Obliveon - Metal und Gothic Webzine
 :: Suchen 

 :: Obliveon.de
· Home
· MySpace
· Links

  Info...
· FAQ
· Kontakt
· Impressum
 

 :: Magazin
· GESAMT
· News
· Interviews
· Konzert/Festivals
· Specials
· Foto Galerie

 :: Reviews
· GESAMT
· CD Reviews
· CD Import
· Eigenpressungen
· White Metal
· DVD/Video
· Bücher/Magazine

MAGAZIN :: Index: 'A' :: ASSEMBLAGE 23

ASSEMBLAGE 23
Im Zentrum des Sturms
Ein Sturm bricht los, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn „Storm“, so der Titel des neuen Albums von Assemblage 23-Mastermind Tom Shear, fegt mir Urgewalt nicht nur durch die heimische Stereoanlage, sondern in Gestalt der vorab veröffentlichten Single „Let The Wind Erase Me“ bereits durch die Clubs in deutschen Landen, um die Erfolge der Vergangenheit mit Tracks wie „Let Me Be Your Armor“ oder „Disappoint“ zu wiederholen. Neben einer komplexeren musikalischen Umsetzung brilliert Tom Shear auf „Storm“ aber in noch stärkerem Maße als zuvor mit dunklen vor sich hin brodelnden Tanzbodenkrachern, die genau das unterstreichen, was Tom Shear auch im nachfolgenden Interview ganz deutlich macht, wo Tanzbarkeit und ein hohes Energielevel der Songs an oberster Priorität stehen.
Der Erfolg, den Assemblage in den letzten Jahren als Newcomer erreicht haben, muss für dich sehr überraschend gewesen sein. Jedes Album und jede Single war in den DAC-Charts und du warst ständig auf Tour in Deutschland. Hast du je damit gerechnet dermassen viel Erfolg zu haben und wie gehst du mit dem Druck, der aufgrund dieses Erfolges auf dir lastet?
>> Nein, das habe ich sicher nicht erwartet und war daher natürlich eine nette Überraschung. Dieser Erfolg hat mich aber dennoch nicht unter Druck gesetzt. Ich setze mich bei jedem neuen Album selbst unter Druck, das heisst, ob ich meinen eigenen Erwartungen gerecht werden kann, oder nicht, und weniger, ob ich die Erwartungen der Fans erfülle. Wenn den Fans das dann noch gefällt, ist das für mich das Sahnehäubchen. <<
Die Single-Auskoolung vom neuen Album, “Let The Wind Erase Me”, war sogar in Billborad Dance Charts, was für die USA und diese Art von Musik absolut ungewöhnlich ist. Glaubst du, dass dieses Genre nun endlich auch in den USA Anerkennung erfährt und die USA einen wachsenden Markt hierfür darstellen?
>> Da bin ich mir nicht sicher. Ich weiss, dass es ein grosses Potential für diese Art der Musik gibt, auch andere Hörerschichten zu erreichen, aber ob das wirklich so ist, muss sich erst noch zeigen. Soweit ich gehört habe, sind die CD-Verkäufe überall rückläufig, wenn es also tatsächlich in grösseres Publikum dafür gibt, mag das daran liegen, dass die sich die Sachen aus dem Netz gezogen haben. <<
Was war der Grund, dass du das neue Album „Storm“ genannt hast? Gibt es eine Beziehung zu der weltweit aktuellen politischen Grosswetterlage und den sozialen Umständen, in denen wir leben? All die ganzen Kriege und der Kampf gegen den Terrorismus, der bis zum heutigen Tage im Irank und in Afghanistan anhält?
>> Auch wenn der Sturm sicher eine angemessene Metapher für das aktuelle politische Geschehen wäre, so war die ursprüngliche Intention emotionelle Konflikte zu repräsentieren. Nicht notwendierweise solch emotionellen Konflikte die einzelne mit anderen haben, sondern die Konflikte, die man mit sich selsbt austragen muss. <<
Du würdest mir aber zustimmen, dass der Sturm etwas unausweichliches und unvermeidbares darstellt, dem wir Menschen aufgrund seines durchaus zerstörerischen Charakters mit Respekt begegnen sollten?
>> Auf jeden Fall. Ich bin immer wieder bestürzt darüber, wie viele Menschen sich bei einem Hurricane oder einem Sturm nicht evakuieren lassen und sich lieber den Naturgewalten aussetzen. Ich denke, viele Menschen unterschätzen die Naturkräfte. <<
