erhältlich. Dabei ist der Stil der Schweden, der klassischen Gitarren-Goth mit einer gehörigen Dosis puren Rock’n Rolls vermischt, nach den Erfolgen von The 69Eyes durchaus dazu angetan, ähnliche begeistert aufgenommen zu werden. Daher ist es an der Zeit, Dawn of Oblivion auch den deutschen Fans vorzustellen und bereits im Vorfeld auf die Veröffentlichung des neuen, Anfang 2005 erscheinenden neuen Albums hinzuweisen. Johan Arenbo, Redakteur der schwedischen Zero Music Magazins, führte das folgende Interview mit Sänger Victor Fradera für uns.
“Mephisto’s Appealing”, das letzte Album von Dawn of Oblivion, wurde bereits 2001 veröffentlicht, also vor satten drei Jahren. Auch das letzte Update auf eurer Homepage ist vom Ende letzten Jahres. Was hat sich seitdem bei euch getan? Habt ihr neue Songs geschrieben, Konzerte gegeben?
>> Wir hatten viele Turbulenzen in der Band in den letzten Jahren. Unser Drummer hat die Band verlassen. Nur drei Stunden vorm Abflug zu einem Gig nach England ist er ausgestiegen. Außerdem haben wir uns alle mit Soloprojekten beschäftigt. Jetzt haben wir uns aber zusammen gesetzt und arbeiten an einem neuen Album. <<
Bei euch in der Band gab es ja immer wieder personelle Schwierigkeiten und Line Up-Wechsel zu überwinden. „Nur“ drei Alben und eine EP in zwölf Jahren Bandgeschichte sind das Ergebnis. Woher hast du, Victor, immer wieder diesen Durchhaltewillen genommen um die Band am Leben zu halten?
>> Die langen Pausen zwischen den Platten haben mit zwei Sachen zu tun. Erstens haben wir viele interne Probleme und Streitigkeiten in der Band gehabt. Zweitens sind wir alle Perfektionisten und haben sehr hohe Ansprüche an unsere Musik und die Texte gestellt. Die Antriebskraft, weiter mit Dawn of Oblivion zu arbeiten, ist der Spaß an der Kreativität. Und es ist eine Herausforderung. Ich will Musik machen, mit der ich auch in Zukunft zufrieden sein kann. <<
Die bandinternen Probleme sind vielleicht ein Grund dafür, daß Dawn of Oblivion außerhalb Schwedens nur einer Handvoll Insidern ein Begriff sind. Gibt es weitere Ursachen dafür, daß Dawn of Oblivion im Ausland kaum bekannt sind? Wie ist euer Status in Schweden? Habt ihr überhaupt jemals außerhalb eures Heimatlandes live gespielt?
>> Leider haben wir bis jetzt nur in Skandinavien gespielt. Wir würden aber gerne in Europa spielen. Besonders Deutschland interessiert uns, weil die deutsche Szene sehr passend für unsere Musik ist. Die Deutschen sind sehr offen für alternative Kultur. Unser Status in Schweden? Ich weiss nicht so genau. Viele denken wahrscheinlich, daß Dawn of Oblivion eingeschlafen sind. Aber das stimmt nicht. Ein Problem ist, daß Gothic hier nicht mehr so angesagt ist. Viele Leute denken bei Gothic an „blasse Leichen in Irrenhäusern“. <<
Wie würdet ihr selbst den Stil von Dawn of Oblivion beschreiben? Gothic? Rock’n’Roll? Goth’n’Roll? Seht ihr euch beispielsweise in einer musikalischen Seelenverwandtschaft mit The 69 Eyes, die auf ihren letzten Veröffentlichungen ja auch düstere Gothic-Sounds mit R’n’R-Image mischen?
>> Ich würde Gothic antworten, oder vielleicht Gothic beeinflusst von Punk-Rock? Die 69 Eyes sind toll, zumindest die Platte „Blessed“. <<
Welche Bands haben euch/dich bei der Gründung der Band maßgeblich beeinflusst? Haben sich diese Einflüsse im Laufe der Jahre verändert?
>> Wir sind mit den Sisters of Mercy und Fields of the Nephelim aufgewachsen. Später haben wir auch viel New Model Army gehört. Aber wir mögen viel verschiedene Musik. Einige von unseren Lieder sind beeinflusst von A-ha, andere von Venom. <<
Wie würdet ihr im Nachhinein die Entwicklung der Band und die drei veröffentlichten Alben beschreiben? Seid ihr mit den Alben zufrieden oder würdet ihr im bestimmte Dinge ändern wollen?
>> Ich bin mit dem Meisten sehr zufrieden. Ok, „A Fervent Prayer“ klingt ein bisschen platt und primitiv heute, aber das Album ist auch zehn Jahre alt. Am Anfang war unsere Musik ziemlich eckig und mürrisch. Aber sie hat sich in eine mehr melodische und pompöse Richtung entwickelt. Das hört man besonders deutlich bei „Haunted“ und „Mephisto’s Appealing“. <<
Was war der Hauptgrund, euer letztes Album „Mephisto’s Appealing“ zu nennen? „Mephisto“ als die Verkörperung des Bösen, das uns als ansprechend und attraktiv erscheint, in einer Zeit, in der die Welt wieder einmal mit politischen, sozialen und gesellschaftlichen Konflikten überhäuft wird?
