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MAGAZIN :: Index: 'A' :: ANOTHER TALE

ANOTHER TALE
Spaß, Spaß und nochmals Spaß
Another Tale sind eine Institution, nicht nur in ihrer Heimatstadt Essen, sondern vor allem aufgrund ihrer gefühlvollen und melancholischen Stimmungen, die sie mit jedem Album zu verbreiten in der Lage sind und die zumindest in Deutschland einmalig ist. Auch wenn einzelne Songs durchaus Rock-orientierter geraten, so sorgt Robert P. Dougoll´s getragene und unverwechselbare Stimme für ein dauerhaftes Gänsehautgefühl in der musikalischen Grauzone aus Gitarrenrock und Gothic. Eine eindeutige stilistische Zuordnung Another Tale´s fällt schwer, wobei die unterschiedlichen Reaktionen und Stilbeschreibungen der Musik zahllos sind, gleichwohl aber eine Limitierung der Essener auf nur ein bestimmtes Genre nicht zulassen. Another Tale sind Another Tale, ganz einfach, und Klassifizierungen der schreibenden Zunft interessieren die Band nun wirklich nicht.
Dabei ist es schon erstaunlich, daß die Band trotz all der Nackenschläge, wie den gesundheitlichen Problemen Sänger Robert´s oder den businesstechnischen Wirrungen mit ihrem alten Label, im Laufe ihrer mittlerweile elfjährigen Geschichte immer noch positiv in die Zukunft sieht und die Motivation aufbringt, weiter zu machen, wie mir Robert und Pierre gemeinsam in ihrem Essener Studio versichern,
>> Jedes gute Konzert pusht uns bestimmt wieder für ein halbes Jahr und da wir vor gut zwei Jahren beinahe viezig Konzerte innerhalb eines halben Jahres gespielt haben, hat uns das genug Power gegeben, um mindestens noch zwei, drei Jahre weiter zu machen. <<
Dabei muß eine Band doch eigentlich vollkommen verzweifeln, wenn sie merkt, daß die Plattenfirma, bei der man unter Vertrag steht, nichts für die Band tut und man keine Chance hat, aus dem geschlossenen Vertrag herauszukommen.
Pierre: >> Doch, nach der dritten Option. <<
>> Du mußt eine Platte machen, um aus der ganzen Scheiße herauszukommen. Wenn du dir alle Platten von uns anhörst, weißt du auch genau, welche das ist. Der Punkt ist aber doch der, daß man Spaß daran hat, Musik zu machen, egal was vorher abgelaufen ist, und wir haben Spaß. <<
Ohne Frage. Diesen Spaß hört man vielleicht nicht allen Alben an, vor allen nicht denen, die in der Zeit bei Hyperium entstanden, umso mehr dafür dem neuen Album "Frozen Eyes", das in sich sehr ruhig und sehr melancholisch ausgefallen ist.
>> Wir nehmen eine Platte auf, egal wie die Umstände sind. Das erste Mal richtig angehört haben wir das neue Album erst, als der Mix fertig war und wir damit zum Mastern gefahren sind. Es ist bei uns überhaupt nicht so, daß wir uns hinsetzen und sagen, "jetzt komm und laß uns mal noch ein schnelles Stück machen". Das ergibt sie bei uns einfach so. <<
So ist "Frozen Eyes" vor allem der Ausdruck einer sehr angenehmen und entspannten Arbeitsatmosphäret, ohne daß jemand von außen der Band in den Produktionsprozeß hat hinein reden können. Another Tale sind durch ihr eigenes Studio in der glücklichen Lage unabhängig arbeiten zu können, und diese Unabhängigkeit fördert die Kreativität der Band ungemein, wie das Album nachhaltig unter Beweis stellt.
>> Wenn wir jetzt sagen würden, wir lösen uns auf oder machen in einem Jahr drei Platten, dann machen wir in einem Jahr drei Platten. Das war damals bei Hyperium nicht so. Denen war völlig egal, was wir machen. Wenn man keinen Druck hat und nur das machen kann, was man machen will, dann ist das schon ganz schön. <<
Und so ähnelt "Frozen Eyes" von seiner relaxten Grundstimmung sehr dem ersten Album der Band, "Nightmare Voices".