Die Texte setzen sich vornehmlich mit persönlichen Aspekten und Erfahrungen auseinander, dem Gefühl des Menschseins und all dem, was mit dem Begriff der Menschlichkeit auf einer indivduellem Basis im Zusammenhang steht. Würdest du mir da zustimmen?
>> Ja, das trifft es sehr genau. Thematisch basiert dieses Album sehr auf Emotionen, auf sehr unterschiedlichen Emotionen um genau zu sein, aber die meisten der Songs haben solche Themen auf die eine oder andere Art zum Inhalt. Jeder Song basiert auf persönlichen Erfahrungen. Das mögen eigene Erfahrungen sein, oder Dinge, die ich beobachte habe. „Regret“ ist eine Art Bestandsaufnahme des Lebens um Dinge zu verändern, die schief gelaufen sind. „Human“ handelt davon, dass Fehler zum Leben gehören und wir diese als Teil unserer normalen Existenz akzeptieren sollten. <<
Wo siehst du selbst die grössten musikalsichen Unterschiede zum Vorgängeralbum? Mir scheint, „Storm“ ist etwas offener und leichter zugänglich.
>> Es ist tanzbarer als das letzte Album, soviel ist sicher. Die Drums sind kräftiger und im Mix viel präsenter. Der grösste Unterschied ist aber sicher die Menge an verschiedenen Dingen, die gleichzeitig ablaufen. Ich habe viele unterschiedliche Schichten übereinandergelegt, die alle zur gleichen Zeit vonstatten gehen. Das Album ist zudem deutlich reifer und intensiver ausgearbeitet. <<
Seit unserem letzten Interview sind eine ganze Reihe von Remixen von dir veröffentlicht worden. Was macht für dich die Faszination des Remixens aus? Versuchst du den Remix so zu gestalten, dass ein komplett neuer Song entsteht, oder orientierst du dich nahe am Original?
>> Meistens versuche ich etwas komplett neues daraus zu machen, und hier liegt auch der eigentliche Reiz für mich. Die Herausforderung einen existieren Song zu nehmen um ihn in einen vollkommen anderen Kontext zu setzen. Ausserdem ist es unheimlich spannend den Song einer anderen Band auseinanderzunehmen und zu sehen, wie diese ihre Songs strukturieren. <<
Wenn du die freie Wahl hättest, einen Künstler zu remixen, auf wen würde deine Wahl fallen und warum?
>> Björk, ganz einfach, weil sie Björk ist (lacht). <<
Du hast den Soundtrack zu einem Film namens „The Good Thief“ geschrieben. Worin liegt für dich der Hauptunterschied in der Arbeit an einem Soundtrack und der Arbeit mit Assemblage 23?
>> Oh, das ist was ganz anderes. Es gibt allerdings zwei Filme mit dem Titel „The Good Thief“ und der, den du wahrscheinlich bei deinem Videohändler finden wirst, ist nicht der, für den ich den Soundtrack gemacht habe. Die Musik an sich typische Soundtrack Musik. Sehr ambientmässig halt. Die Herangehensweise ist eine ganz andere, als beispielsweise einen Clubsong zu schreiben, wo es darum geht eingängige Hooks zu finden, welche die Aufmerksamkeit des Zuhörers fesseln. Bei einem Soundtrack muss man viel subtiler vorgehen, beinahe so, als ob der Zuhörer gar nicht merken soll, dass da überhaupt Musik vorhanden ist. Hier geht es nur darum bestimmte Emotionen und Stimmungen zu unterstreichen. <<
Du bist nun schon seit geraumer Zeit ein wichtiger Bestandteil der Electroszene, daher würde mich deine Einschätzung interessieren, wohin sich die Szene entwickeln wird? Siehst du interessante musikalische Tendenzen innerhalb des Genres?
>> Um ehrlich zu sein bin ich im Moment überhaupt nicht informiert, was in der Szene abgeht. Es gibt einfach viel zu wenig neues Zeug, das mich wirklich begeistert. Ich habe auch keine Ahnung, wohin sich die Szene entwickeln wird, bin aber der festen Überzeugung, dass ihr eine Dosis neuer Einflüsse gut tun würde. <<