>> Das Thema der Platte ist eigentlich der Tod. Und zwar wie der Tod unser Leben beinflusst, mit Selbstmorden und politischen Morden, Serienmördern und Naturkatastrophen. Wem soll man die Schuld geben? Viele machen „eine böse Kraft“ verantwortlich. Und Mephisto ist ein Begriff, der das irgendwie zusammenfasst. Eine Verkörperung der Bosheit. <<
Im Gegensatz zu vielen anderen Bands dieser Richtung scheinen Dawn of Oblivion in ihren Texten auch direkt und konkret auf politische und soziale Misstände einzugehen. Was wollt ihr generell mit euren Texten zum Ausdruck bringen? Denkst du, daß man durch das Schreiben von Texten die Dinge verändern oder Menschen dazu bringen kann, über gewisse Dinge intensiver nachzudenken?
>> Ich habe mich immer für die Probleme der Gesellschaft interessiert. Aber wir haben nicht das Ziel, die Welt mit unserer Musik zu verändern. Meine politischen Ansichten sind persönlich. Die will ich nicht meinem Umfeld aufdrängen. Aber ich, und die anderen Bandmitglieder leben ganz normale Leben. Wir sehen die alltäglichen Probleme genauso wie unsere Fans das tun. Die Hörer sollen sich in unserer Musik wiedererkennen. Natürlich wollen wir gerne etwas vermittlen, was unsere Fans berührt. Meine Texte handeln von unserer heutigen Welt, und von der zukünftigen Welt, in der unsere Kinder aufwachsen werden. <<
Habt ihr Kontakt zu anderen schwedischen Gothic-Bands wie Dr. Arthur Krause oder Funhouse?
>> Die Schwedische Gothic-Szene ist echt winzig. Fast alle Bands kennen sich gegenseitig. Funhouse sind alte Kumpels von uns. Wir haben auch schon zusammen gespielt. Dr. Krause kennen wir nicht persönlich. Die sind ganz neu in der Szene und auf unserem Plattenlabel. Aber wir haben auch Kontakt zu vielen Rock- und Synthiebands. Wir sind in Helsingborg aufgewachsen, mit Bands wie Covenant und Elegant Machinery. <<
Mit Funhouse scheint euch neben dem gemeinsamen Label zumindest die Vorliebe für Partys und den typischen R’n’R-Lifestyle zu verbinden, was Goth-Bands mit ihrem vermeintlich düsteren Image ja eher selten nachgesagt wird. Denkst du, daß diese Party-Attitüde eine typisch schwedische Eigenschaft ist?
>> Gute Frage. Es kann sein. Ich weiss nicht so genau, denn ich habe noch nicht so viel Zeit mit ausländischen Gothic-Bands verbracht. Aber wir sind auf jeden Fall keine düsteren Personen. Wir feiern gerne und viel zusammen mit Bands wie Funhouse und Mist of Avalon. <<
Denkst du generell, daß Bands ein bestimmtes Image brauchen oder lieber die Musik für sich alleine sprechen lassen sollten? Welches Image verkörpern Dawn of Oblivion?
>> Ich finde das Image ziemlich wichtig. Es ist die visuelle Seite der Show. Ein Gesamteindruck, sozusagen. Und unser Stil ist zweifelslos Gothic. Das Publikum erwartet schwarze Kleider und Hüte. Das finde ich völlig ok. Wir mögen das. <<
Was denkst du über die Gothic-Szene allgemein, und speziell über die schwedische Szene? Gibt es in Schweden überhaupt einen Markt für diese Art von Musik?
>> Ich habe Gothic mit Bauhaus in der 80‘ern entdeckt, und bin seitdem ein großer Fan. Die Szene in Schweden ist, wie gesagt, nicht besonders gross. Bei Gothic denke ich an England oder Deutschland. <<
Habt ihr Berührungspunkte zur schwedischen Metal-Szene und und/oder zu Musikern dieser Szene? Seid ihr neben Dawn of Oblivion vielleicht noch in anderen Bands aktiv?
>> Ja, Metal interessiert uns sehr. Ich spiele zum Beispiel in der Metalband Tenebre. Unser Schlagzeuger Peter Wildoer spielt Death Metal mit Darkane. Früher hat er auch mit Arch Enemy und Majestic gespielt. Und unser Gitarrist Stefan Rosqvist war früher bei einer Heavy Metal Band. Eigentlich haben wir genauso viel mit der Metal-Szene, wie mit der Gothic-Szene zu tun. <<
Gibt es Video-Material von Dawn of Oblivion? Plant ihr, sofern vorhanden, eine Veröffentlichung auf DVD?
>> Wir haben ein bisschen Video-Material. Eine DVD veröffentlichen? Das ist eigentlich eine gute Idee. Aber erst wollen wir die neue CD fertig aufnehmen. <<
Welche weiteren Pläne habt ihr für die nähere Zukunft mit Dawn of Oblivion? Wann können wir mit der Veröffentlichung eines neuen Albums rechnen und in welche musikalische Richtung werden sich die Songs entwickeln?
>> Wir haben Songs für eine neue Platte geschrieben und sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es ist wie eine Fortsetzung von „Mephisto’s Appealing“. Wir haben einige Lieder für alte Fans gespielt, und sie waren begeistert. Einer hat den Sound als „eine Mischung aus The Cure und In Flames“ beschrieben. Ein lustiger Vergleich, aber auch ganz ok. Auf alle Fälle wird es unsere beste Platte werden. Die Veröffentlichung ist für Anfang 2005 geplant. <<
http://www.dawnofoblivion.com
Johan Arenbo (Zero Music Magazine für Obliveon.de)


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