>> Das Album hatte das Problem, daß es für uns viel zu teuer war und wir noch viel zu jung dafür waren. Wir hatten nichts und die ganze nachfolgende Promotionarbeit hat uns damals sehr, sehr viel Geld gekostet. Wenn wir die nicht gehabt hätten, wären wir heute sehr viel reicher (lacht). <<
Dabei arbeiten die Essener natürlich nicht nach einem finanziellen Kalkül, auch wenn man im Lager der Band sicherlich nicht abgeneigt ist, seinen Lebensunterhalt durch die Musik zu bestreiten und auch ein paar Mark zu verdienen. Musik ist für Another Tale ohnehin der Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls und nicht der kommerzieller und wirtschaftlicher Zwänge.
>> Bei mir auf jeden Fall. Das liegt aber auch daran, daß ich die Texte schreiben. Wir haben Phasen, in denen wir ein Jahr lang nichts komponieren und dann schreiben wir innerhalb eines Monats zwanzig Stücke. Als ich das erste Mal im Krankenhaus lag, sind von den zehn Stücken des "Once"-Albums acht der Texte im Krankenhaus entstanden. Das ist für mich sehr wichtig. <<
Die persönliche Verbundenheit zu den Liedern und Texten der Band, und hier vor allem zu Stücken wie "Shelter From The Storm" oder "When Tears Will Decay", beide vom neuen Album und beide unter dem Eindruck von Robert´s Krankheit entstanden, markieren dabei eine Rückkehr der Band zu dem, was Another Tale bereits zu einem festen Bestandteil ihres Bandnamens gemacht und in der Vergangenheit häufig in ihren Texten zum Ausdruck gebracht haben: das Erzählen von Geschichten.
>> Ja, da kann ich dir nur zustimmen. So haben wir damals angefangen und das war auch die Idee, als wir vor elf Jahren begonnen haben, um mit jedem Stück eine neue Geschichte zu erzählen. Irgendwann Mitte der Neunziger hatten wir dann einen ziemlich Abbruch davon und reichlich Probleme, so daß wir uns eigentlich überhaupt keine Gedanken mehr darüber haben machen können. Bei diesem Album haben wir diesen Punkt aber wieder erreicht, was für mich ganz wichtig war. <<
Ketzerisch könnte man behaupten, Another Tale würden seit ihrer Gründung von vor über zehn Jahren musikalisch auf der Stelle treten und sich neuen Einflüssen mehr oder weniger verschließen, doch ist gerade dieses Festhalten an liebgewonnenen, musikalischen Idelaen der Garant für das Überleben und die Sympathie, die der Band nach wie vor ungebrochen entgegen schlägt, und dies, obwohl sich die Frage nach der musikalsichen Schublade, die für die Journaille leider immer noch unumgänglich scheint, nicht schlüssig beantworten läßt. Ist es nun Gitarren Wave, ist es Gothic, oder was sonst?
>> Das möchte ich auch mal gerne wissen, kann ich dir aber nicht beantworten. Ich könnte dir jetzt zwanzig Bands aufzählen, die ich geil finde und von jeder dieser Bands findest du da einen Teil bei uns. Und dann könnte ich dir nochmal zwanzig Bands nennen, von denen du nichts bei uns findest. Wir machen das, was uns Spaß macht und wenn ich jetzt hingehen und sagen würde, wir sind eine Gothic-Band, würde das heißen, daß wir nichts anderes können und uns dadurch selbst verraten. <<
Höhepnkte gibt es, eben so wie Tiefpunkte, reichlich in der Historie der Band, wobei es in der menschlichen Natur liegt, sich vor allem der Höhepunkte zu erinnern, die in der Hauptsache in einzelnen Shows oder einer mehr oder minder spontanen Club-Tour durch Irland´s Pub zu suchen sind.
>> Wir haben alles in drei Autos gepackt und sind einfach losgefahren. Wir dachten, wir hätten zumindest einen festen Termin und dann kamen wir zu dem Pub, und niemand hatte jemals was von uns gehört. Von der Agentur, über die wir das Ganze gebucht hatten, war nie jemand zu erreichen und so haben wir an dem Abend als Vorgruppe einer anderen Band gespielt. Die haben in dem Laden einen Heidenspaß gehabt. Hinzu kamen noch sechs weitere, ganz spontane Auftritte. <<
Von denen Another Tale für die nächste Zeit aufgrund Robert´s Erkrankung leider erst einmal wieder Abstand nehmen müssen, was niemanden mehr ärgert, als die Band selbst, die wie kaum eine andere Band die Bühne als ihre Heimat betrachtet.
http://www.another-tale.de
Michael Kuhlen


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