Die amerikanischen Prsäidentschaftswahlen stehen kurz bevor. Denkst du, dass Kerry gegen Bush bestehen kann? Wohin wird die amerikanische Politik führen? Momentan scheint es sehr in Mode gekommen zu sein, seinen Anti-Amerikanismus offen zur Schau zu stellen, und das nicht nur in den fundamentalistischen arabischen Ländern, sondern auch in Europa, und auch Kritiker wie Michael Moore erfahren immer mehr Aufmerksamkeit und Popularität.
>> Nun, ich betrachte Michael Moore nicht als anti-amerikanisch. Er ist Anti-Bush, und das ist ein grosser Unterschied. Thomas Jefferson hat mal gesagt: „Dissens ist die reinste Form des Patriotismus“. Auch wenn ich Moores Herangehensweise sehr extrem finde, so sind seine Motive doch die, aus diesem Land ein besseres Land zu machen. Was die Wahlen angeht, so habe ich da wirklich meine Befürchtungen. Ich finde, Bush ist ohne Frage der inkompetenteste und ignoranteste Präsident, den dieses Land je hatte und ich mag mir erst gar nicht vorstellen, welchen Schaden er diesem Land in vier weiteren Jahren Amtszeit noch zufügen könnte. Es ist aber auch schade, dass es in Europa so viel Anti-Amerikanismus gibt. Ich denke, man sollte die Menschen an sich beurteilen, und nicht, wer Präsident eines Landes ist. Auch, wenn es hir und da kulturelle Unterschiede gibt, je mehr ich die Welt bereise, desto mehr stelle ich fest, dass die Menschen im Grunde überall gleich sind. Ich hoffe wirklich, dass Kerry gewinnt, auch wenn es momentan sehr eng ist. <<
Mit 23db hast du dein eigenes Label gegründet, auf dem bislang nur Backandtotheleft veröffentlicht haben. Welche Label-Philosophie vertrittst du mit 23db, vor allem im Hinblick auf neue Signings? Wird Nerve Filter, dein Nebenprojekt, auch auf 23db erscheinen?
>> 23db war nie als wirkliches Label gedacht, daher wird es auch keine Signings geben. Ich dachte nur, es würde sehr viel mehr Sinn machen, wenn ich mich dazu entschliessen sollte, das Nerve Filter-Album zu veröffentlichen, es dann selbst zu veröffentlichen. Nerve Filter sind schliesslich ein sehr unkommerzielles Nebenprojekt. Das Label wird zukünftig also ausschliesslich dazu dienen meine eigenen Sachen zu veröffentlichen. Backandtotheleft war und ist eine Ausnahme, da ich sehr hart mit den Band gearbitet habe, um das Album fertig zu stellen. Die Plattenfirmen haben jedoch alle gezögert. Ich finde allerdings, dass das Album aussergewöhnlich stark ist und es eine Schande wäre, wenn es niemand hören könnte. Daher habe ich beschlossen, das Album selbst zu veröffentlichen. <<
Deine erste eigene Headlinertour steht unmittelbar bevor, was also können wir von dieser Tour erwarten? Du hast ursprünglich als Video Editor gearbeitet, da liegt es nahe, dass du möglicherweise mit visuellen Projektionen arbeiten wirst. Welche Erwartungen hast du an diese Tour?
>> Ich hasse all diese Videoprojektionen, um her lich zu sein. Meist sehen diese Projektionen nur billig aus und mir kommt es so vor, als ob man eine Wand zwischen dem Publikum und der Band aufbaut, die ablenken soll. Ich geniesse diese Verbindung, die zwischen mir und dem Publikum entsteht wenn wir auftreten, die sicherlich eine andere wäre, wenn das Publikum die ganze Zeit auf eine Leinwand starren würde. Ganz davon abgesehen, dass mir einfach die Zeit fehlt, um irgendwelche Videos für die Show zu drehen. Der Live-Set auf der anstehenden Tour wird daher so energiegeladen ausfallen wie nie zuvor und die Leute sollten sich drauf einrichten hemmungslos abzutanzen. <<
http://www.assemblage23.com
Michael Kuhlen


[ Zurück zum Index: 'A' ]
 

[ Unsere Webseite weiterempfehlen ] [ Impressum ] [ Seitenanfang ]

© Oblivion 1998-2002 Alle Rechte vorbehalten

Haftungsausschluss/Disclaimer

technisches Konzept, Programmierung & Webdesign by M. Koschinski / C. Fessler